19. August 1274: Die Krönung Edwards I. und Eleonores von Kastilien
- Carlo
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19. August 1274: Die Krönung Edwards I. und Eleonores von Kastilien
4 Tage 18 Stunden her
Am 19. August 1274 wurden König Edward I. von England und seine Gemahlin Eleonore von Kastilien feierlich in der Westminster Abbey gekrönt. Es war der zeremonielle Höhepunkt einer Thronfolge, die sich bereits fast zwei Jahre zuvor vollzogen hatte.
Als Edwards Vater, König Heinrich III., am 16. November 1272 starb, befand sich Edward noch auf der Rückreise von seinem Kreuzzug ins Heilige Land. Er war 1271 nach Akkon gelangt und hatte dort mit einer vergleichsweise kleinen Streitmacht an den letzten größeren Kreuzzugsunternehmungen des 13. Jahrhunderts teilgenommen. Im Juni 1272 überlebte er in Akkon sogar einen Mordanschlag.
Edward war daher bereits König, lange bevor ihm die Krone in Westminster tatsächlich aufgesetzt wurde. Während seiner Abwesenheit wurde seine Thronfolge in England aufgrund seines erblichen Rechts verkündet und die Barone leisteten ihm den Treueid. Die Krönung vom August 1274 machte ihn somit nicht erst zum König, sondern verlieh seiner bereits bestehenden Herrschaft die traditionelle sakrale und zeremonielle Bestätigung.
Edward und Eleonore erreichten England erst im August 1274. Am 19. August folgte schließlich ihre gemeinsame Krönung in Westminster Abbey. Für Eleonore war dies ebenfalls ein bemerkenswertes Ereignis: Sie war die erste englische Königin seit Eleonore von Aquitanien im Jahr 1154, die gemeinsam mit ihrem königlichen Gemahl gekrönt wurde.
Die Zeremonie besaß zudem besondere Bedeutung für die Geschichte der Westminster Abbey. Heinrich III. hatte die alte Abteikirche seit 1245 im neuen gotischen Stil weitgehend neu errichten lassen. Edward I. war der erste König, der in der heute bestehenden Westminster Abbey gekrönt wurde.
Zu den hochrangigen Gästen gehörten auch Edwards Schwager König Alexander III. von Schottland und dessen Gemahlin Margaret, Edwards Schwester. Nicht anwesend war hingegen Llywelyn ap Gruffudd, Prince of Wales, dessen Verhältnis zum neuen englischen König bald zu einem der großen Konflikte der ersten Regierungsjahre Edwards werden sollte.
Mit seiner Rückkehr begann Edward rasch eine umfassende Neuordnung von Verwaltung und Recht. Untersuchungen über königliche Rechte und Missstände wurden in den sogenannten Hundred Rolls festgehalten. Bereits 1275 folgte das bedeutende First Statute of Westminster, das in 51 Kapiteln bestehendes Recht ordnete und unter anderem Fragen der Rechtspflege, Amtsführung und königlichen Verwaltung regelte. Diese intensive Gesetzgebung wurde zu einem der charakteristischen Merkmale seiner Herrschaft.
Auch mit der Geschichte des englischen Krönungszeremoniells blieb Edward I. eng verbunden. Der heute berühmte Coronation Chair in Westminster Abbey wurde erst später auf seinen Auftrag hin geschaffen, nachdem Edward den Stone of Scone nach England hatte bringen lassen. Bei seiner eigenen Krönung von 1274 konnte dieser Stuhl daher noch nicht verwendet worden sein.
Die Krönung vom 19. August 1274 markiert somit weit mehr als einen festlichen Beginn einer langen Regierungszeit. Sie verband Kreuzzugsideal, mittelalterliche Königsherrschaft, dynastische Legitimität und die sich wandelnde englische Rechts- und Staatsordnung – und fand erstmals in jener Westminster Abbey statt, die bis heute das Zentrum der britischen Krönungstradition geblieben ist.
Quellenhinweise: Westminster Abbey; The Royal Family; Historic Royal Palaces; British Library, Royal MS 13 A XIV.
Als Edwards Vater, König Heinrich III., am 16. November 1272 starb, befand sich Edward noch auf der Rückreise von seinem Kreuzzug ins Heilige Land. Er war 1271 nach Akkon gelangt und hatte dort mit einer vergleichsweise kleinen Streitmacht an den letzten größeren Kreuzzugsunternehmungen des 13. Jahrhunderts teilgenommen. Im Juni 1272 überlebte er in Akkon sogar einen Mordanschlag.
Edward war daher bereits König, lange bevor ihm die Krone in Westminster tatsächlich aufgesetzt wurde. Während seiner Abwesenheit wurde seine Thronfolge in England aufgrund seines erblichen Rechts verkündet und die Barone leisteten ihm den Treueid. Die Krönung vom August 1274 machte ihn somit nicht erst zum König, sondern verlieh seiner bereits bestehenden Herrschaft die traditionelle sakrale und zeremonielle Bestätigung.
Edward und Eleonore erreichten England erst im August 1274. Am 19. August folgte schließlich ihre gemeinsame Krönung in Westminster Abbey. Für Eleonore war dies ebenfalls ein bemerkenswertes Ereignis: Sie war die erste englische Königin seit Eleonore von Aquitanien im Jahr 1154, die gemeinsam mit ihrem königlichen Gemahl gekrönt wurde.
Die Zeremonie besaß zudem besondere Bedeutung für die Geschichte der Westminster Abbey. Heinrich III. hatte die alte Abteikirche seit 1245 im neuen gotischen Stil weitgehend neu errichten lassen. Edward I. war der erste König, der in der heute bestehenden Westminster Abbey gekrönt wurde.
Zu den hochrangigen Gästen gehörten auch Edwards Schwager König Alexander III. von Schottland und dessen Gemahlin Margaret, Edwards Schwester. Nicht anwesend war hingegen Llywelyn ap Gruffudd, Prince of Wales, dessen Verhältnis zum neuen englischen König bald zu einem der großen Konflikte der ersten Regierungsjahre Edwards werden sollte.
Mit seiner Rückkehr begann Edward rasch eine umfassende Neuordnung von Verwaltung und Recht. Untersuchungen über königliche Rechte und Missstände wurden in den sogenannten Hundred Rolls festgehalten. Bereits 1275 folgte das bedeutende First Statute of Westminster, das in 51 Kapiteln bestehendes Recht ordnete und unter anderem Fragen der Rechtspflege, Amtsführung und königlichen Verwaltung regelte. Diese intensive Gesetzgebung wurde zu einem der charakteristischen Merkmale seiner Herrschaft.
Auch mit der Geschichte des englischen Krönungszeremoniells blieb Edward I. eng verbunden. Der heute berühmte Coronation Chair in Westminster Abbey wurde erst später auf seinen Auftrag hin geschaffen, nachdem Edward den Stone of Scone nach England hatte bringen lassen. Bei seiner eigenen Krönung von 1274 konnte dieser Stuhl daher noch nicht verwendet worden sein.
Die Krönung vom 19. August 1274 markiert somit weit mehr als einen festlichen Beginn einer langen Regierungszeit. Sie verband Kreuzzugsideal, mittelalterliche Königsherrschaft, dynastische Legitimität und die sich wandelnde englische Rechts- und Staatsordnung – und fand erstmals in jener Westminster Abbey statt, die bis heute das Zentrum der britischen Krönungstradition geblieben ist.
Quellenhinweise: Westminster Abbey; The Royal Family; Historic Royal Palaces; British Library, Royal MS 13 A XIV.
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