5. August 1716: Prinz Eugen schlägt das osmanische Heer bei Peterwardein

5. August 1716: Prinz Eugen schlägt das osmanische Heer bei Peterwardein

5 Tage 14 Stunden her - 5 Tage 14 Stunden her
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Vor 310 Jahren, am Morgen des 5. August 1716, begann vor der Festung Peterwardein – dem heutigen Petrovaradin bei Novi Sad – eine der bedeutendsten Schlachten in der militärischen Laufbahn Prinz Eugens von Savoyen.Das unter dem Großwesir Silahdar Damat Ali Pascha herangeführte osmanische Heer war den kaiserlichen Truppen zahlenmäßig deutlich überlegen. Dennoch entschied sich Prinz Eugen nicht dafür, hinter den Befestigungen auf den Angriff zu warten. Er übernahm selbst die Initiative und ließ seine Armee am frühen Morgen gegen die osmanischen Stellungen vorgehen.

 Der Ausgang war zunächst keineswegs sicher. Im Zentrum gerieten Teile der kaiserlichen Infanterie unter starken Druck der Janitscharen. Prinz Eugen erkannte jedoch die entstehende Lücke in der gegnerischen Aufstellung und ließ die osmanischen Flanken angreifen. Innerhalb weniger Stunden brach deren Schlachtordnung zusammen. Das Heer des Großwesirs zog sich ungeordnet in Richtung Belgrad zurück.

 Silahdar Damat Ali Pascha wurde während der Kämpfe schwer verwundet und vom Schlachtfeld getragen. Er erlag kurz darauf seinen Verletzungen. Zahlreiche Geschütze, Fahnen und Teile des osmanischen Lagers fielen in die Hände der Sieger.

 Prinz Eugen selbst war ein Angehöriger der Linie Savoyen-Carignan. In Paris geboren und am Hof Ludwigs XIV. aufgewachsen, hatte er zunächst eine militärische Laufbahn in französischen Diensten angestrebt. Nachdem der König sein Gesuch um ein Offizierskommando abgelehnt hatte, verließ Eugen Frankreich und trat 1683 in den Dienst Kaiser Leopolds I.

 Sein Aufstieg verlief außergewöhnlich rasch. Nach seinem Einsatz in der zweiten Schlacht bei Mohács ernannte ihn König Karl II. von Spanien am 6. Oktober 1687 zum Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies. Die feierliche Investitur nahm Kaiser Leopold I. am 31. Januar 1688 in der Wiener Hofburg vor. Als Prinz Eugen 1716 bei Peterwardein das Kommando führte, trug er diese höchste habsburgisch-burgundische Ordensauszeichnung somit bereits seit nahezu drei Jahrzehnten.

 Der Sieg von Peterwardein eröffnete den Kaiserlichen den Weg in das Banat. Im Oktober 1716 kapitulierte Temesvár, das heutige Timișoara. Im folgenden Jahr errang Prinz Eugen vor Belgrad einen weiteren entscheidenden Sieg; die Festung fiel im August 1717 in habsburgische Hand.

 Der Krieg endete am 21. Juli 1718 mit dem Frieden von Passarowitz. Die Habsburgermonarchie erhielt unter anderem das Banat von Temesvár, Belgrad, das nördliche Serbien und weitere Gebiete an der unteren Donau. Damit erreichte die habsburgische Machtentfaltung auf dem Balkan ihren damaligen Höhepunkt. Dauerhaft waren diese Erwerbungen allerdings nicht: Bereits im Frieden von Belgrad 1739 musste ein bedeutender Teil, darunter Belgrad und das nördliche Serbien, wieder an das Osmanische Reich abgetreten werden.

 Peterwardein war daher weder das endgültige Ende der osmanischen Macht noch ein isolierter Triumph. Die Schlacht bildete vielmehr den entscheidenden Auftakt eines Feldzuges, der Prinz Eugens Ruf als einen der bedeutendsten Feldherren seiner Zeit festigte und das Kräfteverhältnis im südöstlichen Europa für eine Generation grundlegend veränderte.
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