Böhmische Kronjuwelen in Prag: „Habsburger 500“
- Carlo
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Böhmische Kronjuwelen in Prag: „Habsburger 500“
2 Tage 1 Stunde herBildbeschreibung: Die Wenzelskrone mit Königszepter und Reichsapfel im Vladislavsaal der Prager Burg.
Foto: Prague Castle / Pražský hrad
Die Wenzelskrone, flankiert von Königszepter und Reichsapfel, steht im Mittelpunkt einer außergewöhnlichen Ausstellung im Vladislavsaal der Prager Burg. Anlass ist der 500. Jahrestag der Wahl Ferdinands I. von Habsburg zum böhmischen König.
Im Jahr 1526 wählten die böhmischen Stände Erzherzog Ferdinand von Österreich, den Gemahl Annas von Böhmen und Ungarn, zu ihrem König. Damit begann eine Verbindung zwischen den böhmischen Ländern und dem Haus Habsburg, die beinahe vier Jahrhunderte Bestand haben sollte.
Die Ausstellung „Bohemian Crown Jewels – Habsburgs 500“ zeigt nicht nur die berühmte Wenzelskrone, sondern auch das reich verzierte Königszepter und den Reichsapfel. Ferdinand I. hatte diese beiden Insignien 1533 bei dem Augsburger Goldschmied Hans Haller als persönliche Zeichen seiner Herrschaft anfertigen lassen. Erst im 17. Jahrhundert wurden sie der Wenzelskrone beigegeben und ersetzten die schlichteren mittelalterlichen Insignien aus der Zeit Kaiser Karls IV.
Zu den weiteren Exponaten gehören:
- das Krönungsgewand von 1653,
- historische Schlüssel der Hüter des Kronarchivs,
- Herrscherporträts und bildliche Darstellungen der böhmischen Könige,
- Zeugnisse zur Beziehung zwischen den Kronjuwelen und der Dynastie der Habsburger.
Zwischen Karlstein, Wien und Prag
Die Ausstellung zeichnet zugleich die wechselvolle Geschichte der Kronjuwelen nach. Nach den Hussitenkriegen wurden sie auf der Burg Karlstein verwahrt. Während des Dreißigjährigen Krieges gelangten sie aus Sicherheitsgründen mehrfach nach Prag und schließlich dauerhaft in die Wiener Schatzkammer.
Diese Verlagerung war nicht nur eine Sicherheitsmaßnahme. Nach der Schlacht am Weißen Berg und der Umwandlung Böhmens in eine Erbmonarchie des Hauses Habsburg ging auch die Kontrolle über die bedeutendsten Symbole der böhmischen Staatlichkeit stärker auf den Wiener Kaiserhof über.
Erst 1791 wurden die Kronjuwelen anlässlich der Krönung Leopolds II. feierlich nach Prag zurückgebracht. Ihre Rückkehr wurde zunehmend als Ausdruck der historischen Kontinuität und der böhmischen beziehungsweise tschechischen Staatlichkeit verstanden.
Damit vereint die Ausstellung zwei historische Perspektiven: die Geschichte habsburgischer Herrschaft in Böhmen und die Entwicklung der Kronjuwelen zu einem zentralen Symbol der modernen tschechischen Staatlichkeit.
Besucherinformationen
Ort: Vladislavsaal im Alten Königspalast, Prager Burg
Für Schulgruppen: 15.–18. September 2026, ausschließlich nach Voranmeldung
Für die Öffentlichkeit: 19.–28. September 2026
Öffnungszeiten: täglich 9.00–17.00 Uhr
Eintritt: frei
Der Zugang erfolgt vom Hradschiner Platz durch das Tor zu den Südgärten und über die Stiertreppe zum Dritten Burghof. Wegen der Sicherheitskontrollen empfiehlt die Prager Burg, möglichst wenig Gepäck mitzubringen. Bei Erreichen der täglichen Besucherkapazität kann der Zugang bereits vor dem offiziellen Ende der Öffnungszeit geschlossen werden.
Weitere Informationen auf der offiziellen Website der Prager Burg
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