8. September 1565 | Malta übersteht die Große Belagerung
- Carlo
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8. September 1565 | Malta übersteht die Große Belagerung
1 Woche 1 Tag herAm 8. September 1565 endete die Große Belagerung Maltas. Fast vier Monate lang hatte eine osmanische Streitmacht versucht, die strategisch bedeutende Insel und damit den Hauptsitz des Johanniterordens zu erobern.
Die Belagerung hatte am 18. Mai 1565 begonnen. Trotz schwerer Verluste – darunter der Fall des Forts St. Elmo – behaupteten sich die Verteidiger in den befestigten Stellungen von Birgu und Senglea. Großmeister Jean Parisot de Valette leitete den Widerstand des Johanniterordens, der von maltesischen Einwohnern, Soldaten und weiteren Hilfskräften getragen wurde.
Die Lage der Verteidiger war Anfang September äußerst angespannt. Am 7. September landete jedoch das aus Sizilien herangeführte Entsatzheer, der sogenannte Gran Soccorso. Die osmanische Führung, deren Truppen durch Kämpfe, Krankheiten und Versorgungsprobleme bereits stark geschwächt waren, begann daraufhin mit dem Abzug. Der 8. September ging als Tag der Befreiung in die maltesische Erinnerungskultur ein, auch wenn sich Rückzug und letzte Kampfhandlungen noch über einige Tage erstreckten.
Der erfolgreiche Widerstand sicherte dem Johanniterorden seinen seit 1530 bestehenden Herrschaftssitz auf Malta. Der Ausgang der Belagerung besaß darüber hinaus erhebliche symbolische Wirkung: Er zeigte, dass die osmanische Expansion im Mittelmeerraum keineswegs unaufhaltsam war. Die ältere Vorstellung, Malta habe dabei gleichsam im Alleingang „Europa gerettet“, ist allerdings eine spätere, stark vereinfachende Deutung.
Von der belagerten Insel zur Festungsstadt
Eine unmittelbare Folge der Belagerung war der Bau einer neuen, nach modernen festungstechnischen Grundsätzen angelegten Stadt auf dem Höhenrücken des Monte Sciberras. Am 28. März 1566 legte Großmeister de Valette feierlich den Grundstein. Die nach ihm benannte Stadt Valletta sollte die beiden Hafenbecken beherrschen und Malta gegen einen neuerlichen Angriff sichern.
Mit der Planung wurde der italienische Festungsbaumeister Francesco Laparelli betraut, der im Auftrag Papst Pius’ V. nach Malta kam. Valletta entwickelte sich in der Folge nicht nur zu einer mächtigen Festungsstadt, sondern auch zum politischen und administrativen Mittelpunkt des Ordens. Seit 1980 gehört die historische Stadt zum UNESCO-Welterbe.
Der 8. September wird auf Malta bis heute als Victory Day begangen. Das Datum verbindet die Erinnerung an das Ende der Großen Belagerung von 1565 mit weiteren Wendepunkten der maltesischen Geschichte.
Quellen und weiterführende Hinweise:
- Souveräner Malteserorden: The Great Siege of Malta 450 years ago
- University of Malta: Valletta 1566–1798 – An Epitome of Europe
- Culture Malta: Valletta and Floriana Fortifications
- UNESCO World Heritage Centre: City of Valletta
- Ernle Bradford: The Great Siege: Malta 1565. London 1961.
- Roger Crowley: Empires of the Sea. The Final Battle for the Mediterranean, 1521–1580. London 2008.
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