Die Ritter, deren Wappen bleiben – die lebendige Heraldik des Dannebrogordens

Die Ritter, deren Wappen bleiben – die lebendige Heraldik des Dannebrogordens

1 Woche 5 Tage her
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Eine Ordensauszeichnung wird getragen, solange ihr Träger lebt. Sein Wappen aber kann ihn um Jahrhunderte überdauern.

Ein eindrucksvolles Beispiel dafür bietet der dänische Dannebrogorden. Er wurde 1671 unter König Christian V. gestiftet und besaß zunächst nur eine einzige Ritterklasse. Mit der großen Ordensreform von 1808 wurde er in mehrere Klassen gegliedert und der Kreis der Auszuzeichnenden wesentlich erweitert.

Seit dieser Reform gilt für die Träger des Großkreuzes des Dannebrogordens eine bemerkenswerte heraldische Tradition: Ihr Wappen wird in das Wappenbuch des Ordens eingemalt und zugleich auf einem eigenen Wappenschild dargestellt, der in der Kapelle der Königlichen Dänischen Ritterorden in der Schlosskirche von Frederiksborg seinen Platz findet.

Die Tradition selbst ist sogar noch älter. Bereits die Statuten von 1693 verpflichteten die Ritter des Elefanten- und des Dannebrogordens, eine farbige Darstellung ihres Wappens sowie ihr „symbolum“, also ihren Wahlspruch, einzureichen. Daraus entstanden sowohl die Wappenbücher als auch die bis heute fortgeführte Reihe der in Frederiksborg aufgehängten Wappenschilde.

Das Wappenbuch des Dannebrogordens wurde bereits Mitte der 1680er Jahre begonnen. Heute umfasst die Reihe elf Bände mit mehr als 3.000 Rittern. Die älteren Bände dokumentieren die Ritter des ursprünglichen, einklassigen Dannebrogordens; seit 1808 werden darin die Großkreuzträger verzeichnet.

Eine weitere interessante Einschränkung kam erst wesentlich später: Seit 1961 werden – von wenigen Ausnahmen abgesehen – nur noch die Wappen dänischer Empfänger des Großkreuzes in das Wappenbuch eingemalt und in der Ordenskapelle aufgehängt.

Damit bildet Frederiksborg weit mehr als eine Sammlung dekorativer Wappenschilde. Über mehr als drei Jahrhunderte entstand hier ein außergewöhnliches Archiv der Ordensheraldik, in dem persönliche Wappen, staatliche Auszeichnung und historische Erinnerung miteinander verbunden sind.

Bemerkenswert ist auch, dass diese Tradition keineswegs abgeschlossen ist: Das dänische Königshaus bezeichnet sie ausdrücklich als eine lebendige heraldische Tradition. Gemeinsam mit Großbritannien und Schweden gehört Dänemark zu den wenigen Ländern, in denen die Wappen von Ordensrittern noch heute in eigens dafür bestimmten Kapellen angebracht werden.

Die Person vergeht – ihr Wappen bleibt Teil der Geschichte des Ordens.

Quelle:
Kongehuset – Das dänische Königshaus:
„Ridderkapel og våbenbøger / Chapel of chivalry and armourial books“
sowie „De kongelige ridderordeners historie“.
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