25. August 1270 | Tod des heiligen Ludwig IX. von Frankreich

25. August 1270 | Tod des heiligen Ludwig IX. von Frankreich

3 Wochen 1 Tag her
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Am 25. August 1270 starb vor Tunis einer der bedeutendsten Herrscher des mittelalterlichen Frankreich: König Ludwig IX. (1214–1270), der knapp drei Jahrzehnte später als Saint Louis in die Reihe der Heiligen aufgenommen wurde.

Ein König stirbt auf dem Kreuzzug

Ludwig IX. hatte bereits 1248 den später so bezeichneten Siebten Kreuzzug angeführt. Der Feldzug gegen Ägypten endete 1250 mit einer schweren Niederlage und sogar der Gefangennahme des Königs.

Dennoch nahm Ludwig 1267 erneut das Kreuz. Im Sommer 1270 führte ihn dieser zweite persönliche Kreuzzug – der Achte Kreuzzug – nach Nordafrika. Das französische Heer landete bei Karthago und bezog Stellung vor Tunis. Bald breiteten sich im Lager Krankheiten aus.

Auch der König erkrankte schwer und starb dort am 25. August 1270, im Alter von 56 Jahren.

Sein Sohn folgte ihm als Philipp III. von Frankreich auf den Thron.

Vom König zum Heiligen

Schon zu Lebzeiten besaß Ludwig den Ruf außergewöhnlicher Frömmigkeit. Sein Königtum verstand er ausdrücklich als religiös und moralisch gebundenes Amt. Zeitgenössische und spätere Überlieferungen betonten besonders seine Rechtsprechung, seine persönliche Frömmigkeit, seine Sorge für Arme und Kranke sowie sein Bemühen um Frieden und Ausgleich.

Zu den bis heute sichtbarsten Zeugnissen seiner Herrschaft gehört die Sainte-Chapelle in Paris, die Ludwig zur Aufnahme bedeutender Passionsreliquien – insbesondere der Dornenkrone Christi – errichten ließ.

Bereits wenige Jahre nach seinem Tod wurden Untersuchungen über sein Leben und ihm zugeschriebene Wunder eingeleitet.

Am 11. August 1297 vollzog Papst Bonifaz VIII. in Orvieto mit der Kanonisationsbulle Gloria laus die Heiligsprechung Ludwigs IX.

Sein Todestag, der 25. August, wurde zugleich zu seinem kirchlichen Festtag.

Damit wurde der französische König endgültig zu einem der herausragenden mittelalterlichen Leitbilder des christlichen Herrschers: König, Richter, Kreuzfahrer und Heiliger in einer Person.

Der heilige Ludwig als Patron eines königlichen Militärordens

Mehr als vier Jahrhunderte nach seinem Tod griff Ludwig XIV. bewusst auf dieses Herrscherideal zurück.

Am 5. April 1693 stiftete er den

Ordre royal et militaire de Saint-Louis
– den Königlichen und Militärischen Orden vom heiligen Ludwig.

Der Orden sollte verdiente katholische Offiziere der französischen Armee und Marine auszeichnen. Bemerkenswert war, dass für die Aufnahme keine adlige Abstammung verlangt wurde. Entscheidend sollten nach dem Stiftungserlass vielmehr Tugend, Verdienst und ausgezeichnete militärische Dienste sein.

Die Verbindung zum heiligen König war keineswegs nur nominell.

Die Statuten von 1693 bestimmten ausdrücklich, dass sich die Großkreuze, Kommandeure und Ritter des Ordens alljährlich am Fest des heiligen Ludwig beim König einzufinden hatten. Gemeinsam begleitete man den Monarchen zur Messe.

Am Nachmittag desselben Tages fand die Ordensversammlung statt. Dabei wurden unter anderem jährlich zwei Großkreuze, vier Kommandeure und sechs Ritter gewählt, die sich während des folgenden Jahres um die gemeinsamen Angelegenheiten des Ordens kümmern sollten.

Der 25. August verband damit über Jahrhunderte hinweg drei Ebenen miteinander:

den Todestag eines mittelalterlichen Königs,
den liturgischen Gedenktag eines Heiligen
und den zeremoniellen Jahrestag eines königlichen Militärverdienstordens.

Saint Louis – ein dauerhaftes Herrscherbild

Die historische Persönlichkeit Ludwigs IX. und das nach 1270 entstandene Bild des Heiligen sind dabei nicht vollständig voneinander zu trennen.

Gerade diese Verbindung erklärt seine lange Nachwirkung: Für die französische Monarchie wurde Saint Louis zu einem dynastischen und religiösen Bezugspunkt. Seine Verehrung verband Königtum, Gerechtigkeit, Frömmigkeit und ritterlichen Dienst zu einem Ideal, auf das sich noch die Bourbonen des 17. und 18. Jahrhunderts beriefen.

So führte vom Sterbelager vor Tunis im Jahre 1270 eine bemerkenswerte Traditionslinie bis zum roten Ordensband des Ordre royal et militaire de Saint-Louis.

Quellen und weiterführende Literatur:

– Vatican News: St. Louis, King of France, Gedenktag 25. August.
– M. Cecilia Gaposchkin / Sean L. Field (Hg.): The Sanctity of Louis IX: Early Lives of Saint Louis by Geoffrey of Beaulieu and William of Chartres, insbesondere die Kanonisationsbulle Gloria Laus vom 11. August 1297.
– Grande Chancellerie de la Légion d’honneur: Geschichte des Ordre de Saint-Louis.
Édit de création de l’Ordre royal et militaire de Saint-Louis, Versailles, 5. April 1693, insbesondere Art. 22–25.
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