Wappenabbildungen und Wappenbriefe im Tschechischen Nationalmuseum
- USchu
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Wappenabbildungen und Wappenbriefe im Tschechischen Nationalmuseum
2 Wochen 12 Stunden her
Diverse Wappenabbildungen und Wappenbriefe im Tschechischen Nationalmuseum / Národní muzeum
Liebe Freunde der Heraldik und Genealogie,
im tschechischen Portal eSbírky findet sich eine sehr interessante Sammlung digitalisierter Wappenurkunden aus dem Bestand des Národní muzeum, genauer aus dem Historischen Museum / Archiv des Nationalmuseums. Die Gruppe trägt die tschechische Bezeichnung Erbovní listiny, also sinngemäß „Wappenbriefe“ bzw. „Wappenurkunden“.
Der Einstieg erfolgt über folgenden Link:
eSbírky – Gruppe „Erbovní listiny“
Worum handelt es sich?
Die Sammlung umfasst zahlreiche Digitalisate von Urkunden mit Wappenminiaturen. Dabei geht es nicht nur um „schöne Wappenbilder“, sondern um historisch wertvolle Quellen mit Angaben zu Aussteller, Begünstigten, Datum, Ausstellungsort, Inventarnummer, Material, Technik und vielfach auch mit ausführlicher Beschreibung des Wappens.
Für die Forschung besonders nützlich ist, dass viele Objektseiten neben der Abbildung auch tschechische Beschreibungen des Wappens enthalten. Diese Beschreibungen weisen mitunter auf Unterschiede zwischen dem Urkundentext und der gemalten Miniatur hin. Genau solche Details können bei der heraldischen und genealogischen Einordnung wichtig sein.
Was findet man dort?
Der Begriff Erbovní listiny sollte dabei nicht zu eng als „Adelsbriefe“ verstanden werden. Die Sammlung enthält auch reine Wappenverleihungen, Wappenbesserungen, Bestätigungen und berufsständische Wappen. Für die Forschung ist daher jeder Eintrag einzeln zu prüfen.
Einige geprüfte Beispiele
Warum ist diese Sammlung für uns interessant?
Für Heraldiker und Genealogen ist die Sammlung aus mehreren Gründen wertvoll:
Nützliche Suchbegriffe im Portal
Wer im Portal selbst weiterforschen möchte, sollte auch mit tschechischen Begriffen suchen:
Hinweise zur Benutzung
Bei der Auswertung ist etwas Vorsicht geboten. Die Objektseiten sind eine sehr gute Erschließungshilfe, ersetzen aber nicht die kritische Prüfung der Urkunde selbst. Besonders bei Namensformen, Ortsnamen, Prädikaten und Übersetzungen aus dem Deutschen, Lateinischen oder Ungarischen in das Tschechische sollte man mit Varianten rechnen.
Auch die Datierung ist genau zu beachten: Bei manchen Einträgen können Allerhöchste Entschließung, Diplomdatum, Ausfertigung oder spätere Abschriften auseinanderfallen. Für eine gesicherte adels- oder familiengeschichtliche Einordnung sollte man daher nach Möglichkeit weitere Quellen heranziehen, etwa Adelsakten, Standeserhebungsverzeichnisse, Siebmacher, Frank, Hof- und Staatshandbücher oder regionale Archivbestände.
Offene Fragen an die Runde
Quellen und Einstiegspunkte
Liebe Freunde der Heraldik und Genealogie,
im tschechischen Portal eSbírky findet sich eine sehr interessante Sammlung digitalisierter Wappenurkunden aus dem Bestand des Národní muzeum, genauer aus dem Historischen Museum / Archiv des Nationalmuseums. Die Gruppe trägt die tschechische Bezeichnung Erbovní listiny, also sinngemäß „Wappenbriefe“ bzw. „Wappenurkunden“.
Der Einstieg erfolgt über folgenden Link:
eSbírky – Gruppe „Erbovní listiny“
Worum handelt es sich?
Die Sammlung umfasst zahlreiche Digitalisate von Urkunden mit Wappenminiaturen. Dabei geht es nicht nur um „schöne Wappenbilder“, sondern um historisch wertvolle Quellen mit Angaben zu Aussteller, Begünstigten, Datum, Ausstellungsort, Inventarnummer, Material, Technik und vielfach auch mit ausführlicher Beschreibung des Wappens.
Für die Forschung besonders nützlich ist, dass viele Objektseiten neben der Abbildung auch tschechische Beschreibungen des Wappens enthalten. Diese Beschreibungen weisen mitunter auf Unterschiede zwischen dem Urkundentext und der gemalten Miniatur hin. Genau solche Details können bei der heraldischen und genealogischen Einordnung wichtig sein.
Was findet man dort?
- Wappenverleihungen und Wappenbesserungen
- Adelserhebungen mit Wappenverleihung
- Verleihungen oder Bestätigungen von Prädikaten
- bürgerliche, adelige, militärische und teils berufsständische Bezüge
- Urkunden aus unterschiedlichen Jahrhunderten, vom späten 15. Jahrhundert bis in die Zeit Kaiser Karls I.
- Beispiele aus dem habsburgischen, böhmischen, schlesischen, ungarischen und siebenbürgischen Umfeld
Der Begriff Erbovní listiny sollte dabei nicht zu eng als „Adelsbriefe“ verstanden werden. Die Sammlung enthält auch reine Wappenverleihungen, Wappenbesserungen, Bestätigungen und berufsständische Wappen. Für die Forschung ist daher jeder Eintrag einzeln zu prüfen.
Einige geprüfte Beispiele
- 1495 – Conrad Breuning d. Ä.
Römischer König Maximilian I. verleiht Connradu Breuning dem Älteren ein Wappen. Ausstellungsort: Worms. Inventarnummer: (A) 63.
Objektseite eSbírky
- 1555 – Jan Koen von Starý Kámen
Ferdinand I. verleiht Jan Koen ein Wappen und das Prädikat „ze Starého Kamene“. Die Objektbeschreibung enthält auch eine genaue Beschreibung der Wappenminiatur.
Objektseite eSbírky
- 1569 – Petr Štěrba von Štěrbice
Kaiser Maximilian II. verleiht Petr Štěrba ein Wappen und das Prädikat „ze Štěrbic“. Das Wappen wird als schräg geteilter Schild beschrieben: oben in Rot ein wachsender silberner Widder, unten in Schwarz ein goldener Stern; dazu Helm, Decken und Helmzier.
Objektseite eSbírky
- 1583 – Wappen der Bader/Barbiere des Herzogtums Schlesien
Kaiser Rudolf II. bestätigt den Badern des schlesischen Herzogtums Privilegien und bessert ihr Zeichen bzw. Wappen. Besonders interessant ist hier der berufsständische Symbolbestand: u. a. Salbenbehältnis, Rasiermesser, Schere und ein Instrument zum Herausziehen von Kugeln.
Objektseite eSbírky
- 1680 – Brüder Closie aus Kronstadt/Brașov
Der siebenbürgische Fürst Michael Apafi erhebt Martin und Georg Closie, Brüder aus Brașov, in den Adelsstand und verleiht ihnen ein Wappen. Die Miniatur zeigt u. a. einen Löwen mit drei silbernen Lilien.
Objektseite eSbírky
- 1732 – Jacob Otto, „von Ottlilienfeld“
Kaiser Karl VI. erhebt Jacob Otto in den böhmischen Adelsstand, verleiht ihm das Prädikat „von Ottlilienfeld“ und ein Wappen.
Objektseite eSbírky
- 1823 – Carol Németh
Kaiser Franz I. erhebt Carol Németh, Rittmeister des Husarenregiments Nr. XII, in den ungarischen Adelsstand und verleiht ihm ein Wappen. Die Wappenbeschreibung enthält eine ausführliche Darstellung eines Reiters mit gezogenem Säbel und ungarischer Kopfbedeckung.
Objektseite eSbírky
- 1917 – Alois Konečný, Edler von Marienbruck
Kaiser Karl I. erhebt Alois Konečný, Oberstleutnant des Infanterieregiments Nr. 98 und stellvertretenden Bezirkskommandanten in Puławy, in den Adelsstand und verleiht ihm das Prädikat „Edler von Marienbruck“ sowie ein Wappen.
Objektseite eSbírky
Warum ist diese Sammlung für uns interessant?
Für Heraldiker und Genealogen ist die Sammlung aus mehreren Gründen wertvoll:
- Sie bietet direkte Abbildungen von Wappenminiaturen aus Originalurkunden.
- Die Einträge enthalten häufig genaue Datierungen und Inventarnummern.
- Die tschechischen Beschreibungen sind oft sehr detailliert und können für Blasonierungen hilfreich sein.
- Es finden sich nicht nur bekannte Adelsfamilien, sondern auch weniger geläufige Namen, militärische Karrieren, Amtsinhaber und berufsständische Gruppen.
- Die Sammlung kann als Ausgangspunkt für Vergleiche mit Siebmacher, Frank, den österreichischen Adelsakten, böhmischen Landesquellen und genealogischen Nachschlagewerken dienen.
Nützliche Suchbegriffe im Portal
Wer im Portal selbst weiterforschen möchte, sollte auch mit tschechischen Begriffen suchen:
- erb = Wappen
- znak = Zeichen / Wappen
- erbovní listiny = Wappenbriefe / Wappenurkunden
- šlechtický stav = Adelsstand
- predikát = Prädikat
- povyšuje = erhebt
- uděluje = verleiht
- potvrzuje = bestätigt
- polepšuje = bessert / verbessert
Hinweise zur Benutzung
Bei der Auswertung ist etwas Vorsicht geboten. Die Objektseiten sind eine sehr gute Erschließungshilfe, ersetzen aber nicht die kritische Prüfung der Urkunde selbst. Besonders bei Namensformen, Ortsnamen, Prädikaten und Übersetzungen aus dem Deutschen, Lateinischen oder Ungarischen in das Tschechische sollte man mit Varianten rechnen.
Auch die Datierung ist genau zu beachten: Bei manchen Einträgen können Allerhöchste Entschließung, Diplomdatum, Ausfertigung oder spätere Abschriften auseinanderfallen. Für eine gesicherte adels- oder familiengeschichtliche Einordnung sollte man daher nach Möglichkeit weitere Quellen heranziehen, etwa Adelsakten, Standeserhebungsverzeichnisse, Siebmacher, Frank, Hof- und Staatshandbücher oder regionale Archivbestände.
Offene Fragen an die Runde
- Hat jemand bereits eine vollständige oder teilweise Namensliste dieser eSbírky-Gruppe „Erbovní listiny“ erstellt?
- Welche der dort enthaltenen Familien sind bereits in Siebmacher, Frank oder anderen österreichisch-böhmisch-ungarischen Adelsnachschlagewerken nachgewiesen?
- Gibt es besonders interessante Stücke mit Bezug zu Österreich, Böhmen, Mähren, Schlesien, Galizien oder Ungarn?
- Wer könnte bei der Übersetzung der tschechischen Wappenbeschreibungen helfen?
- Sind einzelne Wappenminiaturen bereits mit den entsprechenden Akten im Österreichischen Staatsarchiv oder in böhmischen Landesarchiven abgeglichen worden?
- Wäre es sinnvoll, für AustroAristo eine kleine Arbeitsliste mit Familienname, Datum, Aussteller, Prädikat, Inventarnummer und Link anzulegen?
Quellen und Einstiegspunkte
- eSbírky – Gruppe „Erbovní listiny“
- Informationen zum Portal eSbírky
- Národní muzeum – Historical collection
- Maximilian I. – Conrad Breuning d. Ä., Wappenverleihung 1495
- Ferdinand I. – Jan Koen von Starý Kámen, 1555
- Maximilian II. – Petr Štěrba von Štěrbice, 1569
- Rudolf II. – Bader/Barbiere des Herzogtums Schlesien, 1583
- Michael Apafi – Brüder Closie aus Brașov, 1680
- Karl VI. – Jacob Otto von Ottlilienfeld, 1732
- Franz I. – Carol Németh, 1823
- Karl I. – Alois Konečný, Edler von Marienbruck, 1917
"IN OMNIBUS ORDO"
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