Wappen Albin Panian – ungarischer Adel 1903, Prädikat „lobori“ / „von Lobor“

Wappen Albin Panian – ungarischer Adel 1903, Prädikat „lobori“ / „von Lobor“

1 Woche 4 Tage her
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Grüß Gott in die Runde,

bei der Durchsicht der Libri Regii / Királyi Könyvek bin ich auf folgenden Eintrag gestoßen:

Hungaricana, Libri Regii, MNL OL A 57, Band 71, Eintrag 0244

Es geht um Albin Panian, offenbar kgl. ungarischer Gardeoffizier bzw. Garde-Rittmeister. Die Frage ist: Ist das Wappen bekannt bzw. lässt sich die Blasonierung sichern?

Nach bisherigem Abgleich ergibt sich Folgendes:

1. Gesicherte Eckdaten

Kempelen Béla führt die Familie als:
Panian (lobori). — Az előnévvel a nemességet Panian Albin százados, magyar testőr kapta 1903 máj. 15.
 

Sinngemäß: Panian von Lobor / lobori Panian. Den Adel mit diesem Prädikat erhielt Albin Panian, Hauptmann und ungarischer Leibgardist, am 15. Mai 1903.

Eine zeitgenössische ungarische Pressemeldung in der Zeitung Magyarság meldet ebenfalls, dass der König Albin Panian, Hauptmann und Mitglied der ungarischen Leibgarde, sowie seinen gesetzlichen Nachkommen die ungarische Nobilität mit dem Prädikat „lobori“ verliehen habe. Interessant ist, dass dort auch die gebührenfreie Verleihung erwähnt wird.

Im Budapester Adress- und Hofkalender von 1910 erscheint er zudem als:
lobori Panian Albin szds.
 

Damit scheint die Lesung „lobori“ gut abgesichert zu sein. Die in einer deutschsprachigen Zusammenstellung vorkommende Form „Labor“ dürfte daher sehr wahrscheinlich eine fehlerhafte Lesung, Verkürzung oder Übertragung von Lobor/lobori sein.

2. Wappen nach der ADLER-Urkundensammlung

Die Heraldisch-Genealogische Gesellschaft ADLER verzeichnet in ihrer Urkundensammlung einen einschlägigen Eintrag zum 15.05.1903:
Kaiser Franz Joseph als König von Ungarn verleiht den ungarischen Adel mit dem Prädikat „Labor“ [wohl: „Lobor“ bzw. „lobori“] an den kgl. ungarischen Garde-Rittmeister Albin Panian. Ledereinband beschädigt.
 

Dazu wird dort folgende Wappenbeschreibung gegeben:
Unter blauem Schildhaupt, darin eine silberne Lilie zwischen zwei goldenen Sternen, von Gold und Rot gespalten; rechts auf grünem Boden eine natürliche Tanne, links auf Felsengebirge ein zweistöckiger silberner Zinnenturm, in den Oberecken begleitet von einer silbernen, einwärts gewendeten Mondsichel und einem goldenen Stern.

Zwischen einem offenen, rechts silbern-rot, links golden-blau geteilten Flug ein geharnischter Unterarm, in der gepanzerten Faust ein blankes Schwert an goldenem Griff hochstreckend.

Decken: rot-silbern, blau-golden.
 

3. Arbeitsblasonierung

Auf Grundlage dieser Beschreibung würde ich das Wappen vorläufig so blasonieren:
Schild: Unter blauem Schildhaupt, darin eine silberne Lilie zwischen zwei goldenen Sternen, gespalten von Gold und Rot. Vorne auf grünem Boden eine natürliche Tanne; hinten auf felsigem Gebirge ein zweistöckiger silberner Zinnenturm, oben begleitet von einer silbernen einwärts gewendeten Mondsichel und einem goldenen Stern.

Helmzier: Zwischen offenem Flug, rechts silbern-rot, links golden-blau geteilt, ein geharnischter Unterarm, in der Faust ein blankes Schwert mit goldenem Griff emporhaltend.

Decken: rechts rot-silbern, links blau-golden.
 

4. Quellenkritische Anmerkung

Die wichtigsten Punkte sind durch mehrere Quellen gegenseitig gestützt:
  • Die Nobilitierung Albin Panians am 15.05.1903 ist bei Kempelen belegt.
  • Das Prädikat ist in den ungarischen Quellen klar als „lobori“ angegeben.
  • Die zeitgenössische Pressemeldung bestätigt die Verleihung an Albin Panian und seine gesetzlichen Nachkommen.
  • Die ausführliche Wappenbeschreibung stammt aus dem ADLER-Urkundenverzeichnis.
  • Die konkrete Hungaricana-Seite sollte am Originalbild nochmals gegengeprüft werden, besonders wegen der exakten Lesung des Prädikats und allfälliger lateinischer bzw. ungarischer Formulierungen im Registereintrag.

5. Offene Fragen an die Runde
  1. Kann jemand den Eintrag in den Libri Regii direkt am Originalbild nachlesen und die genaue Schreibweise des Prädikats bestätigen: lobori, Lobor oder eine andere Form?
  2. Ist bekannt, ob „Lobor“ hier auf den Ort Lobor im heutigen Kroatien, nördlich von Zagreb, Bezug nimmt?
  3. Lässt sich zur Herkunft Albin Panians oder zu seinen Nachkommen genealogisch etwas feststellen?
  4. Gibt es eine Dienstlaufbahn aus den k. u. k. Militärschematismen, insbesondere zur Einordnung der Bezeichnungen százados, magyar testőr und Garde-Rittmeister?
  5. Könnten Tanne, Felsengebirge und Zinnenturm landschaftlich oder besitzgeschichtlich auf Lobor bzw. Loborgrad anspielen?

Quellen / Verweise
  • Hungaricana, Libri Regii / Királyi Könyvek, MNL OL A 57, Band 71, Eintrag 0244: Direktlink
  • Heraldisch-Genealogische Gesellschaft ADLER, Urkundensammlung, Eintrag 23, 1903.05.15, Albin Panian.
  • Kempelen Béla: Magyar nemesi almanach, Budapest 1910, S. 103, Eintrag „Panian (lobori)“.
  • Magyarság, 4. Jahrgang, Nr. 118, Budapest, 24. Mai 1903, Meldung „Magyar nemesség“.
  • Budapesti Czim- és Lakásjegyzék, 1910, Hofstaat / Magyar királyi testőrség, Nennung „lobori Panian Albin szds.“
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