de la Contry / de la Contrie 1737
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de la Contry / de la Contrie 1737
1 Woche 4 Tage her
de la Contry / de la Contrie 1737 – Wappenfigur, Herkunft und möglicher Zusammenhang mit Vesque von Püttlingen?
Hallo in die Runde,
ich möchte eine Frage zu einem Wappen bzw. zu einer Wappenfigur aus einer Reichsadelsakte von 1737 zur Diskussion stellen.
Es geht um:
Maria Theresia de la Contry
auch belegt als Maria Theresia, geb. de la Contrie,
Gemahlin bzw. morganatisch/ungleich verbundene Ehefrau des Herzogs Carl Rudolf von Württemberg-Neuenstadt.
Die einschlägige Akte findet sich im Österreichischen Staatsarchiv:
OeStA / AVA / Adel / Reichsadelsakten / Allgemeine Reihe – RAA 69.58: Contry, Maria Theresia de la
Im AIS ist der Eintrag in der Reihe „Comi–Contughis“ unter Nr. 69.58 geführt:
„Contry, Maria Theresia de la, Gemahlin des Karl Rudolph, Herzog zu Württemberg und Teck, Administrator der Württembergischen … (1737.11.13)”
Damit ist zunächst gesichert, dass es sich nicht bloß um eine spätere genealogische Notiz handelt, sondern um eine Reichsadelsakte aus dem Jahr 1737.
1. Zur Person Maria Theresia de la Contry / de la Contrie
LEO-BW führt sie als:
Württemberg, Maria Theresia, Herzogin
andere Namensform: geb. de la Contrie
† 01.12.1748, Weißenhof bei Weinsberg, begraben in der St. Dionysiuskirche Neckarsulm.
Als Eltern werden dort genannt:
Vater: Jean-Louis de la Contrie
Mutter: Theresia, geb. du Maine
Quelle:
LEO-BW: Württemberg, Maria Theresia, Herzogin
LEO-BW gibt außerdem an, dass Carl Rudolf bereits 1710 aus Den Haag schrieb, er sehe Maria Theresia als seine Ehefrau an, auch wenn die Verbindung nicht öffentlich gemacht worden sei und keine „priesterliche Copulation“ stattgefunden habe. Am 13. November 1737 wurde sie dann zur Reichsgräfin mit dem Namen „Gräfin de la Contry“ erhoben.
Damit wäre ich mit der Bezeichnung „Mätresse“ vorsichtig. Zeitgenössisch und rechtlich scheint die Sache eher in Richtung einer nicht standesgemäßen, nicht vollständig öffentlich vollzogenen bzw. morganatischen Verbindung zu gehen. Für die genealogische und heraldische Einordnung ist diese Nuance nicht unwichtig.
2. Der Hinweis auf den Vater: französischer Dragonerkapitän in Ypern?
In einem neueren heimatkundlichen Beitrag zu Neuenstadt wird Maria Theresia de la Contry als französische Adlige bezeichnet. Dort heißt es, sie stamme von dem königlichen Offizier Jean Louis de la Contry und Theresia du Maine ab. Ihr Vater sei gefallen, als sie sieben Jahre alt war; sie sei danach zunächst in einem Kloster in Brabant erzogen worden.
Quelle:
Eckhard Kreeb: 1740: Streit im Neuenstadter Schloss, Teil 1, in: Am Brunnen vor dem Tore, Nr. 545, 22. August 2024
In diesem Beitrag ist auch eine Abbildung des Wappens der Gräfin de la Contry wiedergegeben. In der Fußnote wird ausdrücklich angegeben, dass die Vorlage dieses Wappens in der Akte
OeStA/AVA Adel RAA 69.58
im Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien liegt.
Der Hinweis „Ypern“ muss daher nicht zwingend auf ein „belgisches“ Geschlecht im heutigen Sinn führen. Ypern/Ieper lag im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert in einem stark französisch-spanisch-niederländisch-habsburgisch umkämpften Grenzraum. Ein königlich französischer Offizier in Ypern passt also durchaus in den französischen Kontext. Dass die Familie in einem belgischen Armorial nicht erscheint, wäre daher für sich allein noch kein Gegenbeweis.
3. Spanier, Portugiese, Franzose?
Nach den bisher auffindbaren Belegen spricht mehr für einen französischen Kontext:
Die Schreibweise schwankt offenbar zwischen Contry und Contrie. Für weitere Recherchen sollte man daher beide Formen verwenden:
4. Welche Figur zeigt das Wappen?
Die bislang greifbare Abbildung ist leider klein und nicht ausreichend scharf. Nach Augenschein handelt es sich im Schild nicht um eine gewöhnliche heraldische Tierfigur, sondern eher um eine stehende menschliche Gestalt, vermutlich weiblich und allegorisch gemeint.
Ich würde deshalb vorläufig formulieren:
„Im Schild erscheint eine stehende, wohl weibliche allegorische Figur; die Attribute sind aus der bekannten Abbildung nicht sicher zu bestimmen.”
Ob sie in der heraldisch rechten oder linken Hand einen Gegenstand hält, lässt sich aus der kleinen Reproduktion nicht zuverlässig entscheiden. Auch eine sichere Benennung als Fortuna, Fides, Spes, Justitia, Pax o. Ä. wäre derzeit zu gewagt. Solche Figuren sind im 17./18. Jahrhundert als allegorische Wappenbilder durchaus denkbar, aber die genaue Deutung hängt am Attribut.
Hier wäre die originale Blasonierung aus der Reichsadelsakte entscheidend. Erst daraus ließe sich sicher sagen, ob die Figur als Frau, Jungfrau, Göttin, Tugendfigur oder sonstige Allegorie beschrieben wird.
5. Zusammenhang mit Vesque von Püttlingen?
Es wurde auch ein möglicher Zusammenhang mit Vesque von Püttlingen ins Spiel gebracht.
Die Familie Vesque von Püttlingen ist tatsächlich französischer Herkunft. Das Österreichische Biographische Lexikon nennt Johann Vesque von Püttlingen d. Ä. als aus einem bis ins 12. Jahrhundert nachweisbaren, ursprünglich französischen Adelsgeschlecht stammend, mit der Namensform Vesque de Puttelange.
Quelle:
ÖBL: Vesque von Püttlingen, Johann d. Ä.
Auch Wurzbach/BLKÖ führt zur Genealogie der Herren und Freiherren von Vesque-Püttlingen aus, dass die in den Niederlanden ansässige Familie Vesque ihren Ursprung von dem altadeligen französischen Geschlecht Vesc, Vesq oder Vesque herleite:
BLKÖ/Wikisource: Vesque-Püttlingen, Genealogie
Das Wappen der Vesque von Püttlingen wird im BLKÖ wie folgt beschrieben:
Blauer Schild mit goldenem Schildeshaupt; im blauen Feld drei aufrechte silberne, unten zugespitzte Pfähle; im goldenen Schildeshaupt drei rote Krückenkreuze nebeneinander.
Quelle:
BLKÖ/Wikisource: Vesque-Püttlingen, Wappen
Ein konkreter genealogischer oder heraldischer Zusammenhang zwischen Maria Theresia de la Contry/de la Contrie und Vesque von Püttlingen ist daraus aber nicht ersichtlich. Beide Familien bewegen sich zwar in einem französisch-niederländisch-lothringisch-habsburgischen Umfeld, doch das allein reicht für eine Verbindung nicht aus.
Der Hinweis auf Vesque von Püttlingen scheint daher derzeit eher eine interessante, aber noch nicht belegte Nebenfährte zu sein.
6. Vorläufiges Ergebnis
Nach derzeitigem Stand würde ich zusammenfassen:
7. Fragen an die Runde
Mich würden besonders folgende Punkte interessieren:
Über Hinweise, besonders zur originalen Blasonierung und zur Identifikation der allegorischen Figur, würde ich mich sehr freuen.
Hallo in die Runde,
ich möchte eine Frage zu einem Wappen bzw. zu einer Wappenfigur aus einer Reichsadelsakte von 1737 zur Diskussion stellen.
Es geht um:
Maria Theresia de la Contry
auch belegt als Maria Theresia, geb. de la Contrie,
Gemahlin bzw. morganatisch/ungleich verbundene Ehefrau des Herzogs Carl Rudolf von Württemberg-Neuenstadt.
Die einschlägige Akte findet sich im Österreichischen Staatsarchiv:
OeStA / AVA / Adel / Reichsadelsakten / Allgemeine Reihe – RAA 69.58: Contry, Maria Theresia de la
Im AIS ist der Eintrag in der Reihe „Comi–Contughis“ unter Nr. 69.58 geführt:
„Contry, Maria Theresia de la, Gemahlin des Karl Rudolph, Herzog zu Württemberg und Teck, Administrator der Württembergischen … (1737.11.13)”
Damit ist zunächst gesichert, dass es sich nicht bloß um eine spätere genealogische Notiz handelt, sondern um eine Reichsadelsakte aus dem Jahr 1737.
1. Zur Person Maria Theresia de la Contry / de la Contrie
LEO-BW führt sie als:
Württemberg, Maria Theresia, Herzogin
andere Namensform: geb. de la Contrie
† 01.12.1748, Weißenhof bei Weinsberg, begraben in der St. Dionysiuskirche Neckarsulm.
Als Eltern werden dort genannt:
Vater: Jean-Louis de la Contrie
Mutter: Theresia, geb. du Maine
Quelle:
LEO-BW: Württemberg, Maria Theresia, Herzogin
LEO-BW gibt außerdem an, dass Carl Rudolf bereits 1710 aus Den Haag schrieb, er sehe Maria Theresia als seine Ehefrau an, auch wenn die Verbindung nicht öffentlich gemacht worden sei und keine „priesterliche Copulation“ stattgefunden habe. Am 13. November 1737 wurde sie dann zur Reichsgräfin mit dem Namen „Gräfin de la Contry“ erhoben.
Damit wäre ich mit der Bezeichnung „Mätresse“ vorsichtig. Zeitgenössisch und rechtlich scheint die Sache eher in Richtung einer nicht standesgemäßen, nicht vollständig öffentlich vollzogenen bzw. morganatischen Verbindung zu gehen. Für die genealogische und heraldische Einordnung ist diese Nuance nicht unwichtig.
2. Der Hinweis auf den Vater: französischer Dragonerkapitän in Ypern?
In einem neueren heimatkundlichen Beitrag zu Neuenstadt wird Maria Theresia de la Contry als französische Adlige bezeichnet. Dort heißt es, sie stamme von dem königlichen Offizier Jean Louis de la Contry und Theresia du Maine ab. Ihr Vater sei gefallen, als sie sieben Jahre alt war; sie sei danach zunächst in einem Kloster in Brabant erzogen worden.
Quelle:
Eckhard Kreeb: 1740: Streit im Neuenstadter Schloss, Teil 1, in: Am Brunnen vor dem Tore, Nr. 545, 22. August 2024
In diesem Beitrag ist auch eine Abbildung des Wappens der Gräfin de la Contry wiedergegeben. In der Fußnote wird ausdrücklich angegeben, dass die Vorlage dieses Wappens in der Akte
OeStA/AVA Adel RAA 69.58
im Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien liegt.
Der Hinweis „Ypern“ muss daher nicht zwingend auf ein „belgisches“ Geschlecht im heutigen Sinn führen. Ypern/Ieper lag im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert in einem stark französisch-spanisch-niederländisch-habsburgisch umkämpften Grenzraum. Ein königlich französischer Offizier in Ypern passt also durchaus in den französischen Kontext. Dass die Familie in einem belgischen Armorial nicht erscheint, wäre daher für sich allein noch kein Gegenbeweis.
3. Spanier, Portugiese, Franzose?
Nach den bisher auffindbaren Belegen spricht mehr für einen französischen Kontext:
- LEO-BW nennt die Namensform de la Contrie und als Vater Jean-Louis de la Contrie.
- Der Neuenstadter Beitrag nennt Maria Theresia eine französische Adlige.
- Die Mutter erscheint als Theresia du Maine, ebenfalls klar französisch klingend.
- Ein spanischer oder portugiesischer Zusammenhang ist aus den bisher herangezogenen Belegen nicht ersichtlich.
Die Schreibweise schwankt offenbar zwischen Contry und Contrie. Für weitere Recherchen sollte man daher beide Formen verwenden:
- de la Contry
- de la Contrie
- La Contry
- La Contrie
4. Welche Figur zeigt das Wappen?
Die bislang greifbare Abbildung ist leider klein und nicht ausreichend scharf. Nach Augenschein handelt es sich im Schild nicht um eine gewöhnliche heraldische Tierfigur, sondern eher um eine stehende menschliche Gestalt, vermutlich weiblich und allegorisch gemeint.
Ich würde deshalb vorläufig formulieren:
„Im Schild erscheint eine stehende, wohl weibliche allegorische Figur; die Attribute sind aus der bekannten Abbildung nicht sicher zu bestimmen.”
Ob sie in der heraldisch rechten oder linken Hand einen Gegenstand hält, lässt sich aus der kleinen Reproduktion nicht zuverlässig entscheiden. Auch eine sichere Benennung als Fortuna, Fides, Spes, Justitia, Pax o. Ä. wäre derzeit zu gewagt. Solche Figuren sind im 17./18. Jahrhundert als allegorische Wappenbilder durchaus denkbar, aber die genaue Deutung hängt am Attribut.
Hier wäre die originale Blasonierung aus der Reichsadelsakte entscheidend. Erst daraus ließe sich sicher sagen, ob die Figur als Frau, Jungfrau, Göttin, Tugendfigur oder sonstige Allegorie beschrieben wird.
5. Zusammenhang mit Vesque von Püttlingen?
Es wurde auch ein möglicher Zusammenhang mit Vesque von Püttlingen ins Spiel gebracht.
Die Familie Vesque von Püttlingen ist tatsächlich französischer Herkunft. Das Österreichische Biographische Lexikon nennt Johann Vesque von Püttlingen d. Ä. als aus einem bis ins 12. Jahrhundert nachweisbaren, ursprünglich französischen Adelsgeschlecht stammend, mit der Namensform Vesque de Puttelange.
Quelle:
ÖBL: Vesque von Püttlingen, Johann d. Ä.
Auch Wurzbach/BLKÖ führt zur Genealogie der Herren und Freiherren von Vesque-Püttlingen aus, dass die in den Niederlanden ansässige Familie Vesque ihren Ursprung von dem altadeligen französischen Geschlecht Vesc, Vesq oder Vesque herleite:
BLKÖ/Wikisource: Vesque-Püttlingen, Genealogie
Das Wappen der Vesque von Püttlingen wird im BLKÖ wie folgt beschrieben:
Blauer Schild mit goldenem Schildeshaupt; im blauen Feld drei aufrechte silberne, unten zugespitzte Pfähle; im goldenen Schildeshaupt drei rote Krückenkreuze nebeneinander.
Quelle:
BLKÖ/Wikisource: Vesque-Püttlingen, Wappen
Ein konkreter genealogischer oder heraldischer Zusammenhang zwischen Maria Theresia de la Contry/de la Contrie und Vesque von Püttlingen ist daraus aber nicht ersichtlich. Beide Familien bewegen sich zwar in einem französisch-niederländisch-lothringisch-habsburgischen Umfeld, doch das allein reicht für eine Verbindung nicht aus.
Der Hinweis auf Vesque von Püttlingen scheint daher derzeit eher eine interessante, aber noch nicht belegte Nebenfährte zu sein.
6. Vorläufiges Ergebnis
Nach derzeitigem Stand würde ich zusammenfassen:
- Die gesuchte Person ist wohl Maria Theresia de la Contry, auch de la Contrie, † 1748.
- Sie wurde am 13.11.1737 zur Reichsgräfin de la Contry erhoben.
- Die einschlägige Adelsakte ist OeStA/AVA Adel RAA 69.58.
- Der Vater wird als Jean-Louis de la Contrie/de la Contry genannt, königlicher französischer Offizier.
- Die Herkunft wirkt nach den verfügbaren Quellen französisch, nicht spanisch oder portugiesisch.
- Die Wappenfigur ist nach der kleinen Abbildung wohl eine stehende weibliche Allegorie, jedoch ohne Einsicht in die originale Blasonierung nicht sicher zu benennen.
- Ein Zusammenhang mit Vesque von Püttlingen ist derzeit nicht nachgewiesen.
7. Fragen an die Runde
Mich würden besonders folgende Punkte interessieren:
- Wie wird die menschliche Figur dort bezeichnet: Frau, Jungfrau, Göttin, Tugend, Fortuna, Fides, Spes, Pax oder anders?
- Welche Attribute hält die Figur in der heraldisch rechten bzw. linken Hand?
- Gibt es Nachweise zu Jean-Louis de la Contry/de la Contrie als königlich französischem Dragonerkapitän in Ypern?
- Ist die Familie de la Contry/de la Contrie in französischen Armorialen, etwa im Umfeld Flandern/Artois/Picardie/Lothringen/Bretagne, nachweisbar?
- Gibt es irgendeinen belastbaren genealogischen Hinweis auf eine Verbindung zu Vesque/Vesc/Vesq bzw. Vesque von Püttlingen, oder handelt es sich bloß um eine Namens- und Herkunftsparallele?
Über Hinweise, besonders zur originalen Blasonierung und zur Identifikation der allegorischen Figur, würde ich mich sehr freuen.
"IN OMNIBUS ORDO"
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