Reitermann / Reutermann in bzw. zu Rittersfelden – Nobilitierungsdaten gesucht

Reitermann / Reutermann in bzw. zu Rittersfelden – Nobilitierungsdaten gesucht

3 Wochen 10 Stunden her
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Reitermann / Reutermann in bzw. zu Rittersfelden – Nobilitierung und Herkunft des Prädikats gesucht

Hallo zusammen!

Gesucht werden weitere Informationen zur Familie bzw. Namensform

REITERMANN / REUTERMANN von bzw. zu Rittersfelden

insbesondere eine belastbare Bestätigung der Nobilitierung und — falls vorhanden — das genaue Nobilitierungsdatum.

Bekannte und bisher auffindbare Hinweise
  • Leopold Reitermann, Innsbruck, 1706
    In den „Tiroler Wappen“ der Tiroler Landesmuseen findet sich ein Hinweis auf Leopold Reitermann, Innsbruck, 1706. Die Karteikarte verweist auf Pfaundlers Sammlung „Tirolische Familien und Wappen Notizen mit Stammbäumen“ und führt Reitermann unter den „wappenfähigen Familien“.
    Wichtig: Das ist zunächst ein Hinweis auf Wappenfähigkeit bzw. Wappenführung, aber noch kein gesicherter Nachweis einer Nobilitierung.
    Quelle: Tiroler Wappen: Reitermann Leopold, Innsbruck 1706
  • Johann Ferdinand Karl Joseph Alexius von Reitermann in Rittersfelden
    Die Oberdeutsche Personendatenbank nennt Johann Ferdinand Karl Joseph Alexius von Reitermann in Rittersfelden, aus Innsbruck. Er studierte 1714–1716 Logik und Physik in Freiburg im Breisgau, wurde 1715 Baccalaureus der Philosophie und wird ab 1734 als kaiserlicher Stückhauptmann genannt. Als Ehefrau wird Maria Eusebia Schmid von Brandenstein angegeben.
    Quelle: Oberdeutsche Personendatenbank: Reitermann in Rittersfelden, Johann Ferdinand Karl Joseph Alexius von
  • Urkunde von 1731: Karl Josef von Reuttermann Edler zu Rittersfelden
    Im Landesarchiv Baden-Württemberg / Generallandesarchiv Karlsruhe befindet sich eine Urkunde vom 28. September 1731. Darin leihen Maria Ursula Schmidin von Brandenstein und ihr Tochtermann Karl Josef von Reuttermann Edler zu Rittersfelden von der Marien-Bruderschaft zu Kappel 300 Gulden, verzinslich mit 15 Gulden.
    Die Nennung als „Edler zu Rittersfelden“ ist für die Fragestellung besonders interessant. Aufgrund des Zusammenhangs mit der Familie Schmid von Brandenstein könnte Karl Josef sehr wahrscheinlich mit dem oben genannten Johann Ferdinand Karl Joseph Alexius in engstem Zusammenhang stehen; ob es dieselbe Person ist, sollte aber noch anhand von Originalmatriken, Eheverträgen oder Militärakten abgesichert werden.
    Quelle: Landesarchiv Baden-Württemberg, GLAK 21 Nr. 2884, Urkunde vom 28.09.1731
  • Militärischer Innsbrucker Zusammenhang
    In einer Darstellung zum Innsbrucker Zeughaus erscheinen u. a. (Johann) Leonhard Reittermann als Zeugwart/Zeugleutnant/Stückhauptmann 1697–1712 und Karl Joseph Reitermann 1740–1744. Diese Angaben könnten zur militärischen Einordnung der Familie beitragen, sollten aber noch mit Primärquellen abgeglichen werden.
    Quelle: Aus alt mach neu. Das Innsbrucker Zeughaus um 1700
  • Ferdinand / Ferdinandus Vitus Reutermann von Rittersfelden
    Im Online-OFB bzw. GEDBAS erscheint ein Ferdinandus Vitus REUTERMANN VON RITTERSFELDEN, geboren um 1723, gestorben im August 1778 in Neuenburg, mit den Angaben „Kämmerer; Pfarrer“. Diese Datenbankangabe ist als Sekundärhinweis nützlich, sollte aber unbedingt durch Kirchenbuch- bzw. Archivnachweise überprüft werden.
    Quelle: Online-OFB Neuenburg: Ferdinandus Vitus Reutermann von Rittersfelden
  • Joseph von Reuttermann, Pfarrer zu Neuenburg
    Im Repertorium des Erzbischöflichen Archivs Freiburg findet sich unter A2/128 der Eintrag: „Hinterlassenschaft des Pfarrers Joseph von Reuttermann zu Neuenburg“ mit Laufzeit 1784 und 1788. Das passt örtlich und zeitlich in den weiteren Forschungskreis, beweist aber für sich allein noch keinen direkten Familienzusammenhang.
    Quelle: Erzbischöfliches Archiv Freiburg, Repertorium EAF A2, Bistum Konstanz, Specialia Dekanate
  • Ferdinand Reuterman in Rüttersfelden, Innsbruck, 1747
    In einem PDF-Bestand des Collegium Germanicum wird unter Innsbruck ein „Reuterman in Rüttersfelden, Ferd[inand]“ zum 20. Dezember 1747 genannt. Auch diese Namensform ist für die Variantenfrage wichtig: Rittersfelden / Rüttersfelden / Reuterman / Reutermann.
    Quelle: Bestand BF 18 Gesamt A–Z, Eintrag zu Reuterman in Rüttersfelden
  • Alexander Lambert im Hof- und Staats-Schematismus 1787
    Im Ausgangshinweis wird ein Alexander Lambert genannt, der im „Hof- und Staats-Schematismus für Wien 1787“ im Wegmautamt zwischen den Brücken, Wien II., als Aufseher im Prater, wohnhaft im Mautgebäude an der Jägerzeile, erscheinen soll.
    Dieser Hinweis konnte mit dem gekürzten Google-Books-Link hier noch nicht sicher verifiziert werden. Ein vollständiger Link, die genaue Seitenzahl oder ein Scan wäre daher sehr hilfreich.

Vorläufiger Zwischenbefund

Bislang ergibt sich folgendes Bild:
  • Der Name erscheint in mehreren Schreibweisen: Reitermann, Reutermann, Reuterman, Reittermann.
  • Das Prädikat bzw. die Ortsform erscheint ebenfalls variierend: in Rittersfelden, zu Rittersfelden, von Rittersfelden, in Rüttersfelden.
  • Ein sicherer online greifbarer Nachweis für ein konkretes Nobilitierungsdatum wurde bisher nicht gefunden.
  • Die Formulierung „Edler zu Rittersfelden“ in der Urkunde von 1731 ist jedoch ein wichtiger Beleg für die damalige Verwendung des Adelsprädikats.
  • Der ältere Hinweis auf Leopold Reitermann 1706 in Innsbruck zeigt zumindest Wappenfähigkeit bzw. eine wappenführende Familie im Tiroler Umfeld.
  • Der militärische Zusammenhang über Innsbruck, Zeughaus und Stückhauptmannschaft könnte ein entscheidender Schlüssel sein.

Arbeitshypothesen
  • Es könnte sich um eine landesfürstlich-tirolische, palatinische oder anderweitig schwer greifbare Standeserhebung handeln.
  • Ebenso denkbar ist, dass die Familie wappenfähig war und in späteren Quellen höflich oder gewohnheitsmäßig als adelig behandelt wurde, ohne dass bislang ein klassischer Nobilitierungsakt gefunden wurde.
  • Das Prädikat „Rittersfelden“ bzw. „Rüttersfelden“ könnte auf einen realen oder angenommenen Herkunfts-, Besitz- oder Erinnerungsort verweisen. Das ist derzeit aber nicht gesichert.

Offene Fragen an die Runde
  • Kennt jemand einen Nobilitierungsakt oder ein Adelsdiplom zu Reitermann / Reutermann / Reittermann mit dem Prädikat Rittersfelden?
  • Findet sich die Familie in den einschlägigen Beständen des Österreichischen Staatsarchivs, etwa AVA, HHStA, Adelsarchiv, Reichsadelsakten oder Hofkammer-/Militärbeständen?
  • Gibt es im Tiroler Landesarchiv oder im Ferdinandeum weiterführende Unterlagen zu Leopold Reitermann, Innsbruck 1706, über die bloße Pfaundler-Karteikarte hinaus?
  • Kann jemand die Urkunde GLAK 21 Nr. 2884 vom 28.09.1731 einsehen bzw. transkribieren? Besonders interessant wären Siegel, Unterschriften und die genaue Namensform.
  • Ist Karl Josef von Reuttermann Edler zu Rittersfelden identisch mit Johann Ferdinand Karl Joseph Alexius von Reitermann in Rittersfelden, oder handelt es sich um zwei nahe verwandte Personen?
  • Wie ist Ferdinandus Vitus bzw. Ferdinand Reutermann von Rittersfelden, Pfarrer/Kämmerer zu Neuenburg, genealogisch einzuordnen?
  • Kann der Hinweis auf Alexander Lambert im Hof- und Staats-Schematismus 1787 mit Seite, Scan oder vollständigem Link bestätigt werden? Besteht hier tatsächlich ein Zusammenhang zur Familie Reitermann/Reutermann?
  • Gibt es eine bekannte Blasonierung des Reitermann-Wappens bzw. einen Abgleich mit dem Tiroler Wappenhinweis von 1706?

Quellenübersicht
Vielen Dank für alle Ergänzungen, besonders zu Nobilitierung, Wappen, Siegeln und genealogischem Zusammenhang der genannten Personen!
"IN OMNIBUS ORDO"

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