Österreichische Adelsentsetzungen im Österreichischen Staatsarchiv
- USchu
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Österreichische Adelsentsetzungen im Österreichischen Staatsarchiv
2 Wochen 3 Tage her - 2 Wochen 3 Tage her
Im Archivinformationssystem des Österreichischen Staatsarchivs findet sich unter dem Stichwort „Adelsentsetzungen“ eine besonders interessante, aber wohl noch wenig beachtete Serie innerhalb der Hofadelsakten:
ÖStA/AVA Adel Hofadelsakten – Adelsentsetzungen, 1600–1918
Worum geht es?
Die Seite weist die Serie „Adelsentsetzungen“ im Bestand der Hofadelsakten des Allgemeinen Verwaltungsarchivs aus. Es handelt sich dabei nicht um einen erzählenden Artikel, sondern um ein archivisches Findmittel: angezeigt werden Signatur, Titel, Zeitraum, Archivstufe, Benützungsangaben und die Einordnung im Archivplan.
Die Serie ist Teil des Adelsarchivs und gehört zu den Hofadelsakten. Diese umfassen nicht nur Standeserhebungen und Gnadenakte, sondern auch eigene Reihen zu Adelsentsetzungen, Aussterben adeliger Familien, Stammbäumen, adeligen Orden, adeligen Stiftungen, Damenstiften, italienischen Adelsbestätigungen und allgemeinen Adelsangelegenheiten.
Archivische Einordnung
Die darunterliegenden Kartons sind alphabetisch gegliedert, etwa:
Die Bereitstellung erfolgt laut Archivangabe in Form von Einzelkonvoluten bzw. Einzelakten. Das bedeutet: Für eine konkrete Recherche ist in der Regel die Suche nach einem Familiennamen oder einer bestimmten Person sinnvoll.
Bedeutung für die Genealogie
Für die Familienforschung können solche Akten ausgesprochen wertvoll sein, weil sie nicht nur einen Namen nennen, sondern häufig einen rechtlichen oder sozialen Bruchpunkt in einer Familiengeschichte markieren. Eine Adelsentsetzung konnte Auswirkungen auf Namensführung, Standesbewusstsein, Heiratsstrategien, Besitzverhältnisse, Beamtenlaufbahnen oder die spätere Familienüberlieferung haben.
Gerade dort, wo in einer Familie plötzlich ein Adelstitel, ein Prädikat oder eine ältere Standesangabe verschwindet, kann ein Blick in diese Serie helfen, die Ursache zu klären. Interessant ist auch, dass die Akten Personen aus unterschiedlichen Kronländern der Habsburgermonarchie betreffen können und damit über die heutige österreichische Staatsgrenze hinausweisen.
Bedeutung für die Heraldik
Heraldisch ist die Serie vor allem deshalb interessant, weil eine Adelsentsetzung auch Fragen des Wappenrechts, der Führungsberechtigung und der symbolischen Repräsentation berühren kann. Nicht jeder Einzelakt enthält zwangsläufig ein Wappen oder Siegel; dennoch können solche Akten Hinweise darauf geben, ob und wie ein Wappen, ein Prädikat oder eine Standesqualität rechtlich in Frage gestellt wurde.
Für Wappenforscher ist die Serie daher weniger als Bildquelle im engeren Sinn zu verstehen, sondern vielmehr als Quelle zur rechtlichen und sozialen Geschichte eines Wappens bzw. einer adeligen Familie.
Bedeutung für Regionalgeschichte
Regionalgeschichtlich können Adelsentsetzungen Hinweise auf Konflikte zwischen lokaler Elite, staatlicher Verwaltung und zentraler Behörde liefern. Sie zeigen, dass Adel nicht nur Repräsentation und Rang bedeutete, sondern auch an rechtliche Voraussetzungen, Loyalität, Verhalten und staatliche Anerkennung gebunden war.
Besonders spannend kann dies für Orts- und Herrschaftsgeschichten sein, wenn eine betroffene Familie in einer bestimmten Region Grundbesitz, Ämter, militärische Funktionen oder gesellschaftliche Stellung innehatte.
Wichtiger Hinweis
Die Serie „Adelsentsetzungen“ ist nicht mit der allgemeinen Adelsaufhebung in der Republik Österreich 1919 zu verwechseln. Hier geht es um konkrete Einzelfälle aus der Zeit der Monarchie bzw. um Akten, die im Kontext der Hofadelsakten entstanden sind. Die republikanische Adelsaufhebung 1919 betraf hingegen die generelle Aufhebung des Adels und der damit verbundenen äußeren Ehrenvorzüge in Österreich.
Praktischer Recherche-Tipp
Wer nach einer bestimmten Familie sucht, sollte im Archivinformationssystem nicht nur nach dem heutigen Familiennamen suchen, sondern auch nach älteren Schreibweisen, Prädikaten, Varianten mit und ohne „von“, sowie nach möglichen fremdsprachigen Namensformen. Die Hofadelsakten sind zwar grundsätzlich alphabetisch geordnet, doch weist das Archiv selbst darauf hin, dass Schreibvarianten und Umlaute nicht immer streng nach heutiger Erwartung einsortiert sind.
Quelle
Österreichisches Staatsarchiv, Archivinformationssystem:
AT-OeStA/AVA Adel Hofadelsakten – Adelsentsetzungen, 1600–1918
Diskussionsfragen
ÖStA/AVA Adel Hofadelsakten – Adelsentsetzungen, 1600–1918
Worum geht es?
Die Seite weist die Serie „Adelsentsetzungen“ im Bestand der Hofadelsakten des Allgemeinen Verwaltungsarchivs aus. Es handelt sich dabei nicht um einen erzählenden Artikel, sondern um ein archivisches Findmittel: angezeigt werden Signatur, Titel, Zeitraum, Archivstufe, Benützungsangaben und die Einordnung im Archivplan.
Die Serie ist Teil des Adelsarchivs und gehört zu den Hofadelsakten. Diese umfassen nicht nur Standeserhebungen und Gnadenakte, sondern auch eigene Reihen zu Adelsentsetzungen, Aussterben adeliger Familien, Stammbäumen, adeligen Orden, adeligen Stiftungen, Damenstiften, italienischen Adelsbestätigungen und allgemeinen Adelsangelegenheiten.
Archivische Einordnung
- Archiv: Österreichisches Staatsarchiv
- Abteilung: Allgemeines Verwaltungsarchiv
- Bestandsgruppe: Adelsarchiv
- Bestand: Hofadelsakten
- Serie: Adelsentsetzungen
- Zeitraum der Serie: 1600–1918
- Zugänglichkeit: öffentlich; laut Findmittel keine besondere Bewilligung erforderlich
Die darunterliegenden Kartons sind alphabetisch gegliedert, etwa:
- 568: A–F, 1621–1916
- 569: G–K, 1621–1918
- 570: L–R, 1787–1918
- 571: S–Z, 1791–1919
Die Bereitstellung erfolgt laut Archivangabe in Form von Einzelkonvoluten bzw. Einzelakten. Das bedeutet: Für eine konkrete Recherche ist in der Regel die Suche nach einem Familiennamen oder einer bestimmten Person sinnvoll.
Bedeutung für die Genealogie
Für die Familienforschung können solche Akten ausgesprochen wertvoll sein, weil sie nicht nur einen Namen nennen, sondern häufig einen rechtlichen oder sozialen Bruchpunkt in einer Familiengeschichte markieren. Eine Adelsentsetzung konnte Auswirkungen auf Namensführung, Standesbewusstsein, Heiratsstrategien, Besitzverhältnisse, Beamtenlaufbahnen oder die spätere Familienüberlieferung haben.
Gerade dort, wo in einer Familie plötzlich ein Adelstitel, ein Prädikat oder eine ältere Standesangabe verschwindet, kann ein Blick in diese Serie helfen, die Ursache zu klären. Interessant ist auch, dass die Akten Personen aus unterschiedlichen Kronländern der Habsburgermonarchie betreffen können und damit über die heutige österreichische Staatsgrenze hinausweisen.
Bedeutung für die Heraldik
Heraldisch ist die Serie vor allem deshalb interessant, weil eine Adelsentsetzung auch Fragen des Wappenrechts, der Führungsberechtigung und der symbolischen Repräsentation berühren kann. Nicht jeder Einzelakt enthält zwangsläufig ein Wappen oder Siegel; dennoch können solche Akten Hinweise darauf geben, ob und wie ein Wappen, ein Prädikat oder eine Standesqualität rechtlich in Frage gestellt wurde.
Für Wappenforscher ist die Serie daher weniger als Bildquelle im engeren Sinn zu verstehen, sondern vielmehr als Quelle zur rechtlichen und sozialen Geschichte eines Wappens bzw. einer adeligen Familie.
Bedeutung für Regionalgeschichte
Regionalgeschichtlich können Adelsentsetzungen Hinweise auf Konflikte zwischen lokaler Elite, staatlicher Verwaltung und zentraler Behörde liefern. Sie zeigen, dass Adel nicht nur Repräsentation und Rang bedeutete, sondern auch an rechtliche Voraussetzungen, Loyalität, Verhalten und staatliche Anerkennung gebunden war.
Besonders spannend kann dies für Orts- und Herrschaftsgeschichten sein, wenn eine betroffene Familie in einer bestimmten Region Grundbesitz, Ämter, militärische Funktionen oder gesellschaftliche Stellung innehatte.
Wichtiger Hinweis
Die Serie „Adelsentsetzungen“ ist nicht mit der allgemeinen Adelsaufhebung in der Republik Österreich 1919 zu verwechseln. Hier geht es um konkrete Einzelfälle aus der Zeit der Monarchie bzw. um Akten, die im Kontext der Hofadelsakten entstanden sind. Die republikanische Adelsaufhebung 1919 betraf hingegen die generelle Aufhebung des Adels und der damit verbundenen äußeren Ehrenvorzüge in Österreich.
Praktischer Recherche-Tipp
Wer nach einer bestimmten Familie sucht, sollte im Archivinformationssystem nicht nur nach dem heutigen Familiennamen suchen, sondern auch nach älteren Schreibweisen, Prädikaten, Varianten mit und ohne „von“, sowie nach möglichen fremdsprachigen Namensformen. Die Hofadelsakten sind zwar grundsätzlich alphabetisch geordnet, doch weist das Archiv selbst darauf hin, dass Schreibvarianten und Umlaute nicht immer streng nach heutiger Erwartung einsortiert sind.
Quelle
Österreichisches Staatsarchiv, Archivinformationssystem:
AT-OeStA/AVA Adel Hofadelsakten – Adelsentsetzungen, 1600–1918
Diskussionsfragen
- Hat jemand bereits mit Akten aus der Serie „Adelsentsetzungen“ gearbeitet?
- Sind Fälle bekannt, in denen eine Adelsentsetzung in späteren Familiengeschichten verschwiegen oder umgedeutet wurde?
"IN OMNIBUS ORDO"
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Re: Österreichische Adelsentsetzungen im Österreichischen Staatsarchiv
2 Wochen 2 Tage her
Ja, ich habe bereits mit Akten aus der Serie „Adelsentsetzungen“ gearbeitet und ja, es sind Fälle bekannt in denen eine Adelsentsetzung in späteren Familiengeschichten verschwiegen oder umgedeutet wurde.
Aber interessierts wen?!
Aber interessierts wen?!
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Re: Österreichische Adelsentsetzungen im Österreichischen Staatsarchiv
2 Wochen 1 Tag her - 2 Wochen 1 Tag her
Dr. Claus Heinrich Bill (Institut Deutsche Adelsforschung) hat 2018 über das Thema "Strafrechtlicher Adelsentzug in den deutschen Ländern des langen 19. Jahrhunderts" dissertiert. Der Anlagenband enthält u.a. auf den S. 737 bis 1012 insgesamt 1304 österreichische Adelsentsetzungen aus der Zeit von 1787-1918 samt detaillierten Schilderungen.
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- Ludwig
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Re: Österreichische Adelsentsetzungen im Österreichischen Staatsarchiv
2 Wochen 1 Tag her
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