Frank’s Adelslexikon 1928 – offene Fragen und Berichtigungen
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Frank’s Adelslexikon 1928 – offene Fragen und Berichtigungen
2 Wochen 6 Tage her
Frank’s Adelslexikon 1928 – offene Fragen, Berichtigungen und Verwandtschaften bei mehreren österreichischen Nobilitierungen
Bei der Durchsicht von Frank’s Alt-Österreichischem Adelslexikon beziehungsweise der einschlägigen Standeserhebungen fallen immer wieder Fälle auf, bei denen mehrere gleichnamige oder sehr ähnlich benannte Personen in unterschiedlichen Jahren nobilitiert wurden. Gerade bei seltenen Familiennamen liegt der Verdacht nahe, dass es sich nicht bloß um Namensgleichheit, sondern um nahe Verwandtschaft handelt – häufig Brüder, mitunter auch Vater/Sohn, Oheim/Neffe oder Schwiegersohn-Übertragungen.
Zugleich zeigen sich bei Frank gelegentlich Schreibfehler, Auslassungen oder uneinheitliche Namensformen. Nachstehend daher ein Zwischenstand mit bereits geklärten Punkten, wahrscheinlichen Korrekturen und noch offenen Fragen.
1. Balzár / Balzar – Hugo und Johann bzw. Hans
Ausgangspunkt war die Frage, ob die im Sommer 1917 geadelten Offiziere Hugo Balzár und Johann beziehungsweise Hans Balzar Brüder waren.
Nach den im Forum mitgeteilten Angaben ist dies zu bejahen:
Als weiterführende Quelle wurde genannt:
Arno Kerschbaumer: Beamte, Unternehmer, Offiziere. Familien der „Zweiten Gesellschaft“ aus Innerösterreich, Graz 2018; die zweite erweiterte Auflage erschien 2022. Der Band ist als Nachfolgewerk zu älteren genealogischen Taschenbüchern österreichischer adeliger Häuser konzipiert und enthält zahlreiche Familienartikel der sogenannten Zweiten Gesellschaft.
2. Schutzbier / Schützbier – Adolf und Viktor
Frank nennt auf Seite 283 zwei Nobilitierungen „Edle von Schutzbier“ im Juni 1917: Adolf und Viktor Schutzbier. Die Frage lautete, ob auch diese beiden Brüder waren.
Nach den Forumangaben:
Interessant ist die Namensform. Das italienische Libro d’Oro von 1932 soll Viktor unter „Schützbier“ führen, während spätere Libri wieder „Schutzbier“ nennen. Auch die k. u. k. Ranglisten des 20. Jahrhunderts führten den Namen offenbar bereits vor der Nobilitierung als Schutzbier. Die Form „Schützbier“ könnte daher gut aus einer Lesung des kleinen „u“ in deutscher Kurrentschrift mit Überstrich entstanden sein.
Das den Brüdern verliehene Wappen wurde im Forum nach einer Zeichnung des Forenmitgliedes Giraldus beschrieben:
3. Beckerhinn – Joseph und Ferdinand
Frank nennt auf Seite 18 die 1891 und 1902 geadelten Offiziere Joseph und Ferdinand Beckerhinn. Auch hier lag wegen der Seltenheit des Namens eine Verwandtschaft nahe.
Nach den im Forum mitgeteilten Daten:
Bemerkenswert ist auch der Hinweis, dass 1914 ein Hauptmann Wilhelm von Beckerhinn im k. u. k. Militärschematismus aufscheint, was auf Nachkommen des 1902 geadelten Ferdinand schließen lassen könnte.
4. Hahne von Waffentreu – nicht „Wachtentreu“
Bei Frank erscheint auf Seite 105 im Altösterreichischen Adelslexikon der Ritterstand des Feldmarschalleutnants Hahne mit dem Prädikat „von Wachtentreu“ am 1. Mai 1849. Andere Quellen nennen jedoch „von Waffentreu“.Hier spricht sehr viel für einen Schreib- oder Lesefehler bei Frank. Das Österreichische Staatsarchiv führt Heinrich Hahne, Landwehrhauptmann, ausdrücklich mit dem Adelsstand „von Waffentreu“ vom 29. September 1815. Im selben Archivzusammenhang erscheint auch Johann Hahne von Waffentreu.
Das Biographische Lexikon des Kaiserthums Oesterreich führt Johann Ritter Hahne von Waffentreu, Feldmarschallleutnant, geboren in Tábor, gestorben Prag 11. November 1854, als Sohn eines Hauptmanns, der infolge 30-jähriger treuer Dienste 1815 den Adel erhalten hatte.
Auch Schmidt-Brentanos Verzeichnis der k. k. bzw. k. u. k. Generalität nennt Hahne von Waffentreu, Johann Ritter, geboren 17. August 1785, gestorben 11. November 1854, Generalmajor 16. Mai 1849 und Feldmarschalleutnant 15. September 1853.Damit dürfte die richtige Namensform Hahne von Waffentreu lauten. Die offene Detailfrage betrifft eher das genaue Datum und die Stufe der späteren Standeserhöhung Johann Hahnes, da hier Frank, Archivsignatur und militärische Karriere noch sorgfältig am Originalakt abgeglichen werden sollten.
Quelle/Link aus dem Forum: coresno.com/suchen.h...l&limit=50
5.Buchsbaum von Elsberg – nicht Buschbaum?
Frank nennt auf Seite 39 einen am 16. Oktober 1918 mit „von Elsberg“ geadelten Oberst Adolf Buschbaum. Unter dieser Schreibweise war er offenbar weder mit noch ohne Prädikat leicht zu finden.
Hier bringt das Österreichische Staatsarchiv eine sehr klare Korrektur: Der Akt lautet auf Buchsbaum, Adolf, Oberst im Schützenregiment Nr. 13, systemmäßiger Adelsstand „Edler von Elsberg“, 16. Oktober 1918.
Damit ist sehr wahrscheinlich nicht „Buschbaum“, sondern Buchsbaum die richtige Schreibweise. Weitere Suche sollte daher unter Adolf Buchsbaum Edler von Elsberg beziehungsweise ohne Prädikat im Umfeld des Schützenregiments Nr. 13 erfolgen.
Als Literaturhinweis wurde für solche Fälle besonders genannt:Arno Kerschbaumer: Nobilitierungen unter der Regentschaft Kaiser Karl I. / IV. Károly király (1916–1921), Graz 2016.
Zusätzlich wurde auf die Coresno-Literaturseite verwiesen: www.coresno.com/lite...arke1.html
6. Pulz – Johann und Ludwig
Frank nennt 1867 eine Nobilitierung für den Oberstleutnant Johann Pulz und im selben Jahr den Freiherrenstand für den Generalmajor Ludwig Pulz.Offen bleibt:
7. Neupauer – mehrere Standeserhöhungen und offene Linienfrage
Besonders verwickelt ist der Fall Neupauer. Bei Frank erscheinen Eduard und Josef Edle von Neupauer sowie mehrere spätere Erhebungen:
Offen bleibt daher:
8. Kohen – Ignaz, Heinrich, Arthur und Richard
Bei Frank finden sich auf Seite 150 im Altösterreichischen zwei Ritterstände für die Konsuln Ignaz Kohen und Heinrich Kohen sowie später das Prädikat Hohenland für Arthur Ritter von Kohen.
Nach den Forumangaben:
9. Bülow 1903, mosaische Familien, Dormitzer, Oppenheim, Hirschel, Friedland
Im Zusammenhang mit Heinrich von Bülows Geschichte des Adels von 1903 wurde eine Liste geadelter jüdischer oder konvertierter Familien verglichen. Das Buch erschien 1903 bei Süsserott und umfasst 104 Seiten.
Bei solchen Listen ist große Vorsicht geboten. Im Forum wurde zu Recht darauf hingewiesen, dass zeitgenössische und spätere Zusammenstellungen zum sogenannten „mosaischen Adel“ häufig ungenau abschrieben, Namensformen verwechselten oder Standeserhöhungen falsch zuordneten. Als moderne Vergleichsliteratur wurden besonders Kai Drewes und Jan Županič empfohlen.
Einige Einzelfälle aus der Diskussion:
Theodor Schön: Geadelte jüdische Familien, Verlag des „Kyffhäuser“, 1891, 112 Seiten. Die bibliographischen Angaben sind online nachweisbar.
10. Schiff Edler von Suvero
Frank nennt bei Paul von Schiff-Suvero zwar den 7. Juni 1911, lässt aber offenbar das Prädikat aus. Nach der Diskussion wurde Schiff das Ehrenwort und Prädikat „Edler von Suvero“ mit Wappen durch Diplom vom 21. Juli 1911 verliehen; die Ah. Entschließung soll bereits am 7. Juni 1911 erfolgt sein.
Das Österreichische Staatsarchiv bestätigt den Akt: Schiff, Paul, Großindustrieller, Adelsstand, „Edler von Suvero“, Verleihungsdatum 21. Juli 1911, Ausstellungsort Wien; Wappen auf fol. 13.
Damit ist das fehlende Prädikat bei Frank als Auslassung zu bewerten. Offen bleibt nur der genaue Abgleich zwischen Ah. Entschließung vom 7. Juni 1911 und Diplomdatum 21. Juli 1911.
11. Swoboda – mehrere Prädikate, vermutlich nicht verwandt
Frank nennt auf Seite 307 mehrere Nobilitierungen Swoboda mit verschiedenen Prädikaten, darunter:
Ein interessantes heraldisches Indiz bleibt:
12. Namensvereinigungen bei Frank – warum aufgenommen?
Die Frage, warum bei Frank auch Namensvereinigungen erscheinen, lässt sich recht gut erklären. Sobald ein Adeliger betroffen war, bedurften Namensänderungen oder Namensvereinigungen regelmäßig der Genehmigung des Souveräns, also einer Ah. Entschließung.
Im Forum wurde dies am Beispiel Leopold Ritter von Sacher erklärt. Das bei Frank genannte Datum 23. November 1838 könnte entweder ungenau sein oder sich auf ein Hofkanzlei-Dekret beziehungsweise eine Bestätigungsurkunde beziehen; die Ah. Entschließung soll vom 18. November 1838 datieren.Damit sind solche Einträge bei Frank nicht zufällig, sondern hängen mit der adelsrechtlichen Relevanz des Namens zusammen.
13. Loebl, Hillmayer, Winiwarter
Mehrere Fälle betreffen mögliche Auslassungen oder zweifelhafte Angaben bei Frank.
Hermann Ritter von Loebl
Bei Frank fehlt nach Forumangaben der Freiherrenstand für:Hermann Ritter von Loebl, 1. Oktober 1893, Diplom 16. Dezember 1893.
Forum-Link: adelslexikon.com/?adel=16196
Dieser Punkt wäre am besten über den Hofadelsakt beziehungsweise die Wiener Zeitung zu prüfen.
Wenzel von Hillmayer
Der angebliche Freiherrenstand des Ritters Wenzel von Hillmayer vom 15. Mai 1839 fehlt bei Frank offenbar zu Recht oder zumindest verdächtig. Die Gotha-Redaktion führte die Familie nur bis 1859 und ließ sie danach kommentarlos weg. Auch das GHdA-Adelslexikon soll nur den Ritterstand von 1763 nennen; der freiherrliche Gotha 1854–1859 wird lediglich als genealogische Literaturquelle angeführt.
Daher sollte der angebliche Freiherrenstand nicht ohne Diplom- oder Amtsquellennachweis übernommen werden.
Winiwarter
Frank nennt auf Seite 347 den Adelsstand für den Wiener Professor Winiwarter vom 5. August 1846 mit „Edler von“. Nach Janssens/Duerloo, Armorial de la Noblesse Belge 1992, soll im Folgejahr, am 30. Dezember 1847, noch ein österreichischer Ritterstand erfolgt sein. Joseph Ritter von Winiwarters Enkel Alexander, Professor in Lüttich, wurde am 31. Dezember 1906 belgischer Chevalier.I<
m Forum wurde jedoch zu Recht gewarnt: In der zeitlich passenden Wiener Zeitung sei keine klare Veröffentlichung des Ritterstandes gefunden worden. Am 30. Dezember 1847 wurde Winiwarter vielmehr auf eigenes Ansuchen vom Lehramt enthoben und zum Studien-Vizedirektor ernannt. Er starb kurz darauf am 18. Jänner 1848. Ein Nekrolog nennt ihn allerdings „Ritter von Winiwarter“. Moderne Sekundärliteratur verweist auf einen Nekrolog „Joseph Ritter von Winiwarter“ in der Wiener Zeitung vom 25. Jänner 1848.
Offen bleibt daher:
Gab es tatsächlich ein Ritterstandsdiplom oder nur eine zeitgenössische Titulatur im Nekrolog?
14. Trojan von Bylanfeld und Trojan von Bylanow
Frank nennt auf Seite 320 zwei österreichische Ritterstandserwerber:
Das Österreichische Staatsarchiv bestätigt beide Akten:
Das Architektenlexikon Wien nennt Emanuel Trojan Ritter von Bylanow, geboren Prag 17. Jänner 1820, gestorben Wien 8. Oktober 1893, Oberbaurat, Architekt und Ingenieur, verheiratet mit Magdalena Hauschka; 1879 erhielt er den Orden der Eisernen Krone III. Klasse und wurde mit dem Prädikat „von Bylanow“ in den Ritterstand erhoben.
Damit ist die zeitliche und geographische Nähe sehr auffällig: beide in Prag geboren, beide im Staatsdienst, beide Eiserner-Kronen-Orden III. Klasse, beide mit sehr ähnlichem Prädikat. Eine Verwandtschaft ist naheliegend, aber noch nicht bewiesen. Entscheidend wären die Taufeinträge und Elternangaben beider Personen.
Vorläufiges Fazit
Mehrere ursprünglich nur vermutete Verwandtschaften konnten im Diskussionsverlauf plausibel oder sicher geklärt werden:
Sinnvolle Folgefragen an das Forum
Bei der Durchsicht von Frank’s Alt-Österreichischem Adelslexikon beziehungsweise der einschlägigen Standeserhebungen fallen immer wieder Fälle auf, bei denen mehrere gleichnamige oder sehr ähnlich benannte Personen in unterschiedlichen Jahren nobilitiert wurden. Gerade bei seltenen Familiennamen liegt der Verdacht nahe, dass es sich nicht bloß um Namensgleichheit, sondern um nahe Verwandtschaft handelt – häufig Brüder, mitunter auch Vater/Sohn, Oheim/Neffe oder Schwiegersohn-Übertragungen.
Zugleich zeigen sich bei Frank gelegentlich Schreibfehler, Auslassungen oder uneinheitliche Namensformen. Nachstehend daher ein Zwischenstand mit bereits geklärten Punkten, wahrscheinlichen Korrekturen und noch offenen Fragen.
1. Balzár / Balzar – Hugo und Johann bzw. Hans
Ausgangspunkt war die Frage, ob die im Sommer 1917 geadelten Offiziere Hugo Balzár und Johann beziehungsweise Hans Balzar Brüder waren.
Nach den im Forum mitgeteilten Angaben ist dies zu bejahen:
- Hugo Balzar, zuletzt k. u. k. Oberst, erhielt den Adelsstand mit „Edler von“ durch Ah. Entschließung vom 19. Juni 1917, Diplom vom 8. August 1917.
- Hans/Johann Balzar, zuletzt k. u. k. Generalmajor, erhielt den Adelsstand mit „Edler von“ durch Ah. Entschließung vom 25. August 1917, Diplom vom 5. November 1917.
- Beide Brüder wurden in Laibach/Krain geboren.
- Beide erhielten dasselbe Wappen.
- Als weiterer Bruder wird Konteradmiral Otto Balzar genannt, der zwar nicht geadelt wurde, aber ebenfalls einen hohen Rang in der k. u. k. Kriegsmarine erreichte.
Als weiterführende Quelle wurde genannt:
Arno Kerschbaumer: Beamte, Unternehmer, Offiziere. Familien der „Zweiten Gesellschaft“ aus Innerösterreich, Graz 2018; die zweite erweiterte Auflage erschien 2022. Der Band ist als Nachfolgewerk zu älteren genealogischen Taschenbüchern österreichischer adeliger Häuser konzipiert und enthält zahlreiche Familienartikel der sogenannten Zweiten Gesellschaft.
2. Schutzbier / Schützbier – Adolf und Viktor
Frank nennt auf Seite 283 zwei Nobilitierungen „Edle von Schutzbier“ im Juni 1917: Adolf und Viktor Schutzbier. Die Frage lautete, ob auch diese beiden Brüder waren.
Nach den Forumangaben:
- Adolf Schutzbier, zuletzt k. u. k. Oberst, Adelsstand mit „Edler von“ durch Ah. Entschließung vom 12. Juni 1917, Diplom vom 10. Juli 1917.
- Viktor Schutzbier, zuletzt k. u. k. Oberst, Adelsstand mit „Edler von“ durch Ah. Entschließung vom 19. Juni 1917, Diplom vom 5. September 1917.
- Beide wurden in Steinbrück/Untersteiermark, heute Zidani Most in Slowenien, geboren.
- Beide waren Brüder und erhielten dasselbe Wappen.
Interessant ist die Namensform. Das italienische Libro d’Oro von 1932 soll Viktor unter „Schützbier“ führen, während spätere Libri wieder „Schutzbier“ nennen. Auch die k. u. k. Ranglisten des 20. Jahrhunderts führten den Namen offenbar bereits vor der Nobilitierung als Schutzbier. Die Form „Schützbier“ könnte daher gut aus einer Lesung des kleinen „u“ in deutscher Kurrentschrift mit Überstrich entstanden sein.
Das den Brüdern verliehene Wappen wurde im Forum nach einer Zeichnung des Forenmitgliedes Giraldus beschrieben:
Die Tingierung Grün-Silber wurde bereits im Forum plausibel mit dem steirischen Bezug der Familie in Verbindung gebracht.In Grün ein aufgerichteter silberner und rot bezungter Löwe, dessen Körper von einem goldenen und befiederten Pfeile schräglinks durchbohrt ist. Der Löwe hält in der rechten Vordepranke ein schwarzes Antoniuskreuz. Auf dem gekrönten Turnierhelm mit grün-silbernen Decken zwischen zwei grünen Straußfedern eine silberne, hinter welcher ein goldener und rot befiederter Pfeil quer durchgesteckt ist.
3. Beckerhinn – Joseph und Ferdinand
Frank nennt auf Seite 18 die 1891 und 1902 geadelten Offiziere Joseph und Ferdinand Beckerhinn. Auch hier lag wegen der Seltenheit des Namens eine Verwandtschaft nahe.
Nach den im Forum mitgeteilten Daten:
- Ferdinand Beckerhinn, geboren Pressburg 22. November 1839, zuletzt k. u. k. Oberst i. R., systemmäßiger Adelsstand mit Diplom Wien vom 21. April 1902.
- Joseph Beckerhinn, geboren Pressburg 10. Februar 1843, zuletzt k. u. k. titulärer Oberstleutnant i. R., systemmäßiger Adelsstand mit Diplom Wien vom 3. September 1891.
- Beide waren Söhne des k. k. Feuerwerkers Josef Beckerhinn und der Theresia Sootor.
Bemerkenswert ist auch der Hinweis, dass 1914 ein Hauptmann Wilhelm von Beckerhinn im k. u. k. Militärschematismus aufscheint, was auf Nachkommen des 1902 geadelten Ferdinand schließen lassen könnte.
4. Hahne von Waffentreu – nicht „Wachtentreu“
Bei Frank erscheint auf Seite 105 im Altösterreichischen Adelslexikon der Ritterstand des Feldmarschalleutnants Hahne mit dem Prädikat „von Wachtentreu“ am 1. Mai 1849. Andere Quellen nennen jedoch „von Waffentreu“.Hier spricht sehr viel für einen Schreib- oder Lesefehler bei Frank. Das Österreichische Staatsarchiv führt Heinrich Hahne, Landwehrhauptmann, ausdrücklich mit dem Adelsstand „von Waffentreu“ vom 29. September 1815. Im selben Archivzusammenhang erscheint auch Johann Hahne von Waffentreu.
Das Biographische Lexikon des Kaiserthums Oesterreich führt Johann Ritter Hahne von Waffentreu, Feldmarschallleutnant, geboren in Tábor, gestorben Prag 11. November 1854, als Sohn eines Hauptmanns, der infolge 30-jähriger treuer Dienste 1815 den Adel erhalten hatte.
Auch Schmidt-Brentanos Verzeichnis der k. k. bzw. k. u. k. Generalität nennt Hahne von Waffentreu, Johann Ritter, geboren 17. August 1785, gestorben 11. November 1854, Generalmajor 16. Mai 1849 und Feldmarschalleutnant 15. September 1853.Damit dürfte die richtige Namensform Hahne von Waffentreu lauten. Die offene Detailfrage betrifft eher das genaue Datum und die Stufe der späteren Standeserhöhung Johann Hahnes, da hier Frank, Archivsignatur und militärische Karriere noch sorgfältig am Originalakt abgeglichen werden sollten.
Quelle/Link aus dem Forum: coresno.com/suchen.h...l&limit=50
5.Buchsbaum von Elsberg – nicht Buschbaum?
Frank nennt auf Seite 39 einen am 16. Oktober 1918 mit „von Elsberg“ geadelten Oberst Adolf Buschbaum. Unter dieser Schreibweise war er offenbar weder mit noch ohne Prädikat leicht zu finden.
Hier bringt das Österreichische Staatsarchiv eine sehr klare Korrektur: Der Akt lautet auf Buchsbaum, Adolf, Oberst im Schützenregiment Nr. 13, systemmäßiger Adelsstand „Edler von Elsberg“, 16. Oktober 1918.
Damit ist sehr wahrscheinlich nicht „Buschbaum“, sondern Buchsbaum die richtige Schreibweise. Weitere Suche sollte daher unter Adolf Buchsbaum Edler von Elsberg beziehungsweise ohne Prädikat im Umfeld des Schützenregiments Nr. 13 erfolgen.
Als Literaturhinweis wurde für solche Fälle besonders genannt:Arno Kerschbaumer: Nobilitierungen unter der Regentschaft Kaiser Karl I. / IV. Károly király (1916–1921), Graz 2016.
Zusätzlich wurde auf die Coresno-Literaturseite verwiesen: www.coresno.com/lite...arke1.html
6. Pulz – Johann und Ludwig
Frank nennt 1867 eine Nobilitierung für den Oberstleutnant Johann Pulz und im selben Jahr den Freiherrenstand für den Generalmajor Ludwig Pulz.Offen bleibt:
- Waren Johann Pulz und Ludwig Pulz verwandt?
- Handelte es sich um Brüder, Vater/Sohn oder eine andere Linie?
- Ist der im Freiherrlichen Gotha 1882 unter „Andere Todesfälle“ genannte Feldmarschalleutnant und kommandierende General in Agram identisch mit Ludwig Pulz?
7. Neupauer – mehrere Standeserhöhungen und offene Linienfrage
Besonders verwickelt ist der Fall Neupauer. Bei Frank erscheinen Eduard und Josef Edle von Neupauer sowie mehrere spätere Erhebungen:
- Ritterstand 1857,
- Freiherrenstand 1879,
- Freiherrenstand 1883,
- 1907 Namenvereinigung Alexander mit Fürnberg.
Offen bleibt daher:
- Gehören die späteren Neupauer-Erhebungen zu einer einzigen Familie?
- Besteht ein Zusammenhang zur 1792 geadelten niederösterreichischen Familie?
- Ist die Namenvereinigung mit Fürnberg 1907 genealogisch oder besitzrechtlich motiviert?
8. Kohen – Ignaz, Heinrich, Arthur und Richard
Bei Frank finden sich auf Seite 150 im Altösterreichischen zwei Ritterstände für die Konsuln Ignaz Kohen und Heinrich Kohen sowie später das Prädikat Hohenland für Arthur Ritter von Kohen.
Nach den Forumangaben:
- Ignaz Kohen, k. u. k. Konsul, erhielt den österreichischen Ritterstand mit Diplom Wien vom 24. September 1877 als Ritter des Ordens der Eisernen Krone III. Klasse.
- Heinrich Kohen, k. u. k. Generalkonsul, erhielt den österreichischen Ritterstand mit „von Tengervár“ und Diplom Wien vom 12. Oktober 1881, ebenfalls als Ritter des Ordens der Eisernen Krone III. Klasse.
- Arthur Ritter von Kohen, k. u. k. Generalkonsul in Malta, erhielt das Prädikat „von Hohenland“ durch Plakat des Ministeriums des Innern vom 26. September 1892.
- Arthur soll ein Sohn von Ignaz gewesen sein.
- Als Bruder Arthurs wird Richard Kohen genannt, vermutlich identisch mit Richard von Kohen, der es bis zum k. u. k. Vizeadmiral brachte.
- Heinrich war möglicherweise Bruder oder Vetter des Ignaz; dies ist noch urkundlich zu prüfen.
- Kohen, Ritter von,
- Kohen Ritter von Tengervár,
- Kohen Ritter von Hohenland.
9. Bülow 1903, mosaische Familien, Dormitzer, Oppenheim, Hirschel, Friedland
Im Zusammenhang mit Heinrich von Bülows Geschichte des Adels von 1903 wurde eine Liste geadelter jüdischer oder konvertierter Familien verglichen. Das Buch erschien 1903 bei Süsserott und umfasst 104 Seiten.
Bei solchen Listen ist große Vorsicht geboten. Im Forum wurde zu Recht darauf hingewiesen, dass zeitgenössische und spätere Zusammenstellungen zum sogenannten „mosaischen Adel“ häufig ungenau abschrieben, Namensformen verwechselten oder Standeserhöhungen falsch zuordneten. Als moderne Vergleichsliteratur wurden besonders Kai Drewes und Jan Županič empfohlen.
Einige Einzelfälle aus der Diskussion:
- Dormitzer / Dormizer: Ein Ritterstand Maximilians Dormitzer 1881 ist zweifelhaft. Wahrscheinlich führte ein Ordenstitel beziehungsweise die Möglichkeit einer Ordensnobilitierung zu einer irrtümlichen oder höflichen Titulatur in Druckwerken. Der einfache Adel soll nur seinem Bruder Jakob 1875 verliehen worden sein.
- Oppenheim 1888: Wahrscheinlich handelt es sich um einen Zahlendreher. Die österreichische Baronie des Bankiers Simon Oppenheim wird im Forum mit 1868 erklärt.
- Morpurgo 1876: Auch hier könnte in Bülows Liste ein Zahlendreher oder eine falsche Stufe vorliegen, da der Freiherrenstand von 1867 gemeint sein dürfte.
- Hirschel / Hirschl / Hierschel / Hirschel-Minerbi: Österreichisch ist die Ritterstands- und Namensübertragung von Kaliman Ritter von Minerbi auf Leo Hirschel 1857 zu beachten. Der sachsen-meiningische Freiherrenstand für Leo Ritter von Hirschel-Minerbi vom 5. März 1877 wurde im Forum nach Drewes genannt.
- Friedland / Friedland-Freeman: Österreichisch gesichert ist Ferdinand Friedland, Ritterstand 1865. Ein sachsen-meiningischer Freiherrenstand oder eine Namensvereinigung wäre noch gesondert zu prüfen.
Theodor Schön: Geadelte jüdische Familien, Verlag des „Kyffhäuser“, 1891, 112 Seiten. Die bibliographischen Angaben sind online nachweisbar.
10. Schiff Edler von Suvero
Frank nennt bei Paul von Schiff-Suvero zwar den 7. Juni 1911, lässt aber offenbar das Prädikat aus. Nach der Diskussion wurde Schiff das Ehrenwort und Prädikat „Edler von Suvero“ mit Wappen durch Diplom vom 21. Juli 1911 verliehen; die Ah. Entschließung soll bereits am 7. Juni 1911 erfolgt sein.
Das Österreichische Staatsarchiv bestätigt den Akt: Schiff, Paul, Großindustrieller, Adelsstand, „Edler von Suvero“, Verleihungsdatum 21. Juli 1911, Ausstellungsort Wien; Wappen auf fol. 13.
Damit ist das fehlende Prädikat bei Frank als Auslassung zu bewerten. Offen bleibt nur der genaue Abgleich zwischen Ah. Entschließung vom 7. Juni 1911 und Diplomdatum 21. Juli 1911.
11. Swoboda – mehrere Prädikate, vermutlich nicht verwandt
Frank nennt auf Seite 307 mehrere Nobilitierungen Swoboda mit verschiedenen Prädikaten, darunter:
- Freyenschwert,
- Fernow,
- Birkenstamm,
- Gustenau,
- Freyborn,
- Ritterstand 1868,
- Edle von 1908.
Ein interessantes heraldisches Indiz bleibt:
- Swoboda von Birkenstamm und die Edlen von 1908 zeigen beide einen mit drei Sternen belegten Balken,
- bei Freyborn erscheint eine abgewandelte Form zwischen Rot und Blau.
12. Namensvereinigungen bei Frank – warum aufgenommen?
Die Frage, warum bei Frank auch Namensvereinigungen erscheinen, lässt sich recht gut erklären. Sobald ein Adeliger betroffen war, bedurften Namensänderungen oder Namensvereinigungen regelmäßig der Genehmigung des Souveräns, also einer Ah. Entschließung.
Im Forum wurde dies am Beispiel Leopold Ritter von Sacher erklärt. Das bei Frank genannte Datum 23. November 1838 könnte entweder ungenau sein oder sich auf ein Hofkanzlei-Dekret beziehungsweise eine Bestätigungsurkunde beziehen; die Ah. Entschließung soll vom 18. November 1838 datieren.Damit sind solche Einträge bei Frank nicht zufällig, sondern hängen mit der adelsrechtlichen Relevanz des Namens zusammen.
13. Loebl, Hillmayer, Winiwarter
Mehrere Fälle betreffen mögliche Auslassungen oder zweifelhafte Angaben bei Frank.
Hermann Ritter von Loebl
Bei Frank fehlt nach Forumangaben der Freiherrenstand für:Hermann Ritter von Loebl, 1. Oktober 1893, Diplom 16. Dezember 1893.
Forum-Link: adelslexikon.com/?adel=16196
Dieser Punkt wäre am besten über den Hofadelsakt beziehungsweise die Wiener Zeitung zu prüfen.
Wenzel von Hillmayer
Der angebliche Freiherrenstand des Ritters Wenzel von Hillmayer vom 15. Mai 1839 fehlt bei Frank offenbar zu Recht oder zumindest verdächtig. Die Gotha-Redaktion führte die Familie nur bis 1859 und ließ sie danach kommentarlos weg. Auch das GHdA-Adelslexikon soll nur den Ritterstand von 1763 nennen; der freiherrliche Gotha 1854–1859 wird lediglich als genealogische Literaturquelle angeführt.
Daher sollte der angebliche Freiherrenstand nicht ohne Diplom- oder Amtsquellennachweis übernommen werden.
Winiwarter
Frank nennt auf Seite 347 den Adelsstand für den Wiener Professor Winiwarter vom 5. August 1846 mit „Edler von“. Nach Janssens/Duerloo, Armorial de la Noblesse Belge 1992, soll im Folgejahr, am 30. Dezember 1847, noch ein österreichischer Ritterstand erfolgt sein. Joseph Ritter von Winiwarters Enkel Alexander, Professor in Lüttich, wurde am 31. Dezember 1906 belgischer Chevalier.I<
m Forum wurde jedoch zu Recht gewarnt: In der zeitlich passenden Wiener Zeitung sei keine klare Veröffentlichung des Ritterstandes gefunden worden. Am 30. Dezember 1847 wurde Winiwarter vielmehr auf eigenes Ansuchen vom Lehramt enthoben und zum Studien-Vizedirektor ernannt. Er starb kurz darauf am 18. Jänner 1848. Ein Nekrolog nennt ihn allerdings „Ritter von Winiwarter“. Moderne Sekundärliteratur verweist auf einen Nekrolog „Joseph Ritter von Winiwarter“ in der Wiener Zeitung vom 25. Jänner 1848.
Offen bleibt daher:
Gab es tatsächlich ein Ritterstandsdiplom oder nur eine zeitgenössische Titulatur im Nekrolog?
14. Trojan von Bylanfeld und Trojan von Bylanow
Frank nennt auf Seite 320 zwei österreichische Ritterstandserwerber:
- Franz Trojan von Bylanfeld, 1875,
- Emanuel Trojan von Bylanow, 1879.
Das Österreichische Staatsarchiv bestätigt beide Akten:
- Emanuel Trojan, k. k. Oberbaurat, Orden der Eisernen Krone III. Klasse, Ritterstand „von Bylanow“, 24. April 1879.
- Franz Trojan, k. k. Statthaltereirat und Bezirkshauptmann, Orden der Eisernen Krone III. Klasse, Ritterstand „von Bylanfeld“, 20. Februar 1875.
Das Architektenlexikon Wien nennt Emanuel Trojan Ritter von Bylanow, geboren Prag 17. Jänner 1820, gestorben Wien 8. Oktober 1893, Oberbaurat, Architekt und Ingenieur, verheiratet mit Magdalena Hauschka; 1879 erhielt er den Orden der Eisernen Krone III. Klasse und wurde mit dem Prädikat „von Bylanow“ in den Ritterstand erhoben.
Damit ist die zeitliche und geographische Nähe sehr auffällig: beide in Prag geboren, beide im Staatsdienst, beide Eiserner-Kronen-Orden III. Klasse, beide mit sehr ähnlichem Prädikat. Eine Verwandtschaft ist naheliegend, aber noch nicht bewiesen. Entscheidend wären die Taufeinträge und Elternangaben beider Personen.
Vorläufiges Fazit
Mehrere ursprünglich nur vermutete Verwandtschaften konnten im Diskussionsverlauf plausibel oder sicher geklärt werden:
- Balzar: Hugo und Hans/Johann waren Brüder; zusätzlich Bruder Otto Balzar, Konteradmiral.
- Schutzbier: Adolf und Viktor waren Brüder; Schreibweise „Schutzbier“ ist gegenüber „Schützbier“ vorzuziehen.
- Beckerhinn: Joseph und Ferdinand waren Brüder, Söhne des k. k. Feuerwerkers Josef Beckerhinn und der Theresia Sootor.
- Hahne: „Wachtentreu“ bei Frank ist sehr wahrscheinlich ein Fehler; korrekt ist Waffentreu.
- Buchsbaum: Frank beziehungsweise die Suche unter „Buschbaum“ führt in die Irre; der archivalisch belegte Name lautet Buchsbaum Edler von Elsberg.
- Schiff: Das bei Frank fehlende Prädikat ist Edler von Suvero.
- Trojan: Bylanfeld und Bylanow sind beide archivalisch belegt, die Verwandtschaft bleibt aber offen.
Sinnvolle Folgefragen an das Forum
- Hat jemand Einsicht in die Hofadelsakten zu Johann Pulz und Ludwig Pulz und kann deren Verwandtschaft klären?
- Gibt es zu den verschiedenen Neupauer-Erhebungen eine Stammreihe, die Eduard, Josef, Alexander und die Namenvereinigung mit Fürnberg verbindet oder trennt?
- Kann jemand das Wappen Beckerhinn 1902 aus dem Diplom oder einer späteren Quelle beisteuern?
- Ist Wilhelm von Beckerhinn, Hauptmann im Militärschematismus 1914, ein Sohn des 1902 geadelten Ferdinand Beckerhinn?
- Gibt es für Arthur Ritter von Kohen von Hohenland einen gesicherten Taufeintrag oder Familienakt, der ihn eindeutig als Sohn von Ignaz Ritter von Kohen ausweist?
- Ist das Verwandtschaftsverhältnis zwischen Ignaz Kohen und Heinrich Kohen von Tengervár urkundlich nachweisbar?
- Hat jemand den Originalakt oder eine amtliche Publikation zum angeblichen beziehungsweise fehlenden Freiherrenstand Hermann Ritter von Loebl, 1893?
- Gibt es eine sichere amtliche Quelle für oder gegen den angeblichen Freiherrenstand Wenzel von Hillmayer, 1839?
- Existiert zum Fall Joseph von Winiwarter ein Ritterstandsdiplom oder nur die zeitgenössische Titulatur im Nekrolog?
- Können die Taufeinträge der beiden Prager Trojan – Franz von Bylanfeld und Emanuel von Bylanow – verglichen werden, um eine mögliche Brüder- oder Vetternschaft zu bestätigen?
- Hat jemand die Artikel aus dem Almanach českých šlechtických rodů zu den verschiedenen Swoboda-Familien vollständig vorliegen, insbesondere Birkenstamm, Freyborn und die Edlen von 1908?
- Sollten im Online-Adelslexikon bei offensichtlichen Frank-Fehlern wie Wachtentreu/Waffentreu oder Buschbaum/Buchsbaum beide Schreibweisen aufgenommen werden – die falsche als Suchvariante, die richtige als Haupteintrag?
"IN OMNIBUS ORDO"
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