Adelsbestätigung: Frank zu Döfering
- USchu
-
Autor
- Offline
- Beiträge: 652
Adelsbestätigung: Frank zu Döfering
4 Wochen 7 Stunden her
SAVONAROLA:
Immer wieder ist Karl Friedrich VON FRANK (ZU DÖFERING) Gesprächsthema. Seine Verdienste um die Aufarbeitung der Adels-Akten im Staatsarchiv sind unbestritten. Folgendes Statement wurde mir zugesandt, dass ich gerne in diesem Kreis diskutiert gehabt hätte. Es gibt jene, die gegenteiliger Meinung sind und jene, die sich darüber aufregen. Was sind die Fakten?
Sind die Behauptung im folgenden Text zutreffen? Gibt es konkrete Anhaltspunkte? Danke für Eure Meinung im Voraus!Zitat:
Gängige Behauptungen: Eine Adelsbestätigung wurde in den 1820er-Jahren aufgrund falscher Angaben ausgestellt. Drei Cousins des Stammes „de Franchi“ aus Cloz im Trient gingen in Wien ins Innenministerium und wollten eine Adelsbestätigung über ihren angeblichen Adel; man legte ihnen mehrere Akten „Frank“ vor und sie nahmen natürlich den einzigen Akt mit Freiherrnstand „Frank zu Döfering“. Sie haben damals keinen Abstammungsnachweis gebraucht, die Beamten (bis in die 1890er Jahre waren im Adelsarchiv keine Akademiker angestellt), haben den Antrag auf Adelsbestätigung für diesen Akt einfach übernommen und das wurde dann vom Kaiser bewilligt und unterschrieben. Irgendwann – einige Familienmitglieder derer „von Frank“ haben zu sehr auf den "Putz" gehaut. Nach einer Untersuchung kam man drauf, dass hier wohl ein Fehler passiert ist. Daraufhin wurden Beamte ausgeschickt, die nun die falschen Taufeinträge etc. der letzten 40 Jahre in den Wiener Kirchenbücher amtlich korrigieren mussten. Und davon gab´s eine ganze Menge und die haben sich in den Kirchenbüchern auch erhalten.
Als Folge dieser Affäre wurden bis zum Ende der Monarchie Adelsakten nur mehr an tatsächliche Nachkommen der in den Nobilitationsakten Genannten ausgehändigt – die mussten aber einen beglaubigten Abstammungsnachweis vorlegen! Das wurde (leider) mit der Republik wieder aufgegeben.
Karl Friedrich von Frank hat einige Zeitlang seinen Namen mit Karl Fr. von Frank zu Döfering geschrieben – was könnte er damit gemeint haben? Irgendwann kurz vor seinem Tod ist er draufgekommen, dass die Familiengeschichte komplett falsch ist und die Bezeichnung „de Franchi“ ein typisch oberitalienischer Herkunftsname ist. Aber seine Vorfahren hatten sich im 16. Jahrhundert in einem Bruderschaftsbuch in Cloz mit einem Wappen eingetragen und das hat er beim Herold in der Wappenrolle für seine Familie eintragen lassen. Aber über dem Tor von Senftenegg prangt noch immer das Wappen der Frank von Döfering, die natürlich schon Anfang des 19. Jahrhunderts ausgestorben sein dürften.
Auf die Frage zum Adelsakt erhielt ich folgenden Verweis zugesandt:
archivinformationssy...ID=4328103
Bezüglich "Frank zu Döfering" siehe archivinformationssy...ID=1938968
Geschichte am Rande
Karl Friedrich, als zuvor sehr aktives ADLER-Mitglied wurde seinerzeit seitens ADLER auf sein "von" und "zu" angesprochen. Ab diesen Zeitpunkt gab eine zwischen Karl Friedrich und dem ADLER eine Intimfeindschaft, insbesondere mit Dr. Jäger-Sunstenau. In den daraufhin von Karl Friedrich begründeten "Senftenegger Monatsblätter" kritisiert er des Öfteren die Gesellschaft ADLER, insbesondere Dr. Jäger-Sunstenau. Das Emblem (Wappen: Schwarzer Doppeladler in Gold) der Senftenegger Monatsblätter ist das dem der Gesellschaft ADLER (fast) ident. Hier hat anscheinend ein brüskiertes ADLER-Mitglied seinen eigenen ADLER gegründet - ohne Mitglieder dafür mit Abonnenten.
Vollständigkeitshalber
Frölichsthal bringt als Quellen zu FRANK: PLA - Jahrbuch der Wiener Gesellschaft, GEÖ - Die Geistige Elite Österreichs, WIW1 - Wer ist wer 1937, WIW2 Wer ist wer 1951, WHO2 und 3 - Who is who in Österreich, 1964 und 1971/72.
GENTRY
Also eines muss man ja zur Ehrenrettung von Karl Friedrich sagen! In seinem Geburtseintrag laut der Familienname VON FRANK, so wie auch der seines Vaters und Großvaters. Grundsätzlich waren die Matrikenführer bis Ende der Monarchie behördlich strengstens angewiesen bei Adelspersonen eine Überprüfung der Adelsqualität zu veranlassen bzw. einen schriftlichen Nachweis zu verlangen.
Warum sollte ich mich nicht so nennen, wie es in meinem Geburtsschein geschrieben steht, wird sich Karl Friedrich gedacht haben ...
Die von SAVONAROLA erwähnte behördliche Matrikenrektifizierung im Fall FRANK scheint dann entweder doch nicht, oder doch nicht so rigoros stattgefunden zu haben oder sie ist nicht bis zur Linie des Karl Friedrich verfolgt worden, denn wie ersichtlich wird das Adelspartikel Vater und Großvater zugestanden.
Man müsste auch noch den Hochzeitseintrag der Eltern lokalisieren, ist aber aufwendig da lutherische Matriken, diese keine Indizes! Aber ich nehme an, auch dort keine Rektifizierungen ...
Clipping aus Lutherische Kirchenbücher WIEN-INNERE STADT
Immer wieder ist Karl Friedrich VON FRANK (ZU DÖFERING) Gesprächsthema. Seine Verdienste um die Aufarbeitung der Adels-Akten im Staatsarchiv sind unbestritten. Folgendes Statement wurde mir zugesandt, dass ich gerne in diesem Kreis diskutiert gehabt hätte. Es gibt jene, die gegenteiliger Meinung sind und jene, die sich darüber aufregen. Was sind die Fakten?
Sind die Behauptung im folgenden Text zutreffen? Gibt es konkrete Anhaltspunkte? Danke für Eure Meinung im Voraus!Zitat:
Gängige Behauptungen: Eine Adelsbestätigung wurde in den 1820er-Jahren aufgrund falscher Angaben ausgestellt. Drei Cousins des Stammes „de Franchi“ aus Cloz im Trient gingen in Wien ins Innenministerium und wollten eine Adelsbestätigung über ihren angeblichen Adel; man legte ihnen mehrere Akten „Frank“ vor und sie nahmen natürlich den einzigen Akt mit Freiherrnstand „Frank zu Döfering“. Sie haben damals keinen Abstammungsnachweis gebraucht, die Beamten (bis in die 1890er Jahre waren im Adelsarchiv keine Akademiker angestellt), haben den Antrag auf Adelsbestätigung für diesen Akt einfach übernommen und das wurde dann vom Kaiser bewilligt und unterschrieben. Irgendwann – einige Familienmitglieder derer „von Frank“ haben zu sehr auf den "Putz" gehaut. Nach einer Untersuchung kam man drauf, dass hier wohl ein Fehler passiert ist. Daraufhin wurden Beamte ausgeschickt, die nun die falschen Taufeinträge etc. der letzten 40 Jahre in den Wiener Kirchenbücher amtlich korrigieren mussten. Und davon gab´s eine ganze Menge und die haben sich in den Kirchenbüchern auch erhalten.
Als Folge dieser Affäre wurden bis zum Ende der Monarchie Adelsakten nur mehr an tatsächliche Nachkommen der in den Nobilitationsakten Genannten ausgehändigt – die mussten aber einen beglaubigten Abstammungsnachweis vorlegen! Das wurde (leider) mit der Republik wieder aufgegeben.
Karl Friedrich von Frank hat einige Zeitlang seinen Namen mit Karl Fr. von Frank zu Döfering geschrieben – was könnte er damit gemeint haben? Irgendwann kurz vor seinem Tod ist er draufgekommen, dass die Familiengeschichte komplett falsch ist und die Bezeichnung „de Franchi“ ein typisch oberitalienischer Herkunftsname ist. Aber seine Vorfahren hatten sich im 16. Jahrhundert in einem Bruderschaftsbuch in Cloz mit einem Wappen eingetragen und das hat er beim Herold in der Wappenrolle für seine Familie eintragen lassen. Aber über dem Tor von Senftenegg prangt noch immer das Wappen der Frank von Döfering, die natürlich schon Anfang des 19. Jahrhunderts ausgestorben sein dürften.
Auf die Frage zum Adelsakt erhielt ich folgenden Verweis zugesandt:
archivinformationssy...ID=4328103
Bezüglich "Frank zu Döfering" siehe archivinformationssy...ID=1938968
Geschichte am Rande
Karl Friedrich, als zuvor sehr aktives ADLER-Mitglied wurde seinerzeit seitens ADLER auf sein "von" und "zu" angesprochen. Ab diesen Zeitpunkt gab eine zwischen Karl Friedrich und dem ADLER eine Intimfeindschaft, insbesondere mit Dr. Jäger-Sunstenau. In den daraufhin von Karl Friedrich begründeten "Senftenegger Monatsblätter" kritisiert er des Öfteren die Gesellschaft ADLER, insbesondere Dr. Jäger-Sunstenau. Das Emblem (Wappen: Schwarzer Doppeladler in Gold) der Senftenegger Monatsblätter ist das dem der Gesellschaft ADLER (fast) ident. Hier hat anscheinend ein brüskiertes ADLER-Mitglied seinen eigenen ADLER gegründet - ohne Mitglieder dafür mit Abonnenten.
Vollständigkeitshalber
Frölichsthal bringt als Quellen zu FRANK: PLA - Jahrbuch der Wiener Gesellschaft, GEÖ - Die Geistige Elite Österreichs, WIW1 - Wer ist wer 1937, WIW2 Wer ist wer 1951, WHO2 und 3 - Who is who in Österreich, 1964 und 1971/72.
GENTRY
Also eines muss man ja zur Ehrenrettung von Karl Friedrich sagen! In seinem Geburtseintrag laut der Familienname VON FRANK, so wie auch der seines Vaters und Großvaters. Grundsätzlich waren die Matrikenführer bis Ende der Monarchie behördlich strengstens angewiesen bei Adelspersonen eine Überprüfung der Adelsqualität zu veranlassen bzw. einen schriftlichen Nachweis zu verlangen.
Warum sollte ich mich nicht so nennen, wie es in meinem Geburtsschein geschrieben steht, wird sich Karl Friedrich gedacht haben ...
Die von SAVONAROLA erwähnte behördliche Matrikenrektifizierung im Fall FRANK scheint dann entweder doch nicht, oder doch nicht so rigoros stattgefunden zu haben oder sie ist nicht bis zur Linie des Karl Friedrich verfolgt worden, denn wie ersichtlich wird das Adelspartikel Vater und Großvater zugestanden.
Man müsste auch noch den Hochzeitseintrag der Eltern lokalisieren, ist aber aufwendig da lutherische Matriken, diese keine Indizes! Aber ich nehme an, auch dort keine Rektifizierungen ...
Clipping aus Lutherische Kirchenbücher WIEN-INNERE STADT
"IN OMNIBUS ORDO"
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
