Neue Verzeichnisse zu Familien aus den alten Gotha-Taschenbüchern

Neue Verzeichnisse zu Familien aus den alten Gotha-Taschenbüchern

2 Wochen 2 Tage her
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Liebe Freunde der genealogischen Handbücher,

auf stammreihen.de entstehen derzeit mehrere Verzeichnisse jener Adelsfamilien, die noch in den älteren Gothaischen Genealogischen Taschenbüchern geführt wurden, später jedoch nicht mehr in das Genealogische Handbuch des Adels (GHdA) aufgenommen worden sind.

Bereits online verfügbar sind folgende Übersichten:
  • Uradel: stammreihen.de/uradel/
  • Freiherren: stammreihen.de/freiherren/
  • Grafen: stammreihen.de/grafen/
  • Briefadel: stammreihen.de/briefadel/
Ziel dieser Verzeichnisse ist es, gezielt jene Familien zu erfassen und genealogisch weiterzubearbeiten, deren Stammfolgen nach dem Ende der alten Gotha-Reihen – insbesondere nach 1942 – nicht mehr oder nur noch vereinzelt veröffentlicht wurden.Damit soll die genealogische Datenbank langfristig die Veröffentlichungen des GHdA von 1951 bis 2014 sowie die seit 2015 erscheinenden neuen Gotha-Reihen ergänzen. Es geht dabei ausdrücklich nicht darum, bereits publizierte Genealogien einfach abzuschreiben, sondern die bislang wenig oder gar nicht weiterbearbeiteten Familien anhand von Quellen und ergänzender Literatur zu erschließen.

Umfang der bisher erstellten Verzeichnisse
Derzeit wurden folgende Zahlen ermittelt:
  • 985 freiherrliche Familien
  • 1.690 Familien des untitulierten Briefadels
  • 230 gräfliche Familien
Erfasst wurden grundsätzlich jene Familien, die noch bis in die 1920er-Jahre in den alten Gotha-Taschenbüchern enthalten waren. Familien, die bereits wesentlich früher als erloschen bezeichnet wurden, konnten naturgemäß auch nicht mehr in den ab 1951 erschienenen GHdA-Bänden berücksichtigt werden.

Auffällige Unterschiede zwischen den Adelsgruppen
Die bisherigen Auswertungen zeigen deutliche Unterschiede.
Beim untitulierten Uradel wurden offenbar nur etwa 15 Prozent der im alten Gotha enthaltenen Familien nicht mehr in das GHdA aufgenommen. Dabei handelte es sich vielfach um bereits erloschene oder nur noch im Ausland blühende Geschlechter.

Ganz anders stellt sich die Situation beim untitulierten Briefadel dar. Mehr als die Hälfte der 1942 noch blühenden Familien wurde später nicht mehr im GHdA behandelt. Besonders betroffen waren kleinere, jüngere oder wenig verzweigte Familien.

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den Freiherren. Während rund 90 Prozent des deutschen freiherrlichen Uradels Eingang in das GHdA fanden, wurde weniger als die Hälfte des freiherrlichen Briefadels berücksichtigt. Auffallend groß ist dabei die Zahl österreichischer und ungarischer Familien, deren Genealogien nach 1942 nicht mehr in den großen deutschen Reihen erschienen.

Bei den Grafen scheint das GHdA hingegen am vollständigsten gearbeitet zu haben. Das vergleichsweise kleine Verzeichnis von 230 Namen enthält daher zahlreiche Familien, die bereits früher erloschen waren.

Ergänzende genealogische Handbücher
Erfreulicherweise wurden manche der im GHdA fehlenden Familien in anderen Reihen berücksichtigt.
Von den 985 freiherrlichen Familien fanden etwa 100 Familien Aufnahme in das Genealogische Handbuch des in Bayern immatrikulierten Adels. Ungefähr die Hälfte davon dürfte inzwischen ebenfalls erloschen sein.
Weitere zehn freiherrliche Familien erschienen im Österreichischen Familienarchiv.
Auch beim überwiegend deutschen Briefadel konnten 186 Familien im bayerischen genealogischen Handbuch nachgewiesen werden. Diese auffallend hohe Zahl könnte darauf hindeuten, dass zwischen den Bearbeitern des bayerischen Handbuchs und des GHdA eine gewisse Abstimmung oder Arbeitsteilung bestanden hat. Ein eindeutiger archivalischer Nachweis dafür wäre allerdings noch zu suchen.

Weitere Arbeitsschritte
Die Verzeichnisse sind zwar bereits weitgehend erstellt, stellen aber zunächst nur ein Arbeitsinstrument dar. Noch ausständig sind unter anderem:
  • die Verknüpfung zahlreicher Familiennamen mit den vorhandenen Datensätzen,
  • die Prüfung weiterer genealogischer Literatur,
  • der Vergleich mit dem italienischen Libro d’Oro,
  • die Feststellung, welche Familien noch blühen oder inzwischen erloschen sind,
  • die Ergänzung österreichischer, ungarischer und anderer nichtdeutscher Linien.
Der eigentliche Wert dieser Übersichten liegt daher weniger in der bloßen Zahl der Namen als in der Sichtbarmachung genealogischer Forschungslücken.
Gerade bei kleineren briefadeligen und freiherrlichen Familien dürften sich noch zahlreiche ergänzende Nachrichten in Kirchenbüchern, Militärschematismen, Qualifikationslisten, Adelsakten, Nachlässen und regionalen Familienarchiven finden lassen.
Die Zahlen sollen dabei keineswegs eine Bewertung einzelner Familien darstellen. Genealogisch entscheidend bleibt nicht die statistische Menge, sondern die Geschichte, Quellenlage und personelle Entwicklung jedes einzelnen Geschlechts.

Ergänzungen, Literaturhinweise und Hinweise auf bislang nicht berücksichtigte Familien sind selbstverständlich sehr willkommen.
"IN OMNIBUS ORDO"

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