Gustav von Breska (1817-1889)
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Gustav von Breska (1817-1889)
2 Tage 23 Stunden her - 2 Tage 23 Stunden her
Familie von Breska / Bresca / Breszka – Herkunft, Adel und militärische Laufbahn
Ich möchte hier eine Frage zur Familie von Breska zur Diskussion stellen, insbesondere zur Herkunft, zum angeblichen Adel und zu möglichen militärischen Nachweisen.
Im Mittelpunkt steht Gustav von Breska, Tapisseriewaren-Händler Unter den Linden 66 in Berlin. Bei Gründung des königlich preußischen Heroldsamtes im Jahr 1855 wurde er dessen Sekretär und blieb dies bis zu seinem Tod, zuletzt mit dem Titel eines Geheimen Hofrats. Auffällig ist, dass ihn sein „Kollege“ Freiherr von Ledebur in dessen Adelslexikon der preußischen Monarchie von 1855 beim preußischen Adel mit Wappen aufführt. Im Gegensatz zu vielen anderen Familien bleibt Ledebur hier jedoch ausgesprochen knapp: nähere Angaben zu Herkunft, Nobilitierung oder genealogischer Einordnung fehlen weitgehend. Spätere Werke wie Siebmacher und Rietstap scheinen diese Angaben im Wesentlichen übernommen zu haben.
Nach den bisher vorliegenden Angaben soll Gustavs Vater Jakob von Breska, auch Bresca, 1768 in St. Miklos in Ungarn geboren worden sein. Er wird 1814 als russischer und 1817 als k. k. bzw. k. u. k. Hauptmann genannt; später soll er als Hauptmann außer Dienst in Berlin verschollen sein. Seine Witwe lebte offenbar ebenfalls in Berlin. Auch Jakobs Vater, wiederum Jakob, gestorben 1814, soll bereits k. k. Hauptmann gewesen sein.
Die Familie scheint zahlreich gewesen zu sein, ist aber weder in einer staatlichen Adelsmatrikel noch im Adelslexikon des Genealogischen Handbuchs des Adels in Marburg aufgenommen worden. Der Name klingt möglicherweise böhmisch, ungarisch oder siebenbürgisch; gesichert ist das bisher nicht. Auch die Schreibweisen sind zu beachten: Um in ungarischer Umgebung die deutsche Aussprache „Breska“ zu erreichen, wäre wohl Breszka naheliegend. In polnischer Umgebung wären dagegen andere lautliche und orthographische Entwicklungen zu erwarten. Die gelegentlich auftauchende Form Bretzky könnte daher entweder auf einen anderen Namen oder auf eine fehlerhafte Lesung zurückgehen.
Auch das Wappen führt bislang nicht wesentlich weiter. Beschrieben wird es sinngemäß als:
In Blau auf einem Felsen ein Storch, der in der rechten Kralle eine Schlange hält.
Offen ist vor allem die Frage, ob der Adel der Familie Breska auf eine reguläre Nobilitierung zurückgeht, etwa im Zusammenhang mit einem Orden oder einer militärischen Auszeichnung, oder ob es sich um einen der zahlreichen ungarischen Adelsfälle handelt, die außerhalb der preußischen und österreichischen Matrikel schwerer nachweisbar sind. Ebenso ist eine angemaßte Führung des „von“ nicht völlig auszuschließen.
Ein preußischer Ursprung der Nobilitierung erscheint nach bisheriger Lage unwahrscheinlich, da die preußische Matrikel dazu offenbar nichts hergibt. Auch in österreichischen Quellen, insbesondere bei Frank bzw. im Österreichischen Staatsarchiv, scheint kein entsprechender Nachweis bekannt zu sein. Ein russischer Ursprung wurde ebenfalls geprüft; nach Auskunft eines sachkundigen Moskauer Kollegen stehen weder Wallmoden noch Breska in den zuständigen russischen Adelsakten. Zudem bezogen sich die russischen Regelungen der Adelsklassen und Standeserhöhungen grundsätzlich auf russische Untertanen, was bei Breska beziehungsweise Breszky ohne „von“ offenbar nicht der Fall gewesen sein dürfte.
Damit bleibt vorerst offen, welcher Souverän hier überhaupt tätig geworden sein könnte. Falls Jakob während der Befreiungskriege geadelt worden wäre, stellt sich die Frage: von wem?
Hinzu kommt ein sozialgeschichtlicher Befund, der den behaupteten Adel zumindest fraglich erscheinen lässt. Die Berliner Verhältnisse der Familie wirken eher einfachbürgerlich. Es finden sich Hinweise auf kleinbürgerliche Ehen, keine erkennbare Grundherrschaft, keine Heiraten in den Adel und kein im engeren Sinne „adeliges Leben“. Besonders die Tätigkeit Gustavs als Besitzer und Betreiber eines Ladengeschäfts macht einen anerkannten Adelsstatus nicht unmöglich, aber doch erklärungsbedürftig. Eingeschritten ist offenbar niemand; anerkannt und in eine offizielle Matrikel aufgenommen wurde die Familie nach bisherigem Stand aber ebenfalls nicht.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Frage, ob es neben der Berliner Linie möglicherweise eine Wiener Linie gab. Gibt es vielleicht einen weiteren Gustav von Breska ähnlichen Alters? Und lässt sich der erwähnte Ritter von Breska mit einem Orden, einem Regiment, einem Datum oder einem Wappen verbinden?
Besonders hilfreich wären Hinweise zur österreichischen Rangliste von 1817. Diese besitzt offenbar kein Namensregister. Gesucht wäre daher ein Weg, den genannten Jakob von Breska/Bresca/Breszka als Hauptmann einem bestimmten Regiment zuzuordnen.Methodisch zeigt dieser Fall zugleich, wie sehr sich die Recherche in alten Druckschriften durch moderne Such- und OCR-Technik verbessert hat. Google findet heute manches, was früher kaum auffindbar war. Wesentlich dazu beigetragen haben offenbar Programme wie ABBYY FineReader in Sonderversionen, die alte Schriften und Ligaturen deutlich besser erkennen können. Gerade bei Verwechslungen wie in/m, c/e, d/b, l/langes s, n/u sowie bei Ligaturen wie ch, ck, sch, st oder sz ist dennoch Vorsicht geboten. Fehlablesungen können bei Namen wie Breska, Bresca, Breszka oder Bretzky leicht zu falschen genealogischen Spuren führen.
Zusammenfassend bleiben daher folgende Fragen offen:
Ich möchte hier eine Frage zur Familie von Breska zur Diskussion stellen, insbesondere zur Herkunft, zum angeblichen Adel und zu möglichen militärischen Nachweisen.
Im Mittelpunkt steht Gustav von Breska, Tapisseriewaren-Händler Unter den Linden 66 in Berlin. Bei Gründung des königlich preußischen Heroldsamtes im Jahr 1855 wurde er dessen Sekretär und blieb dies bis zu seinem Tod, zuletzt mit dem Titel eines Geheimen Hofrats. Auffällig ist, dass ihn sein „Kollege“ Freiherr von Ledebur in dessen Adelslexikon der preußischen Monarchie von 1855 beim preußischen Adel mit Wappen aufführt. Im Gegensatz zu vielen anderen Familien bleibt Ledebur hier jedoch ausgesprochen knapp: nähere Angaben zu Herkunft, Nobilitierung oder genealogischer Einordnung fehlen weitgehend. Spätere Werke wie Siebmacher und Rietstap scheinen diese Angaben im Wesentlichen übernommen zu haben.
Nach den bisher vorliegenden Angaben soll Gustavs Vater Jakob von Breska, auch Bresca, 1768 in St. Miklos in Ungarn geboren worden sein. Er wird 1814 als russischer und 1817 als k. k. bzw. k. u. k. Hauptmann genannt; später soll er als Hauptmann außer Dienst in Berlin verschollen sein. Seine Witwe lebte offenbar ebenfalls in Berlin. Auch Jakobs Vater, wiederum Jakob, gestorben 1814, soll bereits k. k. Hauptmann gewesen sein.
Die Familie scheint zahlreich gewesen zu sein, ist aber weder in einer staatlichen Adelsmatrikel noch im Adelslexikon des Genealogischen Handbuchs des Adels in Marburg aufgenommen worden. Der Name klingt möglicherweise böhmisch, ungarisch oder siebenbürgisch; gesichert ist das bisher nicht. Auch die Schreibweisen sind zu beachten: Um in ungarischer Umgebung die deutsche Aussprache „Breska“ zu erreichen, wäre wohl Breszka naheliegend. In polnischer Umgebung wären dagegen andere lautliche und orthographische Entwicklungen zu erwarten. Die gelegentlich auftauchende Form Bretzky könnte daher entweder auf einen anderen Namen oder auf eine fehlerhafte Lesung zurückgehen.
Auch das Wappen führt bislang nicht wesentlich weiter. Beschrieben wird es sinngemäß als:
In Blau auf einem Felsen ein Storch, der in der rechten Kralle eine Schlange hält.
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Offen ist vor allem die Frage, ob der Adel der Familie Breska auf eine reguläre Nobilitierung zurückgeht, etwa im Zusammenhang mit einem Orden oder einer militärischen Auszeichnung, oder ob es sich um einen der zahlreichen ungarischen Adelsfälle handelt, die außerhalb der preußischen und österreichischen Matrikel schwerer nachweisbar sind. Ebenso ist eine angemaßte Führung des „von“ nicht völlig auszuschließen.
Ein preußischer Ursprung der Nobilitierung erscheint nach bisheriger Lage unwahrscheinlich, da die preußische Matrikel dazu offenbar nichts hergibt. Auch in österreichischen Quellen, insbesondere bei Frank bzw. im Österreichischen Staatsarchiv, scheint kein entsprechender Nachweis bekannt zu sein. Ein russischer Ursprung wurde ebenfalls geprüft; nach Auskunft eines sachkundigen Moskauer Kollegen stehen weder Wallmoden noch Breska in den zuständigen russischen Adelsakten. Zudem bezogen sich die russischen Regelungen der Adelsklassen und Standeserhöhungen grundsätzlich auf russische Untertanen, was bei Breska beziehungsweise Breszky ohne „von“ offenbar nicht der Fall gewesen sein dürfte.
Damit bleibt vorerst offen, welcher Souverän hier überhaupt tätig geworden sein könnte. Falls Jakob während der Befreiungskriege geadelt worden wäre, stellt sich die Frage: von wem?
Hinzu kommt ein sozialgeschichtlicher Befund, der den behaupteten Adel zumindest fraglich erscheinen lässt. Die Berliner Verhältnisse der Familie wirken eher einfachbürgerlich. Es finden sich Hinweise auf kleinbürgerliche Ehen, keine erkennbare Grundherrschaft, keine Heiraten in den Adel und kein im engeren Sinne „adeliges Leben“. Besonders die Tätigkeit Gustavs als Besitzer und Betreiber eines Ladengeschäfts macht einen anerkannten Adelsstatus nicht unmöglich, aber doch erklärungsbedürftig. Eingeschritten ist offenbar niemand; anerkannt und in eine offizielle Matrikel aufgenommen wurde die Familie nach bisherigem Stand aber ebenfalls nicht.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Frage, ob es neben der Berliner Linie möglicherweise eine Wiener Linie gab. Gibt es vielleicht einen weiteren Gustav von Breska ähnlichen Alters? Und lässt sich der erwähnte Ritter von Breska mit einem Orden, einem Regiment, einem Datum oder einem Wappen verbinden?
Besonders hilfreich wären Hinweise zur österreichischen Rangliste von 1817. Diese besitzt offenbar kein Namensregister. Gesucht wäre daher ein Weg, den genannten Jakob von Breska/Bresca/Breszka als Hauptmann einem bestimmten Regiment zuzuordnen.Methodisch zeigt dieser Fall zugleich, wie sehr sich die Recherche in alten Druckschriften durch moderne Such- und OCR-Technik verbessert hat. Google findet heute manches, was früher kaum auffindbar war. Wesentlich dazu beigetragen haben offenbar Programme wie ABBYY FineReader in Sonderversionen, die alte Schriften und Ligaturen deutlich besser erkennen können. Gerade bei Verwechslungen wie in/m, c/e, d/b, l/langes s, n/u sowie bei Ligaturen wie ch, ck, sch, st oder sz ist dennoch Vorsicht geboten. Fehlablesungen können bei Namen wie Breska, Bresca, Breszka oder Bretzky leicht zu falschen genealogischen Spuren führen.
Zusammenfassend bleiben daher folgende Fragen offen:
- Lässt sich Jakob von Breska/Bresca/Breszka in der österreichischen Rangliste oder in Regimentsunterlagen um 1817 nachweisen?
- Gibt es Hinweise auf eine kaiserlich österreichische, russische, ungarische oder sonstige Nobilitierung?
- Ist das Wappen mit Storch und Schlange in einer älteren, unabhängigen Quelle nachweisbar?
- Besteht eine Verbindung zu einer Wiener Linie oder zu einem weiteren Gustav von Breska?
- Handelt es sich bei „Bretzky“ um eine Namensvariante, eine Fehlablesung oder um eine andere Familie?
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