BAICHETTA / BAICHETA / BAIČETTA - Militärfamilie der kroatischen Militärgrenze

BAICHETTA / BAICHETA / BAIČETTA - Militärfamilie der kroatischen Militärgrenze

3 Wochen 2 Tage her - 3 Wochen 2 Tage her
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BAICHETTA / BAICHETA / BAIČETTA – genealogische Notizen zu einer Militärfamilie der kroatischen Militärgrenze

Gesucht werden genealogische Hinweise, Ahnen- und Deszendenzangaben zur Familie BAICHETTA, auch geschrieben BAICHETA bzw. BAIČETTA.

Ausgangspunkt ist die österreichische Adelsstandsverleihung an

Simon BAICHETTA, Militär, Adelsstand vom 1. Juli 1822.

Der einschlägige Akt befindet sich im Österreichischen Staatsarchiv:

AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 37.31 – Baichetta, Simon, Adelsstand, 1822.07.01

Nach dem Archivdatensatz umfasst der Akt fol. 1–30; zum Wappen werden insbesondere fol. 3 und fol. 5 genannt. Damit wäre der vollständige Adelsakt eine zentrale Quelle, um nicht nur die Standeserhebung, sondern auch allfällige Familienangaben, Verwandtschaftsverhältnisse, Verdienste und möglicherweise die Wappenbeschreibung genauer zu erfassen.

1. Bisherige genealogische Arbeitshypothese

Aus den bisher vorliegenden Hinweisen zur Adelsstandsverleihung ergibt sich folgende, noch zu überprüfende Grundstruktur:

1. Simon v. BAICHETTA, Militär; Adelsstand 1. Juli 1822
2. Peter v. BAICHETTA / BAICHETA / BAIČETTA, wohl zur nächsten Generation gehörig; Militär
3. Dionysius v. BAICHETTA, wohl zur nächsten Generation gehörig; Militär
4. Samuel BAICHETTA, Zuordnung noch unklar

Ob Peter, Dionysius und Samuel tatsächlich Söhne Simons waren, oder ob sie nur im weiteren Familienverband bzw. im Zusammenhang der Adelsverleihung genannt werden, muss am Originalakt überprüft werden. Die militärische Laufbahn mehrerer Namensträger spricht jedenfalls für eine Familie aus dem Umfeld der kroatischen Militärgrenze.

2. Militärische Namensträger in den Schematismen und weiteren Nachweisen

In den Militärschematismen und militärhistorischen Quellen erscheinen mehrere Offiziere mit der Namensform BAICHETTA / BAICHETA / BAIČETTA, häufig mit dem Adelsprädikat „von“. Besonders auffällig ist die Verbindung zur kroatischen Militärgrenze, namentlich zu den Karlstädter und Warasdiner Grenzregimentern.

Simon v. BAICHETTA / BAICHET(T)A
Kapitän-Leutnant bzw. Offizier im 1. Grenz-Infanterie-Regiment, dem Karlstädter Likaner Regiment.
Er ist der Träger der Adelsstandsverleihung vom 1. Juli 1822.

Peter v. BAICHETTA / BAICHETA / BAIČETTA
Major im 5. Grenz-Infanterie-Regiment, dem Warasdiner Kreutzer Regiment, später im 3. Grenz-Infanterie-Regiment, dem Karlstädter Oguliner Regiment.
Ein Kriegsarchiv-Nachweis von 1848 nennt ihn als Hauptmann Peter von Baichetta/Baicheta beim Oguliner Grenz-Infanterie-Regiment Nr. 3.
1854 erscheint Peter v. Baičetta als Major im Pensionsstand und provisorischer Bürgermeister von Belovar.
Nach bisherigem Hinweis starb er am 10. Jänner 1866 in „Ostraria“; diese Ortsangabe wäre noch zu identifizieren bzw. am Sterbeeintrag zu überprüfen.

Dionysius v. BAICHETTA
Oberleutnant im Illyrischen Infanterie-Regiment Nr. 17 in Laibach.
Der Militärschematismus 1824 führt Dionysius neben Simon und Peter im Namensregister.

Samuel BAICHETTA
Zu Samuel liegt bislang nur ein unsicherer Hinweis aus den frühen Schematismen vor. Die exakte militärische Stellung, sein Regiment sowie sein verwandtschaftlicher Anschluss an Simon müssen noch geklärt werden.

Wilhelm v. BAICHETTA
Genannt beim Venezianischen Infanterie-Regiment Nr. 26 in Udine.
Wichtig ist hier die Abgrenzung zu Wilhelm bzw. Wladimir BOIČETTA, damit keine Verwechslung zweier ähnlich geschriebener Namen entsteht.

Adolph v. BAICHETTA / BAIČETTA
Erscheint im Bereich des 1. Grenz-Infanterie-Regiments bzw. 1854 im Warasdiner Militär-Grenz-Infanterie-Regiment Nr. 5, Kreutzer Regiment.
Im Schematismus 1854 wird ein Adolph Baičetta im betreffenden Regiment geführt.

Julius v. BAICHETTA
Hauptmann 2. Klasse bzw. später Oberleutnant, nachweisbar in verschiedenen Einheiten, darunter IR 16, IR 26 und IR 44.
In der Regimentsgeschichte des Infanterie-Regiments Nr. 44 erscheint Julius von Baichetta 1865 als Oberlieutenant.

Alexander v. BAIČETTA
Genannt im 2. Grenz-Infanterie-Regiment, dem Karlstädter Ottochaner Regiment, später im 3. Grenz-Infanterie-Regiment, dem Karlstädter Oguliner Regiment.

3. Weiterer Familienhinweis: Victoire Edle v. Baichetta und die Familie Staudach

Besonders interessant ist der Hinweis auf

Victoire Edle v. Baichetta, gestorben am 5. Juli 1913, begraben am 7. Juli 1913 in Teheran, im 75. Lebensjahr.

Sie war Witwe nach

Franz Josef Adam Reichsfreiherr von und zu Staudach, k. u. k. Kämmerer, Major und Sous-Chef der österreichisch-ungarischen Militär-Mission in Persien, später kaiserlich persischer Kämmerer und General I. Klasse.
Er starb am 5. Juli 1895 und wurde am 7. Juli 1895 in Rakja im Thuroczer Komitat begraben.

Genannt werden ferner:

Sohn: Charles / Karl Baron de Staudach
Enkel: François, Henri und Victor

Ein zusätzlicher genealogischer Suchhinweis nennt Victoire von Baichetta auch unter dem Namen Mariam Hanun und verweist auf Kinder in Teheran, darunter Karl bzw. Abdoul Medjid-Khan, geboren in Wien am 20. Oktober 1863. Dieser Hinweis ist sehr interessant, muss aber unbedingt am Originaldigitalisat bzw. an einer belastbaren genealogischen Quelle überprüft werden.

Der Persien-Bezug passt grundsätzlich zum historischen Umfeld der österreichisch-ungarischen Militärmission in Persien, die ab 1879 im Auftrag des persischen Herrschers bei der Reorganisation militärischer Strukturen tätig war. Für die genealogische Einordnung von Victoire ist aber entscheidend, ob ihre Geburt, Ehe und allfällige Kinder in Kirchenbüchern, Standesquellen, diplomatischen Unterlagen oder genealogischen Handbüchern fassbar sind.

4. Vorläufige Einordnung

Die bisher gefundenen Baichetta/Baičetta-Namensträger zeigen ein deutliches militärisches Profil. Mehrere Offiziere begegnen in Regimentern der kroatischen Militärgrenze, insbesondere im Karlstädter und Warasdiner Bereich. Dies legt nahe, die Familie zunächst in den Matriken und Militärquellen der Lika, von Ogulin, Otočac, Križevci, Belovar/Bjelovar und Laibach zu suchen.

Der Adelsakt von 1822 dürfte der Schlüssel zur genealogischen Klärung sein. Er könnte enthalten:

* Angaben zur Herkunft Simons,
* militärische Verdienste,
* Familienmitglieder oder mitbegünstigte Nachkommen,
* Hinweise auf Ehefrau und Kinder,
* eine Wappenbeschreibung,
* möglicherweise Beilagen mit Dienstnachweisen.

Auffällig ist, dass mehrere spätere Namensträger konsequent mit „von“ erscheinen. Ob alle genannten Personen zur direkten Deszendenz Simons gehören, oder ob Seitenlinien bzw. Namensgleichheiten vorliegen, ist noch offen.

5. Gezielt zu klärende Fragen

1. Hat jemand Einsicht in den vollständigen Adelsakt AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 37.31 – Baichetta, Simon, Adelsstand, 1822.07.01, insbesondere in die Bittschrift, Beilagen und die Wappenbeschreibung?

2. Werden im Adelsakt Peter, Dionysius und Samuel ausdrücklich als Söhne Simons genannt, oder handelt es sich um eine spätere genealogische Zuordnung?

3. Wo ist Simon v. Baichetta geboren, verheiratet und gestorben? Gibt es Hinweise auf seine Ehefrau?

4. Lässt sich Peter v. Baichetta, Major und später Bürgermeister von Belovar, genealogisch sicher an Simon anschließen?

5. Ist die Sterbeangabe zu Peter – „Ostraria“, 10. Jänner 1866 – richtig gelesen? Könnte damit Oštarije bei Ogulin gemeint sein?

6. Wer war Samuel Baichetta? Gibt es zu ihm eine militärische Laufbahn oder Matrikenfunde?

7. Wie sind Adolph, Julius, Alexander und Wilhelm v. Baichetta in die Familie einzuordnen? Handelt es sich um Söhne, Enkel oder Seitenverwandte?

8. Ist Wilhelm v. Baichetta eindeutig von Wilhelm/Wladimir Boičetta zu trennen?

9. Wer war Victoire Edle v. Baichetta, später Reichsfreifrau von und zu Staudach? Ist sie eine Tochter oder Enkelin der militärischen Baichetta-Linie?

10. Gibt es einen Heiratsnachweis Victoire Baichetta – Franz Josef Adam Reichsfreiherr von und zu Staudach?

11. Lassen sich die genannten Nachkommen Charles/Karl Baron de Staudach sowie François, Henri und Victor in europäischen oder persischen Quellen weiterverfolgen?

12. Gibt es in ADLER, in Frank, in den österreichischen Adelsakten, in den Militärmatriken oder in kroatischen/bosnischen/persischen Quellen weitere Hinweise auf diese Familie?

6. Abkürzungen

GIR = Grenz-Infanterie-Regiment
IR = Infanterie-Regiment
MAS = Militärschematismus
v. = von

7. Quellen und Arbeitsverweise

[1] Kroatische Militärgrenze:
de.wikipedia.org/wik...%A4rgrenze

[2] Militär Almanach und Schematismus 1791–1914, Hungaricana / Österreichisches Staatsarchiv:
library.hungaricana....ematismus/

[3] Österreichisches Staatsarchiv, Adelsakt Simon Baichetta:
AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 37.31 – Baichetta, Simon, Adelsstand, 1822.07.01

[4] Pesti Hírlap, April 1859, Arcanum/ADT, noch exakt auszuwerten:
adt.arcanum.com/en/v...p_1859_04/

[5] „Der Kamerad“, militärisch-belletristisches Wochenblatt, Wien 1864.

[6] „Der Kamerad“, militärisch-belletristisches Wochenblatt, Wien 1866.

[7] Österreichisches Staatsarchiv, Kriegsarchiv, Belohnungsakten 1848, Peter von Baichetta/Baicheta:
AT-OeStA/KA BA ABA Akten 35, P.-Nr. 16, 1. Teil, verschiedene Truppenkörper, 1848

[8] Militär-Schematismus des österreichischen Kaiserthums 1824, Namensregister mit Simon, Dionysius und Peter Baichetta.

[9] Militär-Schematismus des österreichischen Kaiserthums 1854, Nachweise zu Adolph Baičetta und Peter v. Baičetta.

[10] Regimentsgeschichte des Infanterie-Regiments Nr. 44, Eintheilungsliste 1865, Julius von Baichetta.

[11] Österreichisch-ungarische Militärmission in Persien, historischer Kontext:
austria-forum.org/af...in_Persien

[12] Genealogischer Suchhinweis zu Victoire von Baichetta / Mariam Hanun und Staudach, Digibib/Genealogy.net; Faksimile bzw. Originalstelle noch zu prüfen.
"IN OMNIBUS ORDO"

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