Familie von Thelen / Thelen-Rüden / Rüden-Thelen

Familie von Thelen / Thelen-Rüden / Rüden-Thelen

4 Wochen 5 Stunden her
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Familie von Thelen / Thelen-Rüden / Rüden-Thelen – Adel, Militär und offene Herkunftsfrage

Zusammenstellung und Arbeitsstand nach den vorliegenden Forumshinweisen, den beigefügten Abbildungen aus Procházka, Mašek und den Sperrrelationen des Schlesischen Landrechts in Troppau.

Ausgangsfrage

Gesucht werden nähere Angaben zu einer seit Anfang des 19. Jahrhunderts in Innerösterreich, Schlesien, Galizien und später auch in Wien auftretenden Familie, die in den Quellen unter mehreren Namensformen erscheint:
  • v. Thelen
  • Ritter v. Thelen
  • Thelen-Rüden
  • Rüden-Thelen
  • teilweise auch schlicht Thelen bzw. Rüden

Die Kernfrage lautet: Auf welcher Grundlage wurde der Adel geführt? Bisher konnte kein eindeutiges Nobilitierungsdatum und kein österreichischer, böhmischer oder ungarischer Adelsakt festgestellt werden.

Auffällig ist, dass der Name vor 1918 besonders im militärischen Umfeld erscheint. Genannt wurden u. a. im k. u. k. Militärschematismus 1914 die Infanterie-Leutnants Carl und Leopold „v. Thelen“. Schon Hefner nennt 1857 im Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland einen Oberleutnant Leopold v. Thelen. In den Namenverzeichnissen der Genealogischen Taschenbücher der adeligen Häuser Österreichs sowie in den ungarischen und böhmischen Verzeichnissen fand sich bislang jedoch kein entsprechender klarer Adelsnachweis.

1. Friedrich von Thelen-Rüden und die Namensform „Rüden“

Bekannt ist vor allem Friedrich von Thelen-Rüden, geb. 28. Februar 1836 in Laibach, gest. 6. August 1900 in Kammer am Attersee. Er war Bildnis- und Genremaler sowie später Schauspieler bzw. Hofschauspieler.

 

Wurzbach behandelt ihn im Biographischen Lexikon des Kaiserthums Oesterreich unter „Thelen-Rüden, Friedrich“, nennt ihn dort als Maler, geboren 1836 in Laibach, und verweist auf seine Ausbildung an der k. k. Akademie der bildenden Künste in Wien sowie auf seine frühen Ausstellungen. Ein Adelsnachweis oder eine Nobilitierungsangabe findet sich dort nicht.

Die Namensform „Rüden“ scheint zumindest im Zusammenhang mit Friedrich auch als Künstler- bzw. Bühnenname aufzutreten. Daraus ergibt sich die offene Frage, ob „Thelen-Rüden“ ein amtlich geführter Familienname war, eine spätere Namenszusammensetzung, eine Künstlerbezeichnung oder eine in der Familie gebrauchte Kombination.

Eine ebenfalls erwähnte, in der Parte des verstorbenen Friedrich offenbar nicht genannte Schwester, Marianne Thelen-Rüden, die 1909 durch Suizid starb, trat um 1900 ebenfalls als österreichische Schauspielerin in Erscheinung, dabei häufig ohne Adelspartikel.

 

2. Mašek: Herkunft und Nobilitierung unbekannt

Petr Mašek behandelt die Familie in:

Petr Mašek: Šlechtické rody v Čechách, na Moravě a ve Slezsku, Band 2, 2010, s. v. Thelen.

Der tschechische Text lautet sinngemäß:
Herkunft der Familie und Datum der Nobilitierung wurden nicht festgestellt. Johann von Thelen war vom Beginn der 1820er-Jahre bis zum Beginn der 1840er-Jahre Beamter des Kreiskommissariats in Klattau. Leopold war in den 1850er-Jahren Offizier. Antonín, gestorben 1913, war Prokurist der Firma Ringhoffer und wurde auf dem Vinohrader Friedhof begraben.
 

Mašek nennt als Literatur u. a.:
  • Stb IV, S. 74
  • SchfKB 1823, S. 60
  • SchfKB 1827, S. 57
  • SchfKB 1835, S. 43
  • SchfKB 1840, S. 58

Das ist für die Ausgangsfrage besonders wichtig: Mašek registriert die Familie, stellt aber ausdrücklich fest, dass Herkunft und Nobilitierungsdatum nicht geklärt sind.

3. Sperrrelationen des Schlesischen Landrechts in Troppau

In den Sperrrelationen des Schlesischen Landrechts in Troppau, abgedruckt im Monatsblatt ADLER, Jahrgang 11, S. 231, erscheinen zwei zentrale Einträge:
Thelen, Konrad v., † Troppau 8. I. 1815. Witwe: Franziska, geb. Gräfin Larisch. Kinder: 1. Theresia, 25 Jahre; 2. Anton, 24 Jahre, Oberleutnant bei Orelli-Chevaulegers-Regiment; 3. Conrad, 11 Jahre; 4. Henriette, 8 Jahre. Nr. 220 und 386.
 

und:
Thelen, Franziska v., geb. Gräfin Larisch, † Troppau 26. X. 1828. Witwe. Kinder: 1. Anton, pens. k. k. Rittmeister in Wien; 2. Konrad, k. k. Fähnrich bei Hohenlohe-Infanterie in Laibach; 3. Theresia in Troppau; 4. Henriette, verh. gewesen mit Anton Baron Skrbensky, † 1824 auf Schönhof. Tochter Pauline v. Skrbensky, 4 Jahre. Nr. 221.
 

Diese beiden Einträge sind ein wichtiger Fixpunkt. Sie zeigen, dass bereits im frühen 19. Jahrhundert in Troppau die Form „v. Thelen“ amtlich bzw. gerichtsnachlassbezogen verwendet wurde. Sie beweisen aber noch nicht, wodurch der Adel rechtlich begründet war.

4. Procházka: umfangreiche Genealogie, aber mit Vorsicht zu verwenden

Freiherr Roman von Procházka bringt in Meine 32 Ahnen und ihre Sippenkreise, Nr. 33, Anhang, S. 399–405, eine sehr ausführliche Genealogie der Familie Thelen. Die beigegebenen Bilder zeigen insbesondere die Verbindung der Familie Thelen mit der Familie Haas und eine weit ausgreifende Ahnentafel.

Die Angaben sind wertvoll, müssen aber kritisch gelesen werden. Bereits Friedrich Graf Lanjus von Wellenburg äußerte sich in einer Rezension zu Procházkas Werk sehr pointiert:
Ich bin stets darauf bedacht, daß Procházka's Werk am Ende eines Bücherbortes nahe einer Stütze stehe aus Angst, es könnten sich bei seiner Aufstellung in der Mitte, nicht wegen seines Gewichts, sondern wegen des Inhaltes die Bretter biegen. – Doch die Liebe schreckt es nicht!
 

Quelle: ZS ADLER, Bd. XII, 1938, S. 441.

Damit soll Procházka nicht pauschal verworfen werden; seine Angaben liefern oft wichtige Spuren. Gerade bei Adelsfragen ist jedoch zu prüfen, ob er Familienüberlieferung, Urkunden, gedruckte Genealogien oder bloße Traditionsangaben übernimmt.

5. Auswertung der Procházka-Bilder: Rudolf Ritter v. Thelen und seine Familie

Die Abbildungen zeigen zunächst die Verbindung zur Familie Haas:

Elisabeth Cölestine Maria Haas, geb. Prag 21. XII. 1882, heiratete Prag 16. XI. 1909 Rudolf Karl Anton Ritter v. Thelen, k. k. Hauptmann, geb. Lemberg in Galizien 10. IV. 1868, gest. Prag 10. XI. 1914.

Als Geschwister Rudolfs werden bei Procházka genannt:
  • Maria Anna Amalia Karolina v. Thelen, geb. Lemberg 4. VIII. 1865
  • Oskar Karl Ladislaus Ritter v. Thelen, geb. Lemberg 9. IV. 1870
  • Amalia Aloisia Karolina v. Thelen, geb. Lemberg 11. VII. 1873
  • Karl Konrad Johann Ritter v. Thelen, geb. Rzeszów/Rzeszadow [?] 26. II. 1875, gest. ebenda 1. X. 1897
  • Gustav Karl Konrad Anton Ritter v. Thelen, geb. Zebrzydowice [?] 3. III. 1876

Kinder des Rudolf Ritter v. Thelen und der Elisabeth geb. Haas:
  • Hermann Karl Rudolf Ritter v. Thelen, geb. Geltschberg 26. VIII. 1910, Student am Gymnasium, wohnhaft Leitmeritz, Schirmgasse 1
  • Susanna Margareta Elisabeth Karolina v. Thelen, geb. Prag III, Karmelitergasse 15, am 6. IV. 1914

6. Ahnentafel des Rudolf Ritter v. Thelen nach Procházka

Procházka nennt als Vater:

Carl Conrad Anton Ritter v. Thelen, k. k. Eisenbahninspektor in Lemberg, geb. Nadworna in Galizien 10. XI. 1838, gest. Prag 1906. Er war in zweiter Ehe mit seiner Cousine Johanna v. Thelen aus Budweis verheiratet.

Als Mutter:

Karolina v. Endrödy de Endröd és Hind, geb. 1848, gest. 1877 in Tarnów in Galizien.

Als Großvater väterlicherseits:

Anton Ritter v. Thelen, k. k. Rittmeister, geb. Geyersdorf in Schlesien 1792, gest. Sambor in Galizien 24. III. 1852.

Als Großmutter väterlicherseits:

Amalie v. Walter.

Als Urgroßvater väterlicherseits:

Konrad Freiherr v. Thelen, von Procházka als k. k. General und möglicherweise als Maria-Theresien-Ordensritter bezeichnet, geb. 1748 zu Münster in Westfalen, gest. 1815 zu Troppau in Schlesien.

Hier ist besondere Vorsicht geboten: Die offizielle Generalsliste führt einen Konrad v. Thelen tatsächlich als k. k. Generalmajor, nennt aber keinen Freiherrenstand und keinen Orden als Adelsgrundlage. Auch die Angabe „Maria-Theresien-Ordensritter?“ ist daher zu überprüfen.

7. Die Geschwister des Anton Ritter v. Thelen

Nach Procházka hatte Anton Ritter v. Thelen folgende Geschwister:
  • Theresia v. Thelen, geb. 1793, gest. ledig 18. IX. 1873 in Troppau
  • Engelbert Ritter v. Thelen, jung verstorben
  • Johann Ritter v. Thelen, 1839 beim k. k. Kreiskommissariat in Klattau genannt; sein Sohn war Leopold Ritter v. Thelen, k. k. Major, gest. Graz 1910
  • Konrad Ritter v. Thelen, geb. 1803, gest. 1853, verheiratet mit Klementine N. N.
  • Henriette v. Thelen, geb. 19. IV. 1806, gest. 29. III. 1824, verheiratet 20. IV. 1823 mit Anton Freiherr Skrbensky; Tochter Pauline Freiin Skrbensky v. Hříště, geb. 14. III. 1824

Die Linie des Johann Ritter v. Thelen führt Procházka weiter über Leopold Ritter v. Thelen, k. k. Major, gest. Graz 1910, verheiratet mit Johanna Bertelsmann. Als Kinder erscheinen u. a.:
  • Antonie v. Thelen, verehelicht mit einem k. k. Offizier
  • Wilhelm Ritter v. Thelen, gest. Graz 11. I. 1920, Oberrechnungsrat in Linz a. d. D., Landstraße 57, verheiratet 12. XI. 1899 mit Melanie Swoboda, geb. Wien 1873
  • Ludwig Ritter v. Thelen, verheiratet Graz 14. IV. 1889 mit Henriette Stern
  • Karl Ritter v. Thelen, verheiratet mit Margot N. N.; Sohn Fritz/Friedrich Ritter v. Thelen
  • Ernst Ritter v. Thelen; Kinder Ernst jun. und Ernestine v. Thelen
  • Johanna v. Thelen, Schauspielerin, verheiratet mit N. Rasse/Rasseh [?], Baumeister; Kinder Bernhard, Hermann und Johanna, letztere Schauspielerin in Hamburg

Bei Wilhelm Ritter v. Thelen und Melanie Swoboda nennt Procházka als Kinder:
  • Wilhelm jun., geb. Wien 18. VII. 1901, Schauspieler in Konstantinopel
  • Berta, geb. 1. VIII. 1904, verheiratet 1920 mit Karl Schimpfl in Linz; Tochter Berta Schimpfl, geb. Linz 1922
  • Robert, geb. Wien 22. XII. 1906
  • Viktoria, genannt Dolphy v. Thelen, geb. Linz 23. XII. 1911

Bei Ludwig Ritter v. Thelen und Henriette Stern nennt Procházka als Söhne:
  • Karl jun. Ritter v. Thelen, k. u. k. Offizier
  • Leopold jun. Ritter v. Thelen, im Weltkrieg gefallen

8. Konrad Ritter v. Thelen und Friedrich von Thelen-Rüden

Für die hier besonders interessante Künstler- und Schauspielerlinie nennt Procházka:

Konrad Ritter v. Thelen, geb. 1803, gest. 1853, verheiratet mit Klementine N. N.

Deren Kinder:
  • Friedrich Ritter v. Thelen, geb. 1836, gest. 1900, identifizierbar mit Friedrich von Thelen-Rüden, Maler und Hofschauspieler
  • Johanna v. Thelen, verheiratet mit ihrem Vetter Karl Ritter v. Thelen
  • Emanuel v. Thelen, verheiratet mit N. Lux; Sohn Anton v. Thelen in Prag

Bei Friedrich nennt Procházka als Kinder:
  • Albin Ritter v. Thelen, jung verstorben
  • Friedrich jun. Ritter v. Thelen, k. k. Leutnant, Todesdatum unvollständig bzw. nicht sicher lesbar
  • Malvine v. Thelen, weitere Angaben unsicher

Hier wäre ein Abgleich mit der Parte und den Theaterquellen besonders wichtig, weil die erwähnte Schauspielerin Marianne Thelen-Rüden in der vorliegenden Procházka-Lesung nicht eindeutig erscheint.

9. Die ältere Thelen-Herkunft nach Procházka

Procházka versucht, die Familie weit zurückzuführen. In seiner Anmerkung zur Familie v. Thelen beschreibt er zunächst das Wappen:
In Silber ein roter Balken; im oberen Feld zwei mit den Spitzen aufwärts gekehrte, silberne befiederte Pfeile, im Andreaskreuz geschrägt. Auf dem mit einer fünfperligen Krone gezierten Helm mit rot-silbernen Decken ein mit der Spitze nach oben gewandter silberner Pfeil pfahlweise zwischen offenem Adlerflug.
 

Weiter behauptet Procházka sinngemäß:

Anton Wilhelm v. Thelen stamme aus Westfalen und sei höchstwahrscheinlich ein Enkel des Johann Anton v. Thelen aus Schönwald, wiederum Sohn des aus Schönwald gebürtigen Johann Christoph v. Thelen gen. Plechschmidt, der nach 1608 im Haag in den Niederlanden gestorben sei. Dieses Geschlecht leite Procházka von den Rittern v. Dolein auf Döhlau bei Hof ab, die im 14. Jahrhundert leuchtenberg-bayreuthische Ministerialen gewesen seien. Aus dieser Familie sei ein „Plechschmidt“ genannter Hammerherr zu Thölau hervorgegangen, dessen Söhne sich „v. Thelein, Thelen, Telen oder auch Tila“ genannt hätten.

Die von Procházka gebotene ältere Stammreihe lautet in stark verkürzter Form:
  • Niklas I., urkundlich 1447–1454
  • Paul, 1454–1464
  • Friedmann, 1454
  • Erhard in Tiefenbach
  • Georg I., 1454–1464
  • Hans I. in Waltersgrün und Tiefenbach, gest. um 1470
  • Niklas II. v. Thelen gen. Plechschmidt, geb. um 1432, gest. 1510
  • Hans II. v. Thelen, geb. um 1465, gest. Wölfershammer 15. VI. 1530, verheiratet mit Helena v. Brand
  • Martin v. Thelen, geb. um 1470, gest. Schönwald 1545
  • Hans III. v. Thelen, geb. um 1503, urkundlich in Schönwald 1545, gest. dort 15. I. 1589
  • Christoph II. v. Thelen, geb. Schönwald um 1536, gest. um 1600
  • Johann Christoph v. Thelen, gest. im Haag nach 1608
  • Johann Anton v. Thelen
  • Anton Wilhelm v. Thelen, verheiratet mit Maria Theresia v. Baumann
  • Wilhelm Ritter v. Thelen, fürstlich münsterischer Obristlieutenant, verheiratet mit Maria Freiin v. Koß
  • Konrad v. Thelen, k. k. Generalmajor, verheiratet mit Franziska Gräfin Larisch

Diese Ableitung ist interessant, aber derzeit als nicht bewiesen zu behandeln. Besonders die Brücke von der älteren westfälisch/fränkischen Thelen-Tradition zu dem in österreichischen Militär- und Schlesienquellen auftretenden Konrad v. Thelen bedarf einer urkundlichen Absicherung.

10. Vorläufige Bewertung

Nach dem derzeitigen Stand ergibt sich folgendes Bild:
  • Die Familie führte den Namen „v. Thelen“ bereits im frühen 19. Jahrhundert in amtlich wirkenden Zusammenhängen, etwa in den Troppauer Sperrrelationen.
  • Konrad v. Thelen ist als k. k. Generalmajor nachweisbar.
  • Mehrere Nachkommen erscheinen im k. k. bzw. k. u. k. Militärdienst mit „v.“ oder „Ritter v.“.
  • Mašek konnte jedoch Herkunft und Nobilitierungsdatum nicht feststellen.
  • Auch die bisher genannten österreichischen, böhmischen und ungarischen Adelsverzeichnisse liefern offenbar keinen klaren Nobilitierungsakt.
  • Procházkas Genealogie bietet eine weitreichende Herkunftserzählung aus Westfalen bzw. dem fränkisch-bayreuthischen Raum, aber ohne dass aus den vorliegenden Bildern ein belastbarer Nobilitierungsnachweis hervorgeht.
  • Die Namensform „Thelen-Rüden“ dürfte bei Friedrich besonders mit der Künstler- bzw. Bühnenlaufbahn zusammenhängen; ob es sich um einen amtlichen Familiennamen handelte, bleibt zu prüfen.

Damit lautet die vorsichtige Zwischenbilanz:

Die adelige Namensführung der Familie v. Thelen ist mehrfach belegt, die rechtliche Grundlage dieser Namensführung aber weiterhin ungeklärt. Denkbar sind eine nichtösterreichische Adelsherkunft, eine bloße Übernahme bzw. Fortführung eines „von“ aus westfälisch/niederländischem Kontext, eine im Militär nicht streng überprüfte Namensführung oder ein bisher übersehener Anerkennungs- bzw. Nobilitierungsakt.

11. Sinnvolle Folgefragen an das Forum
  • Ist ein Adelsdiplom, eine Adelsbestätigung oder eine österreichische Anerkennung für Konrad v. Thelen, Anton Wilhelm v. Thelen, Wilhelm v. Thelen oder einen anderen frühen Namensträger bekannt?
  • Gibt es im Kriegsarchiv Personalakten zu Konrad v. Thelen, Anton v. Thelen, Leopold v. Thelen, Wenzel v. Thelen, Carl v. Thelen oder den 1914 genannten Leutnants Carl und Leopold v. Thelen?
  • Findet sich in den Akten zu Konrad v. Thelen ein Herkunftsnachweis, etwa „aus Westfalen“, „aus Münster“, „aus den Niederlanden“ oder ein Hinweis auf einen ausländischen Adel?
  • Ist die Angabe Procházkas, Konrad v. Thelen sei „Freiherr“ bzw. eventuell Maria-Theresien-Ordensritter gewesen, irgendwo unabhängig belegbar?
  • Kann jemand die Sperrrelationsakten Troppau Nr. 220, 221 und 386 im Original einsehen oder ergänzen?
  • Ist die Verbindung zu den Thelen gen. Plechschmidt bzw. zu den Rittern v. Dolein auf Döhlau urkundlich nachweisbar?
  • Ist „Rüden“ bei Friedrich von Thelen-Rüden ein amtlicher Namensbestandteil, ein Künstlername, ein Familienbeiname oder eine spätere biographische Zusammenziehung?
  • Gibt es eine Parte oder einen Nachlassakt zu Friedrich von Thelen-Rüden, aus dem seine Kinder und Geschwister vollständig hervorgehen?
  • Wie ist die Schauspielerin Marianne Thelen-Rüden genealogisch genau in die Familie einzureihen?
  • Sind in Wiener, Grazer, Prager, Laibacher oder Lemberger Matriken weitere Einträge vorhanden, die zwischen „Thelen“, „v. Thelen“, „Ritter v. Thelen“ und „Thelen-Rüden“ wechseln?

Quellen und bisherige Verweise
  • Hefner, Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland, 1857, Hinweis auf Oberleutnant Leopold v. Thelen.
  • Procházka, Roman Freiherr von: Meine 32 Ahnen und ihre Sippenkreise, Nr. 33, Anhang, S. 399–405, Familie Haas/Thelen und Ahnentafel Rudolf Ritter v. Thelen.
  • Mašek, Petr: Šlechtické rody v Čechách, na Moravě a ve Slezsku, Band 2, 2010, s. v. Thelen.
  • Monatsblatt ADLER, Jahrgang 11, S. 231, Sperrrelationen des Schlesischen Landrechts in Troppau.
  • Wurzbach, Constant von: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich, Band 44, Wien 1882, S. 202 f., Artikel „Thelen-Rüden, Friedrich“.
  • K. k. bzw. k. u. k. Militärschematismen, insbesondere Hinweise auf Leopold v. Thelen, Wenzel v. Thelen sowie die 1914 genannten Leutnants Carl und Leopold v. Thelen.
  • Schmidt-Brentano / Österreichisches Staatsarchiv: Liste der kaiserlichen bzw. k. k. Generale 1618–1815, Eintrag „Thelen, Konrad v.“.
  • ZS ADLER, Bd. XII, 1938, S. 441, Rezension Friedrich Graf Lanjus v. Wellenburg zu Procházkas Meine 32 Ahnen.

Arbeitsstand: Die Familie ist genealogisch in mehreren Zweigen greifbar, die Adelsqualität bleibt aber quellenkritisch offen. Besonders gesucht sind Primärbelege: Diplom, Anerkennungsakt, Personalakt, Militärakte, Matriken und die Troppauer Sperrrelationsakten im Original.
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