Horeczky von Horka / de Horka et Koricsán – Druckfehler „Kraszna-Horka“ im Gotha

Horeczky von Horka / de Horka et Koricsán – Druckfehler „Kraszna-Horka“ im Gotha

4 Wochen 1 Tag her - 4 Wochen 1 Tag her
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Bei der Durchsicht der freiherrlichen Gotha-Ausgaben 1876–1921 fällt auf, dass die Schwestern Marie und Amalie Horeczky als Witwen zweier Freiherren von Pöck mit voneinander abweichenden Namensformen erscheinen. Eine Sterbe-/Gräberliste des Oberösterreichischen Landesarchivs führt dazu passend: Amalie Freiin von Pöck, geb. Reichsfreiin Horeczky von Krassa-Horka und Koricsan, † 1875, sowie Marie Freiin von Pöck, geb. Freiin Horeczky von Horka, † 1882.

Die naheliegende Frage ist, ob diese Horeczky mit den böhmisch-mährischen Horecky/Horeczky von Horka identisch sind. Die bisher greifbaren Quellen sprechen eher dafür. Im Siebmacher wird die Familie als „Horeczky v. Horka“ geführt; dort erscheint sie als böhmischer Uradel, von den Vladyken von Hora abstammend, mit Hinweis auf ungarisches Indigenat. Auch Král verzeichnet Horecky v. Horka mit Herrenstand für Gabriel, Wien 10. V. 1638, und altem Herrenstand für Gabriel, Regensburg 12. IX. 1653.

Ein weiterer Hinweis ist der Besitzbezug zu Koryčany/Koritschan/Koricsán und Cimburk/Cymburg. Die Geschichte von Cimburk bei Koryčany nennt Gabriel Horecký z Horky als Besitzer: 1610 habe er den Anteil seines Bruders erworben; die Besitzer saßen damals bereits im bequemeren Koryčany, während Cimburk Verwaltungszentrum blieb. Für 1653 wird ihm dort der „starožitný stav“, also sinngemäß der alte Stand, zugeschrieben. Auch neuere Register kennen die Namensform Horeczky de Horka (et Koricsán).

Damit scheint „Koricsán“ nicht als eigener Familienhinweis, sondern als Besitz- bzw. Prädikatszusatz zur Linie Horeczky von Horka zu verstehen zu sein. Problematisch bleibt dagegen „Krassa-/Kraszna-Horka“. Dafür fand sich bislang kein tragfähiger Zusammenhang mit Gabriel Horecký, Koryčany oder Cimburk. Es liegt daher nahe, hier an eine spätere Verwechslung, Ausschmückung oder Druck-/Lesefehlerbildung zu denken: Aus Horka und Koricsán wurde im Gotha- bzw. Pöck-Kontext offenbar teilweise die imposantere Form „Kraszna-Horka und Koricsan“.

Interessant ist außerdem, dass Doerr in der digitalisierten Fassung den alten Herrenstand für Gabriel Horeczky, Wien 10. April 1638, ausweist, während Král die Erhebung differenzierter mit Herrenstand 1638 und altem Herrenstand 1653 angibt. Hier wäre eine Kontrolle am Original bzw. an den böhmischen Saalbüchern sinnvoll.

Vorläufiges Ergebnis
Die Freiinnen Marie und Amalie Horeczky, Witwen von Pöck, dürften sehr wahrscheinlich zur Familie Horeczky von Horka / de Horka et Koricsán gehören. Koricsán passt sachlich zu Koryčany/Koritschan. Krassa-/Kraszna-Horka wirkt dagegen bislang unbelegt und könnte ein späterer Fehler oder eine irrtümliche Erweiterung sein.

Offene Anschlussfragen
  1. Lässt sich in den Gotha-Jahrgängen genau nachvollziehen, ab wann die Form „Kraszna-Horka und Koricsan“ erscheint und ob sie später korrigiert oder unverändert übernommen wurde?
  2. Gibt es im Pöck-Eheeintrag, in Sterbeeinträgen oder Partezetteln von Marie und Amalie eine originale Namensform der geborenen Horeczky?
  3. Welche Namensform steht in den ungarischen Quellen: Horeczky de Horka, de Horka et Koricsán oder tatsächlich irgendwo de Kraszna-Horka et Koricsán?
  4. Kann jemand die Stelle bei Doerr bzw. im böhmischen Saalbuch zum Herrenstand 1638 und alten Herrenstand 1653 am Original prüfen?
  5. Ist die Schwesternschaft von Marie und Amalie Horeczky in einer genealogischen Quelle ausdrücklich belegt, oder beruht sie allein auf der Gotha-Darstellung?
Quellenhinweise:
Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser, Jahrgänge 1876–1921, Familie von Pöck; Siebmacher, Adel von Ungarn, „Horeczky v. Horka“; August von Doerr, Der Adel der böhmischen Kronländer; Král, Der Adel von Böhmen, Mähren und Schlesien; Orts- und Burggeschichte Koryčany/Cimburk.
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