Die Freiherren von Radieucig zu Merno
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Die Freiherren von Radieucig zu Merno
3 Wochen 17 Stunden her - 3 Wochen 16 Stunden her
Die Freiherren von Radieucig zu Merno
Eine Görzer Adelsfamilie und ihre bislang nachweisbaren Wappen
Unter den Adelsgeschlechtern der gefürsteten Grafschaft Görz und Gradisca begegnet eine Familie, deren Name in unterschiedlichen sprachlichen Formen überliefert ist: Radieucig, Radetić und Radetz. Ihr historisch nachweisbarer Mittelpunkt lag in Görz und in der zur Familie gehörenden Herrschaft Merno, dem heutigen Miren südlich von Görz.
Die derzeit überprüfbaren Quellen erlauben keine eindeutige Antwort:
Es sind drei farbige Wappenabbildungen unter dem Familiennamen Radieucig nachgewiesen. Eine zeitgenössische oder amtliche Blasonierung dieser Wappen konnte dagegen bislang nicht festgestellt werden.
Gesicherte Stationen der Familiengeschichte
Die folgenden Angaben lassen sich durch die herangezogenen biographischen, archivalischen und landesgeschichtlichen Quellen belegen:
Der heraldische Nachweis
Das Manuskript Joppi 535 in Udine
Der entscheidende Wappennachweis befindet sich in der Biblioteca Civica „Vincenzo Joppi“ in Udine.
Im Manuskript Joppi 535 werden auf Seite 46 zwei Einträge unter dem Namen Radieucig ausgewiesen:
Nr. 290 – Radieucig
Quelle: Biblioteca Civica „Vincenzo Joppi“, Udine, Ms. Joppi 535, S. 46, Nr. 290, „Stemma della famiglia Radieucig“.
Sichtbarer Bildbefund
Nr. 291 – Radieucig
Quelle: Biblioteca Civica „Vincenzo Joppi“, Udine, Ms. Joppi 535, S. 46, Nr. 291, „Stemma della famiglia Radieucig“.
Sichtbarer Bildbefund
Bei der Freiherrnstandserhebung soll dieses Wappen verliehen worden sein (ungeprüft, Akt liegt im OeStA, Quelle: Hermann von Schullern)
Sichtbarer Bildbefund
Für eine abschließende Bestätigung des Wappens sind folgende Quellen systematisch zu prüfen:
Eine Görzer Adelsfamilie und ihre bislang nachweisbaren Wappen
Unter den Adelsgeschlechtern der gefürsteten Grafschaft Görz und Gradisca begegnet eine Familie, deren Name in unterschiedlichen sprachlichen Formen überliefert ist: Radieucig, Radetić und Radetz. Ihr historisch nachweisbarer Mittelpunkt lag in Görz und in der zur Familie gehörenden Herrschaft Merno, dem heutigen Miren südlich von Görz.
Die Beschäftigung mit dieser Familie führt zugleich zu einer heraldischen Frage:
Welches Wappen führten die Radieucig, und lässt sich dafür eine verlässliche Blasonierung nachweisen?
Die derzeit überprüfbaren Quellen erlauben keine eindeutige Antwort:
Es sind drei farbige Wappenabbildungen unter dem Familiennamen Radieucig nachgewiesen. Eine zeitgenössische oder amtliche Blasonierung dieser Wappen konnte dagegen bislang nicht festgestellt werden.
Gesicherte Stationen der Familiengeschichte
Die folgenden Angaben lassen sich durch die herangezogenen biographischen, archivalischen und landesgeschichtlichen Quellen belegen:
- Die Radieucig werden als Görzer Adelsfamilie geführt. Als Namensformen erscheinen Radieucig, Radetić und Radetz.
- Peter Radieucig, auch Peter Radetz genannt, ist zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Görz fassbar. Am 30. November 1605 erfolgte seine Aufnahme in das Görzer Patriziat.
- Michael Radieucig erhielt am 3. August 1640 die Gerichtsbarkeit über Merno und Rupa. Die Görzer Herrschaftsübersichten nennen Merno ausdrücklich als Besitz des Hauses Radieucig: „Merna di Casa Radieucig“.
- Unter Ludwig von Radieucig, geboren 1702 und gestorben 1778, erreichte die Familie ihren höchsten nachweisbaren landständischen Rang. Ludwig war landschaftlicher Generaleinnehmer zu Görz und Gradisca.
- Am 29. August 1761 wurde Ludwig von Radieucig in Wien in den Freiherrenstand erhoben. Mit der Erhebung war das Prädikat „von Merno“ verbunden.
Der zugehörige Hofadelsakt wird im Österreichischen Staatsarchiv unter der Signatur AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 767.2 verwahrt. - Im Jahr 1845 wurde das Inkolat der Familie in Görz nochmals Gegenstand eines eigenen Verfahrens.
Der Akt trägt die Signatur AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 767.3. - Johann Paul Martius Klemens von Radieucig, geboren 1782 und gestorben 1869, wird in der maßgeblichen Familienbiographie als letzter männlicher Vertreter des Geschlechts bezeichnet.
Der heraldische Nachweis
Das Manuskript Joppi 535 in Udine
Der entscheidende Wappennachweis befindet sich in der Biblioteca Civica „Vincenzo Joppi“ in Udine.
Im Manuskript Joppi 535 werden auf Seite 46 zwei Einträge unter dem Namen Radieucig ausgewiesen:
Nr. 290 – Radieucig
Quelle: Biblioteca Civica „Vincenzo Joppi“, Udine, Ms. Joppi 535, S. 46, Nr. 290, „Stemma della famiglia Radieucig“.
Sichtbarer Bildbefund
- Der Schild ist geviert.
- Im ersten und vierten Feld befindet sich auf weißen Grund jeweils ein roter Schräglinkbalken.
- Das zweite und dritte Feld sind blau.
- In den beiden blauen Feldern befindet sich jeweils eine schwarz dargestellte Flügelfigur.
- Die beiden Flügelfiguren sind schrägrechts angeordnet.
- Die Abbildung zeigt ausschließlich den Schild.
- Helm, Helmdecken und Helmzier sind auf diesem Blatt nicht dargestellt.
Nr. 291 – Radieucig
Quelle: Biblioteca Civica „Vincenzo Joppi“, Udine, Ms. Joppi 535, S. 46, Nr. 291, „Stemma della famiglia Radieucig“.
Sichtbarer Bildbefund
- Der Schild ist geviert mit Herzschild
- Im ersten und vierten Feld befindet sich auf weißen Grund jeweils ein roter Schräglinksbalken.
- Das zweite und dritte Feld sind blau.
- Das zweite Feld enthält eine ischwarze Flügelfigur.
- Das dritte Feld enthält einen schwarzen, gold bewehrter Adlerkopf.
- Über der Vierung liegt ein goldener Herzschild.
- Im Herzschild befindet sich ein wachsendes weißes Einhorn.
- Auch diese Abbildung zeigt lediglich den Schild.
- Helm, Helmdecken und Helmzier sind nicht wiedergegeben.
Bei der Freiherrnstandserhebung soll dieses Wappen verliehen worden sein (ungeprüft, Akt liegt im OeStA, Quelle: Hermann von Schullern)
Sichtbarer Bildbefund
- Der Schild ist geviert mit Herzschild
- Im ersten und vierten Feld befindet sich auf blauen Grund jeweils ein weißer Flug.
- Das zweite und dritte Feld sind weiß darin ein Schrägrechtsbalken.
- Über der Vierung liegt ein goldener Herzschild mit einem vollständigen schwarzen Adler mit goldener Wehr.
- Drei goldgekrönte Bügelhelme: I. und II. zur Mitte ausgerichtet je ein weißes Einhorn wachsend, III. der vollständige schwarze Adler mit ausgebreiteten Flügeln.
- Decken: blau-silbern
Für eine abschließende Bestätigung des Wappens sind folgende Quellen systematisch zu prüfen:
- der vollständige Hofadelsakt AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 767.2 Ludwig von Radieucig, Freiherrenstand „von Merno“, 29. August 1761; Bei Kenntnis des Adelsaktes, können dazu bereits Angaben gemacht werden?
- der vollständige Inkolatsakt AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 767.3 Familie Radieucig, Inkolat in Görz, 1845;
- erhaltene Urkunden, Amtsprotokolle und Korrespondenzen der Görzer Landstände;
- Siegelabdrücke von Ludwig, Johann Paul, Johann Anton oder Johann Paul Martius Klemens von Radieucig;
- Grabdenkmäler, Epitaphien und Besitzzeichen in Görz, Merno beziehungsweise Miren und Rupa;
- weitere heraldische Handschriften aus Görz, Udine, Triest und Wien.
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