Mold Edle von Mollheim – Wappen, Stammfolge inklusive Hinweis zu Kladno
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Mold Edle von Mollheim – Wappen, Stammfolge inklusive Hinweis zu Kladno
3 Wochen 3 Tage her
GIRALDUS
Mold Edle von Mollheim – Wappen, Stammfolge und ein quellenkritischer Hinweis zu Kladno
Durch die inzwischen online besser zugänglichen Hofadelsakten lässt sich zur Familie Mold Edle von Mollheim nun auch das Wappen aus dem Adelsakt nachweisen. Die bisher anhand von Matrikenfunden zusammengestellte Genealogie kann damit sinnvoll ergänzt und perspektivisch auch in ein Lexikon übernommen werden.
1. Adelserhebung und Adelsakt
Kaiser Ferdinand I. erhob den k.k. Oberleutnant Mathias Mold mit Diplom vom 30. Dezember 1837 in den österreichischen Adelsstand mit dem Prädikat:
„Edler von Mollheim“
Der einschlägige Akt liegt im Österreichischen Staatsarchiv, Allgemeines Verwaltungsarchiv, Adelsarchiv, Hofadelsakten:
AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 614.5 – Mold, Mathias, Oberleutnant, Adelsstand, „von Mollheim“, 1837.12.30
Der ÖStA-Datensatz nennt ausdrücklich:
2. Wappenbeschreibung
Nach der vorliegenden Wappenzeichnung bzw. der dortigen Beschreibung lautet das Wappen sinngemäß:
Über silbernem Wellenschildfuß gespalten; vorne in Blau zwei silberne Sterne pfahlweise, hinten geteilt von Silber und Rot. Auf dem gekrönten Helm mit rechts blau-silbernen und links rot-silbernen Decken drei Straußenfedern in Blau, Silber und Rot.
Die Wappenzeichnung ist hier abrufbar:
Mold von Mollheim – Wappen und Stammfolge
3. Stammfolge nach den bisher zusammengetragenen Matriken- und Literaturangaben
Die folgende Übersicht folgt der auf der genannten Arbeitsseite zusammengestellten Stammfolge. Die dort rot markierten Stellen sind offenbar Links zu den jeweiligen Matrikeneinträgen bzw. Quellennachweisen.
1. Mathias Mold Edler von Mollheim
k.k. Oberleutnant im Grenzinfanterieregiment Nr. 13
oo Anna Kozinowitz
2. Anton Mold Edler von Mollheim
* Karansebesch, Banat, 3. XI. 1822
† Brünn, 10. V. 1895
k.k. Hauptmann 2. Klasse, pensioniert 1. V. 1858
oo Luitgarde Zhorzky von Zhorze, Tochter des Ferdinand Zhorsky Ritter von Zhorze, k.k. Hauptmann, und der Leopoldine Gold
Kinder des Anton Mold Edlen von Mollheim:
3. Leopoldine Mold Edle von Mollheim
* Brünn-Königsfeld, 15. XII. 1856
oo Brünn-Königsfeld, 25. VIII. 1879, Ludwig Karl Ferdinand von Schlieben, k.k. Hauptmann im Infanterieregiment Nr. 54
4. Oskar Ferdinand Anton Mold Edler von Mollheim
* Brünn-Königsfeld, nach der Stammfolge 19. XII. 1858
† Wien, nach der Stammfolge 29. IV. 1919
1. XI. 1914 Generalmajor, 1. XI. 1917 Feldmarschall-Leutnant
Hier ist ein quellenkritischer Hinweis angebracht: In der k.u.k. Generalitätsliste von Antonio Schmidt-Brentano erscheint Oskar Mold Edler von Mollheim mit abweichenden Lebensdaten, nämlich „22.7.1858 [3.12.1859 ?] – 1927“. Die auf der Arbeitsseite verlinkten Matrikenangaben sollten daher gegenüber der militärischen Sekundärliteratur nochmals geprüft werden.
5. Olga Marie Odone Mold Edle von Mollheim
* Brünn-Königsfeld, 14. II. 1861
6. Wenzel Anton Maria Mold Edler von Mollheim
* Brünn-Königsfeld, 2. II. 1866
k.k. Rittmeister 1. Klasse im Dragonerregiment Nr. 14
oo Prag, 15. I. 1900, Elisabeth Marketa Elvira Augusta Ludovika Ostermann, * Prag, 25. VIII. 1878, Tochter des Oskar Ostermann, Bankdirektor in Prag, und der Marie Marketa Scultety de Alsó-Lehota
7. Odone Marie Leopoldine Luitgarde Mold Edle von Mollheim
* Brünn-Königsfeld, 18. I. 1867
8. Alexander Anton Josef Maria Mold Edler von Mollheim
* Klattau, 3. XI. 1910
† Röschitz, Waldviertel, 1986
Direktor der Kladnoer Steinkohlebergwerke
4. Hinweis zu Alexander Mold Edler von Mollheim und den Kladnoer Bergwerken während der deutschen Besetzung
Besonders zu beachten ist der unter Nr. 8 genannte Alexander Anton Josef Maria Mold Edler von Mollheim. In der Literatur zu den Außenkommandos des Ghettos Theresienstadt wird ein Alexander von Moll-Moldheim bzw. in tschechischen Zusammenhängen auch eine Namensform Mold-Mollheim als Direktor des Syndikats der Kladnoer Steinkohlenbergwerke genannt.
Nach der Darstellung des Projekts „Ghetto Theresienstadt – ein Nachschlagewerk“ trat eine erste Gruppe von 100 jüdischen Gefangenen aus Theresienstadt am 22. Februar 1942 die Arbeit in den Kladnoer Bergwerken an; eine zweite Gruppe mit 200 Männern folgte am 16. März 1942. Der Einsatz endete im Juli 1943. Genannt werden unter anderem die Bergwerke „Ronna“, „Mayrau“ und „Schoeller“ der Prager Eisenwerke sowie das Bergwerk Prago in Dubí für die Steinkohlen AG Lány-Rakovník.
Quelle:
Außenkommandos/Arbeitskommandos – Ghetto Theresienstadt
Die bisherige Formulierung, Alexander Mold Edler von Mollheim habe während der deutschen Besetzung als Direktor der Kladnoer Steinkohlebergwerke KZ-Häftlinge aus Theresienstadt beschäftigt, ist daher im Kern quellenmäßig anschlussfähig, sollte aber präzise formuliert werden:
Es handelte sich um jüdische Gefangene aus dem Ghetto Theresienstadt, die als Außenkommando in den Kladnoer Bergwerken unter Zwangsbedingungen eingesetzt wurden.
Zugleich ist die Namensform in den Holocaust-Quellen auffällig: Dort erscheint nicht durchgehend „Mold Edler von Mollheim“, sondern auch „Moll-Moldheim“ bzw. „Mold-Mollheim“. Die Identität mit dem in der Stammfolge genannten Alexander Anton Josef Maria Mold Edler von Mollheim liegt nahe, sollte aber noch durch weitere zeitgenössische Quellen abgesichert werden, etwa Firmenakten, Protektoratsakten, Nachkriegsakten oder Personalunterlagen der Kladnoer Bergwerksverwaltung.
5. Quellen und Literatur
6. Offene Fragen an das Forum
Fazit
Die Familie Mold Edle von Mollheim ist durch den Hofadelsakt von 1837 und die nun zugängliche Wappenüberlieferung gut fassbar. Die zusammengestellte Stammfolge bietet eine solide Grundlage für einen Lexikonartikel, sollte aber an einzelnen Punkten – insbesondere bei den Lebensdaten Oskar Mold Edler von Mollheims und bei der Identifizierung Alexanders im Kontext der Kladnoer Bergwerke – noch quellenkritisch nachgeschärft werden.
Mold Edle von Mollheim – Wappen, Stammfolge und ein quellenkritischer Hinweis zu Kladno
Durch die inzwischen online besser zugänglichen Hofadelsakten lässt sich zur Familie Mold Edle von Mollheim nun auch das Wappen aus dem Adelsakt nachweisen. Die bisher anhand von Matrikenfunden zusammengestellte Genealogie kann damit sinnvoll ergänzt und perspektivisch auch in ein Lexikon übernommen werden.
1. Adelserhebung und Adelsakt
Kaiser Ferdinand I. erhob den k.k. Oberleutnant Mathias Mold mit Diplom vom 30. Dezember 1837 in den österreichischen Adelsstand mit dem Prädikat:
„Edler von Mollheim“
Der einschlägige Akt liegt im Österreichischen Staatsarchiv, Allgemeines Verwaltungsarchiv, Adelsarchiv, Hofadelsakten:
AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 614.5 – Mold, Mathias, Oberleutnant, Adelsstand, „von Mollheim“, 1837.12.30
Der ÖStA-Datensatz nennt ausdrücklich:
- Ref. code: AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 614.5
- Titel: Mold, Mathias, Oberleutnant, Adelsstand, „von Mollheim“
- Verleihungsdatum: 30.12.1837
- Wappen: fol. 13, 33
- Umfang: fol. 1–46
- Reproduktion vorhanden: Digitale Aufnahme des Wappens
2. Wappenbeschreibung
Nach der vorliegenden Wappenzeichnung bzw. der dortigen Beschreibung lautet das Wappen sinngemäß:
Über silbernem Wellenschildfuß gespalten; vorne in Blau zwei silberne Sterne pfahlweise, hinten geteilt von Silber und Rot. Auf dem gekrönten Helm mit rechts blau-silbernen und links rot-silbernen Decken drei Straußenfedern in Blau, Silber und Rot.
Die Wappenzeichnung ist hier abrufbar:
Mold von Mollheim – Wappen und Stammfolge
3. Stammfolge nach den bisher zusammengetragenen Matriken- und Literaturangaben
Die folgende Übersicht folgt der auf der genannten Arbeitsseite zusammengestellten Stammfolge. Die dort rot markierten Stellen sind offenbar Links zu den jeweiligen Matrikeneinträgen bzw. Quellennachweisen.
1. Mathias Mold Edler von Mollheim
k.k. Oberleutnant im Grenzinfanterieregiment Nr. 13
oo Anna Kozinowitz
2. Anton Mold Edler von Mollheim
* Karansebesch, Banat, 3. XI. 1822
† Brünn, 10. V. 1895
k.k. Hauptmann 2. Klasse, pensioniert 1. V. 1858
oo Luitgarde Zhorzky von Zhorze, Tochter des Ferdinand Zhorsky Ritter von Zhorze, k.k. Hauptmann, und der Leopoldine Gold
Kinder des Anton Mold Edlen von Mollheim:
3. Leopoldine Mold Edle von Mollheim
* Brünn-Königsfeld, 15. XII. 1856
oo Brünn-Königsfeld, 25. VIII. 1879, Ludwig Karl Ferdinand von Schlieben, k.k. Hauptmann im Infanterieregiment Nr. 54
4. Oskar Ferdinand Anton Mold Edler von Mollheim
* Brünn-Königsfeld, nach der Stammfolge 19. XII. 1858
† Wien, nach der Stammfolge 29. IV. 1919
1. XI. 1914 Generalmajor, 1. XI. 1917 Feldmarschall-Leutnant
Hier ist ein quellenkritischer Hinweis angebracht: In der k.u.k. Generalitätsliste von Antonio Schmidt-Brentano erscheint Oskar Mold Edler von Mollheim mit abweichenden Lebensdaten, nämlich „22.7.1858 [3.12.1859 ?] – 1927“. Die auf der Arbeitsseite verlinkten Matrikenangaben sollten daher gegenüber der militärischen Sekundärliteratur nochmals geprüft werden.
5. Olga Marie Odone Mold Edle von Mollheim
* Brünn-Königsfeld, 14. II. 1861
6. Wenzel Anton Maria Mold Edler von Mollheim
* Brünn-Königsfeld, 2. II. 1866
k.k. Rittmeister 1. Klasse im Dragonerregiment Nr. 14
oo Prag, 15. I. 1900, Elisabeth Marketa Elvira Augusta Ludovika Ostermann, * Prag, 25. VIII. 1878, Tochter des Oskar Ostermann, Bankdirektor in Prag, und der Marie Marketa Scultety de Alsó-Lehota
7. Odone Marie Leopoldine Luitgarde Mold Edle von Mollheim
* Brünn-Königsfeld, 18. I. 1867
8. Alexander Anton Josef Maria Mold Edler von Mollheim
* Klattau, 3. XI. 1910
† Röschitz, Waldviertel, 1986
Direktor der Kladnoer Steinkohlebergwerke
4. Hinweis zu Alexander Mold Edler von Mollheim und den Kladnoer Bergwerken während der deutschen Besetzung
Besonders zu beachten ist der unter Nr. 8 genannte Alexander Anton Josef Maria Mold Edler von Mollheim. In der Literatur zu den Außenkommandos des Ghettos Theresienstadt wird ein Alexander von Moll-Moldheim bzw. in tschechischen Zusammenhängen auch eine Namensform Mold-Mollheim als Direktor des Syndikats der Kladnoer Steinkohlenbergwerke genannt.
Nach der Darstellung des Projekts „Ghetto Theresienstadt – ein Nachschlagewerk“ trat eine erste Gruppe von 100 jüdischen Gefangenen aus Theresienstadt am 22. Februar 1942 die Arbeit in den Kladnoer Bergwerken an; eine zweite Gruppe mit 200 Männern folgte am 16. März 1942. Der Einsatz endete im Juli 1943. Genannt werden unter anderem die Bergwerke „Ronna“, „Mayrau“ und „Schoeller“ der Prager Eisenwerke sowie das Bergwerk Prago in Dubí für die Steinkohlen AG Lány-Rakovník.
Quelle:
Außenkommandos/Arbeitskommandos – Ghetto Theresienstadt
Die bisherige Formulierung, Alexander Mold Edler von Mollheim habe während der deutschen Besetzung als Direktor der Kladnoer Steinkohlebergwerke KZ-Häftlinge aus Theresienstadt beschäftigt, ist daher im Kern quellenmäßig anschlussfähig, sollte aber präzise formuliert werden:
Es handelte sich um jüdische Gefangene aus dem Ghetto Theresienstadt, die als Außenkommando in den Kladnoer Bergwerken unter Zwangsbedingungen eingesetzt wurden.
Zugleich ist die Namensform in den Holocaust-Quellen auffällig: Dort erscheint nicht durchgehend „Mold Edler von Mollheim“, sondern auch „Moll-Moldheim“ bzw. „Mold-Mollheim“. Die Identität mit dem in der Stammfolge genannten Alexander Anton Josef Maria Mold Edler von Mollheim liegt nahe, sollte aber noch durch weitere zeitgenössische Quellen abgesichert werden, etwa Firmenakten, Protektoratsakten, Nachkriegsakten oder Personalunterlagen der Kladnoer Bergwerksverwaltung.
5. Quellen und Literatur
- Mold von Mollheim – Wappen und Stammfolge
- Österreichisches Staatsarchiv, AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 614.5 – Mold, Mathias, Oberleutnant, Adelsstand, „von Mollheim“, 1837.12.30
- Peter Frank-Döfering: Adelslexikon des österreichischen Kaisertums 1804–1918, Wien 1989, S. 421.
- Antonio Schmidt-Brentano: Die k.k. bzw. k.u.k. Generalität 1816–1918, Wien 2007, S. 121.
- Die Theresianische Militärakademie und ihre Zöglinge, Bd. II, S. 61 und 717; Bd. III, S. 9 und 85.
- Amtsblatt zur Wiener Zeitung, 1. März 1921.
- Außenkommandos/Arbeitskommandos – Ghetto Theresienstadt
- Einträge in den jeweiligen Matriken, insbesondere Brünn-Königsfeld, Prag, Klattau und Wien.
6. Offene Fragen an das Forum
- Gibt es ergänzende Angaben zu Herkunft, Geburts- und Sterbedaten des Mathias Mold Edlen von Mollheim und seiner Ehefrau Anna Kozinowitz?
- Wie sind die abweichenden Lebensdaten zu Oskar Ferdinand Anton Mold Edler von Mollheim zu erklären? Liegt ein gesicherter Sterbeeintrag Wien 29. IV. 1919 vor, oder ist die Angabe 1927 aus Schmidt-Brentano anderweitig begründet?
- Kann die Identität des in den Theresienstadt-Quellen genannten „Alexander von Moll-Moldheim“ bzw. „Alexander von Mold-Mollheim“ mit Alexander Anton Josef Maria Mold Edler von Mollheim, * Klattau 3. XI. 1910, zweifelsfrei belegt werden?
- Gibt es Personal- oder Firmenunterlagen zum Syndikat der Kladnoer Steinkohlenbergwerke, zur Prager Eisengesellschaft oder zur Steinkohlen AG Lány-Rakovník, in denen Alexander Mold/Mollheim genannt wird?
- Sind Nachkriegsakten, Entnazifizierungsunterlagen oder tschechoslowakische Verwaltungsakten zu Alexander Mold Edler von Mollheim bekannt?
- Lassen sich die im Amtsblatt zur Wiener Zeitung vom 1. März 1921 genannten Angaben zur Familie genauer einordnen?
Fazit
Die Familie Mold Edle von Mollheim ist durch den Hofadelsakt von 1837 und die nun zugängliche Wappenüberlieferung gut fassbar. Die zusammengestellte Stammfolge bietet eine solide Grundlage für einen Lexikonartikel, sollte aber an einzelnen Punkten – insbesondere bei den Lebensdaten Oskar Mold Edler von Mollheims und bei der Identifizierung Alexanders im Kontext der Kladnoer Bergwerke – noch quellenkritisch nachgeschärft werden.
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