Familie Reitzner von Heidelberg – ungarischer Kleinadel oder Scheinadel
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Familie Reitzner von Heidelberg – ungarischer Kleinadel oder Scheinadel
4 Wochen 33 Minuten her - 3 Wochen 6 Tage her
Familie Reitzner von Heidelberg – ungarischer Kleinadel, Scheinadel oder ungeklärte Prädikatsführung?
GENTRY, KASTULUS, GIRALDUS, FROE
Bei der Familie Reitzner von Heidelberg stellt sich eine interessante, bisher offenbar nicht abschließend geklärte Frage: Liegt hier eine tatsächlich nachweisbare ungarische Adels- bzw. Prädikatsberechtigung vor, oder handelt es sich um eine spätere, nicht amtlich belegte Führung eines „von“ samt deutschklingendem Prädikat?
Ausgangspunkt ist die Eheschließung von Fräulein Hilda bzw. Ingulda Hilde Reitzner von Heidelberg mit dem Hamburger Reeder Albert Hugo Eberhard von Enckevort im Jahr 1912 in Berlin. Albert v. Enckevort gehörte einer alten, ursprünglich niederländischen Adelsfamilie an. Die Braut wird in genealogischen Nachweisen als Tochter des k. u. k. Obersten i. R. Viktor Reitzner von Heidelberg und der Leona Bosnyák de Balatoncsehy geführt.
Nach bisherigem Stand ist Viktor Reitzner am 30. Juli 1844 in Bártfa / Bartfeld im damaligen Königreich Ungarn geboren worden. In heutigen Ortsbezeichnungen handelt es sich um Bardejov in der Slowakei, historisch im Komitat Sáros gelegen. Als Eltern erscheinen im Geburtseintrag János Reitzner und Karoline von Gunda / Gunda. In einem späteren genealogischen Online-Eintrag wird Viktor als „heidelbergi Reitzner Viktor“ geführt; im Taufeintrag selbst soll jedoch gerade dieses „heidelbergi“ nicht vorkommen.
Der bisherige Quellenbefund
Nach den bisherigen Recherchen ergibt sich folgendes Bild:
Damit ist derzeit festzuhalten: Es gibt Spuren ähnlicher Namen, aber noch keinen Beweis, dass Viktor Reitzner oder seine Familie mit einer dieser Familien identisch oder stammverwandt war.
Der Taufeintrag von Viktor Reitzner und die Frage „nemes“
Ein besonders interessanter Punkt ist der Taufeintrag Viktor Reitzners aus Bártfa vom 30. Juli 1844. Dort soll nach der Konfession „römisch-katholisch“ ein durchgestrichener Zusatz stehen, der zunächst als „nemes“ gelesen wurde. „Nemes“ bedeutet im Ungarischen „edel“ bzw. „adelig“ und wäre grundsätzlich ein wichtiger Hinweis auf ungarischen untitulierten Adel.
Nach Rückfrage bei dem ungarischen Genealogen Adam Mezes wurde die betreffende Stelle jedoch anders erklärt. Der Zusatz sei wohl als „királyi sótiszt“ zu lesen, also als königlicher Salzbeamter. Das wäre keine Adelsbezeichnung, sondern eine Amts- bzw. Berufsbezeichnung. Da Salz in Ungarn ein wichtiger staatlicher Wirtschaftsbereich war, handelte es sich durchaus um ein angesehenes Amt.
Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass Bártfa eine königliche Stadt war. In solchen Städten konnten adelige Einwohner ihre ständischen Vorrechte nicht in gleicher Weise geltend machen wie auf dem Land; sie standen dort in der städtischen Ordnung eher den Bürgern gleich. Deshalb wäre ein fehlender oder durchgestrichener Adelszusatz im städtischen Matrikeneintrag nicht zwingend ein Gegenbeweis gegen adelige Herkunft, aber eben auch kein Beweis dafür.
Zum Problem des „von“ bei ungarischen Familien
Für die Beurteilung ist der Unterschied zwischen österreichisch-deutscher und ungarischer Adelsnamenspraxis entscheidend.
Im deutschen Sprachraum, und damit auch in den deutsch-österreichischen Ländern, war das „von“ seit dem 17./18. Jahrhundert zunehmend ein Adelszeichen. Im Kaisertum Österreich wurde es beim untitulierten Adel praktisch regelmäßig mitverliehen und war als Adelszeichen konstitutiv.
In Ungarn war die Lage anders. Der untitulierte ungarische Adel führte kein deutsches „von“ als Adelszeichen. Wenn eine Familie ein Prädikat hatte, wurde dieses in ungarischer Form vorangestellt und mit der Endung -i gebildet. Ein Beispiel wäre nach diesem Muster nicht „Adamovich von Csepin“, sondern ungarisch Csepini Adamovich. Familien ohne solches Prädikat konnten in Matriken mit nemes bezeichnet werden.
Daraus folgt: Eine ungarische Familie konnte adelig sein, ohne im Namen ein „von“ zu führen. Umgekehrt beweist ein später geführtes deutsches „von“ bei einer aus Ungarn stammenden Familie noch nicht, dass ein österreichischer oder ungarischer Adelsakt mit genau dieser Namensform existierte.
Das rätselhafte Prädikat „Heidelberg“
Besonders auffällig bleibt das Prädikat „Heidelberg“. In cisleithanischen Adelsangelegenheiten waren bloße Städtenamen als frei gewählte Prädikate problematisch und im Regelfall nicht üblich, wenn kein entsprechender Bezug bestand. In Ungarn konnten geographische Prädikate vorkommen, sie mussten aber grundsätzlich einen Bezug zum Gebiet des Königreichs Ungarn haben.
Der Name „Heidelberg“ wirkt zunächst deutsch und erinnert selbstverständlich an die Stadt am Neckar. Ein entsprechender ungarischer Ort oder Besitzbezug ist bisher nicht bekannt. Damit bleibt offen, ob „Heidelberg“ auf einen noch unbekannten Besitz-, Herkunfts-, Dienst- oder Ehrungszusammenhang verweist, oder ob die Bezeichnung später aus anderen Gründen angenommen wurde.
Eine denkbare, aber bislang nicht belegte Erklärung wäre, dass die Familie Reitzner als angesehene ungarische Beamten- bzw. Offiziersfamilie in Cisleithanien oder im deutschsprachigen Umfeld ein „von“ gebrauchte, ohne dass eine formelle österreichische Adels- oder Prädikatsverleihung nachweisbar ist. Das wäre dann weniger ein klassischer Adelsnachweis als ein Fall von gesellschaftlicher Namensführung oder „Scheinadel“.
Ordensadel?
Da Viktor Reitzner auf bekannten Fotografien mit zahlreichen Orden erscheint, wurde auch die Frage nach einem möglichen Ordensadel aufgeworfen. Das ist ein sinnvoller Prüfpfad, aber kein Beweis. Eine stark dekorierte Brust zeigt Verdienste und Auszeichnungen, nicht automatisch eine Nobilitierung.
Zu prüfen wäre daher, ob Viktor Reitzner Orden erhielt, die einen Anspruch oder ein Gesuch auf Erhebung in den Adel ermöglichten, und ob ein solches Gesuch tatsächlich eingereicht oder bewilligt wurde. Gerade bei Offizieren können Militärschematismen, Ordenslisten und Personalakten hier weiterhelfen.
Zwischenbefund
Der derzeitige Befund spricht eher gegen eine bisher nachweisbare amtliche Verleihung des Namens oder Prädikats „Reitzner von Heidelberg“. Sicher belegt ist die spätere Führung dieser Namensform in genealogischen Zusammenhängen und im Umfeld der Familie Enckevort. Nicht belegt ist hingegen eine entsprechende Nobilitierung, Prädikatsverleihung oder Namensvereinigung.
Am wahrscheinlichsten erscheinen derzeit drei Möglichkeiten:
Ohne Matriken- und Archivbelege bleibt Vorsicht geboten. Vor allem sollte die bloße spätere Namensform „Reitzner von Heidelberg“ nicht vorschnell als Beweis für eine amtliche österreichische oder ungarische Adelsverleihung gewertet werden.
Weiterführende Fragen
Quellen und Hinweise
Vorläufiges Fazit: Die Namensform „Reitzner von Heidelberg“ ist als spätere Führung nachweisbar, aber eine amtliche österreichische oder ungarische Adels- bzw. Prädikatsverleihung konnte bislang nicht belegt werden. Gerade deshalb wäre der Fall interessant: Er berührt die schwierige Grenze zwischen ungarischer Gentry, deutsch-österreichischer Adelszeichenpraxis, militärischer Karriere und gesellschaftlicher Namensführung.
GENTRY, KASTULUS, GIRALDUS, FROE
Bei der Familie Reitzner von Heidelberg stellt sich eine interessante, bisher offenbar nicht abschließend geklärte Frage: Liegt hier eine tatsächlich nachweisbare ungarische Adels- bzw. Prädikatsberechtigung vor, oder handelt es sich um eine spätere, nicht amtlich belegte Führung eines „von“ samt deutschklingendem Prädikat?
Ausgangspunkt ist die Eheschließung von Fräulein Hilda bzw. Ingulda Hilde Reitzner von Heidelberg mit dem Hamburger Reeder Albert Hugo Eberhard von Enckevort im Jahr 1912 in Berlin. Albert v. Enckevort gehörte einer alten, ursprünglich niederländischen Adelsfamilie an. Die Braut wird in genealogischen Nachweisen als Tochter des k. u. k. Obersten i. R. Viktor Reitzner von Heidelberg und der Leona Bosnyák de Balatoncsehy geführt.
Nach bisherigem Stand ist Viktor Reitzner am 30. Juli 1844 in Bártfa / Bartfeld im damaligen Königreich Ungarn geboren worden. In heutigen Ortsbezeichnungen handelt es sich um Bardejov in der Slowakei, historisch im Komitat Sáros gelegen. Als Eltern erscheinen im Geburtseintrag János Reitzner und Karoline von Gunda / Gunda. In einem späteren genealogischen Online-Eintrag wird Viktor als „heidelbergi Reitzner Viktor“ geführt; im Taufeintrag selbst soll jedoch gerade dieses „heidelbergi“ nicht vorkommen.
Der bisherige Quellenbefund
Nach den bisherigen Recherchen ergibt sich folgendes Bild:
- Eine Familie Reitzner von Heidelberg konnte im Allgemeinen Verwaltungsarchiv Wien bisher nicht nachgewiesen werden.
- Auch in den herangezogenen ungarischen Verzeichnissen zu den Királyi Könyvek fand sich bislang keine Nobilitierung oder Prädikatsverleihung für „Reitzner“ bzw. „Reitzner von Heidelberg“.
- In den ungarischen Adelsregistern erscheinen zwar ähnlich klingende Namen, insbesondere Rajzner und Reisner, jedoch ohne einen erkennbaren Zusammenhang mit dem Prädikat „Heidelberg“.
- Für Rajzner ist eine Wappen- bzw. Adelsverleihung von 1790 greifbar.
- Für Reisner ist eine Wappen- bzw. Adelsverleihung von 1791 greifbar.
- Die Schreibweise Raizner kommt auch im kroatisch-slawonischen Zusammenhang vor; auch daraus folgt aber noch keine Verbindung zur Familie Reitzner von Heidelberg.
Damit ist derzeit festzuhalten: Es gibt Spuren ähnlicher Namen, aber noch keinen Beweis, dass Viktor Reitzner oder seine Familie mit einer dieser Familien identisch oder stammverwandt war.
Der Taufeintrag von Viktor Reitzner und die Frage „nemes“
Ein besonders interessanter Punkt ist der Taufeintrag Viktor Reitzners aus Bártfa vom 30. Juli 1844. Dort soll nach der Konfession „römisch-katholisch“ ein durchgestrichener Zusatz stehen, der zunächst als „nemes“ gelesen wurde. „Nemes“ bedeutet im Ungarischen „edel“ bzw. „adelig“ und wäre grundsätzlich ein wichtiger Hinweis auf ungarischen untitulierten Adel.
Nach Rückfrage bei dem ungarischen Genealogen Adam Mezes wurde die betreffende Stelle jedoch anders erklärt. Der Zusatz sei wohl als „királyi sótiszt“ zu lesen, also als königlicher Salzbeamter. Das wäre keine Adelsbezeichnung, sondern eine Amts- bzw. Berufsbezeichnung. Da Salz in Ungarn ein wichtiger staatlicher Wirtschaftsbereich war, handelte es sich durchaus um ein angesehenes Amt.
Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass Bártfa eine königliche Stadt war. In solchen Städten konnten adelige Einwohner ihre ständischen Vorrechte nicht in gleicher Weise geltend machen wie auf dem Land; sie standen dort in der städtischen Ordnung eher den Bürgern gleich. Deshalb wäre ein fehlender oder durchgestrichener Adelszusatz im städtischen Matrikeneintrag nicht zwingend ein Gegenbeweis gegen adelige Herkunft, aber eben auch kein Beweis dafür.
Zum Problem des „von“ bei ungarischen Familien
Für die Beurteilung ist der Unterschied zwischen österreichisch-deutscher und ungarischer Adelsnamenspraxis entscheidend.
Im deutschen Sprachraum, und damit auch in den deutsch-österreichischen Ländern, war das „von“ seit dem 17./18. Jahrhundert zunehmend ein Adelszeichen. Im Kaisertum Österreich wurde es beim untitulierten Adel praktisch regelmäßig mitverliehen und war als Adelszeichen konstitutiv.
In Ungarn war die Lage anders. Der untitulierte ungarische Adel führte kein deutsches „von“ als Adelszeichen. Wenn eine Familie ein Prädikat hatte, wurde dieses in ungarischer Form vorangestellt und mit der Endung -i gebildet. Ein Beispiel wäre nach diesem Muster nicht „Adamovich von Csepin“, sondern ungarisch Csepini Adamovich. Familien ohne solches Prädikat konnten in Matriken mit nemes bezeichnet werden.
Daraus folgt: Eine ungarische Familie konnte adelig sein, ohne im Namen ein „von“ zu führen. Umgekehrt beweist ein später geführtes deutsches „von“ bei einer aus Ungarn stammenden Familie noch nicht, dass ein österreichischer oder ungarischer Adelsakt mit genau dieser Namensform existierte.
Das rätselhafte Prädikat „Heidelberg“
Besonders auffällig bleibt das Prädikat „Heidelberg“. In cisleithanischen Adelsangelegenheiten waren bloße Städtenamen als frei gewählte Prädikate problematisch und im Regelfall nicht üblich, wenn kein entsprechender Bezug bestand. In Ungarn konnten geographische Prädikate vorkommen, sie mussten aber grundsätzlich einen Bezug zum Gebiet des Königreichs Ungarn haben.
Der Name „Heidelberg“ wirkt zunächst deutsch und erinnert selbstverständlich an die Stadt am Neckar. Ein entsprechender ungarischer Ort oder Besitzbezug ist bisher nicht bekannt. Damit bleibt offen, ob „Heidelberg“ auf einen noch unbekannten Besitz-, Herkunfts-, Dienst- oder Ehrungszusammenhang verweist, oder ob die Bezeichnung später aus anderen Gründen angenommen wurde.
Eine denkbare, aber bislang nicht belegte Erklärung wäre, dass die Familie Reitzner als angesehene ungarische Beamten- bzw. Offiziersfamilie in Cisleithanien oder im deutschsprachigen Umfeld ein „von“ gebrauchte, ohne dass eine formelle österreichische Adels- oder Prädikatsverleihung nachweisbar ist. Das wäre dann weniger ein klassischer Adelsnachweis als ein Fall von gesellschaftlicher Namensführung oder „Scheinadel“.
Ordensadel?
Da Viktor Reitzner auf bekannten Fotografien mit zahlreichen Orden erscheint, wurde auch die Frage nach einem möglichen Ordensadel aufgeworfen. Das ist ein sinnvoller Prüfpfad, aber kein Beweis. Eine stark dekorierte Brust zeigt Verdienste und Auszeichnungen, nicht automatisch eine Nobilitierung.
Zu prüfen wäre daher, ob Viktor Reitzner Orden erhielt, die einen Anspruch oder ein Gesuch auf Erhebung in den Adel ermöglichten, und ob ein solches Gesuch tatsächlich eingereicht oder bewilligt wurde. Gerade bei Offizieren können Militärschematismen, Ordenslisten und Personalakten hier weiterhelfen.
Zwischenbefund
Der derzeitige Befund spricht eher gegen eine bisher nachweisbare amtliche Verleihung des Namens oder Prädikats „Reitzner von Heidelberg“. Sicher belegt ist die spätere Führung dieser Namensform in genealogischen Zusammenhängen und im Umfeld der Familie Enckevort. Nicht belegt ist hingegen eine entsprechende Nobilitierung, Prädikatsverleihung oder Namensvereinigung.
Am wahrscheinlichsten erscheinen derzeit drei Möglichkeiten:
- Ungarischer Kleinadel ohne deutsches „von“: Die Familie Reitzner könnte tatsächlich ungarischer Gentry bzw. Kleinadel gewesen sein, ohne dass das Prädikat „Heidelberg“ ursprünglich dazugehört hätte.
- Angesehene Beamtenfamilie mit späterer adeliger Namensführung: Die Familie könnte im deutschsprachigen Umfeld ein „von“ samt Prädikat geführt haben, ohne dass sich dafür bisher ein formeller Adelsakt findet.
- Verwechslung mit ähnlich klingenden Familien: Die Namen Rajzner, Reisner oder Raizner könnten genealogisch oder heraldisch in die Diskussion geraten sein, ohne dass tatsächlich eine Stammverbindung zu Reitzner besteht.
Ohne Matriken- und Archivbelege bleibt Vorsicht geboten. Vor allem sollte die bloße spätere Namensform „Reitzner von Heidelberg“ nicht vorschnell als Beweis für eine amtliche österreichische oder ungarische Adelsverleihung gewertet werden.
Weiterführende Fragen
- Ist der vollständige Taufeintrag Viktor Reitzners aus Bártfa/Bartfeld in guter Auflösung verfügbar, insbesondere die Stelle mit dem durchgestrichenen Zusatz?
- Gibt es weitere Matrikeneinträge der Familie Reitzner außerhalb der königlichen Stadt Bártfa, in denen „nemes“ oder ein Prädikat eindeutig erscheint?
- Lässt sich der Vater János Reitzner als königlicher Salzbeamter in einem Schematismus, Amtskalender oder staatlichen Personalverzeichnis nachweisen?
- Finden sich in ungarischen Komitatsakten, insbesondere für Sáros, Hinweise auf eine Familie Reitzner als adelige Familie?
- Gibt es ein Wappen der Familie Reitzner von Heidelberg? Falls ja, stimmt es mit Rajzner 1790, Reisner 1791 oder Raizner überein?
- Ist in den Militärpersonalakten Viktor Reitzners ein Adelsstand, eine Prädikatsführung oder ein Hinweis auf Ordensadel genannt?
- Wurde bei der standesamtlichen Ehe Enckevort/Reitzner 1912 in Berlin die Namensform nur deklaratorisch übernommen, oder wurden adelige Nachweise vorgelegt?
- Ist der Geburtseintrag der Hilda bzw. Ingulda Hilde Reitzner, geboren am 23. August 1886 in Wien, auffindbar, und wie lautet dort die Namensform?
- Lässt sich erklären, woher gerade das Prädikat „Heidelberg“ stammt?
Quellen und Hinweise
- Geni-Eintrag zu Viktor Károly István Antal Reitzner, „heidelbergi“: www.geni.com/people/...6155982824
- Geni-Foto / Todesanzeige der Mutter, im ursprünglichen Hinweis nur gekürzt überliefert: [ www.geni.com/photo/v...6481532119 ( www.geni.com/photo/v...6481532119 [/url)]
- Foto Viktor Reitzner von Heidelberg / Hinweis im Forum: coresno.com/forum/gn...#gallery-3
- OSZK-Hinweis zum Vater der Leona Bosnyák: dspace.oszk.hu/handl...46/356479#
- OSZK-Hinweis zur Mutter der Leona Bosnyák: dspace.oszk.hu/handl...46/356481#
- CERL/Siebmacher-Suche Rajzner: data.cerl.org/siebma...rt=default
- CERL/Siebmacher-Suche Reisner: data.cerl.org/siebma...rt=default
- Münchner Wappen-Herold, Generalindex R, mit Nachweisen zu Rajzner 1790 und Reisner 1791: www.muenchner-wappen...ndex_R.pdf
- Georg Frölichsthal, „Die Adelspartikel ‚von‘ im internationalen Vergleich“, in: ADLER 5/20, S. 211–219. Besonders einschlägig zur Frage, dass Ungarn kein deutsches „von“ als Adelszeichen kannte und ungarische Prädikate anders gebildet wurden.
- Merkel-Zeller Genealogie, Einträge zu Viktor Reitzner von Heidelberg, Ingulda Hilde Reitzner von Heidelberg und Albert Hugo Eberhard von Enckevort.
Vorläufiges Fazit: Die Namensform „Reitzner von Heidelberg“ ist als spätere Führung nachweisbar, aber eine amtliche österreichische oder ungarische Adels- bzw. Prädikatsverleihung konnte bislang nicht belegt werden. Gerade deshalb wäre der Fall interessant: Er berührt die schwierige Grenze zwischen ungarischer Gentry, deutsch-österreichischer Adelszeichenpraxis, militärischer Karriere und gesellschaftlicher Namensführung.
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