Vitus und Harald Freiherren von Pach zu Hansenheim und Hohen-Eppan
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Vitus und Harald Freiherren von Pach zu Hansenheim und Hohen-Eppan
4 Wochen 23 Stunden her
Ehen, Nachkommenschaft und Frage zur Freiherrenstandsanerkennung
Liebe Mitforscher,
ausgehend von der Frage, mit wem sich die Brüder Vitus und Harald Freiherren von Pach zu Hansenheim und Hohen-Eppan verheiratet haben, konnte durch Hinweise auf das Genealogische Handbuch des in Bayern immatrikulierten Adels eine wesentliche Ergänzung gewonnen werden.
Die Familie Pach zu Hansenheim ist nach den vorliegenden Hinweisen in den Bänden XXVII/2008 und XXXI/2016 des Bayerischen Handbuchs behandelt. Damit liegen deutlich jüngere genealogische Angaben vor als im letzten bekannten Gotha-Eintrag von 1939; das Österreichische Familienarchiv, Band II enthält offenbar nur die ältere Genealogie.
Nach der mitgeteilten Abschrift aus GHBy 27 (2008) und GHBy 31 (2016) ergibt sich für die beiden Brüder:
1. Vitus Freiherr von Pach zu Hansenheim und Hohen-Eppan
Ein weiterer Zusammenhang ergab sich bei der Ergänzung der Nachkommenschaft des Stahlmagnaten Hugo Graf Henckel-Donnersmarck, wo die Pach-Hansenheim bereits früh erscheinen: Zu korrigieren ist vermutlich auch der Hinweis auf einen Verkauf der „Burg Pernegg“. Nach den öffentlich auffindbaren Angaben handelt es sich um die Burg Berneck / Bernegg bei Kauns in Tirol, die 1728 in den Besitz der Freiherren von Pach gelangte und 1932 bzw. 1934 von den Brüdern Harald und Vitus Pach je zur Hälfte an Gottfried Knabl und Anton Kathrein verkauft wurde. Eine grundbücherliche oder archivalische Bestätigung dieses Verkaufs wäre dennoch wünschenswert.Besonders interessant bleibt die Frage nach dem Pach’schen Freiherrenstand. Das Österreichische Familienarchiv, Band II, 1963, S. 86, formuliert offenbar:„Am 23. Juni 1847 erhielten die Pach mit der Bestätigung ihres Ritterstandes auch das Recht, sich des (dem Johann Joachim am 17. Jänner 1746 [!] verliehenen großherzoglich Badenschen) ausländischen Freiherrenstandes zu bedienen.
“Diese Angabe wirkt in mehreren Punkten erklärungsbedürftig. Ein „großherzoglich badischer“ Freiherrenstand im Jahr 1746 ist schon chronologisch auffällig, da Baden erst 1806 zum Großherzogtum erhoben wurde. Zudem fehlt diese angebliche badische Standeserhebung bei Gritzner. Das GHdA-Adelslexikon 1999 nennt dagegen anscheinend nur die österreichische Bewilligung zur Führung des Freiherrenstandes vom 17.1.1846.
Plausibler erscheint daher die Formulierung im Bayerischen Handbuch:
Österreichische Ritterstandsbestätigung mit „von Hansenheim und Hohen-Eppan“ sowie Erlaubnis zur Führung des Freiherrentitels, Wien 17.1.1846; Plakat 23.6.1847.Diese Deutung wird auch durch den einschlägigen Akt im Österreichischen Staatsarchiv gestützt:AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 673.36
Pach, Joseph, Ludwig, Brüder, Ritterstandsbestätigung „von Hansenheim und Hoheneppan“ und Aktenstücke betreffend die Bewilligung zur Bedienung des ausländischen Freiherrenstandes für Joseph, Ludwig, Marianna, Maximilana, 1822–1847.
www.archivinformatio...ID=4370411
Demnach dürfte am 17.1.1846 die allerhöchste Entschließung bzw. Bewilligung erfolgt sein, während am 23.6.1847 die entsprechende Ausfertigung bzw. das Plakat datiert. Offen bleibt allerdings, ob die Bewilligung lediglich die Führung eines ausländischen Freiherrentitels in Österreich betraf oder ob sie praktisch als österreichische Anerkennung bzw. Prävalierung des Freiherrenstandes zu verstehen ist. Gerade dieser Unterschied wäre adelsrechtlich nicht unerheblich.
Weitere einschlägige ÖStA-Hinweise
AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 673.34
Pach zu Hansenheim, Christoph Ulrich, oberösterreichischer geheimer Rat, Hofkanzler und Gesandter, Ritterstand, „Edler Herr zu Hohen-Eppan“, Wien 29.3.1672.
www.archivinformatio...ID=4370408
AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 673.37
Pach zu Hansenheim, Gesuch des Urenkels mütterlicherseits Paul Freiherr von Biegeleben um Ausfertigung von Kopien der Adelsbriefe von 1645 und 1661, 1887.
www.archivinformatio...ID=4370414
AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 673.38
Pach zu Hansenheim, Gesuch des Felix Freiherr von Pach zu Hansenheim, k.k. Kämmerer und Feldmarschallleutnant, um Ausfolgung von Adelszertifikaten über den Adel und das Wappen der Familien Hensler und Merlet, 1893.
www.archivinformatio...ID=4370415
Offene Fragen
Liebe Mitforscher,
ausgehend von der Frage, mit wem sich die Brüder Vitus und Harald Freiherren von Pach zu Hansenheim und Hohen-Eppan verheiratet haben, konnte durch Hinweise auf das Genealogische Handbuch des in Bayern immatrikulierten Adels eine wesentliche Ergänzung gewonnen werden.
Die Familie Pach zu Hansenheim ist nach den vorliegenden Hinweisen in den Bänden XXVII/2008 und XXXI/2016 des Bayerischen Handbuchs behandelt. Damit liegen deutlich jüngere genealogische Angaben vor als im letzten bekannten Gotha-Eintrag von 1939; das Österreichische Familienarchiv, Band II enthält offenbar nur die ältere Genealogie.
Nach der mitgeteilten Abschrift aus GHBy 27 (2008) und GHBy 31 (2016) ergibt sich für die beiden Brüder:
1. Vitus Freiherr von Pach zu Hansenheim und Hohen-Eppan
- 1905
† Salzburg 1957
Diplomat.
Nach den Angaben des Bayerischen Handbuchs blieb er unverheiratet.
- 1909
† Salzburg 11.10.1995
Handelsakademie in Graz, Kaufmann, Fabriksbesitzer.
⚭ München 20.12.1939 Josefine Szanto, - München 9.2.1914, † Salzburg 20.6.1987,
Tochter des Sándor Szanto und der Josefa Lutzenberger.
- Tamsweg 1.1.1951, Dipl.-Ing.
⚭ Salzburg 13.3.1976 Christa-Charlotte Leers, - Hameln 12.3.1951,
Tochter des Gerhard Richard Leers, Geschäftsführer, und der Gisela Vollroth.
- Alexander Freiherr von Pach zu Hansenheim und Hohen-Eppan,
- München 23.10.1978.
- Isabell-Sophie Freiin von Pach zu Hansenheim und Hohen-Eppan,
- München 19.7.1981.
Ein weiterer Zusammenhang ergab sich bei der Ergänzung der Nachkommenschaft des Stahlmagnaten Hugo Graf Henckel-Donnersmarck, wo die Pach-Hansenheim bereits früh erscheinen: Zu korrigieren ist vermutlich auch der Hinweis auf einen Verkauf der „Burg Pernegg“. Nach den öffentlich auffindbaren Angaben handelt es sich um die Burg Berneck / Bernegg bei Kauns in Tirol, die 1728 in den Besitz der Freiherren von Pach gelangte und 1932 bzw. 1934 von den Brüdern Harald und Vitus Pach je zur Hälfte an Gottfried Knabl und Anton Kathrein verkauft wurde. Eine grundbücherliche oder archivalische Bestätigung dieses Verkaufs wäre dennoch wünschenswert.Besonders interessant bleibt die Frage nach dem Pach’schen Freiherrenstand. Das Österreichische Familienarchiv, Band II, 1963, S. 86, formuliert offenbar:„Am 23. Juni 1847 erhielten die Pach mit der Bestätigung ihres Ritterstandes auch das Recht, sich des (dem Johann Joachim am 17. Jänner 1746 [!] verliehenen großherzoglich Badenschen) ausländischen Freiherrenstandes zu bedienen.
“Diese Angabe wirkt in mehreren Punkten erklärungsbedürftig. Ein „großherzoglich badischer“ Freiherrenstand im Jahr 1746 ist schon chronologisch auffällig, da Baden erst 1806 zum Großherzogtum erhoben wurde. Zudem fehlt diese angebliche badische Standeserhebung bei Gritzner. Das GHdA-Adelslexikon 1999 nennt dagegen anscheinend nur die österreichische Bewilligung zur Führung des Freiherrenstandes vom 17.1.1846.
Plausibler erscheint daher die Formulierung im Bayerischen Handbuch:
Österreichische Ritterstandsbestätigung mit „von Hansenheim und Hohen-Eppan“ sowie Erlaubnis zur Führung des Freiherrentitels, Wien 17.1.1846; Plakat 23.6.1847.Diese Deutung wird auch durch den einschlägigen Akt im Österreichischen Staatsarchiv gestützt:AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 673.36
Pach, Joseph, Ludwig, Brüder, Ritterstandsbestätigung „von Hansenheim und Hoheneppan“ und Aktenstücke betreffend die Bewilligung zur Bedienung des ausländischen Freiherrenstandes für Joseph, Ludwig, Marianna, Maximilana, 1822–1847.
www.archivinformatio...ID=4370411
Demnach dürfte am 17.1.1846 die allerhöchste Entschließung bzw. Bewilligung erfolgt sein, während am 23.6.1847 die entsprechende Ausfertigung bzw. das Plakat datiert. Offen bleibt allerdings, ob die Bewilligung lediglich die Führung eines ausländischen Freiherrentitels in Österreich betraf oder ob sie praktisch als österreichische Anerkennung bzw. Prävalierung des Freiherrenstandes zu verstehen ist. Gerade dieser Unterschied wäre adelsrechtlich nicht unerheblich.
Weitere einschlägige ÖStA-Hinweise
AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 673.34
Pach zu Hansenheim, Christoph Ulrich, oberösterreichischer geheimer Rat, Hofkanzler und Gesandter, Ritterstand, „Edler Herr zu Hohen-Eppan“, Wien 29.3.1672.
www.archivinformatio...ID=4370408
AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 673.37
Pach zu Hansenheim, Gesuch des Urenkels mütterlicherseits Paul Freiherr von Biegeleben um Ausfertigung von Kopien der Adelsbriefe von 1645 und 1661, 1887.
www.archivinformatio...ID=4370414
AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 673.38
Pach zu Hansenheim, Gesuch des Felix Freiherr von Pach zu Hansenheim, k.k. Kämmerer und Feldmarschallleutnant, um Ausfolgung von Adelszertifikaten über den Adel und das Wappen der Familien Hensler und Merlet, 1893.
www.archivinformatio...ID=4370415
Offene Fragen
- Hat jemand Zugriff auf den vollständigen Artikel Pach zu Hansenheim in GHBy 27/2008 und GHBy 31/2016 und kann die Abschrift der Daten zu Vitus, Harald und Eberhard gegenprüfen?
- Gibt es in neueren Bänden des Bayerischen Handbuchs, insbesondere nach 2016, weitere Ergänzungen zur heute lebenden Nachkommenschaft?
- Lässt sich das genaue Sterbedatum von Vitus Freiherr von Pach in Salzburg 1957 aus Matriken, Standesamtsunterlagen oder Parten genauer bestimmen?
- Kann jemand die Münchner Trauung vom 20.12.1939 zwischen Harald Pach und Josefine Szanto belegen oder ergänzen, insbesondere mit Namensschreibung Szanto/Szántó?
- Hat jemand Einsicht in den ÖStA-Akt AVA Adel HAA AR 673.36, insbesondere in die Stücke zur allerhöchsten Entschließung vom 17.1.1846 und zum Plakat vom 23.6.1847?
- Gibt es einen archivalischen oder grundbücherlichen Nachweis zum Verkauf der Burg Berneck/Bernegg 1932/1934 durch Harald und Vitus Pach an Gottfried Knabl und Anton Kathrein?
- Genealogisches Handbuch des in Bayern immatrikulierten Adels, Band XXVII, 2008, Artikel Pach zu Hansenheim.
- Genealogisches Handbuch des in Bayern immatrikulierten Adels, Band XXXI, 2016, Artikel Pach zu Hansenheim.
- Österreichisches Familienarchiv, Band II, 1963, S. 86.
- GHdA-Adelslexikon, Band X, 1999, Artikel Pach zu Hansenheim.
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser, letzter bekannter Eintrag 1939.
- Gritzner, Standeserhebungen und Gnadenakte, 1881.
- Österreichisches Staatsarchiv, AVA Adel HAA AR 673.34, 673.36, 673.37, 673.38.
- Burg Berneck / Bernegg bei Kauns, Besitzgeschichte.
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