v. Schilling / Barone v. Schilling – österreichischer Ast, Schloss Klingenstein

v. Schilling / Barone v. Schilling – österreichischer Ast, Schloss Klingenstein

2 Wochen 5 Tage her - 2 Wochen 5 Tage her
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Liebe Mitforschende,
im Zusammenhang mit der Bearbeitung der Genealogie des Geschlechts v. Schilling / Barone v. Schilling für das Genealogische Handbuch der Baltischen Ritterschaften ergeben sich einige offene Punkte, bei denen ich um Hinweise aus dem Kreis der Forumsteilnehmer ersuchen möchte.

Im Mittelpunkt steht ein offenbar erloschener bzw. genealogisch schwer fassbarer österreichischer Ast der baltischen Barone v. Schilling. Nach bisherigem Kenntnisstand gelangte dieser Zweig Anfang des 19. Jahrhunderts nach Österreich, zunächst nach St. Pölten, später nach Wien. Einzelne Angehörige scheinen noch niedere Ränge beim k. k. bzw. k. u. k. Militär bekleidet zu haben; später verliert sich die Spur teilweise in bürgerlichen bzw. kleinbürgerlichen Verhältnissen und ohne gesicherte Führung des Adelsprädikats.

Ein wichtiger Hinweis findet sich beim Verband des Hauses Schilling: Dort wird Alexander Magnus als jener Angehörige genannt, der vermutlich als Offizier, Rittmeister, nach Österreich kam, 1834 in St. Pölten verstarb und in Österreich einen Nebenzweig begründete, der im Kleinbürgerstand ohne Adelsprädikat fortbestand.Daneben tauchte in der Diskussion eine mögliche, noch nicht zugeordnete Spur im zweiten Band des Österreichischen Taschenbuchs von 1907 auf: In der Genealogie der Familie v. Hosp wird die Ehe einer Tochter mit einem kaiserlichen Rat und Eisenbahnoberinspektor v. Schilling genannt. Ob dieser Mann zum hier gesuchten österreichischen Ast gehört oder einer anderen Schilling-Familie zuzuordnen ist, bleibt offen.

Ein weiterer, besser greifbarer Komplex betrifft die Barone v. Schilling auf Schloss Klingenstein bei Hausmannstätten / Vasoldsberg in der Steiermark. Nach den bisher zusammengetragenen Angaben besaßen sie Schloss Klingenstein ungefähr von 1899 bis 1936. Der Besitzschematismus konnte den Besitz für 1901 offenbar noch nicht bestätigen; ab 1904, Seite 55, und 1908 scheint der Besitz hingegen nachweisbar zu sein. Ein zusätzliches Indiz ist ein digitalisiertes Adressbuch, in dem für Schloss Klingenstein ein Obergärtner „bei Herrn Baron Schilling“ genannt wird.Zur Klingensteiner Linie liegen folgende genealogische Eckdaten vor:

Gottlieb Constantin Carl Gustav Wilhelm Freiherr v. Schilling
  • Serrefer, 6. Juli 1864
    † Graz, 28. Oktober 1933
    begraben in der Schlosskapelle Klingenstein
    auf Schloss Klingenstein bei Hausmannstätten, Steiermark, etwa 1899–1933
vermählt Frankfurt am Main, 2. November 1897, mit:
Maria Henriette v. Marx
  • Frankfurt am Main, 17. Dezember 1871
    † Graz, 9. September 1929
    begraben in der Schlosskapelle Klingenstein
    Tochter des Verwaltungsrats der Österreichischen Boden-Credit-Anstalt Ludwig / Louis Friedrich Heinrich Ritter v. Marx und der Mathilde Auguste Freiin Haber v. Linsberg.
Die Ehe blieb nach derzeitigem Stand kinderlos. Nach dem Tod Gottliebs erbten offenbar ein Neffe und eine Nichte, beide als Adoptivkinder genannt:

Peter Walter Nicolai Bodo Baron v. Schilling, später Freiherr v. Schilling-Schilling
  • Reval, 29. Oktober 1893
    † Rschew, Oblast Twer, 17. März 1942
    kaiserlich russischer Kornett der Garde, später Sonderführer der Wehrmacht, Landwirt
    Miterbe auf Schloss Klingenstein seit 1933
Die Namensführung „Freiherr v. Schilling-Schilling“ soll auf einem Beschluss des Bezirksgerichts Graz vom 12. August 1927, Nr. VII 440/27, beruhen.

Außerdem wird als Nichte und Adoptivtochter genannt:
Ursula Freiin v. Schilling-Schilling, verehelichte v. Erdberg-Krzenciewski.
Zu Ursula sowie zum weiteren Schicksal der Adoptivkinder liegen mir derzeit keine gesicherten Angaben vor. Gerade diese Verbindung wäre für die Ergänzung der Genealogie besonders wichtig.

Ein weiterer Hinweis betrifft das Wappenfenster Schilling im Schloss Klingenstein. Dieses scheint bei der Zuordnung der Linie hilfreich zu sein. Falls jemand über eine gute Abbildung, eine Beschreibung oder einen heraldischen Vergleich verfügt, wäre dies sehr willkommen.

Unklar ist weiters, ob die Klingensteiner Schilling mit Maurice Baron de Schilling, zweitem Sekretär bei der russischen Botschaft in Wien, in Verbindung stehen. Diese Spur wurde aufgrund eines Scans bzw. einer Nennung in Spalte 2, Zeile 12, aufgeworfen, ist aber genealogisch noch nicht belegt.Auffällig ist außerdem, dass offenbar keine österreichische Adelsprävalierung für diese Schilling-Linie bekannt ist. Im Allgemeinen Verwaltungsarchiv in Wien wurde bislang kein einschlägiger Akt zu „Baron Schilling“ festgestellt. Das wäre insofern bemerkenswert, als die Klingensteiner Schilling dauerhaft in Österreich ansässig waren bzw. über längere Zeit Großgrundbesitz in der Steiermark innehatten. Zu prüfen wäre daher, ob eine österreichische Staatsbürgerschaft überhaupt bestand, ob der Baronstitel nur gesellschaftlich bzw. ausländisch geführt wurde oder ob sich einschlägige Akten in anderen Beständen befinden.

 

Konkrete Fragen:
  1. Hat jemand ergänzende Daten zum österreichischen Ast der Barone v. Schilling, insbesondere zu Alexander Magnus v. Schilling und seinen Nachkommen in St. Pölten, Wien oder im Militärdienst?
  2. Lässt sich der im Österreichischen Taschenbuch 1907 bei der Familie v. Hosp genannte kaiserliche Rat und Eisenbahnoberinspektor v. Schilling identifizieren? Gesucht wären Vorname, Lebensdaten, Dienststellung, Ehefrau und Eltern.
  3. Gibt es Nachweise zur genauen Besitzgeschichte von Schloss Klingenstein zwischen 1899 und 1936, insbesondere Kaufvertrag, Grundbuch, Besitzschematismus oder Nachlassakten?
  4. Ist der Adoptionsbeschluss des Bezirksgerichts Graz vom 12. August 1927, Nr. VII 440/27, zugänglich oder bereits ausgewertet?
  5. Was ist über Bodo Freiherr v. Schilling-Schilling nach 1933 bekannt? Gibt es Nachlass-, Militär- oder Vermisstenunterlagen zu seinem Tod 1942 bei Rschew?
  6. Was wurde aus Ursula Freiin v. Schilling-Schilling, verehelichte v. Erdberg-Krzenciewski? Sind Nachkommen oder weitere Lebensdaten bekannt?
  7. Besteht eine belegbare Verbindung zwischen den Klingensteiner Schilling und Maurice Baron de Schilling, dem zweiten Sekretär bei der russischen Botschaft in Wien?
  8. Sind evangelische Matriken, Begräbnisregister oder Inschriften der Schlosskapelle Klingenstein bekannt, die Gottlieb und Maria v. Schilling bzw. deren Familie betreffen?
  9. Gibt es Hinweise auf eine österreichische Adelsanerkennung, Adelsprävalierung oder eine bewusste Nichtbeantragung für diese Linie?
Bisherige Quellen und Verweise:
  • Verband des Hauses Schilling, „Geschichte der Barone von Schilling“: schilling-associatio...e-ost.html
  • Verband des Hauses Schilling, Stammtafel: schilling-associatio...tafel.html
  • Österreichisches Staatsarchiv, AVA Adel HAA AR 855, „Schilling-Schindler, 1500–1918“: www.archivinformatio...?ID=982700
  • Österreichisches Staatsarchiv, AVA Adel RAA 370.14, „Schilling, Raphael, Freiherr von, kaiserlicher Generalmajor und Kämmerer, Grafenstand, Wappenbesserung, Wien, 1781“: www.archivinformatio...ID=2721117
  • Österreichisches Staatsarchiv, Bestand Diplomatisches Korps, Hinweis auf Maurice Baron de Schilling als zweiten Sekretär bei der russischen Botschaft in Wien, 1902: www.archivinformatio...ID=2354343
  • Schloss Klingenstein, Vasoldsberg / Hausmannstätten: de.wikipedia.org/wik...soldsberg)
  • Digitalisiertes Adressbuch mit Nennung „Schloss Klingenstein … bei Herrn Baron Schilling“: archive.org/stream/a...g_djvu.txt
  • Österreichisches Taschenbuch, Band II, 1907, Genealogie v. Hosp, Hinweis auf Ehe mit einem kaiserl. Rat und Eisenbahnoberinspektor v. Schilling.
  • Besitzschematismus 1904, Seite 55, und 1908, Hinweise zu Schloss Klingenstein.
  • Forumshinweis auf das Wappenfenster Schilling im Schloss Klingenstein.
  • Forumshinweis auf Scan „Spalte 2, Zeile 12“ betreffend Maurice de Schilling.
Für jeden Hinweis, insbesondere zu Matriken, Grundbuch, Nachlassakten, Militärschematismen, evangelischen Kirchenbüchern oder privaten Familienunterlagen, wäre ich sehr dankbar.
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