PALLASCH | Zeitschrift für Militärgeschichte, 94 (2026)
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PALLASCH | Zeitschrift für Militärgeschichte, 94 (2026)
4 Wochen 12 Stunden her - 4 Wochen 7 Stunden herPALLASCH – Zeitschrift für Militärgeschichte
Heft 94 · Jahrgang 2026
Zeitschriftenhinweis und Einladung zur Diskussion
Mit Heft 94 des Jahrgangs 2026 setzt die Zeitschrift PALLASCH ihre umfangreiche Beschäftigung mit der Militär- und Heeresgeschichte fort.
Der PALLASCH versteht sich als wissenschaftlich ausgerichtete militärhistorische Zeitschrift. Das zeitliche Spektrum reicht vom Altertum bis zur Zeitgeschichte, wobei österreichische und mitteleuropäische Themen naturgemäß einen besonderen Stellenwert einnehmen. Neben Operations- und Kriegsgeschichte werden unter anderem Biographien, Uniform- und Waffenkunde, Ordenskunde, Organisationsgeschichte sowie technische und gesellschaftliche Entwicklungen behandelt.
Die Zeitschrift erscheint im Österreichischen Milizverlag und ist zugleich ein wichtiges Publikationsorgan im Umfeld der Österreichischen Gesellschaft für Heereskunde. Gerade die Verbindung von wissenschaftlicher Forschung, archivalischer Quellenarbeit und anschaulicher Darstellung macht den PALLASCH auch für Genealogen, Heraldiker und familiengeschichtlich interessierte Leser wertvoll.
Verlagsseite:
PALLASCH – Hefte 86 bis 94, Jahrgänge 2024 bis 2026
Österreichische Gesellschaft für Heereskunde:
www.heereskunde.wien
Ein Beispiel aus dem Themenbereich der Ausgabe:
General der Artillerie Ing. Ludwig Ritter von Eimannsberger
Zu den Persönlichkeiten, deren Lebensweg militärische Biographie, Technikgeschichte und genealogisch-heraldische Forschung miteinander verbindet, gehört General der Artillerie Ing. Ludwig Ritter von Eimannsberger.
Kurzbiographie
Ludwig Alfred Eimannsberger wurde am 19. November 1878 in Wien geboren. Bereits seine Herkunft war eng mit der österreichisch-ungarischen Armee verbunden. Im österreichischen Hofadelsakt wird seine Mutter Ernestine als Majorswitwe bezeichnet.
Am 14. September 1880 wurden Ernestine Eimannsberger und ihr noch nicht zweijähriger Sohn Ludwig Alfred in den österreichischen Ritterstand erhoben. Der entsprechende Hofadelsakt befindet sich heute im Allgemeinen Verwaltungsarchiv des Österreichischen Staatsarchivs. Besonders interessant für die heraldische Forschung ist, dass der Akt auf Folio 4 auch das verliehene Wappen enthält; nach den Angaben des Archivs besteht davon eine digitale Aufnahme.
Damit führte Ludwig Alfred historisch die Namens- und Standesbezeichnung Ritter von Eimannsberger.
Hinweis zur Namensform: Nach der Aufhebung des Adels in Österreich 1919 durften österreichische Staatsbürger Adelszeichen und Standesbezeichnungen rechtlich nicht mehr führen. In der militärhistorischen Literatur wird dennoch regelmäßig die historische Bezeichnung „Ludwig Ritter von Eimannsberger“ verwendet.
Ausbildung und Beginn der Offizierslaufbahn
Eimannsberger absolvierte die k.u.k. Technische Militärakademie. Am 18. August 1899 wurde er als Leutnant zum Divisions-Artillerieregiment Nr. 11 ausgemustert.
Von 1903 bis 1905 besuchte er die Kriegsschule. Anschließend folgten Verwendungen:
- im Eisenbahnbüro des Generalstabes,
- bei der Artilleriedirektion des XV. Korps,
- bei der Festungsartilleriedirektion in Przemyśl,
- beim 10. Artillerie-Brigadekommando,
- sowie im Artilleriestab.
Am 1. Mai 1910 wurde er Hauptmann im Artilleriestab. Seit dem 1. September 1911 wirkte er als Lehrer an der Technischen Militärakademie. Damit verband er schon früh praktische Offizierserfahrung mit technischen, ballistischen und waffenkundlichen Fragestellungen.
Im Ersten Weltkrieg
Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde Eimannsberger als Artilleriereferent beim Kommando des XII. Korps eingesetzt. Im weiteren Kriegsverlauf versah er sowohl Truppen- als auch Stabsdienst.
Zu seinen im Österreichischen Staatsarchiv dokumentierten Verwendungen gehörten:
- 1914 Artilleriereferent des XII. Korps-Kommandos,
- 1916 Truppendienst bei einer Landesschützen-Division,
- ab November 1916 Verwendung in der Generalstabsabteilung des XV. Korps-Kommandos,
- 1918 Lehrtätigkeit beim Infanteriekurs in Brixen,
- ab Juli 1918 Leitung der Artilleriestabsabteilung des 6. Armeekommandos.
Am 1. Mai 1917 war er zum Oberstleutnant befördert worden.
Diese Laufbahn zeigt, dass Eimannsberger nicht ausschließlich Artillerietechniker war. Er befasste sich ebenso mit dem Zusammenwirken verschiedener Waffengattungen, mit Stabsarbeit, Ausbildung und operativer Führung.
Karriere im Bundesheer der Ersten Republik
Nach dem Ende der Monarchie trat Eimannsberger in den Dienst der Republik Österreich. Ab Januar 1919 war er im Staatsamt für Heerwesen tätig. Im Dezember 1920 wurde er zur Offiziersschule in Wien versetzt und am 1. Januar 1921 zum Oberst befördert.
Im Bundesministerium für Heerwesen übernahm er leitende Aufgaben, insbesondere im waffentechnischen Bereich. Seine weiteren Karriereschritte waren:
- 1925 Beförderung zum Generalmajor,
- 1927 Leitung der Sektion II,
- ab 1. Januar 1929 Heeresinspektor,
- am 28. Februar 1930 Versetzung in den Ruhestand.
Als Heeresinspektor gehörte Eimannsberger zur obersten militärischen Führung des österreichischen Bundesheeres.
Der Militärtheoretiker und Vordenker des Panzerkampfes
Nach seiner Pensionierung widmete sich Eimannsberger intensiv militärwissenschaftlichen und militärtechnischen Studien. Sein besonderes Interesse galt den Veränderungen, die durch Motorisierung, Panzerfahrzeuge, moderne Artillerie und bewegliche Großverbände hervorgerufen wurden.
Sein Hauptwerk erschien 1934 unter dem Titel:
Ludwig Ritter von Eimannsberger:
Der Kampfwagenkrieg.
München: J. F. Lehmanns Verlag, 1934.
Eimannsberger untersuchte darin den Einsatz von Panzerverbänden nicht bloß als technische Neuerung oder als Unterstützung einzelner Infanterieeinheiten. Er beschäftigte sich mit der Frage, wie gepanzerte Kräfte, Artillerie, Infanterie, Aufklärung und andere Waffengattungen in einem beweglich geführten Gefecht zusammenwirken sollten.
Damit gehörte er zu jenen europäischen Militärtheoretikern, die bereits vor dem Zweiten Weltkrieg über größere, selbständig operierende Panzerverbände und den Kampf der verbundenen Waffen nachdachten.
Der internationale Widerhall seines Werkes ist bemerkenswert. Im militärischen Nachlass Eimannsbergers befinden sich neben der deutschen Ausgabe unter anderem Hinweise beziehungsweise Exemplare folgender Übersetzungen:
- La Guerre des Chars, Paris 1936,
- Wojna Pancerna, Warschau 1937,
- eine russische Ausgabe aus dem Jahr 1937.
Im Nachlass finden sich außerdem Korrespondenzen, Rezensionen und Unterlagen über die Aufnahme seines Buches. Diese Bestände könnten für eine genauere Untersuchung seiner tatsächlichen Wirkung auf die europäische Militärtheorie besonders aufschlussreich sein.
Eimannsberger wird in der Literatur bisweilen als „Pionier der modernen Panzertaktik“ bezeichnet. Eine solche Charakterisierung sollte allerdings nicht mit der vereinfachenden Behauptung verwechselt werden, ein einzelner Autor habe die spätere deutsche Panzerkriegführung oder den sogenannten „Blitzkrieg“ erfunden.
Militärische Entwicklungen entstehen gewöhnlich durch das Zusammenwirken zahlreicher Faktoren:
- technische Erfindungen,
- Erfahrungen des Ersten Weltkriegs,
- Versuche und Manöver,
- internationale militärwissenschaftliche Debatten,
- organisatorische Reformen,
- sowie die Schriften mehrerer Theoretiker.
Eimannsbergers Bedeutung liegt vor allem darin, dass er die Möglichkeiten gepanzerter Großverbände vergleichsweise früh systematisch analysierte und mit dem Gedanken des verbundenen Einsatzes unterschiedlicher Waffengattungen verknüpfte.
Interessant wäre daher insbesondere ein Vergleich mit den Arbeiten von Gunther Burstyn, Heinz Guderian, J. F. C. Fuller, Basil Liddell Hart und anderen frühen Theoretikern der mechanisierten Kriegführung.
Kurze Reaktivierung während des Zweiten Weltkriegs
Nach dem „Anschluss“ Österreichs wurde Eimannsberger zeitweilig wieder militärisch erfasst. Das Österreichische Staatsarchiv verzeichnet ihn ab dem 25. Mai 1940 als General der Artillerie zur Verfügung und als Höheren Artillerieführer beim Oberbefehlshaber Ost.
Bereits am 18. Juli 1940 wurde er nach dem archivalischen Laufbahneintrag wieder in den Ruhestand versetzt.
Zu dieser kurzen Verwendung enthält sein Nachlass unter anderem:
- Aktenabschriften mit eigenen Kommentaren zu seiner Dienstleistung in der deutschen Wehrmacht 1940,
- das 1943 in Mödling entstandene Manuskript In eigener Sache,
- sowie weiteren Schriftverkehr aus den Kriegsjahren.
Diese Unterlagen könnten helfen, seine persönliche Haltung, seine Erwartungen und seine tatsächliche militärische Verwendung genauer zu beurteilen.
Ludwig Eimannsberger starb am 31. Juli 1945 in Innsbruck.
Genealogischer und heraldischer Forschungsansatz
Für genealogisch und heraldisch Interessierte eröffnet die Familie Eimannsberger mehrere zusätzliche Forschungsfelder.
Der Hofadelsakt nennt ausdrücklich:
Eimannsberger, Ernestine, Majorswitwe, und ihr Sohn Ludwig Alfred – Ritterstand, Verleihungsdatum 14. September 1880.
Das im Akt enthaltene Wappen wäre näher zu untersuchen und fachgerecht zu blasonieren. Ebenso wäre zu prüfen:
- auf welcher konkreten militärischen oder ordensrechtlichen Grundlage die Ritterstandserhebung erfolgte,
- welche Vorfahren und Seitenlinien der Familie Eimannsberger nachweisbar sind,
- wie das Wappen in späteren genealogischen Handbüchern wiedergegeben wurde,
- ob sich Unterschiede zwischen dem Originaldiplom und späteren Wappendarstellungen feststellen lassen,
- und welche persönlichen oder familiengeschichtlichen Unterlagen sich noch in Privatbesitz befinden.
Durch die Verbindung von Hofadelsakt, militärischem Nachlass, gedruckten Werken und Familienüberlieferung bietet sich hier ein besonders ergiebiges Beispiel für interdisziplinäre Forschung.
Fragen zur weiteren Diskussion
- Lässt sich eine unmittelbare Wirkung von Eimannsbergers „Der Kampfwagenkrieg“ auf Heinz Guderian oder andere deutsche Militärtheoretiker quellenmäßig nachweisen, oder handelte es sich überwiegend um parallele Entwicklungen?
- Welche Erkenntnisse enthalten Eimannsbergers Korrespondenzen, Rezensionen und das Manuskript „In eigener Sache“ über seine Haltung zum Nationalsozialismus und zu seiner Reaktivierung im Jahr 1940?
- Wie ist Eimannsbergers Bedeutung im Vergleich zu Gunther Burstyn und anderen österreichischen Vordenkern der Panzerwaffe einzuschätzen?
Über ergänzende Angaben zum Inhalt von Heft 94, über Korrekturen zur Biographie sowie über Hinweise auf weitere Quellen und Abbildungen würden wir uns freuen.
Quellen und weiterführende Literatur
PALLASCH und Herausgeberumfeld
- Österreichischer Milizverlag: PALLASCH, Hefte 86–94, Jahrgänge 2024–2026
- Österreichischer Milizverlag: PALLASCH – Zeitschrift für Militärgeschichte
- Österreichische Gesellschaft für Heereskunde
Archivalische Quellen
-
Österreichisches Staatsarchiv, Kriegsarchiv, AT-OeStA/KA NL 841 (
: Nachlass Ludwig Ritter von Eimannsberger, 1878–1945
- Österreichisches Staatsarchiv, Allgemeines Verwaltungsarchiv, Hofadelsakten, AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 210.11: Ernestine Eimannsberger und Sohn Ludwig Alfred, Ritterstand, 14. September 1880
Werk und biographische Literatur
- Ludwig Ritter von Eimannsberger: Der Kampfwagenkrieg. J. F. Lehmanns Verlag, München 1934.
-
Deutsche Nationalbibliothek: Ludwig von Eimannsberger – Personen- und Werknachweis
- Rudolf Kiszling: „Eimannsberger, Ludwig von“. In: Neue Österreichische Biographie ab 1815. Große Österreicher, Band 15, Wien 1963, S. 171–175.
- Walter A. Schwarz: „General der Artillerie Ing. Ludwig Ritter von Eimannsberger (1878–1945) – Pionier der modernen Panzertaktik“. In: Militaria Austriaca, Band 15, Wien 1994, S. 51–86.
- Wolfgang Sagmeister: General der Artillerie Ing. Ludwig Ritter von Eimannsberger. Theoretiker und Visionär der Verwendung von gepanzerten Großverbänden im Kampf der verbundenen Waffen. Dissertation, Universität Wien 2006.
- Wikimedia Commons: Porträt General Ludwig Ritter von Eimannsberger – gemeinfreie Aufnahme
Rechtlicher Hinweis zur historischen Adelsbezeichnung
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Re: PALLASCH | Zeitschrift für Militärgeschichte, 94 (2026)
4 Wochen 39 Minuten her
Russell A. Hart argumentiert in seinem Buch Guderian: Panzer Pioneer or Myth Maker? (1991), dass Heinz Guderian nicht als originärer Schöpfer der deutschen Panzerdoktrin angesehen werden kann. Im Zusammenhang mit der Entstehung von Achtung! Panzer! (1937) schreibt Hart, Guderian habe „a review of military history that relied heavily on the ideas of other German armored warfare theorists, particularly Ludwig Ritter von Eimannsberger“ verfasst. Damit betont Hart ausdrücklich, dass sich Achtung! Panzer! in erheblichem Maße auf bereits vorhandene theoretische Arbeiten stützte und hebt insbesondere Ludwig Ritter von Eimannsberger als einen der wichtigsten geistigen Vorläufer hervor. Nach Hart war Guderian daher nicht der originäre Erfinder der deutschen Panzerdoktrin, sondern griff auf bereits entwickelte Konzepte zurück, die er zusammenfasste, popularisierte und innerhalb der Wehrmacht sowie gegenüber der politischen Führung wirkungsvoll vertrat. Auf dieser Grundlage stellt Hart das von Guderian später selbst geförderte Bild des alleinigen „Vaters der Panzerwaffe“ ausdrücklich infrage. Diese Interpretation wird durch den Gesamtkontext des Buches gestützt: Hart argumentiert, dass Guderian in seinen Memoiren seine eigene Rolle überhöht und die Beiträge anderer Offiziere und Militärtheoretiker unterschätzt habe. Besonders bedeutsam ist dabei Eimannsbergers Werk Der Kampfwagenkrieg (1934), das bereits drei Jahre vor Achtung! Panzer! erschien und von mehreren Historikern als wesentliche theoretische Grundlage für Guderians Werk angesehen wird.
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Re: PALLASCH | Zeitschrift für Militärgeschichte, 94 (2026)
3 Wochen 6 Tage her
Die Auflage des Pallasch liegt bei ca. 600 Stück !
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