Genealogie in der Moderne – Akteure, Praktiken, Perspektiven
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Genealogie in der Moderne – Akteure, Praktiken, Perspektiven
3 Wochen 5 Tage her
Genealogie in der Moderne | De Gruyter Oldenbourg
Bibliographische Angaben
Michael Hecht / Elisabeth Timm (Hg.): Genealogie in der Moderne. Akteure – Praktiken – Perspektiven.
Berlin / Boston: De Gruyter Oldenbourg, 2022.
Reihe: Cultures and Practices of Knowledge in History, Band 7.
Open Access verfügbar als Online-Ausgabe, PDF und EPUB.
eBook-ISBN: 9783110718034
Gebundene Ausgabe: ISBN 9783110717945
Worum geht es?
Der Sammelband untersucht Genealogie nicht nur als private Ahnenforschung, sondern als moderne Wissenspraxis. Im Mittelpunkt stehen die Fragen, wie genealogisches Wissen seit dem 19. Jahrhundert erzeugt, gesammelt, geordnet, weitergegeben und gesellschaftlich verwendet wurde.
Besonders interessant ist der Band, weil Genealogie hier in mehreren Zusammenhängen betrachtet wird:
Bedeutung für Genealogie
Für Familienforscherinnen und Familienforscher ist das Werk besonders wertvoll, weil es die Genealogie aus der reinen Quellenarbeit heraushebt und fragt: Wer betreibt Genealogie? Mit welchen Methoden? In welchen Institutionen? Und mit welchen Absichten?
Mehrere Beiträge beschäftigen sich mit Vereinen, Archiven, Kirchenbüchern, genealogischen Zentralstellen, populärer Genealogie und digitaler Forschung. Damit ist der Band auch eine gute Reflexionsgrundlage für alle, die heute mit Datenbanken, Online-Archiven, Vereinsbeständen oder digitalisierten Quellen arbeiten.
Bedeutung für Heraldik
Ein klassisches heraldisches Nachschlagewerk ist dieser Band nicht. Wappenbeschreibungen, Wappenregister oder Blasonierungen stehen nicht im Mittelpunkt. Dennoch ist der Band für heraldisch Interessierte relevant, weil Heraldik häufig dort anschließt, wo Genealogie, Standesbewusstsein, Familiengedächtnis und Repräsentation zusammenkommen.
Besonders anschlussfähig sind die Themen:
Gerade für die Beurteilung älterer Familienüberlieferungen, Adelsgenealogien, Stammtafeln und repräsentativer Familiengeschichten bietet der Band wichtige Denkanstöße.
Bedeutung für Regionalgeschichte
Auch für Regionalhistoriker ist das Werk interessant. Genealogie wird nicht als isolierte Beschäftigung mit Namen und Daten verstanden, sondern als Teil lokaler und regionaler Erinnerungskultur. Familienforschung ist oft eng verbunden mit Ortsgeschichte, Vereinsgründungen, Pfarrarchiven, regionalen Sammlungen, bürgerlichen und adeligen Familiennetzwerken sowie lokalen Deutungen von Herkunft und Zugehörigkeit.
Der Beitrag zur westfälischen Familienforschung zeigt etwa, warum genealogische Forschung häufig organisatorische Formen braucht – also Vereine, Sammlungen, Zeitschriften, Karteien und Austauschplattformen. Diese Perspektive ist auch für österreichische, süddeutsche, böhmische, mährische oder südtiroler Forschungsräume gut übertragbar.
Besonders lesenswerte Beiträge
Einschätzung
Der Band ist weniger ein praktisches Handbuch zur Ahnenforschung als vielmehr ein wissenschaftlicher Blick auf die Genealogie selbst. Er zeigt, dass Familienforschung nie nur aus Daten, Urkunden und Stammbäumen besteht, sondern immer auch aus Deutung, Ordnung, Erinnerung, Identität und manchmal auch aus problematischen historischen Interessen.
Für unser Forum ist das Werk daher besonders geeignet, um über die Grundlagen unseres eigenen Tuns nachzudenken: Wie gehen wir mit Quellen um? Welche Rolle spielen Vereine? Wie unterscheiden wir seriöse Forschung von bloßer Traditionsbildung? Und wie verändert die Digitalisierung unsere Arbeit?
Mögliche Diskussionsfragen
Fazit
Ein sehr empfehlenswerter Open-Access-Band für alle, die Genealogie nicht nur betreiben, sondern auch verstehen wollen. Besonders wertvoll ist das Werk für Forschende, die sich mit Familiengeschichte, Adelsgeschichte, Vereinsgeschichte, Archivpraxis, digitaler Genealogie und regionaler Erinnerungskultur beschäftigen.
Bibliographische Angaben
Michael Hecht / Elisabeth Timm (Hg.): Genealogie in der Moderne. Akteure – Praktiken – Perspektiven.
Berlin / Boston: De Gruyter Oldenbourg, 2022.
Reihe: Cultures and Practices of Knowledge in History, Band 7.
Open Access verfügbar als Online-Ausgabe, PDF und EPUB.
eBook-ISBN: 9783110718034
Gebundene Ausgabe: ISBN 9783110717945
Worum geht es?
Der Sammelband untersucht Genealogie nicht nur als private Ahnenforschung, sondern als moderne Wissenspraxis. Im Mittelpunkt stehen die Fragen, wie genealogisches Wissen seit dem 19. Jahrhundert erzeugt, gesammelt, geordnet, weitergegeben und gesellschaftlich verwendet wurde.
Besonders interessant ist der Band, weil Genealogie hier in mehreren Zusammenhängen betrachtet wird:
- als Forschungspraxis in Archiven, Vereinen und Universitäten,
- als Bestandteil von Familien- und Adelsgeschichtsschreibung,
- als Werkzeug gesellschaftlicher Selbstdeutung,
- als Medium regionaler Erinnerungskultur,
- als historisch problematisches Feld im Zusammenhang mit Vererbungslehre, Eugenik und „Sippenforschung“,
- als Gegenstand des digitalen Wandels durch Online-Archive, Open Access und Computergenealogie.
Bedeutung für Genealogie
Für Familienforscherinnen und Familienforscher ist das Werk besonders wertvoll, weil es die Genealogie aus der reinen Quellenarbeit heraushebt und fragt: Wer betreibt Genealogie? Mit welchen Methoden? In welchen Institutionen? Und mit welchen Absichten?
Mehrere Beiträge beschäftigen sich mit Vereinen, Archiven, Kirchenbüchern, genealogischen Zentralstellen, populärer Genealogie und digitaler Forschung. Damit ist der Band auch eine gute Reflexionsgrundlage für alle, die heute mit Datenbanken, Online-Archiven, Vereinsbeständen oder digitalisierten Quellen arbeiten.
Bedeutung für Heraldik
Ein klassisches heraldisches Nachschlagewerk ist dieser Band nicht. Wappenbeschreibungen, Wappenregister oder Blasonierungen stehen nicht im Mittelpunkt. Dennoch ist der Band für heraldisch Interessierte relevant, weil Heraldik häufig dort anschließt, wo Genealogie, Standesbewusstsein, Familiengedächtnis und Repräsentation zusammenkommen.
Besonders anschlussfähig sind die Themen:
- Adel, Geschichtsschreibung und wissenschaftliche Genealogie 1860–1945,
- Abstammung als Form familiärer Erinnerung,
- Symbolik und genealogische Darstellung,
- Familiengedächtnis und Selbstvergewisserung,
- die Rolle von Vereinen und Archiven bei der Ordnung genealogischen Wissens.
Gerade für die Beurteilung älterer Familienüberlieferungen, Adelsgenealogien, Stammtafeln und repräsentativer Familiengeschichten bietet der Band wichtige Denkanstöße.
Bedeutung für Regionalgeschichte
Auch für Regionalhistoriker ist das Werk interessant. Genealogie wird nicht als isolierte Beschäftigung mit Namen und Daten verstanden, sondern als Teil lokaler und regionaler Erinnerungskultur. Familienforschung ist oft eng verbunden mit Ortsgeschichte, Vereinsgründungen, Pfarrarchiven, regionalen Sammlungen, bürgerlichen und adeligen Familiennetzwerken sowie lokalen Deutungen von Herkunft und Zugehörigkeit.
Der Beitrag zur westfälischen Familienforschung zeigt etwa, warum genealogische Forschung häufig organisatorische Formen braucht – also Vereine, Sammlungen, Zeitschriften, Karteien und Austauschplattformen. Diese Perspektive ist auch für österreichische, süddeutsche, böhmische, mährische oder südtiroler Forschungsräume gut übertragbar.
Besonders lesenswerte Beiträge
- Genealogie als Wissenskultur und Praxis in der Moderne – grundlegende Einführung in das Thema.
- Adel, Geschichtsschreibung und wissenschaftliche Genealogie 1860–1945 – besonders relevant für Adels- und Familiengeschichtsforschung.
- Abstammung zelebrieren – Familiengedächtnis, Jubiläen und Erinnerungskultur.
- Pfarrer, Kirchenbücher und kirchliche Sippenforschung im „Dritten Reich“ – wichtiger Beitrag zur kritischen Einordnung historischer Genealogie.
- Die Zentralstelle für deutsche Personen- und Familiengeschichte 1904–1967 – Institutionengeschichte der genealogischen Forschung.
- „Ad fontes“ und „back to the roots“ – Quellenbezug und Interessen heutiger genealogischer Forschung.
- Die Access-Revolution der Computergenealogie und ihre Folgen – digitale Genealogie, Internet und neue Zugänge.
Einschätzung
Der Band ist weniger ein praktisches Handbuch zur Ahnenforschung als vielmehr ein wissenschaftlicher Blick auf die Genealogie selbst. Er zeigt, dass Familienforschung nie nur aus Daten, Urkunden und Stammbäumen besteht, sondern immer auch aus Deutung, Ordnung, Erinnerung, Identität und manchmal auch aus problematischen historischen Interessen.
Für unser Forum ist das Werk daher besonders geeignet, um über die Grundlagen unseres eigenen Tuns nachzudenken: Wie gehen wir mit Quellen um? Welche Rolle spielen Vereine? Wie unterscheiden wir seriöse Forschung von bloßer Traditionsbildung? Und wie verändert die Digitalisierung unsere Arbeit?
Mögliche Diskussionsfragen
- Welche Rolle spielen genealogische Vereine heute noch im Vergleich zu großen Online-Plattformen?
- Wie gehen wir mit älteren Familiengeschichten um, die wissenschaftlich klingen, aber quellenkritisch problematisch sind?
- Wo berühren sich Genealogie und Heraldik am stärksten: bei Adel, Bürgerwappen, Familiengedächtnis oder Repräsentation?
- Wie kann regionale Familienforschung durch digitale Archive und Open Access gewinnen?
- Welche historischen Belastungen der Genealogie sollten heutige Familienforscher kennen?
Fazit
Ein sehr empfehlenswerter Open-Access-Band für alle, die Genealogie nicht nur betreiben, sondern auch verstehen wollen. Besonders wertvoll ist das Werk für Forschende, die sich mit Familiengeschichte, Adelsgeschichte, Vereinsgeschichte, Archivpraxis, digitaler Genealogie und regionaler Erinnerungskultur beschäftigen.
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