Vittorio Nichilo: „In quella parte della vasta pianura“ – Pavone del Mella
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Vittorio Nichilo: „In quella parte della vasta pianura“ – Pavone del Mella
2 Wochen 3 Tage her
Vittorio Nichilo: „In quella parte della vasta pianura“ – Pavone del Mella zwischen Regionalgeschichte, Familiengeschichte und Erinnerungskultur
Vittorio Nichilo – In quella parte della vasta pianura: la gente, i giorni e le memorie di Pavone del Mella
Bibliografische Angaben
Vittorio Nichilo: In quella parte della vasta pianura: la gente, i giorni e le memorie di Pavone del Mella.
Brescia: Fondazione Civiltà Bresciana, 2008.
Reihe: Terre bresciane.
Sprache: Italienisch.
Umfang: 206 Seiten laut Buchhandelsangaben; im Werkverzeichnis des Autors wird der Band mit 200 Seiten und Abbildungen genannt.
ISBN-10: 8855900072
ISBN-13: 978-8855900072
Worum geht es?
Das Werk behandelt die Geschichte von Pavone del Mella, einem Ort in der Bassa Bresciana, also der südlichen Ebene der Provinz Brescia. Im Mittelpunkt stehen nicht nur große Ereignisse, sondern vor allem Menschen, Lebensumstände und lokale Erinnerungen. Der Titel – sinngemäß „In jenem Teil der weiten Ebene“ – verweist bereits auf die Einbettung des Ortes in die agrarisch geprägte Landschaft der lombardischen Tiefebene.
Nach der Beschreibung auf der Webseite versteht sich der Band als ideelle Fortsetzung der Arbeit von Valentino Volta, der selbst mit einem Beitrag vertreten ist. Weitere Fachbeiträge betreffen Kunst, Topographie und ein bislang unveröffentlichtes Briefmaterial von Paolo Guerrini.
Regionalgeschichtliche Bedeutung
Für die Regionalgeschichte ist das Buch besonders interessant, weil es Pavone del Mella nicht isoliert, sondern im Zusammenhang größerer Entwicklungen betrachtet:
* die bäuerlich-agrarische Prägung des Ortes;
* die sozialen Lebensbedingungen der Landbevölkerung im 19. und frühen 20. Jahrhundert;
* Krankheiten und Armut, insbesondere die Pellagra;
* Bonifizierungen und Verbesserungen der landwirtschaftlichen Nutzflächen;
* erste Ansätze der Industrialisierung, etwa im Bereich der Lebensmittel- und später der Spielwarenindustrie;
* die Rolle des Ortes im Risorgimento, besonders während des Zweiten Italienischen Unabhängigkeitskrieges 1859.
Bemerkenswert ist der Hinweis auf den Durchzug österreichischer, französischer und piemontesischer Truppen. Pavone del Mella lag wegen der Brücke über den Mella offenbar an einer strategisch bedeutsamen Stelle. Damit wird aus einem kleinen Ort ein Schauplatz größerer europäischer Geschichte.
Genealogische Relevanz
Genealogisch ist der Band deshalb interessant, weil er Ortsgeschichte über Personen erzählt. Für Familienforscher können solche Lokalgeschichten sehr wertvoll sein, auch wenn sie keine klassischen Kirchenbuch- oder Standesamtsquellen ersetzen.
Besonders hervorzuheben sind:
* Hinweise auf lokale Familien und soziale Netzwerke;
* die Verbindung einzelner Personen mit Pavone del Mella;
* mögliche Anknüpfungspunkte zu Grundbesitz, Villen, landwirtschaftlichen Betrieben und lokalen Eliten;
* die Erwähnung von Briefmaterial Paolo Guerrinis, das für Personen- und Beziehungsgeschichte bedeutsam sein könnte;
* die Nennung von Hermann von Schullern, einer Persönlichkeit der österreichischen Wissenschafts- und Gesellschaftsgeschichte, die wiederholt nach Pavone del Mella zurückkehrte.
Gerade für österreichisch-italienische Familienverbindungen kann das Buch daher ein reizvoller Hinweisgeber sein. Die Webseite nennt Hermann „Von Schullern“ als bedeutende Persönlichkeit zwischen dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Hier wäre eine genaue Nachprüfung im Buch selbst empfehlenswert: Welche familiäre Verbindung zu Pavone del Mella wird konkret genannt? Geht es um mütterliche Herkunft, Heiratsverbindungen, Besitzgeschichte oder mehrere Ebenen zugleich?
Heraldik und Wappenkunde
Die Webseite selbst ist kein heraldisches Spezialangebot und das Buch scheint nach der Beschreibung auch kein Wappenbuch zu sein. Dennoch kann es für die Heraldik mittelbar interessant sein.
Mögliche Ansatzpunkte:
* Kommunalheraldik von Pavone del Mella;
* Familienwappen lokal bedeutender Geschlechter;
* Wappen an Villen, Kirchen, Grabmälern oder öffentlichen Gebäuden;
* Besitz- und Erinnerungskultur der lokalen Oberschicht;
* Verbindungen zwischen brescianischen Familien und österreichisch-tirolischen Adels- bzw. Beamtenfamilien.
Gerade bei Ortsgeschichten sind Abbildungen, Grabinschriften, Stiftertafeln, Kircheninventare und alte Villen oft heraldisch ergiebiger als der eigentliche Text vermuten lässt.
Warum ist das für unser Forum interessant?
Das Buch zeigt sehr schön, wie Lokalgeschichte, Familiengeschichte und größere politische Ereignisse ineinandergreifen. Pavone del Mella erscheint nicht nur als landwirtschaftlich geprägter Ort der Bassa Bresciana, sondern als Raum, in dem sich soziale Not, wirtschaftlicher Wandel, Risorgimento, lokale Erinnerungskultur und überregionale Familienverbindungen begegnen.
Für Genealogen ist das ein Hinweis darauf, dass Familiengeschichte nicht nur aus Daten besteht. Namen werden erst dann lebendig, wenn man auch den Ort, die Lebensbedingungen, die Besitzverhältnisse, die sozialen Netzwerke und die historischen Umbrüche kennt.
Mögliche Folgefragen
1. Gibt es im Buch ein Personenregister oder zumindest ein Orts- und Namensverzeichnis?
2. Welche Familien aus Pavone del Mella werden im Zusammenhang mit Grundbesitz, Villen, Landwirtschaft oder früher Industrie genannt?
3. Wird die Verbindung der Familie Schullern zu Pavone del Mella im Buch ausführlicher dargestellt?
4. Enthält der Band Abbildungen von Villen, Kirchen, Grabmälern, Wappen oder Inschriften?
5. Wird das unveröffentlichte Briefmaterial Paolo Guerrinis vollständig ediert oder nur auszugsweise verwendet?
6. Gibt es Hinweise auf österreichische, französische oder piemontesische Militärpersonen während des Jahres 1859?
7. Welche Rolle spielte die Brücke über den Mella konkret bei den Truppenbewegungen während des Risorgimento?
Quellen und Hinweise
Vittorio Nichilo: Buchbeschreibung auf der Autorenseite
Vittorio Nichilo: Werkverzeichnis „Cose che scrivo“
ISBN: 978-8855900072
Kurzfazit
Ein für Regionalhistoriker und Genealogen sehr nützliches Werk über Pavone del Mella, besonders dort, wo Ortsgeschichte, soziale Geschichte, Familienverbindungen und Erinnerungskultur zusammentreffen. Für Heraldiker ist es kein unmittelbares Wappenwerk, kann aber über Gebäude, Familien, Besitzgeschichte und lokale Eliten wichtige Spuren liefern.
Vittorio Nichilo – In quella parte della vasta pianura: la gente, i giorni e le memorie di Pavone del Mella
Bibliografische Angaben
Vittorio Nichilo: In quella parte della vasta pianura: la gente, i giorni e le memorie di Pavone del Mella.
Brescia: Fondazione Civiltà Bresciana, 2008.
Reihe: Terre bresciane.
Sprache: Italienisch.
Umfang: 206 Seiten laut Buchhandelsangaben; im Werkverzeichnis des Autors wird der Band mit 200 Seiten und Abbildungen genannt.
ISBN-10: 8855900072
ISBN-13: 978-8855900072
Worum geht es?
Das Werk behandelt die Geschichte von Pavone del Mella, einem Ort in der Bassa Bresciana, also der südlichen Ebene der Provinz Brescia. Im Mittelpunkt stehen nicht nur große Ereignisse, sondern vor allem Menschen, Lebensumstände und lokale Erinnerungen. Der Titel – sinngemäß „In jenem Teil der weiten Ebene“ – verweist bereits auf die Einbettung des Ortes in die agrarisch geprägte Landschaft der lombardischen Tiefebene.
Nach der Beschreibung auf der Webseite versteht sich der Band als ideelle Fortsetzung der Arbeit von Valentino Volta, der selbst mit einem Beitrag vertreten ist. Weitere Fachbeiträge betreffen Kunst, Topographie und ein bislang unveröffentlichtes Briefmaterial von Paolo Guerrini.
Regionalgeschichtliche Bedeutung
Für die Regionalgeschichte ist das Buch besonders interessant, weil es Pavone del Mella nicht isoliert, sondern im Zusammenhang größerer Entwicklungen betrachtet:
* die bäuerlich-agrarische Prägung des Ortes;
* die sozialen Lebensbedingungen der Landbevölkerung im 19. und frühen 20. Jahrhundert;
* Krankheiten und Armut, insbesondere die Pellagra;
* Bonifizierungen und Verbesserungen der landwirtschaftlichen Nutzflächen;
* erste Ansätze der Industrialisierung, etwa im Bereich der Lebensmittel- und später der Spielwarenindustrie;
* die Rolle des Ortes im Risorgimento, besonders während des Zweiten Italienischen Unabhängigkeitskrieges 1859.
Bemerkenswert ist der Hinweis auf den Durchzug österreichischer, französischer und piemontesischer Truppen. Pavone del Mella lag wegen der Brücke über den Mella offenbar an einer strategisch bedeutsamen Stelle. Damit wird aus einem kleinen Ort ein Schauplatz größerer europäischer Geschichte.
Genealogische Relevanz
Genealogisch ist der Band deshalb interessant, weil er Ortsgeschichte über Personen erzählt. Für Familienforscher können solche Lokalgeschichten sehr wertvoll sein, auch wenn sie keine klassischen Kirchenbuch- oder Standesamtsquellen ersetzen.
Besonders hervorzuheben sind:
* Hinweise auf lokale Familien und soziale Netzwerke;
* die Verbindung einzelner Personen mit Pavone del Mella;
* mögliche Anknüpfungspunkte zu Grundbesitz, Villen, landwirtschaftlichen Betrieben und lokalen Eliten;
* die Erwähnung von Briefmaterial Paolo Guerrinis, das für Personen- und Beziehungsgeschichte bedeutsam sein könnte;
* die Nennung von Hermann von Schullern, einer Persönlichkeit der österreichischen Wissenschafts- und Gesellschaftsgeschichte, die wiederholt nach Pavone del Mella zurückkehrte.
Gerade für österreichisch-italienische Familienverbindungen kann das Buch daher ein reizvoller Hinweisgeber sein. Die Webseite nennt Hermann „Von Schullern“ als bedeutende Persönlichkeit zwischen dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Hier wäre eine genaue Nachprüfung im Buch selbst empfehlenswert: Welche familiäre Verbindung zu Pavone del Mella wird konkret genannt? Geht es um mütterliche Herkunft, Heiratsverbindungen, Besitzgeschichte oder mehrere Ebenen zugleich?
Heraldik und Wappenkunde
Die Webseite selbst ist kein heraldisches Spezialangebot und das Buch scheint nach der Beschreibung auch kein Wappenbuch zu sein. Dennoch kann es für die Heraldik mittelbar interessant sein.
Mögliche Ansatzpunkte:
* Kommunalheraldik von Pavone del Mella;
* Familienwappen lokal bedeutender Geschlechter;
* Wappen an Villen, Kirchen, Grabmälern oder öffentlichen Gebäuden;
* Besitz- und Erinnerungskultur der lokalen Oberschicht;
* Verbindungen zwischen brescianischen Familien und österreichisch-tirolischen Adels- bzw. Beamtenfamilien.
Gerade bei Ortsgeschichten sind Abbildungen, Grabinschriften, Stiftertafeln, Kircheninventare und alte Villen oft heraldisch ergiebiger als der eigentliche Text vermuten lässt.
Warum ist das für unser Forum interessant?
Das Buch zeigt sehr schön, wie Lokalgeschichte, Familiengeschichte und größere politische Ereignisse ineinandergreifen. Pavone del Mella erscheint nicht nur als landwirtschaftlich geprägter Ort der Bassa Bresciana, sondern als Raum, in dem sich soziale Not, wirtschaftlicher Wandel, Risorgimento, lokale Erinnerungskultur und überregionale Familienverbindungen begegnen.
Für Genealogen ist das ein Hinweis darauf, dass Familiengeschichte nicht nur aus Daten besteht. Namen werden erst dann lebendig, wenn man auch den Ort, die Lebensbedingungen, die Besitzverhältnisse, die sozialen Netzwerke und die historischen Umbrüche kennt.
Mögliche Folgefragen
1. Gibt es im Buch ein Personenregister oder zumindest ein Orts- und Namensverzeichnis?
2. Welche Familien aus Pavone del Mella werden im Zusammenhang mit Grundbesitz, Villen, Landwirtschaft oder früher Industrie genannt?
3. Wird die Verbindung der Familie Schullern zu Pavone del Mella im Buch ausführlicher dargestellt?
4. Enthält der Band Abbildungen von Villen, Kirchen, Grabmälern, Wappen oder Inschriften?
5. Wird das unveröffentlichte Briefmaterial Paolo Guerrinis vollständig ediert oder nur auszugsweise verwendet?
6. Gibt es Hinweise auf österreichische, französische oder piemontesische Militärpersonen während des Jahres 1859?
7. Welche Rolle spielte die Brücke über den Mella konkret bei den Truppenbewegungen während des Risorgimento?
Quellen und Hinweise
Vittorio Nichilo: Buchbeschreibung auf der Autorenseite
Vittorio Nichilo: Werkverzeichnis „Cose che scrivo“
ISBN: 978-8855900072
Kurzfazit
Ein für Regionalhistoriker und Genealogen sehr nützliches Werk über Pavone del Mella, besonders dort, wo Ortsgeschichte, soziale Geschichte, Familienverbindungen und Erinnerungskultur zusammentreffen. Für Heraldiker ist es kein unmittelbares Wappenwerk, kann aber über Gebäude, Familien, Besitzgeschichte und lokale Eliten wichtige Spuren liefern.
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