GRÜNENBERG / GRÜNBERG, Konrad – Wappenbuch, Bayern, 1602–1604

GRÜNENBERG / GRÜNBERG, Konrad – Wappenbuch, Bayern, 1602–1604

4 Wochen 1 Tag her
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GRÜNENBERG / GRÜNBERG, Konrad – Wappenbuch, Bayern, 1602–1604

Digitalisat:
BSB Cgm 9210 – Das Wappenbuch Conrads von Grünenberg

Kurzbeschreibung

Das sogenannte Wappenbuch Conrads von Grünenberg zählt zu den bedeutendsten heraldischen Sammelwerken des deutschsprachigen Raumes. Die hier verlinkte Handschrift der Bayerischen Staatsbibliothek, Signatur Cgm 9210, entstand in Bayern in den Jahren 1602–1604 und ist eine spätere Kopie des berühmten Grünenberg-Wappenbuches.

Konrad Grünenberg, Ritter und Bürger zu Konstanz, vollendete sein Wappenbuch ursprünglich im Jahr 1483. Das Werk bietet eine eindrucksvolle heraldische Schau der spätmittelalterlichen Reichs- und Adelswelt: von Phantasiewappen und Herrscherwappen über Reichswürden und Kurfürsten bis hin zu süddeutschen Adelsgeschlechtern und Turniergesellschaften.

Warum ist dieses Werk für Heraldiker und Genealogen besonders wertvoll?

1. Große Fülle an Wappen
Das Werk enthält über 2.000 farbige Wappen mit deutschen Beischriften. Für die Wappenforschung ist das besonders nützlich, weil viele Wappen nicht nur bildlich, sondern auch namentlich greifbar werden.

2. Einblick in die heraldische Ordnung des Reiches
Grünenberg ordnet die Wappen nicht bloß alphabetisch oder zufällig, sondern in einem ideengeschichtlichen Zusammenhang: Reich, Kaiser, Kurfürsten, geistliche und weltliche Würden, Herrscherhäuser, Adel und Turniergesellschaften. Damit zeigt das Werk, wie Heraldik als Ordnungssystem verstanden wurde.

3. Besonders interessant für süddeutsche Adels- und Familienforschung
Der Hauptteil der Handschrift betrifft vor allem den süddeutschen Adel sowie die zwölf süddeutschen Turniergesellschaften und deren Mitglieder. Für Forschungen zu Bayern, Schwaben, Franken, Bodenseegebiet, Österreichbezügen und angrenzenden Adelslandschaften kann das Werk daher ein wichtiger Ausgangspunkt sein.

4. Vergleichsquelle für Wappenvarianten
Da es mehrere Überlieferungen des Grünenberg-Wappenbuches gibt, ist Cgm 9210 besonders hilfreich für Vergleiche: Welche Farben, Figuren, Helmzieren oder Beischriften wurden übernommen, verändert oder später anders dargestellt? Gerade bei problematischen Zuschreibungen kann ein Vergleich mit anderen Handschriften und Wappenbüchern aufschlussreich sein.

5. Reiches Bildmaterial für heraldische Stil- und Formenkunde
Die Darstellung der Schilde, Helme, Helmdecken und Kleinode ist nicht nur genealogisch, sondern auch kunst- und stilgeschichtlich interessant. Wer sich mit historischer Wappengestaltung beschäftigt, findet hier viele Beispiele für ältere Kompositionen, Farbwirkungen und heraldische Bildsprache.

6. Digital frei zugänglich
Das Werk ist online über das Münchener Digitalisierungszentrum / die Bayerische Staatsbibliothek zugänglich. Dadurch kann man bequem blättern, einzelne Seiten vergleichen und gezielt Bildbeispiele für eigene Forschungen heranziehen.

Hinweis zur Benutzung

Die Handschrift sollte nicht unkritisch als alleiniger Beweis für eine Abstammung oder Wappenführung verwendet werden. Wappenbücher sind wertvolle, aber quellenkritisch zu behandelnde Sammlungen. Besonders bei Phantasiewappen, legendären Herrschern, späteren Abschriften oder möglichen Übertragungsfehlern ist Vorsicht geboten. Für genealogische Belege sollten immer weitere Quellen wie Urkunden, Adelsakten, Siegel, Grabdenkmäler, Matriken, Lehensbücher oder zeitnahe Druckwerke herangezogen werden.

Fazit

Das Wappenbuch Conrads von Grünenberg ist eine der großen Schatzkammern der deutschsprachigen Heraldik. Die Fassung Cgm 9210 von 1602–1604 bietet einen hervorragenden Zugang zu einem spätmittelalterlichen Wappenkanon, der noch in der frühen Neuzeit rezipiert wurde. Für Heraldiker, Genealogen und alle Freunde historischer Wappenkunst ist dieses Digitalisat daher eine Fundgrube – sowohl zum Nachschlagen als auch zum Vergleichen, Staunen und Weiterforschen.

Quelle / Digitalisat:
mdz-nbn-resolving.de...00034952-9
"IN OMNIBUS ORDO"

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