Martin Schrot: Wappenbuch des Heiligen Römischen Reichs 1580/1581
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Martin Schrot: Wappenbuch des Heiligen Römischen Reichs 1580/1581
4 Wochen 1 Tag her
Martin Schrot: Wappenbuch des Heiligen Römischen Reichs und allgemeiner Christenheit in Europa – ein heraldischer Schatz von 1580/1581
Für alle, die sich mit Heraldik, Reichsgeschichte, geistlichen und weltlichen Ständen, alten Territorien, Reichsstädten oder Universitätswappen beschäftigen, ist das Wappenbuch von Martin Schrot ein besonders interessantes Werk.
Es handelt sich um ein frühes gedrucktes Wappenbuch des späten 16. Jahrhunderts, erschienen in München. Die Bayerische Staatsbibliothek stellt zwei Digitalisate zur Verfügung:
Digitalisate:
Worum geht es in diesem Werk?
Schon der ausführliche Titel zeigt den großen Anspruch des Werkes: Es geht nicht nur um einzelne Familienwappen, sondern um eine heraldische Gesamtschau der christlichen Ordnung Europas aus Sicht der Zeit um 1580/1581.
Behandelt werden unter anderem:
Damit ist Schrot nicht bloß ein „Wappenbuch“ im engen Sinn, sondern auch eine Art heraldisch-politische Landkarte der damaligen Christenheit.
Warum ist das Werk für Heraldiker und Genealogen interessant?
1. Früher gedruckter Vergleichsstand vor Siebmacher
Für viele Wappenforscher ist Siebmacher der klassische Einstieg. Schrot liegt jedoch zeitlich deutlich früher und bietet damit einen wertvollen Vergleichspunkt für die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts. Wer prüfen möchte, wie bestimmte Wappen oder territoriale Zuordnungen vor den großen späteren Wappenwerken dargestellt wurden, findet hier einen wichtigen Ausgangspunkt.
2. Darstellung der Reichsordnung in heraldischer Form
Das Werk zeigt Wappen nicht isoliert, sondern eingebettet in Rang, Stand und politische Ordnung. Für Forschungen zu Reichsständen, Fürstentümern, Bistümern, Reichsstädten und Herrschaften kann das sehr hilfreich sein. Man sieht, welche Einheiten damals als darstellungswürdig galten und wie sie in eine größere Ordnung eingefügt wurden.
3. Nützlich für alte Namen, Schreibweisen und Zuordnungen
Gerade bei der Arbeit mit frühneuzeitlichen Quellen sind alte Namensformen, abweichende Schreibweisen und historische Territorialbegriffe oft ein Problem. Schrot kann helfen, solche Bezeichnungen einzuordnen oder zumindest einen zeitgenössischen Hinweis zu liefern.
4. Bildquelle für Wappenformen des 16. Jahrhunderts
Die Wappenholzschnitte sind auch stilgeschichtlich interessant. Schildformen, Helmzier, vereinfachte Wappenbilder und die grafische Umsetzung zeigen, wie Wappen im Druck des 16. Jahrhunderts wiedergegeben wurden. Das ist besonders nützlich, wenn man spätere Darstellungen mit früheren vergleichen möchte.
5. Interessant für Universitäts- und Städteheraldik
Neben Herrschafts- und Adelswappen sind auch Universitäten, Hohe Schulen und Städte einbezogen. Damit ist das Werk nicht nur für Familienforscher, sondern auch für Stadt-, Bildungs- und Institutionengeschichte brauchbar.
6. Digital bequem nutzbar
Der große Vorteil heute: Man muss kein seltenes Original oder Faksimile besitzen. Die beiden Ausgaben sind digital zugänglich und können direkt im Forum, in Forschungsnotizen oder bei Wappenvergleichen verlinkt werden.
Wie sollte man das Werk verwenden?
Schrot ist sehr wertvoll als:
Man sollte das Werk aber nicht unkritisch als alleinigen Beweis verwenden. Es ersetzt kein Adelsdiplom, keine archivalische Quelle, keine Siegelüberlieferung und keine genealogisch geprüfte Stammreihe. Gerade bei Wappenbüchern der Frühen Neuzeit ist immer zu prüfen, ob eine Darstellung übernommen, vereinfacht, veraltet oder missverstanden wurde.
Praktische Tipps für die Benutzung
Warum lohnt sich ein Blick hinein?
Weil Schrot ein schönes Beispiel dafür ist, dass Heraldik weit mehr ist als dekorative Wappenkunde. Das Werk zeigt, wie man im 16. Jahrhundert Europa, Reich, Kirche, Herrschaft, Bildung und Rang in heraldische Bilder fasste. Es ist damit zugleich Wappenbuch, Ordnungsmodell, Bildquelle und Zeitdokument.
Diskussionsfragen an das Forum:
Fazit:
Martin Schrots Wappenbuch von 1580/1581 ist für Heraldiker, Genealogen und Reichsgeschichtler eine sehr lohnende Quelle. Es bietet keinen endgültigen Beweis für Abstammung oder Adel, aber einen ausgezeichneten frühneuzeitlichen Vergleichsstand. Gerade deshalb eignet sich das Werk hervorragend, um Wappen nicht nur als Bilder, sondern als historische Zeugnisse von Rang, Ordnung und Selbstverständnis zu lesen.
Für alle, die sich mit Heraldik, Reichsgeschichte, geistlichen und weltlichen Ständen, alten Territorien, Reichsstädten oder Universitätswappen beschäftigen, ist das Wappenbuch von Martin Schrot ein besonders interessantes Werk.
Es handelt sich um ein frühes gedrucktes Wappenbuch des späten 16. Jahrhunderts, erschienen in München. Die Bayerische Staatsbibliothek stellt zwei Digitalisate zur Verfügung:
Digitalisate:
- Martin Schrot: Wappenbuch Des Heiligen Römischen Reichs und allgemainer Christenheit in Europa, München 1580
mdz-nbn-resolving.de...00089366-6
- Martin Schrot: Wappenbuch Des Heiligen Römischen Reichs und allgemeiner Christenheit in Europa, München 1581
mdz-nbn-resolving.de...00089367-2
Worum geht es in diesem Werk?
Schon der ausführliche Titel zeigt den großen Anspruch des Werkes: Es geht nicht nur um einzelne Familienwappen, sondern um eine heraldische Gesamtschau der christlichen Ordnung Europas aus Sicht der Zeit um 1580/1581.
Behandelt werden unter anderem:
- das Heilige Römische Reich,
- Kaiser, Kurfürsten und Fürstentümer,
- Erz- und Bistümer,
- Äbte, Prälaten und weitere geistliche Würdenträger,
- Grafen, Herrschaften und freie Reichsstädte,
- geistliche und weltliche Würdenträger außerhalb des Reiches,
- europäische Königreiche und Landschaften,
- Universitäten und Hohe Schulen.
Damit ist Schrot nicht bloß ein „Wappenbuch“ im engen Sinn, sondern auch eine Art heraldisch-politische Landkarte der damaligen Christenheit.
Warum ist das Werk für Heraldiker und Genealogen interessant?
1. Früher gedruckter Vergleichsstand vor Siebmacher
Für viele Wappenforscher ist Siebmacher der klassische Einstieg. Schrot liegt jedoch zeitlich deutlich früher und bietet damit einen wertvollen Vergleichspunkt für die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts. Wer prüfen möchte, wie bestimmte Wappen oder territoriale Zuordnungen vor den großen späteren Wappenwerken dargestellt wurden, findet hier einen wichtigen Ausgangspunkt.
2. Darstellung der Reichsordnung in heraldischer Form
Das Werk zeigt Wappen nicht isoliert, sondern eingebettet in Rang, Stand und politische Ordnung. Für Forschungen zu Reichsständen, Fürstentümern, Bistümern, Reichsstädten und Herrschaften kann das sehr hilfreich sein. Man sieht, welche Einheiten damals als darstellungswürdig galten und wie sie in eine größere Ordnung eingefügt wurden.
3. Nützlich für alte Namen, Schreibweisen und Zuordnungen
Gerade bei der Arbeit mit frühneuzeitlichen Quellen sind alte Namensformen, abweichende Schreibweisen und historische Territorialbegriffe oft ein Problem. Schrot kann helfen, solche Bezeichnungen einzuordnen oder zumindest einen zeitgenössischen Hinweis zu liefern.
4. Bildquelle für Wappenformen des 16. Jahrhunderts
Die Wappenholzschnitte sind auch stilgeschichtlich interessant. Schildformen, Helmzier, vereinfachte Wappenbilder und die grafische Umsetzung zeigen, wie Wappen im Druck des 16. Jahrhunderts wiedergegeben wurden. Das ist besonders nützlich, wenn man spätere Darstellungen mit früheren vergleichen möchte.
5. Interessant für Universitäts- und Städteheraldik
Neben Herrschafts- und Adelswappen sind auch Universitäten, Hohe Schulen und Städte einbezogen. Damit ist das Werk nicht nur für Familienforscher, sondern auch für Stadt-, Bildungs- und Institutionengeschichte brauchbar.
6. Digital bequem nutzbar
Der große Vorteil heute: Man muss kein seltenes Original oder Faksimile besitzen. Die beiden Ausgaben sind digital zugänglich und können direkt im Forum, in Forschungsnotizen oder bei Wappenvergleichen verlinkt werden.
Wie sollte man das Werk verwenden?
Schrot ist sehr wertvoll als:
- Vergleichsquelle,
- Hinweisgeber,
- ikonographische Quelle,
- Quelle zur frühneuzeitlichen Wahrnehmung von Rang und Ordnung,
- Einstieg in weitere Recherche.
Man sollte das Werk aber nicht unkritisch als alleinigen Beweis verwenden. Es ersetzt kein Adelsdiplom, keine archivalische Quelle, keine Siegelüberlieferung und keine genealogisch geprüfte Stammreihe. Gerade bei Wappenbüchern der Frühen Neuzeit ist immer zu prüfen, ob eine Darstellung übernommen, vereinfacht, veraltet oder missverstanden wurde.
Praktische Tipps für die Benutzung
- Bei der Suche immer mit alten Schreibweisen rechnen.
- Wappenbilder mit späteren Wappenbüchern vergleichen, etwa Siebmacher, Rietstap oder regionalen Wappenwerken.
- Bei Familienwappen zusätzlich archivalische Nachweise suchen: Diplome, Adelsakten, Siegel, Grabdenkmäler, Matriken, Lehensakten.
- Bei Städte- und Territorialwappen prüfen, ob sich Herrschaftsverhältnisse oder Wappenführung später geändert haben.
- Bei Zitaten immer die genaue Ausgabe, das Jahr und möglichst die konkrete Seite/Bildseite angeben.
Warum lohnt sich ein Blick hinein?
Weil Schrot ein schönes Beispiel dafür ist, dass Heraldik weit mehr ist als dekorative Wappenkunde. Das Werk zeigt, wie man im 16. Jahrhundert Europa, Reich, Kirche, Herrschaft, Bildung und Rang in heraldische Bilder fasste. Es ist damit zugleich Wappenbuch, Ordnungsmodell, Bildquelle und Zeitdokument.
Diskussionsfragen an das Forum:
- Hat jemand bereits systematisch Unterschiede zwischen den Ausgaben 1580 und 1581 festgestellt?
- Welche Wappen aus Schrot weichen auffällig von späteren Darstellungen bei Siebmacher oder anderen Wappenwerken ab?
- Gibt es bekannte Beispiele, bei denen Schrot für die Identifikation eines Familien-, Städte- oder Universitätswappens besonders hilfreich war?
- Welche Wappen im Werk sollten mit Vorsicht behandelt werden, weil sie später anders überliefert sind?
- Kennt jemand Literatur, die Schrot als Quelle kritisch behandelt oder mit anderen Wappenbüchern des 16. Jahrhunderts vergleicht?
Fazit:
Martin Schrots Wappenbuch von 1580/1581 ist für Heraldiker, Genealogen und Reichsgeschichtler eine sehr lohnende Quelle. Es bietet keinen endgültigen Beweis für Abstammung oder Adel, aber einen ausgezeichneten frühneuzeitlichen Vergleichsstand. Gerade deshalb eignet sich das Werk hervorragend, um Wappen nicht nur als Bilder, sondern als historische Zeugnisse von Rang, Ordnung und Selbstverständnis zu lesen.
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