Adolf Bäuerle – ein nützliches Quellenwerk für Genealogie, Heraldik und Verwalt
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Adolf Bäuerle – ein nützliches Quellenwerk für Genealogie, Heraldik und Verwalt
4 Wochen 5 Stunden her
Adolf Bäuerle: „Was verdankt Oesterreich der beglückenden Regierung Sr. Majestät Kaiser Franz des Ersten?“ – ein nützliches Quellenwerk für Genealogie, Heraldik und Verwaltungsgeschichte
Digitalisat bei den Digitalen Sammlungen der Bayerischen Staatsbibliothek / MDZ
Dieses 1834 in Wien erschienene Werk von Adolf Bäuerle ist auf den ersten Blick ein zeittypisches Huldigungs- und Erinnerungswerk auf Kaiser Franz I. Gerade darin liegt aber auch sein besonderer Quellenwert: Es sammelt Personen, Institutionen, Ämter, Stiftungen, militärische und zivile Leistungen sowie Entwicklungen in den Ländern der Habsburgermonarchie – also genau jene Kontexte, die genealogische und heraldische Einzelrecherchen oft erst verständlich machen.
Warum ist dieses Werk für uns interessant?
1. Personen- und Namensfundgrube
Das Werk enthält zahlreiche Namen von Beamten, Offizieren, Geistlichen, Stiftern, Gutsbesitzern, Ärzten, Direktoren, Wohltätern und Angehörigen gehobener gesellschaftlicher Kreise. Für genealogische Recherchen kann das besonders wertvoll sein, wenn eine Person nicht nur in Matrikeln, Schematismen oder Adelslexika auftaucht, sondern auch im Zusammenhang mit einer konkreten Leistung, Funktion oder Stiftung genannt wird.
2. Hinweise auf Rang, Amt und gesellschaftliche Stellung
Für die Adels- und Familienforschung sind Amts- und Rangbezeichnungen oft ebenso wichtig wie Geburts- und Sterbedaten. Begriffe wie Hofrat, Gubernialrat, Hauptmann, Major, Oberst, Gutsbesitzer, Großhändler, Edler, Freiherr oder Graf helfen, eine Person sozial und administrativ einzuordnen. Das Werk kann daher als Ergänzung zu Hof- und Staatshandbüchern, Militärschematismen und Adelsverzeichnissen dienen.
3. Nützlich für die regionale Forschung in der Monarchie
Das Buch ist nicht auf Wien beschränkt. Es berührt zahlreiche Länder und Regionen der damaligen Habsburgermonarchie, darunter u. a. Böhmen, Mähren, Galizien, Tirol, Steiermark, Ungarn, Siebenbürgen, Illyrien, Triest, Prag, Pesth und Mailand. Damit ist es auch für Familienforscher interessant, deren Vorfahren im Staatsdienst, Militär, Bildungswesen, Gesundheitswesen oder in gemeinnützigen Einrichtungen der Monarchie tätig waren.
4. Kontextquelle für Nobilitierungen und Verdienste
Wer sich mit Standeserhebungen beschäftigt, kennt das Problem: In Adelsakten steht oft, dass jemand „wegen Verdiensten“ ausgezeichnet wurde – aber die konkrete Lebensleistung muss man erst mühsam rekonstruieren. Dieses Werk kann helfen, solche Verdienste in den größeren Zusammenhang der Zeit einzuordnen: Verwaltung, Militär, Schulwesen, Landwirtschaft, Wohltätigkeit, Infrastruktur, Medizin, Wissenschaft und öffentliche Einrichtungen.
5. Ergänzung zu Schematismen und Amtskalendern
Schematismen nennen häufig nur Name, Rang und Dienststelle. Bäuerles Werk bietet dagegen einen erzählenden Kontext. Dadurch kann es helfen, aus einer bloßen Amtsbezeichnung ein verständlicheres Lebensbild zu gewinnen. Besonders reizvoll ist das bei Personen, die in mehreren Quellengattungen vorkommen: etwa im Militärschematismus, in Zeitungen, in Hofkalendern, in Adelsakten oder in regionalen Chroniken.
6. Sprach- und Begriffsgeschichte
Auch die alte Schreibweise ist ein Vorteil: Wer nach historischen Schreibvarianten sucht, findet hier Formen wie Oesterreich, Freyherr, Gubernialrath, Landwirthschaft oder wohlthätig. Solche Varianten sind für die Suche in alten Digitalisaten wichtig, weil moderne Schreibweisen oft nicht zum Treffer führen.
7. Digital gut nutzbar
Das Werk ist online zugänglich und kann im Digitalisat durchgesehen werden. Je nach Plattform und OCR-Qualität lassen sich Namen und Begriffe auch digital suchen. Besonders hilfreich ist es, moderne und historische Schreibweisen parallel zu verwenden, also z. B. „Freiherr“ und „Freyherr“, „Österreich“ und „Oesterreich“, „Rat“ und „Rath“.
Worauf ist zu achten?
Das Werk ist keine neutrale moderne wissenschaftliche Darstellung, sondern ein Werk seiner Zeit. Es ist deutlich monarchisch, lobend und repräsentativ angelegt. Die Angaben sollten daher nicht unkritisch übernommen, sondern mit weiteren Quellen gegengeprüft werden.
Sinnvolle Vergleichsquellen sind insbesondere:
Fazit
Bäuerles „Was verdankt Oesterreich der beglückenden Regierung Sr. Majestät Kaiser Franz des Ersten?“ ist kein klassisches Adelslexikon und auch kein genealogisches Handbuch. Gerade deshalb ist es interessant: Es liefert historische Umgebung, Amtskontexte, Namen, Institutionen und zeitgenössische Wertungen. Für genealogische und heraldische Forschung kann es als ergänzende Kontextquelle sehr nützlich sein – besonders dann, wenn man eine Person nicht nur nachweisen, sondern in ihr berufliches, gesellschaftliches und historisches Umfeld einordnen möchte.
Quelle:
Digitalisat: Adolf Bäuerle, „Was verdankt Oesterreich der beglückenden Regierung Sr. Majestät Kaiser Franz des Ersten?“, Digitale Sammlungen / Bayerische Staatsbibliothek
Diskussionsfragen:
Digitalisat bei den Digitalen Sammlungen der Bayerischen Staatsbibliothek / MDZ
Dieses 1834 in Wien erschienene Werk von Adolf Bäuerle ist auf den ersten Blick ein zeittypisches Huldigungs- und Erinnerungswerk auf Kaiser Franz I. Gerade darin liegt aber auch sein besonderer Quellenwert: Es sammelt Personen, Institutionen, Ämter, Stiftungen, militärische und zivile Leistungen sowie Entwicklungen in den Ländern der Habsburgermonarchie – also genau jene Kontexte, die genealogische und heraldische Einzelrecherchen oft erst verständlich machen.
Warum ist dieses Werk für uns interessant?
1. Personen- und Namensfundgrube
Das Werk enthält zahlreiche Namen von Beamten, Offizieren, Geistlichen, Stiftern, Gutsbesitzern, Ärzten, Direktoren, Wohltätern und Angehörigen gehobener gesellschaftlicher Kreise. Für genealogische Recherchen kann das besonders wertvoll sein, wenn eine Person nicht nur in Matrikeln, Schematismen oder Adelslexika auftaucht, sondern auch im Zusammenhang mit einer konkreten Leistung, Funktion oder Stiftung genannt wird.
2. Hinweise auf Rang, Amt und gesellschaftliche Stellung
Für die Adels- und Familienforschung sind Amts- und Rangbezeichnungen oft ebenso wichtig wie Geburts- und Sterbedaten. Begriffe wie Hofrat, Gubernialrat, Hauptmann, Major, Oberst, Gutsbesitzer, Großhändler, Edler, Freiherr oder Graf helfen, eine Person sozial und administrativ einzuordnen. Das Werk kann daher als Ergänzung zu Hof- und Staatshandbüchern, Militärschematismen und Adelsverzeichnissen dienen.
3. Nützlich für die regionale Forschung in der Monarchie
Das Buch ist nicht auf Wien beschränkt. Es berührt zahlreiche Länder und Regionen der damaligen Habsburgermonarchie, darunter u. a. Böhmen, Mähren, Galizien, Tirol, Steiermark, Ungarn, Siebenbürgen, Illyrien, Triest, Prag, Pesth und Mailand. Damit ist es auch für Familienforscher interessant, deren Vorfahren im Staatsdienst, Militär, Bildungswesen, Gesundheitswesen oder in gemeinnützigen Einrichtungen der Monarchie tätig waren.
4. Kontextquelle für Nobilitierungen und Verdienste
Wer sich mit Standeserhebungen beschäftigt, kennt das Problem: In Adelsakten steht oft, dass jemand „wegen Verdiensten“ ausgezeichnet wurde – aber die konkrete Lebensleistung muss man erst mühsam rekonstruieren. Dieses Werk kann helfen, solche Verdienste in den größeren Zusammenhang der Zeit einzuordnen: Verwaltung, Militär, Schulwesen, Landwirtschaft, Wohltätigkeit, Infrastruktur, Medizin, Wissenschaft und öffentliche Einrichtungen.
5. Ergänzung zu Schematismen und Amtskalendern
Schematismen nennen häufig nur Name, Rang und Dienststelle. Bäuerles Werk bietet dagegen einen erzählenden Kontext. Dadurch kann es helfen, aus einer bloßen Amtsbezeichnung ein verständlicheres Lebensbild zu gewinnen. Besonders reizvoll ist das bei Personen, die in mehreren Quellengattungen vorkommen: etwa im Militärschematismus, in Zeitungen, in Hofkalendern, in Adelsakten oder in regionalen Chroniken.
6. Sprach- und Begriffsgeschichte
Auch die alte Schreibweise ist ein Vorteil: Wer nach historischen Schreibvarianten sucht, findet hier Formen wie Oesterreich, Freyherr, Gubernialrath, Landwirthschaft oder wohlthätig. Solche Varianten sind für die Suche in alten Digitalisaten wichtig, weil moderne Schreibweisen oft nicht zum Treffer führen.
7. Digital gut nutzbar
Das Werk ist online zugänglich und kann im Digitalisat durchgesehen werden. Je nach Plattform und OCR-Qualität lassen sich Namen und Begriffe auch digital suchen. Besonders hilfreich ist es, moderne und historische Schreibweisen parallel zu verwenden, also z. B. „Freiherr“ und „Freyherr“, „Österreich“ und „Oesterreich“, „Rat“ und „Rath“.
Worauf ist zu achten?
Das Werk ist keine neutrale moderne wissenschaftliche Darstellung, sondern ein Werk seiner Zeit. Es ist deutlich monarchisch, lobend und repräsentativ angelegt. Die Angaben sollten daher nicht unkritisch übernommen, sondern mit weiteren Quellen gegengeprüft werden.
Sinnvolle Vergleichsquellen sind insbesondere:
- Hof- und Staatshandbücher
- k. k. Militärschematismen
- Adelsakten und Nobilitierungsakten
- Siebmacher, Gotha, Brünner Taschenbücher und andere Adelsliteratur
- ANNO-Zeitungen und Amtsblätter
- Matriken, Grundbücher, Verlassenschaftsakten und regionale Chroniken
Fazit
Bäuerles „Was verdankt Oesterreich der beglückenden Regierung Sr. Majestät Kaiser Franz des Ersten?“ ist kein klassisches Adelslexikon und auch kein genealogisches Handbuch. Gerade deshalb ist es interessant: Es liefert historische Umgebung, Amtskontexte, Namen, Institutionen und zeitgenössische Wertungen. Für genealogische und heraldische Forschung kann es als ergänzende Kontextquelle sehr nützlich sein – besonders dann, wenn man eine Person nicht nur nachweisen, sondern in ihr berufliches, gesellschaftliches und historisches Umfeld einordnen möchte.
Quelle:
Digitalisat: Adolf Bäuerle, „Was verdankt Oesterreich der beglückenden Regierung Sr. Majestät Kaiser Franz des Ersten?“, Digitale Sammlungen / Bayerische Staatsbibliothek
Diskussionsfragen:
- Hat jemand das Werk bereits systematisch nach Familiennamen oder Adelsprädikaten ausgewertet?
- Welche Treffer lassen sich mit Hof- und Staatshandbüchern oder Militärschematismen verifizieren?
- Gibt es bekannte Fälle, in denen dieses Werk zusätzliche Hinweise zu einer Nobilitierung oder Auszeichnung liefert?
- Wäre eine Namensliste aus dem Werk für das Forum von Interesse?
"IN OMNIBUS ORDO"
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