Richard Wilhelm Karl Frhr. v. Buttlar zu Brandenfels genannt Treusch (1848–1924)

Richard Wilhelm Karl Frhr. v. Buttlar zu Brandenfels genannt Treusch (1848–1924)

1 Woche 11 Stunden her
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Vom hessischen Rittergut Markershausen zum k. u. k. General und Flügeladjutanten Kaiser Franz Josephs I.

Das beigefügte, auf Karton montierte und offenbar von Hand retuschierte bzw. nachbearbeitete Großfoto – laut Objektangabe im Format von ungefähr 40 × 50 cm – zeigt einen berittenen Offizier in repräsentativer Pose. Es wird Richard Wilhelm Karl Freiherrn von Buttlar zu Brandenfels genannt Treusch zugeschrieben.

Richard Wilhelm Karl Freiherr von Buttlar zu Brandenfels genannt Treusch
wurde am 1. Juli 1848 in Markershausen in Hessen, heute ein Ortsteil von Herleshausen, geboren.

Als Eltern werden in der genealogischen Überlieferung genannt:
  • Wilhelm Freiherr von Buttlar zu Brandenfels genannt Treusch, auf Markershausen,
  • Marie Juliane von Fischer genannt von Fischungshausen.

Die Vaterangabe erscheint nach Namen und Besitzbezug plausibel: Ein kurhessisches Hof- und Staatshandbuch nennt tatsächlich einen „Gutsbesitzer Wilhelm Treusch v. Buttlar, zu Markershausen“. Die unmittelbare genealogische Zuordnung Richards zu diesem Wilhelm sowie insbesondere die Angabe zur Mutter konnten anhand der bislang zugänglichen Quellen jedoch noch nicht unabhängig verifiziert werden. Hier sollte die betreffende Stammtafel bzw. der Taufeintrag herangezogen werden.

Die Familie und der Adel

Bei den Buttlar bzw. Treusch von Buttlar handelt es sich um ein altes hessisches Adelsgeschlecht. Für die hier interessierende Linie ist die historische Namensform besonders wichtig.

Rudolf von Buttlar-Elberbergs 1888 erschienenes Stammbuch der Althessischen Ritterschaft führt ausdrücklich:

„Treusch von Buttlar zu Brandenfels, richtiger von Buttlar zu Brandenfels, genannt Treusch“

und unterscheidet mehrere Linien des Hauses Markershausen.

Damit ist die im österreichischen Militär verwendete Namensform

„Buttlar zu Brandenfels gen. Treusch, Richard Wilhelm Karl Freiherr von“

genealogisch vollkommen plausibel und zugleich durch die amtlichen österreichischen Militärquellen bestätigt.

Markershausen war über Jahrhunderte eng mit der Familie verbunden. Noch heute erinnern dort das Rittergut, die Patronatskirche mit den für Ober- und Unterhaus bestimmten Patronatslogen, die Ruine Brandenfels und das 1929 errichtete Familienmausoleum an die Treusch von Buttlar-Brandenfels.

Militärische Laufbahn

Die österreichischen Militärquellen erlauben einige feste Eckdaten:
  • 1. November 1903: Ernennung zum Generalmajor.
  • 1904: Generalmajor und Kommandant der 26. Landwehrinfanteriebrigade in Brünn.
  • Der Brigade unterstanden damals die Landwehrinfanterieregimenter Brünn Nr. 14 und Kremsier Nr. 25.
  • Richard Freiherr von Buttlar war außerdem k. u. k. Kämmerer.
  • Das Österreichische Biographische Lexikon bezeichnet ihn zudem als Flügeladjutanten Kaiser Franz Josephs I.
  • 1. Mai 1907: Verleihung des Titularranges eines Feldmarschallleutnants und Pensionierung.

Die verbreitete Bezeichnung

„k. u. k. Kämmerer und tit. Feldmarschallleutnant i. R.“

ist somit sachlich gut belegt.

Wichtig ist dabei das Wort titular: Buttlar erhielt 1907 den Titel bzw. Rangcharakter eines Feldmarschallleutnants; die Quelle vermerkt gleichzeitig seine Pensionierung. Er ist daher nicht mit einem im aktiven Dienst als Feldmarschallleutnant kommandierenden Offizier gleichzusetzen.

Tod in Graz – Korrektur des Datums

Das ursprünglich genannte Todesdatum 29. Februar 1924 bedarf einer Korrektur bzw. Überprüfung.

Die auf dem Generalsbuch des Wiener Kriegsarchivs beruhende Generalsliste des Österreichischen Staatsarchivs nennt:

† 27. Februar 1924

Das Österreichische Biographische Lexikon bestätigt unabhängig davon:

gestorben Graz, 27. Februar 1924.

Bis zur Einsicht in den originalen Grazer Sterbeeintrag sollte daher der 27. Februar 1924 als Sterbedatum verwendet werden.

Sollte sich der 29. Februar in einer Matrikel- oder Friedhofsquelle finden, wäre zu prüfen, ob es sich dabei möglicherweise um das Begräbnis-, Eintragungs- oder Beurkundungsdatum handelt.


Genealogische Fortsetzung

Besonders interessant ist Richards Sohn Alfred Freiherr von Buttlar-Moscon (1898–1972), der später als österreichischer Schriftsteller, Lyriker und Übersetzer hervortrat.

Das Österreichische Biographische Lexikon nennt ihn als Sohn Richards und dessen Gemahlin

Maria Assunta Freiin von Moscon
(* 15. Januar 1867; † 9. Dezember 1898).

Alfred wurde am 8. Dezember 1898 auf Schloss Zigguln bei Klagenfurt geboren; seine Mutter starb bereits am folgenden Tag. Über den Sohn gelangt man somit zu einer weiteren bedeutenden österreichisch-steirischen Adelsfamilie, den Freiherren von Moscon.

Zum Foto

Die Aufnahme ist nicht nur militärgeschichtlich interessant. Großformatige, auf Karton montierte und malerisch retuschierte Fotografien dieser Art standen an der Grenze zwischen Fotografie und repräsentativem Porträtbild.

Der Offizier erscheint zu Pferd vor einer teilweise malerisch gestalteten Landschaftskulisse. Säbel, Kopfbedeckung und Uniform bilden gemeinsam mit dem ruhig stehenden Pferd ein bewusst repräsentatives militärisches Porträt.

Falls die Überlieferung zutrifft, dass das Foto Richard von Buttlar noch als Oberst zeigt, dürfte seine Entstehung vor der Ernennung zum Generalmajor am 1. November 1903 zu suchen sein. Eine genauere Datierung sollte jedoch erst nach einem Vergleich der Uniformdetails mit zeitgenössischen Militärschematismen bzw. Uniformvorschriften vorgenommen werden.

Quellen und weiterführende Hinweise
  • Antonio Schmidt-Brentano: Die k. k. bzw. k. u. k. Generalität 1816–1918, Österreichisches Staatsarchiv/Kriegsarchiv, Eintrag „Buttlar zu Brandenfels gen. Treusch, Richard Wilhelm Karl Freiherr von“, S. 24.
    Digitalisat beim Österreichischen Staatsarchiv
  • Österreichisches Biographisches Lexikon: Buttlar-Moscon, Alfred (Frh. von); dort genealogische Angaben zu seinem Vater Richard Wilhelm Karl Freiherr von Buttlar zu Brandenfels genannt Treusch.
    ÖBL – Buttlar-Moscon
  • Schematismus der k. k. Landwehr und der k. k. Gendarmerie für 1904, 26. Landwehrinfanteriebrigade Brünn.
  • Rudolf von Buttlar-Elberberg: Stammbuch der Althessischen Ritterschaft, enthaltend die Stammtafeln der im ehemaligen Kurfürstenthum Hessen ansässigen zur Althessischen Ritterschaft gehörigen Geschlechter, Cassel 1888; besonders die Tafeln zu Treusch von Buttlar zu Brandenfels.
    Digitale Erschließung bei Genealogy.net
  • Gemeinde Herleshausen: Ortsgeschichte Markershausen mit Rittergut, Patronatskirche, Mausoleum und Burg Brandenfels.
    Markershausen – Gemeinde Herleshausen
  • Kurfürstlich Hessisches Hof- und Staatshandbuch: Nachweis eines Gutsbesitzers Wilhelm Treusch v. Buttlar zu Markershausen.

Quellenkritische Anmerkung:
Geburtsort und Geburtsdatum, militärische Karriere, Kämmererwürde, Titularrang und das Sterbedatum 27. Februar 1924 sind durch voneinander unabhängige Quellen gut abgesichert. Die im Ausgangstext genannten Eltern sowie Richards römisch-katholische Konfession sollten dagegen noch anhand der einschlägigen Kirchenmatrikeln beziehungsweise einer zuverlässigen genealogischen Stammtafel bestätigt werden.

Gerade der Unterschied zwischen dem überlieferten Todesdatum 29. Februar und dem in zwei maßgeblichen österreichischen Quellen angegebenen 27. Februar 1924 zeigt, wie wichtig bei genealogischen Angaben die Gegenprüfung von Familienüberlieferung, Matrikel und amtlichen Quellen ist.
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Re: Richard Wilhelm Karl Frhr. v. Buttlar zu Brandenfels genannt Treusch (1848–1924)

1 Woche 6 Stunden her
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Hier der ebtspr. Geburts-und Sterbeintrag von Richard Wilhelm Carl Treusch v. Buttlar.


data.matricula-onlin...09/?pg=308

Übrigens das Herrenhaus in Markershausen kenne ich gut, es liegt gleich um die Ecke meine Geburtsortes! 
www.alleburgen.de/bd.php?id=14831
 
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