PREINDLSBERGER – WANNISCH – NOVAK VON ARIENTI
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PREINDLSBERGER – WANNISCH – NOVAK VON ARIENTI
1 Monat 1 Woche her - 3 Wochen 16 Stunden her
Eine Innsbrucker Offiziersfamilie zwischen Kaiserjägern und österreichischem Adel
Die beigefügten Familienaufnahmen und insbesondere die Trauungsanzeige des Jahres 1900 erlauben einen bemerkenswerten Einblick in ein österreichisches Offiziersmilieu unmittelbar vor dem Ende der Monarchie.
Bild 1: K.u.k. Hauptmann August Preindlsberger und seine Gattin Wilhelmine, geborene Edle von Wannisch, um 1900.
August Preindlsberger
August Leopold Karl Preindlsberger, geboren am 10. Oktober 1865 in Wien, entstammte einer bürgerlichen Wiener Familie. Seine Eltern waren Josef Preindlsberger und Johanna, geborene Koch.
Seine militärische Laufbahn lässt sich über mehrere zeitgenössische Quellen verfolgen. Anlässlich seiner Eheschließung 1900 war er k.u.k. Hauptmann im 28. Feld-Jäger-Bataillon. Im Sommer 1914 gehörte er als Major zu den Stabsoffizieren des 1. Regiments der Tiroler Kaiserjäger. Bereits im August 1914 erscheint er als Oberstleutnant und Kommandant des II. Bataillons.
Das Österreichische Staatsarchiv verwahrt unter
AVA, Adelsarchiv, Hofadelsakten, Allgemeine Reihe, 749.26
den Akt:
„Preindlsberger, August, k.u.k. Oberstleutnant, (systemmäßiger) Adelsstand (1916.06.11)“.
Damit ist die systemmäßige Erhebung August Preindlsbergers in den österreichischen Adelsstand 1916 archivalisch bestätigt.
Das Wappen von 1916 lautet:
Die Verbindung mit der Familie Wannisch
Am 3. Mai 1900 heiratete August Preindlsberger in der Innsbrucker Hofkirche Wilhelmine Ludowika Caroline Edle von Wannisch, in der gedruckten Trauungsanzeige familiär „Elmi“ genannt.
Bild 2: Gedruckte Anzeige der Vermählung August Preindlsberger – Wilhelmine („Elmi“) Edle von Wannisch, Innsbruck, April 1900.
Die Anzeige lautet auszugsweise:
Bemerkenswert ist die Titulatur: August war 1900 noch nicht adelig, wird aber dennoch als „hochwohlgeboren“ bezeichnet. Selbst sein Vater Josef Preindlsberger, ein Wiener Kaufmann und Firmenchef, erhält diese Bezeichnung.
War „Hochwohlgeboren“ für einen bürgerlichen Hauptmann üblich?
Durchaus – jedenfalls im gesellschaftlichen und privaten Verkehr.
„Hochwohlgeboren“ war ursprünglich besonders dem niederen Adel zugeordnet, wurde im 19. und frühen 20. Jahrhundert aber zunehmend auch gegenüber Offizieren und höheren gesellschaftlichen Funktionsträgern verwendet.
Ein schönes österreichisches Vergleichsbeispiel bewahrt das Wien Museum: Noch 1917 wurde ein k.u.k. Hauptmann auf einer privaten Ansichtskarte mit
„Euer Hochwohlgeboren“
angesprochen.
Die Formulierung in der Preindlsberger-Wannisch’schen Trauungsanzeige ist daher kein Hinweis auf einen bereits bestehenden Adel des Bräutigams. Sie gehört vielmehr in die Welt gesellschaftlicher Höflichkeits- und Rangprädikate der späten Habsburgermonarchie. Beim bürgerlichen Vater Josef Preindlsberger wirkt sie allerdings besonders großzügig – offenbar wollten die Brauteltern ihre künftigen Verwandten in möglichst standesgemäßer Form präsentieren.
Bild 3: Wilhelm Edler von Wannisch, k.u.k. Feldmarschallleutnant (1836–1922), Aufnahme August Wilcke, Innsbruck.
Feldmarschallleutnant Wilhelm Edler von Wannisch
Wilhelm Edler von Wannisch wurde am 6. Oktober 1836 in Kapfenberg als Sohn eines Advokaten geboren. Mit 18 Jahren trat er als Kadett in das Infanterieregiment Nr. 14 ein und nahm an den Feldzügen von 1859 und 1866 teil, darunter an den Schlachten von Magenta, Solferino und Königgrätz.
Später folgten Verwendungen im Generalstab sowie in Bosnien, Graz, Ungarisch-Weisskirchen und Großwardein. Nach Beendigung seiner aktiven Laufbahn ließ er sich in Innsbruck nieder. Das Innsbrucker Adressbuch von 1902 führt ihn als
„Wannisch Wilhelm, Edler von, k.u.k. Feldmarschall-Lieutenant i. P.“
Er starb am 30. März 1922 in Innsbruck.
Die nächste Generation
Aus der Ehe August Preindlsberger – Wilhelmine Edle von Wannisch stammte nach der vorliegenden genealogischen Zusammenstellung die Tochter
Maria Felizitas Aloisia Johanna Antonia Preindlsberger,
geboren am 12. Februar 1901 in Innsbruck.
Bild 4: K.u.k. Major August Preindlsberger mit seiner Tochter Maria Felizitas, um 1915; diese heiratete 1920 Maximilian Freiherrn Novak von Arienti.
Sie heiratete 1920 Maximilian Freiherrn Novak von Arienti.
Maximilian, geboren am 19. August 1897, war ein Sohn des späteren k.u.k. Feldmarschallleutnants Guido Freiherrn Novak von Arienti und stand ebenfalls beim 1. Regiment der Tiroler Kaiserjäger. Am Ende des Ersten Weltkrieges hatte er den Rang eines Oberleutnants erreicht.
Damit verband die Ehe der Tochter wiederum zwei Familien, deren Geschichte eng mit dem k.u.k. Offizierskorps und insbesondere mit den Tiroler Kaiserjägern verbunden war.
Ein weiterer Preindlsberger-Adelsakt
Genealogisch besonders wichtig ist, dass das Österreichische Staatsarchiv unmittelbar neben Augusts Adelsakt noch einen zweiten Akt verwahrt:
„Preindlsberger, Joseph, Dr., Primararzt des bosnisch-herzegowinischen Landesspitals in Sarajevo, Adelsstand ...“
Der 1863 geborene Chirurg Josef Preindlsberger war ebenfalls Sohn des Kaufmanns Josef Preindlsberger und der Johanna, geborenen Koch, somit Bruder Augusts. Er ist später als
Josef Preindlsberger von Preindlsperg
nachweisbar.
Die beiden Nobilitierungen dürfen daher nicht miteinander vermengt werden. Insbesondere sollte die pauschale Bezeichnung „Preindlsberg – im Mannesstamme erloschen“ erst nach genauer Prüfung beider Adelsdiplome und der vollständigen Nachkommenschaft verwendet werden.
Alexander Edler von Wannisch
Zur Familie Wannisch gehört ferner Dr. Alexander Wannisch, k.k. Hof- und Gerichtsadvokat und langjähriges Mitglied des steiermärkischen Landesausschusses. In späteren Quellen erscheint er als Alexander Edler von Wannisch.
Nach Kerschbaumer sowie ergänzenden biographischen Angaben erfolgte seine Erhebung in den Adelsstand 1897 wegen seiner Verdienste um die Errichtung des Grazer Universitäts- und Bibliotheksgebäudes.
Quellen und Literatur
– Österreichisches Staatsarchiv, Allgemeines Verwaltungsarchiv, Adelsarchiv, Hofadelsakten, Allgemeine Reihe, Karton 749, Nr. 26 und 27.
– Historische Adressbücher der Stadt Innsbruck, insbesondere 1902, 1917, 1939 und 1944.
– Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck: „8 Monate anno 1902 (33)“ sowie „Post aus Krasnojarsk“.
– Wien Museum, Online-Sammlung: Ansichtskarte an einen k.u.k. Hauptmann, 1917.
– Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien: biographischer Beitrag zu Josef Preindlsberger.
– Schmidt-Brentano, Antonio: Die k.k. bzw. k.u.k. Generalität 1816–1918.
– Kerschbaumer: BEAMTE, UNTERNEHMER, OFFIZIERE, Bd. 1, 2. erw. Auflage, Graz 2022.
– Familienunterlagen und Bildsammlung ADLER Graz.
Die beigefügten Familienaufnahmen und insbesondere die Trauungsanzeige des Jahres 1900 erlauben einen bemerkenswerten Einblick in ein österreichisches Offiziersmilieu unmittelbar vor dem Ende der Monarchie.
Bild 1: K.u.k. Hauptmann August Preindlsberger und seine Gattin Wilhelmine, geborene Edle von Wannisch, um 1900.
August Preindlsberger
August Leopold Karl Preindlsberger, geboren am 10. Oktober 1865 in Wien, entstammte einer bürgerlichen Wiener Familie. Seine Eltern waren Josef Preindlsberger und Johanna, geborene Koch.
Seine militärische Laufbahn lässt sich über mehrere zeitgenössische Quellen verfolgen. Anlässlich seiner Eheschließung 1900 war er k.u.k. Hauptmann im 28. Feld-Jäger-Bataillon. Im Sommer 1914 gehörte er als Major zu den Stabsoffizieren des 1. Regiments der Tiroler Kaiserjäger. Bereits im August 1914 erscheint er als Oberstleutnant und Kommandant des II. Bataillons.
Das Österreichische Staatsarchiv verwahrt unter
AVA, Adelsarchiv, Hofadelsakten, Allgemeine Reihe, 749.26
den Akt:
„Preindlsberger, August, k.u.k. Oberstleutnant, (systemmäßiger) Adelsstand (1916.06.11)“.
Damit ist die systemmäßige Erhebung August Preindlsbergers in den österreichischen Adelsstand 1916 archivalisch bestätigt.
Das Wappen von 1916 lautet:
Schrägrechts von Blau über Silber geteilt; oben ein überbogener silbern geharnischter Arm, in der gepanzerten Hand ein Schwert mit goldenem Griff schwingend; unten ein braunes Flügelross, über natürlichen Felsenboden dahinsprengend. Auf dem gekrönten Helm mit blau-silbernen Decken ein wachsender roter, golden bewehrter und rot bezungter Adler.
Die Verbindung mit der Familie Wannisch
Am 3. Mai 1900 heiratete August Preindlsberger in der Innsbrucker Hofkirche Wilhelmine Ludowika Caroline Edle von Wannisch, in der gedruckten Trauungsanzeige familiär „Elmi“ genannt.
Bild 2: Gedruckte Anzeige der Vermählung August Preindlsberger – Wilhelmine („Elmi“) Edle von Wannisch, Innsbruck, April 1900.
Die Anzeige lautet auszugsweise:
Wilhelm Edler von Wannisch, k. und k. Feldmarschalllieutenant, und Aloisia Edle von Wannisch, geb. Kramer, geben Nachricht von der bevorstehenden Vermählung ihrer Tochter Elmi Edle von Wannisch mit dem hochwohlgeborenen Herrn August Preindlsberger, k. und k. Hauptmann im 28. Feld-Jäger-Bataillon [...]
Die kirchliche Trauung findet am 3. Mai um 10½ Uhr Vormittag in der Hof-Kirche zu Innsbruck statt.
Bemerkenswert ist die Titulatur: August war 1900 noch nicht adelig, wird aber dennoch als „hochwohlgeboren“ bezeichnet. Selbst sein Vater Josef Preindlsberger, ein Wiener Kaufmann und Firmenchef, erhält diese Bezeichnung.
War „Hochwohlgeboren“ für einen bürgerlichen Hauptmann üblich?
Durchaus – jedenfalls im gesellschaftlichen und privaten Verkehr.
„Hochwohlgeboren“ war ursprünglich besonders dem niederen Adel zugeordnet, wurde im 19. und frühen 20. Jahrhundert aber zunehmend auch gegenüber Offizieren und höheren gesellschaftlichen Funktionsträgern verwendet.
Ein schönes österreichisches Vergleichsbeispiel bewahrt das Wien Museum: Noch 1917 wurde ein k.u.k. Hauptmann auf einer privaten Ansichtskarte mit
„Euer Hochwohlgeboren“
angesprochen.
Die Formulierung in der Preindlsberger-Wannisch’schen Trauungsanzeige ist daher kein Hinweis auf einen bereits bestehenden Adel des Bräutigams. Sie gehört vielmehr in die Welt gesellschaftlicher Höflichkeits- und Rangprädikate der späten Habsburgermonarchie. Beim bürgerlichen Vater Josef Preindlsberger wirkt sie allerdings besonders großzügig – offenbar wollten die Brauteltern ihre künftigen Verwandten in möglichst standesgemäßer Form präsentieren.
Bild 3: Wilhelm Edler von Wannisch, k.u.k. Feldmarschallleutnant (1836–1922), Aufnahme August Wilcke, Innsbruck.
Feldmarschallleutnant Wilhelm Edler von Wannisch
Wilhelm Edler von Wannisch wurde am 6. Oktober 1836 in Kapfenberg als Sohn eines Advokaten geboren. Mit 18 Jahren trat er als Kadett in das Infanterieregiment Nr. 14 ein und nahm an den Feldzügen von 1859 und 1866 teil, darunter an den Schlachten von Magenta, Solferino und Königgrätz.
Später folgten Verwendungen im Generalstab sowie in Bosnien, Graz, Ungarisch-Weisskirchen und Großwardein. Nach Beendigung seiner aktiven Laufbahn ließ er sich in Innsbruck nieder. Das Innsbrucker Adressbuch von 1902 führt ihn als
„Wannisch Wilhelm, Edler von, k.u.k. Feldmarschall-Lieutenant i. P.“
Er starb am 30. März 1922 in Innsbruck.
Die nächste Generation
Aus der Ehe August Preindlsberger – Wilhelmine Edle von Wannisch stammte nach der vorliegenden genealogischen Zusammenstellung die Tochter
Maria Felizitas Aloisia Johanna Antonia Preindlsberger,
geboren am 12. Februar 1901 in Innsbruck.
Bild 4: K.u.k. Major August Preindlsberger mit seiner Tochter Maria Felizitas, um 1915; diese heiratete 1920 Maximilian Freiherrn Novak von Arienti.
Sie heiratete 1920 Maximilian Freiherrn Novak von Arienti.
Maximilian, geboren am 19. August 1897, war ein Sohn des späteren k.u.k. Feldmarschallleutnants Guido Freiherrn Novak von Arienti und stand ebenfalls beim 1. Regiment der Tiroler Kaiserjäger. Am Ende des Ersten Weltkrieges hatte er den Rang eines Oberleutnants erreicht.
Damit verband die Ehe der Tochter wiederum zwei Familien, deren Geschichte eng mit dem k.u.k. Offizierskorps und insbesondere mit den Tiroler Kaiserjägern verbunden war.
Ein weiterer Preindlsberger-Adelsakt
Genealogisch besonders wichtig ist, dass das Österreichische Staatsarchiv unmittelbar neben Augusts Adelsakt noch einen zweiten Akt verwahrt:
„Preindlsberger, Joseph, Dr., Primararzt des bosnisch-herzegowinischen Landesspitals in Sarajevo, Adelsstand ...“
Der 1863 geborene Chirurg Josef Preindlsberger war ebenfalls Sohn des Kaufmanns Josef Preindlsberger und der Johanna, geborenen Koch, somit Bruder Augusts. Er ist später als
Josef Preindlsberger von Preindlsperg
nachweisbar.
Die beiden Nobilitierungen dürfen daher nicht miteinander vermengt werden. Insbesondere sollte die pauschale Bezeichnung „Preindlsberg – im Mannesstamme erloschen“ erst nach genauer Prüfung beider Adelsdiplome und der vollständigen Nachkommenschaft verwendet werden.
Alexander Edler von Wannisch
Zur Familie Wannisch gehört ferner Dr. Alexander Wannisch, k.k. Hof- und Gerichtsadvokat und langjähriges Mitglied des steiermärkischen Landesausschusses. In späteren Quellen erscheint er als Alexander Edler von Wannisch.
Nach Kerschbaumer sowie ergänzenden biographischen Angaben erfolgte seine Erhebung in den Adelsstand 1897 wegen seiner Verdienste um die Errichtung des Grazer Universitäts- und Bibliotheksgebäudes.
Quellen und Literatur
– Österreichisches Staatsarchiv, Allgemeines Verwaltungsarchiv, Adelsarchiv, Hofadelsakten, Allgemeine Reihe, Karton 749, Nr. 26 und 27.
– Historische Adressbücher der Stadt Innsbruck, insbesondere 1902, 1917, 1939 und 1944.
– Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck: „8 Monate anno 1902 (33)“ sowie „Post aus Krasnojarsk“.
– Wien Museum, Online-Sammlung: Ansichtskarte an einen k.u.k. Hauptmann, 1917.
– Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien: biographischer Beitrag zu Josef Preindlsberger.
– Schmidt-Brentano, Antonio: Die k.k. bzw. k.u.k. Generalität 1816–1918.
– Kerschbaumer: BEAMTE, UNTERNEHMER, OFFIZIERE, Bd. 1, 2. erw. Auflage, Graz 2022.
– Familienunterlagen und Bildsammlung ADLER Graz.
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