Oberst Hermann Ritter von Hiltl (1872–1930)

Oberst Hermann Ritter von Hiltl (1872–1930)

1 Woche 5 Tage her
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Oberst Hermann Ritter von Hiltl (1872–1930) – k. u. k. Offizier, Frontkämpferführer und politischer Wehrverbandsfunktionär

Hermann Ritter von Hiltl gehört zu jenen österreichischen Offizieren, deren Lebensweg die tiefen politischen und gesellschaftlichen Brüche zwischen der Habsburgermonarchie und der Ersten Republik besonders deutlich erkennen lässt. Als Berufsoffizier der k. u. k. Armee nahm er an mehreren Kriegsschauplätzen des Ersten Weltkriegs teil. Nach dem Zusammenbruch Österreich-Ungarns wurde er zu einem führenden Vertreter der politisch rechtsgerichteten Frontkämpferbewegung.

Seine historische Bedeutung liegt daher weniger in einer einzelnen militärischen Leistung als vielmehr in seiner Doppelrolle: Hiltl verkörperte einerseits den traditionsgebundenen Offizier der alten Armee und andererseits den Übergang eines Teils des ehemaligen Offizierskorps in die antidemokratischen, antimarxistischen und teilweise offen antisemitischen Wehrverbände der österreichischen Zwischenkriegszeit.

Lebensdaten

Hermann Hiltl wurde am 16. Juni 1872 in Olmütz, dem heutigen Olomouc in Tschechien, geboren. Die Stadt gehörte damals zum Kronland Mähren und war ein wichtiger Garnisonsort der österreichisch-ungarischen Monarchie.

Er starb am 15. August 1930 in Bad Hall in Oberösterreich. Als Todesursache wird im Sterbebuch der römisch-katholischen Pfarre Bad Hall ein Krebsleiden im Bereich der Zunge genannt.

In zeitgenössischen und späteren Darstellungen wird er regelmäßig als „Oberst Hiltl“ bezeichnet. Nach der gegenwärtig zugänglichen biografischen Darstellung hatte er gegen Ende des Weltkriegs den Rang eines k. u. k. Oberstleutnants erreicht. Der Obersttitel dürfte sich daher auf seine spätere Stellung im österreichischen Heeresdienst beziehungsweise auf die in der Frontkämpferbewegung gebräuchliche Titulierung beziehen.

Herkunft und Familie

Hermann Hiltl war das dritte Kind des Generalstabsoffiziers Anton Hiltl, geboren 1828 und gestorben 1886. Sein Vater stand als Oberstleutnant im Generalstabskorps und war zur Zeit der Geburt seines Sohnes zur Truppendienstleistung nach Olmütz abkommandiert.

Hermann Hiltls Mutter hieß Anna Hiltl. Aus dem erhaltenen Ritterstandsdiplom von 1903 geht hervor, dass neben Hermann und seiner Mutter auch seine Brüder Josef und Ernst Hiltl in die Standeserhebung einbezogen wurden.

1903 heiratete Hermann Ritter von Hiltl Maria von Kriesten, die einer angesehenen Familie aus Marburg an der Drau, dem heutigen Maribor, entstammte. Das Paar soll sich im Umfeld der Vereinigung „Schlaraffia“ kennengelernt haben, der Hiltl seit 1895 angehörte.

Aus der Ehe ging zumindest ein Sohn hervor:
  • Herbert Ritter von Hiltl, geboren 1904.

Über den weiteren Lebensweg des Sohnes und mögliche Nachkommen liegen in den hier ausgewerteten frei zugänglichen Quellen keine ausreichend gesicherten Angaben vor.

Erhebung in den österreichischen Ritterstand

Die Adelserhebung der Familie Hiltl erfolgte nicht erst aufgrund von Hermanns Tätigkeit in der Zwischenkriegszeit, sondern noch während der Regierungszeit Kaiser Franz Josephs I.

Das erhaltene Ritterstandsdiplom wurde am 21. Oktober 1903 in Wien ausgestellt. Darin wurden der damalige Oberleutnant des Infanterieregiments Nr. 47 Hermann Hiltl sowie seine Mutter Anna und seine Brüder Josef und Ernst in den erblichen österreichischen Ritterstand erhoben.

Das Diplom trägt die eigenhändige Unterschrift Kaiser Franz Josephs I. sowie die Gegenzeichnungen des k. k. Ministerpräsidenten Ernest von Koerber und des Ministerialrats Stefan Freiherrn von Kriegs-Au.

Die erhaltene Urkunde wird als aufwendig gestaltetes Pergamentlibell mit acht Seiten, teilvergoldeter Kalligraphie, farbiger Wappendarstellung, violettem Samteinband und anhängendem kaiserlichem Wachssiegel beschrieben.

Bemerkenswert ist, dass nach der vorliegenden biografischen Darstellung Hermanns Mutter Anna bereits 1902 um die Verleihung des Ritterstandes an die Familie angesucht hatte. Die genaueren Verdienste, auf die das Gesuch gestützt wurde, sollten noch anhand des vollständigen Diplomtextes beziehungsweise der zugehörigen Adelsakten im Österreichischen Staatsarchiv untersucht werden.

Seit der Erhebung führte Hermann den Namen beziehungsweise Titel:

Hermann Ritter von Hiltl

Nach dem österreichischen Adelsaufhebungsgesetz vom 3. April 1919 war die Führung des Adelsprädikats „von“ und des Standeszeichens „Ritter“ im republikanischen Österreich rechtlich nicht mehr zulässig. In historischen Darstellungen wird die frühere Namensform dennoch zur eindeutigen Identifizierung weiterhin verwendet.

Beginn der militärischen Laufbahn

Wie sein Vater entschied sich Hermann Hiltl für den Beruf des Offiziers. 1892 wurde er als Leutnant zum Infanterieregiment Nr. 33 „Kaiser Leopold II.“ ausgemustert.

Der Versuch, in die k. u. k. Kriegsschule aufgenommen zu werden und damit eine Laufbahn im Generalstabsdienst einzuschlagen, blieb offenbar erfolglos. Hiltl konzentrierte sich daraufhin auf den praktischen Truppendienst.

1905 erfolgte seine Beförderung zum Hauptmann. Ab 1907 war er als Lehrer an der Infanteriekadettenschule in Wien tätig. Diese Verwendung zeigt, dass ihm trotz der nicht erfolgten Aufnahme in die Kriegsschule eine fachliche und pädagogische Eignung für die Ausbildung des Offiziersnachwuchses zuerkannt wurde.

Ab 1912 führte Hiltl eine Feldkompanie des k. u. k. Infanterieregiments Nr. 49 „Freiherr von Hess“ in Sarajevo.

Erster Weltkrieg

Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs befand sich Hiltl mit seinem Regiment in Bosnien-Herzegowina. Er nahm 1914 an den österreichisch-ungarischen Operationen gegen Serbien teil.

Zu den militärischen Auseinandersetzungen, in deren Zusammenhang sein Einsatz genannt wird, gehören:
  • die Schlacht am Jadar beziehungsweise am Cer,
  • die Kämpfe an der Drina,
  • die Schlacht an der Kolubara.

Die österreichisch-ungarischen Offensiven gegen Serbien im Jahr 1914 waren von schweren Verlusten, schwierigen Gelände- und Versorgungsverhältnissen sowie wiederholten Rückschlägen geprägt.

Ab November 1914 kommandierte Hiltl ein Bataillon des Infanterieregiments Nr. 84 „Freiherr von Bolfras“.

Nach dem Kriegseintritt Italiens im Mai 1915 wurde sein Bataillon zunächst an die neu entstandene Südwestfront verlegt. Anschließend nahm es nochmals an den Operationen gegen Serbien teil. Im März 1916 kehrte der Verband auf den italienischen Kriegsschauplatz zurück.

Hiltl blieb bis Anfang 1918 Bataillonskommandant. Nachdem sein bisheriger Truppenkörper im Rahmen organisatorischer Veränderungen mit anderen Einheiten vereinigt worden war, übernahm er – mittlerweile Oberstleutnant – das Kommando über das Feldjägerbataillon Nr. 21.

Während des Krieges wurde er verwundet und mehrfach ausgezeichnet. Eine vollständige, quellenmäßig abgesicherte Liste seiner Orden und Ehrenzeichen konnte anhand der frei zugänglichen Quellen bislang nicht erstellt werden. Hier wären insbesondere die k. u. k. Ranglisten, Personalakten und zeitgenössischen Militärschematismen heranzuziehen.

Bei Kriegsende geriet Hiltl in italienische Kriegsgefangenschaft. Erst im August 1919 konnte er nach Österreich zurückkehren.

Vom Offizier der Monarchie zum Gegner der Republik

Nach seiner Heimkehr blieb Hiltl zunächst im österreichischen Heeresdienst. Wie zahlreiche ehemalige Berufsoffiziere der k. u. k. Armee empfand er den Zerfall der Monarchie, die Verkleinerung Österreichs und den Aufbau der republikanischen Volkswehr jedoch als politischen und gesellschaftlichen Zusammenbruch.

Die neue, stark von sozialdemokratischen Kräften beeinflusste Volkswehr entsprach weder seinem monarchisch geprägten Offiziersverständnis noch seinen politischen Anschauungen. Aus anfänglichen Interessenvertretungen ehemaliger Frontsoldaten entwickelten sich in dieser Zeit zunehmend politisch ausgerichtete Verbände.

Hiltl und sein Umfeld beschränkten sich nicht auf die wirtschaftliche und soziale Unterstützung ehemaliger Soldaten. Sie vertraten vielmehr die Auffassung, dass die politischen Veränderungen des November 1918 rückgängig gemacht oder zumindest grundlegend korrigiert werden müssten.

Frontkämpfervereinigung Deutsch-Österreichs

Im April 1920 wurde die Frontkämpfervereinigung Deutsch-Österreichs offiziell gegründet. Hermann Hiltl gehörte zu ihren Mitbegründern und war im leitenden Ausschuss zunächst als Organisationsleiter tätig.

Der Verband wandte sich vor allem an ehemalige Offiziere, Soldaten und Angehörige des städtischen nationalen Bürgertums. Er trat mit Uniformierungen, Fahnenweihen, Aufmärschen, Gedenkveranstaltungen und militärähnlichen Übungen öffentlich in Erscheinung.

Ein erhaltenes Filmdokument zeigt beispielsweise die Bannerweihe der Frontkämpfervereinigung in Wien am 3. Juni 1923. Hiltl trat bei solchen Veranstaltungen häufig als Redner auf.

Die Vereinigung verstand sich nicht nur als Kameradschaft ehemaliger Kriegsteilnehmer, sondern als ausdrücklich politische Organisation. Sie war:
  • antimarxistisch,
  • deutschnational,
  • gegen die sozialdemokratische Arbeiterbewegung gerichtet,
  • in wesentlichen Teilen antisemitisch,
  • gegen die parlamentarisch-demokratische Ordnung der Ersten Republik eingestellt.

Diese ideologischen Bestandteile dürfen bei einer historischen Würdigung Hiltls nicht ausgeblendet werden. In den überlieferten Äußerungen aus seinem politischen Umfeld wurden Sozialdemokraten, Kommunisten und Juden pauschal für Kriegsniederlage, Revolution und wirtschaftliche Not verantwortlich gemacht. Derartige Vorstellungen entsprachen verbreiteten Verschwörungsmythen der europäischen extremen Rechten nach 1918.

Aufstieg zum „Obersten Führer“

1927 wurde Hiltl zum „Obersten Führer“ der Frontkämpfervereinigung gewählt. Damit wurde seine schon zuvor bestehende Führungsstellung formell bestätigt.

Trotz des militärischen Auftretens blieb die Frontkämpfervereinigung im Vergleich zu anderen österreichischen Wehrverbänden zahlenmäßig und politisch begrenzt. Ihre Mitgliederbasis bestand offenbar überdurchschnittlich stark aus ehemaligen Offizieren und städtischen Anhängern.

In der zeitgeschichtlichen Forschung wird sie daher von den regional stärker verankerten Heimwehren unterschieden. Während die Heimwehren besonders in den westlichen Bundesländern und in der Steiermark breite bäuerliche, bürgerliche und industrielle Unterstützungsnetzwerke besaßen, war Hiltls Frontkämpfervereinigung stärker auf Wien und größere Städte ausgerichtet.

Verhältnis zur Heimwehrbewegung

Hiltl beteiligte sich in den späten 1920er-Jahren an Verhandlungen über eine engere Zusammenarbeit der österreichischen Wehrverbände.

Bei einer Besprechung im Oktober 1927 trat er als Vertreter des Frontkämpferverbandes gemeinsam mit führenden Heimwehrfunktionären und christlichsozialen beziehungsweise deutschnationalen Politikern auf. Ein Ausschuss aus Richard Steidle, Hermann Hiltl, Anton Rintelen und Thomas Klimann sollte eine gemeinsame Linie in jenen Fragen herstellen, welche die Wehrverbände insgesamt betrafen.

Die Einigungsversuche blieben jedoch von persönlichen Rivalitäten, unterschiedlichen politischen Zielsetzungen und regionalen Interessen geprägt. In einer zeitgenössischen Charakterisierung wurden Steidle und Hiltl als grundsätzlich achtbare, aber gegensätzliche Persönlichkeiten beschrieben: der eine als politischer Realist, der andere als romantisch geprägter Offizier.

Hiltls Organisation wurde zwar in die Gespräche der Heimwehrführung einbezogen und erhielt auch finanzielle Unterstützung, bewahrte aber ihre organisatorische Eigenständigkeit.

Kontakte nach Deutschland und Verhältnis zum Nationalsozialismus

Hiltl suchte Kontakte zu rechten Wehrverbänden im Deutschen Reich, insbesondere zum „Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten“. Im Sommer 1929 kam es außerdem zu einem Treffen mit Adolf Hitler.

Aus diesen Kontakten entstanden zu Hiltls Lebzeiten jedoch keine dauerhaften politischen Vereinbarungen. Hiltl vertrat deutschnationale, autoritäre, antimarxistische und antisemitische Positionen, war aber organisatorisch kein bloßer Funktionär der österreichischen NSDAP.

Die Abgrenzungen zwischen Frontkämpfern, Heimwehr, Monarchisten, Deutschnationalen und Nationalsozialisten waren in den 1920er-Jahren allerdings fließend. Nach Hiltls Tod gelang es den erstarkenden Nationalsozialisten, zunehmend Mitglieder aus der Frontkämpfervereinigung abzuwerben beziehungsweise die Organisation politisch zu beeinflussen.

Dass eine nationalsozialistische Abteilung an seinem Begräbnis teilnahm, verdeutlicht diese bereits bestehende ideologische und personelle Nähe.

Tod und Begräbnis

Hermann Ritter von Hiltl starb am 15. August 1930 während eines Aufenthalts in Bad Hall. Sein Tod bedeutete für die Frontkämpfervereinigung den Verlust ihrer wichtigsten Führungs- und Identifikationsfigur.

Bei seinem Begräbnis traten neben Angehörigen seiner eigenen Organisation auch Vertreter anderer rechter Verbände auf. Die Veranstaltung besaß daher nicht nur privaten und militärkameradschaftlichen, sondern auch politischen Charakter.

1931 erschien unter der Herausgeberschaft von Eugen von Hammer das Buch:

Oberst Hiltl. Ein Gedenkbuch

Dieses Werk ist für die Rekonstruktion seines Lebenswegs von erheblicher Bedeutung, muss aber quellenkritisch gelesen werden. Als von politischen Weggefährten herausgegebene Gedenkschrift verfolgt es erkennbar eine ehrende und rechtfertigende Absicht und stellt keine neutrale wissenschaftliche Biografie dar.

Historische Bedeutung

Hermann Ritter von Hiltl war kein Heerführer von überragender militärgeschichtlicher Bedeutung. Seine historische Relevanz ergibt sich vor allem aus seiner Stellung an einer politischen Übergangszone.

Sein Lebensweg verbindet:
  • das deutschsprachige Berufsoffiziersmilieu der Habsburgermonarchie,
  • die Fronterfahrung des Ersten Weltkriegs,
  • die Kriegsgefangenschaft und soziale Entwurzelung nach 1918,
  • die Ablehnung der demokratischen Republik,
  • die Entstehung paramilitärischer Wehrverbände,
  • den Übergang von monarchistischen und deutschnationalen Vorstellungen zu autoritären und faschistischen Bewegungen.

Hiltl steht beispielhaft für jene ehemaligen Offiziere, die militärische Ordnungsvorstellungen auf die Politik übertrugen und glaubten, gesellschaftliche Konflikte könnten durch Disziplin, Hierarchie, Uniformierung und notfalls Gewalt gelöst werden.

Seine Bewegung trug zur Militarisierung des politischen Lebens in Österreich bei. Sie verschärfte die Gegensätze zwischen dem sozialdemokratischen und dem bürgerlich-nationalen Lager und war Teil jener Entwicklung, die in den späten 1920er- und frühen 1930er-Jahren zu einer zunehmenden Schwächung der parlamentarischen Demokratie führte.

Dabei ist eine differenzierte Einordnung erforderlich: Hiltl war weder mit sämtlichen Heimwehrführern noch mit der NSDAP organisatorisch gleichzusetzen. Seine politischen Positionen und die Ideologie seiner Vereinigung gehörten jedoch eindeutig zum antidemokratischen, antimarxistischen und antisemitischen Spektrum der damaligen österreichischen Rechten.

Genealogische und heraldische Bedeutung

Für die genealogische Forschung ist die Familie Hiltl besonders deshalb interessant, weil das Ritterstandsdiplom von 1903 mehrere Familienmitglieder gemeinsam nennt. Das Dokument liefert damit nicht nur einen Adelsnachweis, sondern auch einen genealogischen Zusammenhang zwischen:
  • Anna Hiltl, der Mutter,
  • Hermann Hiltl,
  • Josef Hiltl,
  • Ernst Hiltl.

Von besonderem Interesse wäre eine vollständige Auswertung des im Diplom dargestellten Wappens. Die online vorhandene Abbildung bestätigt zwar das Vorhandensein einer farbigen Wappendarstellung, erlaubt aber ohne ausreichend hochauflösende Wiedergabe beziehungsweise ohne Diplomtext keine verlässliche vollständige Blasonierung.

Ebenso sollten die militärischen Laufbahnen der Brüder Josef und Ernst, die Herkunft der Mutter Anna, die Abstammung des Vaters Anton Hiltl sowie die Familie von Kriesten näher untersucht werden.

Zusammenfassung

Hermann Ritter von Hiltl wurde 1872 in Olmütz als Sohn des Generalstabsoffiziers Anton Hiltl geboren. 1892 begann er als Leutnant seine militärische Laufbahn. Nach verschiedenen Truppen- und Lehrverwendungen führte er im Ersten Weltkrieg Kompanien und Bataillone auf dem serbischen und italienischen Kriegsschauplatz. Zuletzt war er Oberstleutnant und Kommandant des Feldjägerbataillons Nr. 21.

1903 wurden Hermann Hiltl, seine Mutter Anna sowie seine Brüder Josef und Ernst in den österreichischen Ritterstand erhoben. Im selben Jahr heiratete er Maria von Kriesten; 1904 wurde der Sohn Herbert geboren.

Nach seiner Rückkehr aus italienischer Kriegsgefangenschaft entwickelte sich Hiltl zu einem führenden Gegner der demokratischen Ersten Republik. Als Mitbegründer und späterer „Oberster Führer“ der Frontkämpfervereinigung Deutsch-Österreichs vertrat er deutschnationale, antimarxistische, autoritäre und antisemitische Positionen.

Er starb 1930 in Bad Hall. Sein Lebensweg ist ein wichtiges Beispiel für den Übergang eines Teils des ehemaligen k. u. k. Offizierskorps in die politisch rechtsgerichteten und paramilitärischen Bewegungen der österreichischen Zwischenkriegszeit.

Offene Fragen für die weitere Forschung und Diskussion
  1. Besitzt jemand eine vollständige Abschrift oder hochauflösende Aufnahme des Ritterstandsdiploms der Familie Hiltl vom 21. Oktober 1903?
  2. Welche konkreten Verdienste wurden im Adelsgesuch von Anna Hiltl beziehungsweise im Ritterstandsdiplom als Begründung für die Standeserhebung genannt?
  3. Wie lautet die genaue Blasonierung des 1903 verliehenen Familienwappens?
  4. Wo und wann wurden Anton Hiltl und seine Ehefrau Anna geboren, getraut und bestattet?
  5. Welche militärischen oder zivilen Laufbahnen schlugen Hermanns Brüder Josef und Ernst Ritter von Hiltl ein?
  6. Gibt es nähere genealogische Angaben zu Maria von Kriesten und ihrer Marburger Familie?
  7. Was wurde aus dem 1904 geborenen Sohn Herbert Ritter von Hiltl? Sind eine Ehe oder Nachkommen nachweisbar?
  8. Wann erfolgte Hermann Hiltls Beförderung beziehungsweise Ernennung zum Oberst? Handelte es sich um einen regulären Rang im Bundesheer, einen Ruhestandsrang oder vorwiegend um die Titulierung innerhalb der Frontkämpfervereinigung?
  9. Lässt sich anhand der k. u. k. Personalakten eine vollständige Liste seiner Kriegsauszeichnungen, Verwundungen und Truppenverwendungen erstellen?
  10. Wo befindet sich Hermann Ritter von Hiltls Grabstätte, und ist das Grab beziehungsweise ein darauf angebrachtes Wappen noch erhalten?
  11. Sind Exemplare des 1931 erschienenen Gedenkbuches vorhanden, die zusätzliche Familienbilder, Dokumente oder eine Stammtafel enthalten?

Quellen und weiterführende Hinweise

Hermann Hiltl – biografischer Überblick

Ritterstandsdiplom der Familie Hiltl vom 21. Oktober 1903 – Wikimedia Commons

StadtFilm Wien: Hermann Ritter von Hiltl

Die Bannerweihe der Frontkämpfervereinigung in Wien am 3. Juni 1923 – historisches Filmdokument

Lothar Höbelt: Die Heimwehren 1927–1929 – Die Steiermark und der Bund

Matricula Online – Kirchenbücher, darunter das Sterbebuch der Pfarre Bad Hall

Eugen von Hammer (Hrsg.): Oberst Hiltl. Ein Gedenkbuch. Verlag Richard Bernhardt, Wien 1931.

Verena Moritz, Hannes Leidinger und Gerhard Jagschitz: Im Zentrum der Macht. Die vielen Gesichter des Geheimdienstchefs Maximilian Ronge. Residenz-Verlag, Wien 2007.
"IN OMNIBUS ORDO"

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