HÖCHSMANN, Josef v. Hochsan (1838-1905), Feldmarschallleutnant

HÖCHSMANN, Josef v. Hochsan (1838-1905), Feldmarschallleutnant

2 Wochen 2 Tage her - 2 Wochen 2 Tage her
#
GENTRY

Josef (Joseph) Höchsmann von Hochsan (1839–1908)
k. u. k. Feldmarschallleutnant, Kommandant der 28. Infanterie-Truppendivision in Laibach und Ritter des Leopold-Ordens

Ein bemerkenswertes, offenbar weitgehend geschlossen erhaltenes Ordenskonvolut im Archiv des ADLER Graz gibt Anlass, die Person und Familie des k. u. k. Feldmarschallleutnants Josef Höchsmann von Hochsan näher vorzustellen.

Nach der vorliegenden Bestandsbeschreibung umfasst dieses Konvolut:
  • die originale Urkunde über die Verleihung des Ritterkreuzes des Österreichisch-kaiserlichen Leopold-Ordens,
  • den heute nur noch selten erhaltenen originalen Urkundenschuber,
  • eine Übernahmebestätigung mit der eigenhändigen Unterschrift des Empfängers sowie
  • ein zugehöriges Statutenbuch des Ordens.

Die Dokumente befinden sich in einem hervorragenden Erhaltungszustand. Eine Inventarnummer oder nähere Provenienzangabe des Bestandes liegt gegenwärtig noch nicht vor.

Korrektur der bisher genannten Lebensdaten

Im ursprünglichen Hinweis wurden die Lebensdaten mit 1838–1905 angegeben. Diese Daten lassen sich anhand der überprüften Quellen nicht bestätigen.

Die vom Österreichischen Staatsarchiv veröffentlichte Zusammenstellung der k. k. beziehungsweise k. u. k. Generalität nennt:
Höchsmann von Hochsan, Joseph
geboren am 21. Oktober 1839,
gestorben am 13. August 1908.
 

Auch das Genealogische Taschenbuch der adeligen Häuser Österreichs von 1906/07 nennt als Geburtsdatum den 21. Oktober 1839 und als Geburtsort Przemyśl.

Damit sind bis zum Auffinden eines abweichenden Primärbelegs folgende Lebensdaten anzusetzen:

Josef beziehungsweise Joseph Höchsmann von Hochsan

* 21. Oktober 1839 in Przemyśl
† 13. August 1908, Sterbeort noch zu klären


Die unterschiedlichen Schreibweisen Josef und Joseph kommen bereits in zeitgenössischen und späteren militärgeschichtlichen Quellen nebeneinander vor. Im Familienartikel des genealogischen Taschenbuches erscheint die Form Josef, in der Generalsliste des Österreichischen Staatsarchivs hingegen Joseph.

Herkunft und Eltern

Josef Höchsmann war ein Sohn des k. k. Majorauditors der Reserve Adolf Höchsmann, der am 23. September 1873 in Wien verstarb, und dessen Ehefrau Anna, geborene Mosing, die am 15. Februar 1890 ebenfalls in Wien starb.

Das genealogische Taschenbuch ordnet die römisch-katholische Familie territorial Österreich beziehungsweise Krain zu.

Militärische Laufbahn und Beförderungen

Die überprüften Quellen ermöglichen zumindest für die höheren Stationen seiner Laufbahn eine gesicherte zeitliche Einordnung:
  • 1. Mai 1894: Ernennung beziehungsweise Beförderung zum Generalmajor.
  • 17. Mai 1897: Ausstellung des Adelsdiploms in Wien.
  • 1. November 1897: Beförderung zum Feldmarschallleutnant.
  • bis 1901: Kommandant der 28. Infanterie-Truppendivision in Laibach.
  • 1. März 1901: Übertritt in den Ruhestand beziehungsweise Pensionierung.

Der Schematismus für das kaiserliche und königliche Heer und die kaiserliche und königliche Kriegsmarine für 1900 führt Höchsmann von Hochsan ausdrücklich als Feldmarschallleutnant und Kommandanten der 28. Infanterie-Truppendivision in Laibach.

Der Division unterstanden damals unter anderem die 55. Infanterie-Brigade in Triest und die 56. Infanterie-Brigade in Laibach. In diesem Zusammenhang erscheint auch Franz Conrad von Hötzendorf als Kommandant der 55. Infanterie-Brigade.

Erhebung in den österreichischen Adelsstand

Das Genealogische Taschenbuch der adeligen Häuser Österreichs berichtet über die Nobilitierung:
Am 17. Mai 1897 erhob Kaiser Franz Joseph I. den k. u. k. Generalmajor und Kommandanten der 28. Infanterie-Truppendivision in Laibach, Josef Höchsmann, in den österreichischen Adelsstand mit dem Prädikat „von Hochsan“ und verlieh ihm ein Wappen.
 

Es handelte sich demnach um eine Erhebung in den einfachen österreichischen Adelsstand mit dem Prädikat „von Hochsan“.

Die Bezeichnung Ritterkreuz des Leopold-Ordens ist davon zu unterscheiden: Sie bezeichnet die Ordensklasse und bedeutet nicht, dass Höchsmann den erblichen Adelstitel „Ritter von Hochsan“ geführt hätte.

Wappen Höchsmann von Hochsan

Das mit dem Diplom vom 17. Mai 1897 verliehene Wappen wird im genealogischen Taschenbuch sinngemäß wie folgt beschrieben:
Geteilter Schild. Oben in Gold ein wachsender schwarzer Löwe, in der rechten Pranke ein blankes Schwert mit goldenem Griff haltend. Unten in Rot ein silberner Sparren, begleitet von drei silbernen Sternen, zwei oberhalb und einer unterhalb des Sparrens.

Auf dem gekrönten Turnierhelm mit rechts schwarz-goldenen und links rot-silbernen Decken ein geschlossener schwarzer Flug.
 

Als normalisierte Blasonierung könnte man formulieren:

Geteilt von Gold und Rot; oben ein wachsender schwarzer Löwe, in der rechten Vorderpranke ein blankes Schwert mit goldenem Griff haltend, unten ein silberner Sparren, begleitet von drei silbernen Sternen 2:1. Auf dem gekrönten Turnierhelm mit rechts schwarz-goldenen und links rot-silbernen Decken ein geschlossener schwarzer Flug.


Ruhestand und Verleihung des Leopold-Ordens

Bei seinem Übertritt in den dauernden Ruhestand wurde Feldmarschallleutnant Höchsmann von Hochsan mit dem Ritterkreuz des Österreichisch-kaiserlichen Leopold-Ordens ausgezeichnet.

Eine zeitgenössische Meldung in der Oedenburger Zeitung bestätigt die Ruhestandsversetzung unter gleichzeitiger Verleihung des Ritterkreuzes des Leopold-Ordens.

Nach der zum erhaltenen Ordenskonvolut überlieferten Beschreibung beruhte die Verleihung auf der Allerhöchsten Entschließung vom 27. Januar 1901. Die amtliche Generalsliste nennt als wirksamen Pensionierungszeitpunkt den 1. März 1901. Beide Daten schließen einander nicht aus: Die Allerhöchste Entschließung konnte bereits am 27. Januar erfolgt sein, während die Pensionierung mit 1. März 1901 wirksam wurde.

 

 

Bereits vor der Verleihung des Leopold-Ordens war Höchsmann Träger des Ordens der Eisernen Krone III. Klasse. Im genealogischen Taschenbuch erscheinen die Abkürzungen LO.-R. für Ritter des Leopold-Ordens und EKO.-R. III. für Ritter des Ordens der Eisernen Krone III. Klasse.

Ehe und Nachkommen

Josef Höchsmann von Hochsan heiratete am 7. Juni 1876 in Triest:

Franziska Alimonda Edle von Mannentreu,
geboren am 18. August 1852 in Triest,

eine Tochter des Gutsbesitzers Melchior Peter Alimonda Edler von Mannentreu und der Therese, geborenen Deperis.

Aus der Ehe gingen nach dem genealogischen Taschenbuch drei Kinder hervor:

1. Malvine Höchsmann von Hochsan

* 17. September 1878 in Triest

Sie heiratete am 7. Juni 1900 in Laibach den k. u. k. Hauptmann Adolf Kückh, geboren am 3. Februar 1862 in Hartberg. Er gehörte dem Infanterieregiment Feldmarschall Ludwig Andreas Graf Khevenhüller Nr. 7 an. Als Wohnadresse des Ehepaares wird Graz, Lessingstraße 12, genannt.

2. Luigina Höchsmann von Hochsan

* 24. April 1880 in Triest

Sie heiratete am 4. Juni 1903 in Laibach Stanislaus von Puchalski, k. u. k. Major des Generalstabskorps und Generalstabschef der 2. Infanterie-Truppendivision in Jaroslau.

3. Josef Höchsmann von Hochsan

* 13. November 1885 in Bruma im Küstenland

Er besuchte zur Zeit der Veröffentlichung des Taschenbuches die k. u. k. Infanterie-Kadettenschule in Marburg an der Drau.

Ein Josef Höchsmann von Hochsan ist später auch in Rang- und Mitgliederlisten als k. u. k. Leutnant nachweisbar. Es dürfte sich dabei um den gleichnamigen Sohn handeln.

War Graz tatsächlich das Ruhestandsdomizil?

Im ursprünglichen Hinweis heißt es, Feldmarschallleutnant Höchsmann von Hochsan habe Graz als Ruhestandsdomizil gewählt und sei dort 1905 verstorben.

Diese Angabe ist derzeit nur teilweise nachvollziehbar:
  • Das Todesjahr 1905 wird durch die amtliche Generalsliste widerlegt; dort ist der 13. August 1908 als Todestag verzeichnet.
  • In Graz lebten dagegen nachweislich die Tochter Malvine und ihr Ehemann Adolf Kückh in der Lessingstraße 12.

Es wäre denkbar, dass die Eltern später zur Tochter nach Graz übersiedelten oder dort vorübergehend Aufenthalt nahmen. Ohne einen Eintrag in einem Grazer Adressbuch, einer Sterbematrik, einer Todesanzeige oder einem Friedhofsregister sollte Graz aber noch nicht als gesicherter Sterbeort angegeben werden.

Das Ordenskonvolut im Archiv des ADLER Graz

Sollten sich Ordensurkunde, Urkundenschuber, Übernahmebestätigung und Statutenbuch tatsächlich noch gemeinsam im Archiv des ADLER Graz befinden, wäre dies ein bemerkenswert geschlossenes Ensemble.

Besonders wertvoll wären:
  • eine vollständige Abbildung der geöffneten Ordensurkunde,
  • Detailaufnahmen von Unterschriften, Siegeln und Vermerken,
  • eine Aufnahme des Urkundenschubers,
  • die genaue Transkription der Übernahmebestätigung,
  • Titelblatt, Ausgabejahr und Besitzvermerke des Statutenbuches,
  • eine archivische Signatur und eine kurze Dokumentation der Provenienz.

Die Übernahmebestätigung könnte möglicherweise auch Aufschluss über Höchsmanns damalige Anschrift und damit über sein tatsächliches Ruhestandsdomizil geben.

Offene Fragen für die weitere Forschung
  1. Unter welcher Signatur beziehungsweise Inventarnummer wird das Konvolut im Archiv des ADLER Graz verwahrt?
  2. Wann und aus welcher Provenienz gelangten die Urkunde, der Schuber und das Statutenbuch in das Archiv?
  3. Wo verstarb Feldmarschallleutnant Höchsmann von Hochsan am 13. August 1908 tatsächlich? Existieren eine Sterbematrik, eine Parte oder ein Zeitungsnachruf?
  4. Wo wurde er bestattet? Ist sein Grabmal erhalten und trägt es das Familienwappen?
  5. Ist bekannt, aus welchem Anlass beziehungsweise mit welcher Bedeutung das Prädikat „Hochsan“ gewählt wurde?
  6. Sind Porträts des Feldmarschallleutnants oder Fotografien aus seiner Zeit als Kommandant der 28. Infanterie-Truppendivision erhalten?
  7. Lässt sich die weitere militärische und genealogische Laufbahn seines Sohnes Josef Höchsmann von Hochsan vollständig rekonstruieren?

Vorläufiges Ergebnis

Josef Höchsmann von Hochsan war kein 1905 verstorbener Offizier des Geburtsjahrganges 1838, sondern nach dem gegenwärtigen Quellenstand ein am 21. Oktober 1839 in Przemyśl geborener und am 13. August 1908 verstorbener k. u. k. Feldmarschallleutnant.

Er wurde 1894 Generalmajor, erhielt mit Diplom vom 17. Mai 1897 den österreichischen Adelsstand mit dem Prädikat „von Hochsan“, wurde noch im selben Jahr zum Feldmarschallleutnant befördert und führte bis 1901 die 28. Infanterie-Truppendivision in Laibach. Bei seinem Übertritt in den Ruhestand wurde er mit dem Ritterkreuz des Österreichisch-kaiserlichen Leopold-Ordens ausgezeichnet.

Der Sterbeort, das tatsächliche Ruhestandsdomizil und mehrere objektgeschichtliche Einzelheiten des im ADLER Graz verwahrten Ordenskonvoluts bleiben noch zu klären.

Quellen und weiterführende Verweise
  • Antonio Schmidt-Brentano: Die k. k. bzw. k. u. k. Generalität 1816–1918, Österreichisches Staatsarchiv, Eintrag Höchsmann von Hochsan, S. 72:
    Generalsliste des Österreichischen Staatsarchivs als PDF
  • Genealogisches Taschenbuch der adeligen Häuser Österreichs, 2. Jahrgang 1906/07, Wien 1907, Artikel „Höchsmann von Hochsan“, S. 160:
    Digitalisat im Internet Archive
  • Schematismus für das kaiserliche und königliche Heer und für die kaiserliche und königliche Kriegsmarine für 1900, Eintrag zur 28. Infanterie-Truppendivision in Laibach:
    Digitalisierte Textfassung des Schematismus 1900
  • Oedenburger Zeitung, Jahrgang 34, Nr. 36, 1901, zeitgenössische Meldung zur Ruhestandsversetzung und zur Verleihung des Ritterkreuzes des Leopold-Ordens:
    Digitalisat der Oedenburger Zeitung
  • Bestandsbeschreibung des Archivs des ADLER Graz: Angaben zur erhaltenen Ordensurkunde, zum Urkundenschuber, zur Übernahmebestätigung, zum Statutenbuch und zum Erhaltungszustand. Eine öffentlich zugängliche Inventarnummer oder Online-Bestandsbeschreibung konnte bislang nicht ermittelt werden.
"IN OMNIBUS ORDO"

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Login Form