STUKART, Moritz - k. k. Hofrat
- USchu
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STUKART, Moritz - k. k. Hofrat
2 Wochen 2 Tage her - 2 Wochen 2 Tage her
Mori(t)z STUKART wurde am 27.11.1856 in Datschitz, Mähren (Dačice, Tschechien), als Sohn des Wollfabrikanten mosaischen Glaubens Max Michel Stukart und der Fanny DUBSKY geboren. Er absolvierte das Gymnasium in Znaim (Znojmo) und stand nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien (ab 1877) vom 7.1.1882 an durchgehend im Dienst der Wiener Polizeidirektion, zunächst im Stadtkommissariat, dann bei der Staatspolizei, im Verbrechensbüro und schließlich in der kriminalpolizeilichen Abteilung, dem Sicherheitsbüro. Dabei machte er sich schon 1884 einen Namen durch die Verhaftung der lange gesuchten Dienstmädchen-Serienmörder Hugo SCHENK und Karl SCHLOSSAREK.
1896 Oberkommissär, war Stukart 1899–1917 Chef des Sicherheitsbüros, wurde 1908 Regierungs-Rat, später Polizeirat bzw. kaiserlicher Rat, 1913 Hofrat sowie 1917 wirklicher Hofrat. Während seiner Amtszeit führte er im Sicherheitsbüro weitreichende organisatorische Reformen durch, etwa die Einrichtung von Spezialreferaten für die verschiedenen Deliktsgruppen, wodurch eine größere Spezialisierung der Kriminalbeamten möglich wurde. Auch die 1904 durchgeführte Übersiedlung in das neue Gebäude an der heutigen Roßauer Lände erfolgte auf Grund seiner Initiative. Viele Neuerungen in der Kriminaltechnik (wie etwa Daktyloskopie, Photographie, Einsatz von Polizeihunden) wurden von ihm mit Engagement vorangetrieben. Stukart verstand es speziell bei großen Kriminalfällen, die Presse in seine Arbeit einzubeziehen – so etwa 1909 bei dem spektakulären Fall des Giftmörders Adolf HOFRICHTER, der auch im Ausland großes Aufsehen erregte. Ein besonderes Anliegen war Stukart die Pflege internationaler polizeilicher Zusammenarbeit, die 1923 zur Gründung der Interpol in Wien führte.
Stukart erhielt 1911 das Ritterkreuz des kais. österr. Orden der Eisernen Krone 3. Klasse und 1916 das Komturkreuz des kais. österr. Franz Joseph-Ordens sowie zahlreiche ausländische Orden. Er war Gründungs- und Vorstandsmitglied der Österreichischen Kriminalistischen Vereinigung. Verheiratet hatte sich Moritz Stukart mit Gabriele STRAßER, einer Tochter des Fabrikanten mosaischen Glaubens in Wien Michael Straßer und dessen Gattin Betty SORER.
Ein Bruder der Gabriele Stuckart, geborenen Strasser, Alfred Straßer, wurde als Großgrundbesitzer durch Allerhöchste Entschließung Wien am 12.2.1911 in den ungarischen Adelsstand mit dem Prädikat "de Sancz" erhoben. Hofrat Moritz Stukart verstarb am 16.11. 1919 in Wien und hinterließ den Sohn Max Egon sowie die Tochter Clarisse verehelichte LÖW.
Quellen
Internetverweise
1896 Oberkommissär, war Stukart 1899–1917 Chef des Sicherheitsbüros, wurde 1908 Regierungs-Rat, später Polizeirat bzw. kaiserlicher Rat, 1913 Hofrat sowie 1917 wirklicher Hofrat. Während seiner Amtszeit führte er im Sicherheitsbüro weitreichende organisatorische Reformen durch, etwa die Einrichtung von Spezialreferaten für die verschiedenen Deliktsgruppen, wodurch eine größere Spezialisierung der Kriminalbeamten möglich wurde. Auch die 1904 durchgeführte Übersiedlung in das neue Gebäude an der heutigen Roßauer Lände erfolgte auf Grund seiner Initiative. Viele Neuerungen in der Kriminaltechnik (wie etwa Daktyloskopie, Photographie, Einsatz von Polizeihunden) wurden von ihm mit Engagement vorangetrieben. Stukart verstand es speziell bei großen Kriminalfällen, die Presse in seine Arbeit einzubeziehen – so etwa 1909 bei dem spektakulären Fall des Giftmörders Adolf HOFRICHTER, der auch im Ausland großes Aufsehen erregte. Ein besonderes Anliegen war Stukart die Pflege internationaler polizeilicher Zusammenarbeit, die 1923 zur Gründung der Interpol in Wien führte.
Stukart erhielt 1911 das Ritterkreuz des kais. österr. Orden der Eisernen Krone 3. Klasse und 1916 das Komturkreuz des kais. österr. Franz Joseph-Ordens sowie zahlreiche ausländische Orden. Er war Gründungs- und Vorstandsmitglied der Österreichischen Kriminalistischen Vereinigung. Verheiratet hatte sich Moritz Stukart mit Gabriele STRAßER, einer Tochter des Fabrikanten mosaischen Glaubens in Wien Michael Straßer und dessen Gattin Betty SORER.
Ein Bruder der Gabriele Stuckart, geborenen Strasser, Alfred Straßer, wurde als Großgrundbesitzer durch Allerhöchste Entschließung Wien am 12.2.1911 in den ungarischen Adelsstand mit dem Prädikat "de Sancz" erhoben. Hofrat Moritz Stukart verstarb am 16.11. 1919 in Wien und hinterließ den Sohn Max Egon sowie die Tochter Clarisse verehelichte LÖW.
Quellen
- Österreichisches Biographisches Lexikon 1815-1950, Bd. 13 (2010), S. 447.
- Deutsche Soziale Blätter 14 aus 1899, S. 23.
- Jüdische Korrespondenz v. 16. 3. 1916.
- Wer ist’s? aus 1908.
- Neue Freie Presse v. 4.12.1904, S. 34.
- Das Interessante Blatt v. 29.6.1916, S. 9 (mit Bild).
- Neue Freie Presse v. 22. 7. 1917.
- Illustriertes Österreichisches Journal v. 1.8.1917, S. 2 (mit Titelbild).
- Neue Freie Presse v. 17.11.1917 und 18.11.1917 (Parte).
- Wiener Bilder v. 23.11. 1919 (mit Bild).
- Mitteilungen der Internationalen Kriminalistischen Vereinigung 14 aus 1907, S. XXXII.
- Görtz, F. v., Zellner, C. - Illustrierte Geschichte der österr. und ung. Ordensauszeichnungen und deren Besitzer, 1908, S. 225 (mit Bild).
- Brandl, F. - Kaiser, Politiker und Menschen, 1936, S. 161f., UA, Wien.
- AZ vom 15.11. 1953.
Internetverweise
"IN OMNIBUS ORDO"
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