Historische Adressbücher der Stadt Innsbruck online

Historische Adressbücher der Stadt Innsbruck online

1 Monat 1 Woche her
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Historische Adressbücher der Stadt Innsbruck online

Unter der Adresse:  www.innsbruckerinnen.at/

steht eine umfangreiche Sammlung historischer Innsbrucker Adressbücher zur Verfügung. Die digitalisierten Bände reichen vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis 1976 und können nach Personen, Häusern, Betrieben oder im Volltext durchsucht werden.

Welche Angaben enthalten die Adressbücher?

Der Aufbau unterscheidet sich je nach Erscheinungsjahr. Regelmäßig finden sich jedoch:
  • alphabetische Einwohnerverzeichnisse,
  • Namen und Anschriften,
  • Berufs-, Amts- und Standesbezeichnungen,
  • Straßen- und Häuserverzeichnisse,
  • Angaben zu Hauseigentümern und teilweise Hausverwaltern,
  • Verzeichnisse von Handels- und Gewerbetreibenden,
  • Verzeichnisse protokollierter Firmen.

So enthält bereits das Adressbuch von 1898 ein Einwohnerverzeichnis, in dem neben dem Namen meist Beruf oder gesellschaftliche Stellung und die Wohnadresse angegeben werden. Genannt werden beispielsweise Handwerker, Beamte, Kaufleute, Taglöhnerinnen, Witwen, Angehörige des Militärs sowie Personen mit Adelsprädikaten.

Bedeutung für die genealogische Forschung

Für Familienforscher sind die Adressbücher besonders wertvoll, weil sich damit der Aufenthalt einer Person in Innsbruck für bestimmte Jahre nachweisen lässt. Durch den Vergleich mehrerer Jahrgänge können unter anderem verfolgt werden:
  • Wohnungs- und Straßenwechsel,
  • Änderungen der Berufsbezeichnung,
  • das Auftreten oder Verschwinden einer Person,
  • die zeitweilige gemeinsame Anschrift mehrerer Namensträger,
  • die Entwicklung eines Familienbetriebes,
  • mögliche Wanderungsbewegungen innerhalb des Stadtgebietes.

Die Adressbücher ersetzen allerdings keine Kirchenbücher oder Personenstandsregister. Verwandtschaftsverhältnisse, Geburtsdaten oder Trauungen werden gewöhnlich nicht unmittelbar angegeben. Sie können jedoch wichtige Anhaltspunkte für die weitere Suche liefern.

Nutzen für Heraldik und Adelsforschung

Die Sammlung ist keine Wappenquelle im engeren Sinn: Wappenabbildungen oder Blasonierungen sind in den geprüften Verzeichnissen nicht der eigentliche Gegenstand.

Dennoch sind die Bücher für die Adelsforschung von Interesse. In den Einwohnerverzeichnissen erscheinen Personen mit Adelsprädikaten, Standesbezeichnungen und Amtsstellungen, beispielsweise Angehörige der Familien von Aigenhofen, von An der Lan-Hochbrunn oder Freiherren von Sternbach.

Damit lassen sich Wohnsitze, berufliche Funktionen und die zeitliche Anwesenheit adeliger Familien in Innsbruck näher eingrenzen. Solche Angaben können anschließend mit Standeserhebungen, Hof- und Staatshandbüchern, Matriken oder genealogischen Nachschlagewerken verglichen werden.

Bedeutung für die Innsbrucker Regionalgeschichte

Die Adressbücher dokumentieren nicht nur einzelne Personen, sondern auch die Entwicklung der Stadt. Häuser- und Eigentümerverzeichnisse geben Einblick in Besitzverhältnisse, Bebauung und Veränderungen des Straßenraumes.

Die Gewerbe- und Firmenverzeichnisse zeigen, welche Handwerksbetriebe, Geschäfte, Gaststätten und Unternehmen zu einer bestimmten Zeit bestanden. Berufsbezeichnungen vermitteln zugleich ein Bild von der sozialen und wirtschaftlichen Struktur Innsbrucks.

Spätere Bände enthalten teilweise auch Erläuterungen zur Benennung einzelner Straßen und Plätze. Im Adressbuch von 1976 werden beispielsweise bei der Adamgasse und beim Adolf-Pichler-Platz die namensgebenden Persönlichkeiten kurz erläutert.

Auch territoriale Veränderungen werden sichtbar. Das Einwohnerverzeichnis von 1940 berücksichtigt ausdrücklich die zuvor eingemeindeten Nachbargemeinden Hötting und Mühlau.

Hinweise für die Suche

Bei der Recherche sollte man:
  • verschiedene Schreibweisen eines Familiennamens ausprobieren,
  • Umlaute und ältere Schreibweisen berücksichtigen,
  • nach Namen und zusätzlich nach bekannten Straßen suchen,
  • mehrere Jahrgänge miteinander vergleichen,
  • bei ungewöhnlichen Ergebnissen immer die abgebildete Originalseite kontrollieren.

Die automatische Texterkennung ist eine große Hilfe, kann aber besonders bei Frakturschrift, Abkürzungen, beschädigten Seiten oder eng gesetzten Spalten Fehler enthalten.

Fazit

Die historischen Innsbrucker Adressbücher sind eine außerordentlich ergiebige Quelle für Familien-, Häuser-, Wirtschafts- und Stadtgeschichtsforschung. Sie ermöglichen es, Menschen, Berufe, Betriebe und Gebäude über mehrere Jahrzehnte hinweg zu verfolgen.

Für genealogische Forschungen in Innsbruck sollte diese Sammlung daher zu den ersten Anlaufstellen gehören.

Quelle und Zugang:

Innsbrucker*innen – Historische Adressbücher der Stadt

Hinweis zur zeitlichen Abdeckung:

Die Buchübersicht führt derzeit 48 digitalisierte Adressbücher auf. Neben den häufig genannten Jahrgängen ab 1898 sind dort auch Bände für 1896 und 1897 verzeichnet.
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