Joseph Anton Eusebius von der Halden – Identifizierung Supralibro von 1718
- USchu
-
Autor
- Offline
- Beiträge: 906
Joseph Anton Eusebius von der Halden – Identifizierung Supralibro von 1718
2 Wochen 4 Tage her - 2 Wochen 4 Tage herJoseph Anton Eusebius von der Halden – Identifizierung eines Supralibros von 1718
Kastulus schrieb: Ich habe vorige Woche online einen Folioband von 1606 ersteigert – Goldasts „Alamannicarum Rerum Scriptores“ –, in dessen Rindsledereinband das abgebildete, mir bislang unbekannte Wappen samt Umschrift eingeprägt ist. Im Buch selbst findet sich keinerlei handschriftlicher Hinweis auf einen früheren Eigentümer.
Die Abkürzungen zu deuten wäre müßig. Die einzig sichere Identifikation dürfte daher über das Wappen möglich sein.
Vorläufiges Ergebnis
Die von Gentry vorgeschlagene Zuordnung war nahezu vollständig richtig. Das Supralibros gehörte mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit:
Joseph Anton Eusebius von der Halden,
Freiherrn zu Autenried,
Herrn zu Anhofen und Ochsenbrunn.
Die auf dem Einband erkennbare Umschrift lautet:
1718 · I. A. E. V. D. H. F. Z. A. H. Z. A. V. O.
Sie lässt sich folgendermaßen auflösen:
I(oseph) A(nton) E(usebius) V(on) D(er) H(alden),
F(reiherr) Z(u) A(utenried),
H(err) Z(u) A(nhofen)
V(nd) O(chsenbrunn).
Das an dritter Stelle stehende „E“ ist von besonderer Bedeutung. Es ergänzt den von Gentry erkannten Namen um den zweiten Vornamen Eusebius.
Das anlautende „I“ ist kein Widerspruch zur Schreibweise Joseph. In lateinischen beziehungsweise epigraphischen Inschriften wurde zwischen I und J vielfach nicht unterschieden. Auch „V“ kann für das damalige „Vnd“, also „und“, stehen.
Eine unabhängige Bestätigung durch ein weiteres Supralibros
Die Identifizierung wird durch einen besonders aussagekräftigen Vergleichsfund bestätigt. Das Auktionshaus Reiss & Sohn beschrieb ein weiteres Buch mit einem nahezu identischen, ebenfalls auf 1718 datierten Supralibros. Dort wird die Initialenfolge ausdrücklich als
I. A. E. V. D. H. F. Z. A. H. Z. A. V. O.
wiedergegeben und Joseph Anton Eusebius von der Halden zugeordnet.
Damit ist nicht nur der Eigentümername, sondern auch die Auflösung der Titelabkürzungen unabhängig belegt.
Quelle:
Reiss & Sohn: Buch mit dem Supralibros Joseph Anton Eusebius von der Haldens, datiert 1718
Der hier vorgestellte Goldast-Band war somit offenbar Teil der Bibliothek dieses Freiherrn oder wurde jedenfalls für ihn gebunden beziehungsweise mit seinem Besitzzeichen versehen.
Das Supralibros als Eigentumsnachweis
Dass sich im Buchinneren kein handschriftlicher Besitzervermerk befindet, spricht nicht gegen diese Zuordnung. Ein auf den Einband geprägtes Wappen mit Namen beziehungsweise Titelinitialen ist selbst ein ausgesprochen deutlicher Provenienzvermerk.
Ein solches Supralibros konnte verschiedene Funktionen erfüllen:
- Kennzeichnung eines Buches als Bestandteil einer adeligen Privatbibliothek,
- repräsentative Sichtbarmachung von Rang und Besitz,
- Schutz vor Verwechslung oder unbemerkter Entfremdung,
- einheitliche Ausstattung einer größeren Büchersammlung.
Die Jahreszahl 1718 dürfte am ehesten das Jahr der Bindung, der Vergoldung oder der Aufnahme in die Bibliothek bezeichnen. Sie muss nicht zwangsläufig das Erwerbsjahr des gedruckten Werkes sein.
Das Buch selbst war bereits 1606 erschienen:
Melchior Goldast,
Alamannicarum Rerum Scriptores Aliquot Vetusti,
Frankfurt am Main 1606.
Zwischen Drucklegung und Anbringung des Supralibros liegen somit mehr als einhundert Jahre. Es ist gut möglich, dass Joseph Anton Eusebius einen älteren Band erwerben und anschließend für seine Bibliothek neu oder zumindest repräsentativ binden ließ.
Zur Krone über dem Wappen
Die über dem Wappen angebrachte Krone sollte nicht allein als Beweis für einen bestimmten Rang herangezogen werden. Bei kleinen Einbandstempeln wurden Rang- und Adelskronen häufig vereinfacht und dekorativ dargestellt.
Die freiherrliche Stellung des Eigentümers ist jedoch unabhängig davon gesichert:
- durch das „F“ in der Umschrift,
- durch die archivalisch dokumentierte Erhebung von 1686,
- durch zeitgenössische und spätere genealogische Quellen.
Die Bezeichnung „einfache Adelskrone“ wäre daher zu unbestimmt. Richtiger ist es, von einer stilisierten Rangkrone über dem Wappen eines 1686 in den Freiherrenstand erhobenen Besitzers zu sprechen.
Die Familie von der Halden und ihre Standeserhebungen
Die beigefügten Textabbildungen sowie die im Forum genannten Archivalien ergeben folgenden vorläufigen Ablauf:
1626 – Wappenvereinigung mit der Familie Lötscher
Im Österreichischen Staatsarchiv findet sich ein Hinweis auf eine Wappenvereinigung der Familie von der Halden mit der erloschenen Familie Lötscher. Das Original soll im Tiroler Wappenbuch, Band XIV, fol. 142, enthalten sein.
Dieser Vorgang ist für die weitere Untersuchung besonders wichtig, weil einzelne später im Halden-Wappen erscheinende Figuren möglicherweise nicht aus dem ursprünglichen Stammwappen, sondern aus dieser älteren Wappenvereinigung stammen könnten.
Quelle:
Österreichisches Staatsarchiv: Wappenvereinigung Halden–Lötscher, 1626
27. März 1630 – Johann Rudolph von der Halden
Kaiser Ferdinand II. bestätigte beziehungsweise erneuerte Johann Rudolph von der Halden in Wien den rittermäßigen Adelsstand für das Reich und die Erblande. Im Archivdatensatz werden außerdem das Prädikat „zu Haldenegg“, die Lehenberechtigung sowie weitere adelige Vorrechte genannt.
Das zugehörige Wappen befindet sich nach dem Archivvermerk auf fol. 4r des Aktes und zusätzlich im Wappenbuch II, 55.
Quelle:
Österreichisches Staatsarchiv, AT-OeStA/AVA Adel RAA 167.6
26. November 1645 – erneute Bestätigung
Die beigefügte gedruckte Familienbeschreibung berichtet von einer weiteren Bestätigung durch Kaiser Ferdinand III. am 26. November 1645.
Diese Angabe findet sich ebenfalls in älteren genealogischen Darstellungen. Ein selbständiger archivalischer Akt konnte im Rahmen dieser ersten Prüfung jedoch noch nicht eindeutig zugeordnet werden. Die Angabe ist daher gut überliefert, sollte aber möglichst noch anhand des Originalaktes oder eines zeitgenössischen Registers überprüft werden.
3. November 1679 – Franz Rudolph von der Halden zu Tratzberg
Franz Rudolph von der Halden, oberösterreichischer Hofkammerrat und Obersthofkammersekretär, wurde in Prag in den erbländisch-österreichischen Freiherrenstand erhoben.
Der Archivdatensatz nennt unter anderem:
- den Namen „von der Halden zu Neidburg“,
- das Prädikat „Freiherr von Tratzberg“,
- das Prädikat „Wohlgeboren“,
- die Vereinigung seines Wappens mit jenem der erloschenen Stauber von Mitterhardt zu Sigmundslust.
Die Wappenvereinigung stand nach den gedruckten genealogischen Nachrichten mit seiner Ehe mit Maria Elisabeth Imhof zu Spielberg und dem Heimfall des Stauberschen Wappens in Zusammenhang.
Quelle:
Österreichisches Staatsarchiv: Franz Rudolph von der Halden, Freiherrenstand und Wappenvereinigung, 1679
22. April 1686 – Joseph Anton Eusebius von der Halden
Joseph Anton Eusebius, der Bruder Franz Rudolphs, wurde von Kaiser Leopold I. in Wien ebenfalls in den erbländisch-österreichischen Freiherrenstand erhoben.
Der Archivdatensatz nennt die Prädikate:
von der Halden, Freiherr von beziehungsweise zu Authenried, Oxenbaum und Anhofen.
In anderen Quellen erscheinen die Ortsnamen als:
- Autenried, Authenried oder Auttenriedt,
- Ochsenbrunn beziehungsweise Oxenbrunn,
- Anhofen beziehungsweise Anhoven.
Die Form „Oxenbaum“ im heutigen Archivdatensatz weicht von der sonst gut belegten Form „Oxenbrunn“ ab. Ob dies auf die Schreibweise im Akt, eine ältere Lesung oder einen Katalogisierungsfehler zurückgeht, kann nur durch Einsicht in das Originaldiplom geklärt werden.
Quelle:
Österreichisches Staatsarchiv: Joseph Anton von der Halden, Freiherrenstand, 1686
Das Wappen auf dem Supralibros
Das in den beigefügten älteren Wappenbeschreibungen wiedergegebene Wappen Joseph Anton Eusebius von der Haldens stimmt in seinen wesentlichen Bestandteilen mit dem Wappenstempel auf dem Buch überein.
Es handelt sich um einen gevierten Schild mit Mittelschild.
Mittelschild
In Rot drei Kugeln in der Stellung 1:2:
- die obere Kugel von Silber und Blau geteilt,
- die untere rechte Kugel von Blau und Silber geteilt,
- die untere linke Kugel von Silber und Rot geteilt.
Felder 1 und 4
In Blau ein einwärtsgekehrter, roter, golden gekrönter Löwe. Der Löwe hält in den Vorderpranken eine von Silber und Rot geteilte Rose an grünem Stängel.
Felder 2 und 3
Ein von Silber und Rot schrägrechts geteiltes Feld. Darüber liegt ein ebenfalls farbverwechselter Schrägrechtsbalken, der mit drei Rosen in verwechselten Farben belegt ist.
Die drei Helme der vollständigen Wappendarstellung
- Erster Helm: der wachsende rote Löwe mit der Rose; Decken rot-silbern.
- Zweiter Helm: die drei geteilten Kugeln wie im Mittelschild; Decken blau-silbern.
- Dritter Helm: ein Flügel in den Farben und Figuren der Felder 2 und 3; Decken rot-silbern.
Auf dem kleinen Supralibros konnten naturgemäß nicht alle Einzelheiten so präzise wiedergegeben werden wie in einem gemalten oder gestochenen Vollwappen. Die charakteristische Gliederung ist jedoch deutlich erkennbar:
- gevierteter Schild,
- kleiner Mittelschild mit drei Kugeln,
- Löwenfelder,
- schräggeteilte beziehungsweise mit Rosen belegte Felder.
Gerade der Mittelschild mit den drei Kugeln liefert zusammen mit den Initialen ein sehr starkes Identifikationsmerkmal.
Warum zeigt die Quelle „Halden zu Tratzberg“ ein teilweise anderes Wappen?
Eine der beigefügten modernen Beschreibungen zeigt ein abweichendes Wappen der „Halden zu Tratzberg“:
Der dortige Mittelschild enthält oben in Gold einen schwarzen Adler und unten eine mehrfach von Gold und Schwarz schräggeteilte Fläche. Als mittlere Helmzier erscheint ein schwarzer, golden gekrönter Adler mit einer Hellebarde.
Diese Darstellung widerspricht dem Supralibros nicht. Sie dürfte vielmehr die besondere Wappenform Franz Rudolphs von der Halden zu Tratzberg nach der Wappenvereinigung von 1679 wiedergeben.
Der Archivakt von 1679 bestätigt ausdrücklich eine Vereinigung mit dem Wappen der ausgestorbenen Stauber von Mitterhardt zu Sigmundslust. Der Adler mit der Hellebarde beziehungsweise die entsprechenden Figuren sind daher wahrscheinlich Bestandteile dieser erweiterten Tratzberger Wappenfassung.
Es sind folglich mindestens zwei Fassungen auseinanderzuhalten:
- Das von Joseph Anton Eusebius geführte Wappen mit den drei geteilten Kugeln im Mittelschild.
- Die erweiterte Tratzberger Wappenform Franz Rudolphs mit den aus der Stauberschen Wappenvereinigung stammenden Elementen.
Die moderne Tratzberg-Darstellung darf daher nicht ohne Weiteres als exakte Vorlage für das Supralibros Joseph Anton Eusebius’ verwendet werden.
1. Ältere Familienbeschreibung „Halden. (Taf. 9.)“
Die Quelle enthält:
- eine ausführliche Blasonierung des gevierten Wappens mit drei Kugeln im Mittelschild,
- die Beschreibung von drei Helmen,
- die Bestätigungen von 1630 und 1645,
- Angaben zu Johann Christoph und Johann Rudolph von der Halden,
- die Nennung Franz Rudolphs und Joseph Anton Eusebius’,
- die Freiherrenerhebung Joseph Anton Eusebius’ vom 22. April 1686,
- seinen Tod am 9. Oktober 1728,
- den Hinweis auf sein Wappenepitaph in der Franziskanerkirche zu Salzburg,
- seine Aufnahme in die Salzburger Landmannschaft am 4. August 1716,
- die Übertragung beziehungsweise Ererbung der Salzburger Landmannschaft durch Ferdinand Rudolph Freiherrn von der Halden im Jahr 1756.
2. Wappentafel „HALDEN“
Die beigefügte Schwarz-Weiß-Tafel zeigt das vollständige Wappen mit:
- geviertem Schild,
- Mittelschild mit drei Kugeln,
- drei gekrönten beziehungsweise bewulsteten Helmen,
- Löwe mit Rose,
- drei Kugeln als mittlerer Helmzier,
- Flügel mit Rosen und Schrägteilungen.
Diese Tafel entspricht in ihrem Aufbau besonders gut dem Wappen auf dem Supralibros.
3. Moderne Beschreibung „Halden zu Tratzberg“
Die Quelle verweist unter anderem auf:
- ein Deckenfresko im Erker des Habsburgersaales von Schloss Tratzberg,
- die Sammlung Goldegg,
- eine freiherrliche Aufnahme beziehungsweise Immatrikulation in den 1670er-Jahren,
- die Literatur von S. Graf Enzenberg über Schloss Tratzberg.
Sie beschreibt jedoch die infolge der Wappenvereinigung erweiterte Tratzberger Fassung mit Adler und Hellebarde und nicht exakt die auf dem Supralibros sichtbare Fassung Joseph Anton Eusebius’.
4. Kneschkes Adels-Lexikon
Der beigefügte Ausschnitt aus Ernst Heinrich Kneschkes Neuem allgemeinen deutschen Adels-Lexicon bestätigt im Wesentlichen:
- die Freiherrenerhebung Franz Rudolphs vom 3. November 1679,
- die Verbindung mit Maria Elisabeth Imhof zu Spielberg,
- die Vereinigung mit dem Stauberschen Wappen,
- die Freiherrenerhebung Joseph Anton Eusebius’ vom 22. April 1686,
- die Abstammung von Johann Rudolph von der Halden und einer Freiin von Payersperg,
- die Adelsbestätigungen von 1630 und 1645.
5. Fotografie des Goldast-Einbandes
Die Einbandprägung zeigt:
- die Jahreszahl 1718,
- eine stilisierte Krone,
- den gevierten Schild mit Mittelschild,
- die Initialen des vollständigen Namens und der Herrschaftstitel.
Der Stempel entspricht dem unabhängig dokumentierten Bibliothekszeichen Joseph Anton Eusebius von der Haldens.
Biographische Einordnung Joseph Anton Eusebius von der Haldens
Joseph Anton Eusebius wurde um 1664 geboren. Nach einer zeitgenössischen beziehungsweise inschriftlichen Altersangabe starb er 1728 im 64. Lebensjahr.
Er kam 1684 nach Salzburg, um Rechtswissenschaften zu studieren, und trat später in die Dienste mehrerer geistlicher Fürsten und Territorien.
Zu seinen bekannten Tätigkeiten und Ämtern gehörten unter anderem:
- geheimer Rat in fürstbischöflichen Diensten,
- Vertretung geistlicher Fürsten und Territorien beim Reichstag,
- Tätigkeit für Freising, Salzburg und Worms,
- Hauptmann im freisingischen Bischoflack in Krain,
- Salzburger Kämmerer,
- Direktorialgesandter,
- Vizehofmarschall,
- Vizepräsident des Salzburger Hofrates,
- Mitglied beziehungsweise Funktionsträger der Salzburger Landschaft.
Die Jahreszahl 1718 auf dem Supralibros fällt somit in eine Phase, in der Joseph Anton Eusebius bereits ein hochrangiger und erfahrener Beamter und Diplomat war.
Er starb am 9. Oktober 1728. Sein Grabdenkmal befindet sich in der Franziskanerkirche zu Salzburg, an der Westwand des nördlichen Seitenschiffes.
Die lateinische Inschrift nennt ihn sinngemäß als Freiherrn von der Halden beziehungsweise zu Autenried und als Herrn zu Ochsenbrunn und Anhofen. Das ursprünglich am Epitaph angebrachte Wappen ist heute offenbar nicht mehr vollständig erhalten.
Weiterführender Nachweis:
Universität Salzburg: Personennachweis Joseph Anton Eusebius von der Halden
Zur Frage einer möglichen Verbindung mit den Gapp von Tamerburg
Frhr. v. Recum hat mit Recht auf Ähnlichkeiten zwischen einzelnen Bestandteilen des Halden-Wappens und dem Wappen der Gapp von beziehungsweise zu Tamerburg hingewiesen.
Duppauer verwies dazu auf den archivalisch überlieferten Adelsakt der Familie Gapp.
Am 24. Februar 1649 wurde Michael Gapp, Pfleger der Herrschaft und Stadt Gmünd in Oberkärnten, mit dem Prädikat „von und zu Tannerburg“ geadelt. Der Akt enthält außerdem eine Abschrift eines bereits am 20. November 1625 in Passau ausgestellten Wappenbriefes für Hans Gapp.
Quelle:
Österreichisches Staatsarchiv: Gapp von und zu Tannerburg, 1649
Damit ist die Frage, ob die Gapp zur Zeit der Entstehung beziehungsweise Ausformung des Halden-Wappens bereits existierten, grundsätzlich zu bejahen:
- Gapp-Wappenbrief: 1625,
- Halden–Lötscher-Wappenvereinigung: 1626,
- Halden-Adelsbestätigung: 1630,
- Gapp-Adelserhebung: 1649,
- Halden–Stauber-Wappenvereinigung: 1679,
- Freiherrenerhebung Joseph Anton Eusebius’: 1686.
Die Familien und ihre Wappen sind somit im 17. Jahrhundert zeitlich nebeneinander nachweisbar.
Daraus folgt jedoch noch keine genealogische Verbindung und auch keine Übernahme von Wappenbestandteilen.
Derzeit nicht nachgewiesen sind:
- eine Ehe zwischen Angehörigen der Familien Gapp und von der Halden,
- ein Erbfall zwischen beiden Familien,
- eine förmliche Wappenvereinigung,
- eine kaiserliche Genehmigung zur Übernahme Gappscher Wappenelemente,
- eine ausdrückliche Erwähnung der Familie Gapp in einem Halden-Diplom.
Die bloße Ähnlichkeit von Farben, Rosen, Schrägteilungen oder einzelnen Figuren genügt heraldisch nicht, um eine Abstammung oder Wappenübernahme zu beweisen.
Bei der weiteren Untersuchung sollte zuerst die ältere Halden–Lötscher-Wappenvereinigung von 1626 geprüft werden. Es ist denkbar, dass einzelne vermeintlich „Gappsche“ Elemente tatsächlich aus dem Lötscher-Wappen stammen oder unabhängig entstanden sind.
Danach wären folgende Originalquellen unmittelbar miteinander zu vergleichen:
- der Wappenbrief der Gapp von 1625,
- die Halden–Lötscher-Wappenvereinigung von 1626,
- das Halden-Diplom von 1630, insbesondere fol. 4r,
- die Gapp-Erhebung von 1649,
- die Halden–Stauber-Wappenvereinigung von 1679,
- das Freiherrendiplom Joseph Anton Eusebius’ von 1686.
Erst ein solcher Vergleich könnte zeigen, welche Figuren ursprünglich zum Stammwappen der Halden gehörten und welche durch spätere Verbindungen hinzukamen.
Zur Stellung der Löwen in Courtoisie
Der Hinweis von Frhr. v. Recum, die Löwen seien in einer früheren Fassung noch nicht in Courtoisie gestellt, ist ein interessanter Beobachtungspunkt.
Die beigefügte gedruckte Blasonierung bezeichnet die Löwen in den Feldern 1 und 4 ausdrücklich als „einwärtsgekehrt“. Bei einem gevierten Schild wenden sie sich damit der Schildmitte beziehungsweise dem Spalt zu.
Ob dies bereits im Originalwappen von 1630 so dargestellt war oder erst bei einer späteren Überarbeitung beziehungsweise Wappenvermehrung erfolgte, kann anhand der gedruckten Abbildungen allein nicht sicher entschieden werden.
Dazu wäre die digitale oder fotografische Wiedergabe des Wappens auf fol. 4r des Adelsaktes von 1630 erforderlich.
Quellen und Digitalisate
Von Duppauer im Forum angeführte Quellen:
- Österreichisches Staatsarchiv: von der Halden, rittermäßiger Adelsstand 1630
- Göttinger Digitalisierungszentrum: Der Kärntner Adel
- Österreichisches Staatsarchiv: Gapp von und zu Tannerburg, 1649
- Bayerische Staatsbibliothek: digitalisierte heraldische Quelle, von Duppauer genannte Seite
Ergänzende archivalische und bibliographische Quellen:
- Österreichisches Staatsarchiv: Wappenvereinigung von der Halden mit Lötscher, 1626
- Österreichisches Staatsarchiv: Franz Rudolph von der Halden, Freiherrenstand und Stauber-Wappenvereinigung, 1679
- Österreichisches Staatsarchiv: Joseph Anton von der Halden, Freiherrenstand, 1686
- Reiss & Sohn: Vergleichsband mit identischem Supralibros von 1718
- SLUB Dresden: bibliographischer Nachweis der Goldast-Ausgabe von 1606
- Genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser 1849
Gedruckte beziehungsweise auf den beigefügten Abbildungen genannte Literatur:
- Ernst Heinrich Kneschke, Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon, Eintrag „Von der Halden zu Tratzberg“.
- Tiroler Adelsmatrikel beziehungsweise TAM, Ausgabe 1796, S. 217; Ausgabe 2006, S. 12.
- S. Graf Enzenberg, Tratzberg, Wien/München 2000, S. 80 ff., besonders Abb. 14.
- Deckenfresko im Erker des Habsburgersaales von Schloss Tratzberg.
- Sammlung Goldegg.
Bewertung des derzeitigen Forschungsstandes
Als gesichert beziehungsweise sehr gut belegt können gelten:
- Die Initialen gehören Joseph Anton Eusebius von der Halden.
- Er war seit dem 22. April 1686 Freiherr.
- Die Titel Autenried, Anhofen und Ochsenbrunn stimmen mit den Initialen des Supralibros überein.
- Ein weiteres, unabhängig dokumentiertes Supralibros desselben Eigentümers trägt dieselbe Initialenfolge und ebenfalls die Jahreszahl 1718.
- Das Wappen mit den drei Kugeln im Mittelschild entspricht der auf dem Einband erkennbaren Wappenform.
- Joseph Anton Eusebius starb am 9. Oktober 1728 und wurde in der Franziskanerkirche zu Salzburg bestattet.
Als wahrscheinlich, aber noch nicht abschließend beweisbar kann gelten:
- Der Goldast-Band gehörte zu einer größeren, einheitlich ausgestatteten Bibliothek Joseph Anton Eusebius’.
- Die Jahreszahl 1718 bezeichnet die Bindung oder die Aufnahme des Buches in diese Bibliothek.
Noch offen bleiben:
- die genaue Herkunft einzelner Wappenbestandteile,
- die Bedeutung der Halden–Lötscher-Wappenvereinigung für die spätere Wappenform,
- eine mögliche, bislang aber unbelegte genealogische Verbindung zu den Gapp von Tamerburg,
- die genaue Gestalt des Wappens im Originaldiplom von 1630,
- die Ursache der unterschiedlichen Namensformen Oxenbrunn und Oxenbaum,
- der genaue Eintrag und die Stammfolge der Familie im Gothaischen Taschenbuch.
"IN OMNIBUS ORDO"
Folgende Benutzer bedankten sich: Giraldus
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- Duppauer
-
- Offline
- Beiträge: 13
Re: Joseph Anton Eusebius von der Halden – Identifizierung Supralibro von 1718
2 Wochen 2 Tage her
Na ja es gibt das noch mehrere Vergleichsbände aus der Bibliothel von Joseph Anton Eusebius von der Halden mit dem Wappen auf dem Buchdeckel.
live.zisska.de/lots/...ter-in-der
portail.biblissima.f...61b8472cbc
Hier den jeweiligen Band auswählen und auf den Vorderdeckel gehen.
In der Fischnaler Wappenkartei finden sich Wappen zu den Halden und zu den Gapp
wappen.tiroler-lande...alden&nq=1
wappen.tiroler-lande...str=&tr=99
wappen.tiroler-lande...str=&tr=99
Ich kann mich an den ursprünglichen Faden nur noch schwach erinnern!
Ist der archiviert?
live.zisska.de/lots/...ter-in-der
portail.biblissima.f...61b8472cbc
Hier den jeweiligen Band auswählen und auf den Vorderdeckel gehen.
In der Fischnaler Wappenkartei finden sich Wappen zu den Halden und zu den Gapp
wappen.tiroler-lande...alden&nq=1
wappen.tiroler-lande...str=&tr=99
wappen.tiroler-lande...str=&tr=99
Ich kann mich an den ursprünglichen Faden nur noch schwach erinnern!
Ist der archiviert?
Folgende Benutzer bedankten sich: USchu, Giraldus
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- Duppauer
-
- Offline
- Beiträge: 13
Re: Joseph Anton Eusebius von der Halden – Identifizierung Supralibro von 1718
2 Wochen 2 Tage her
Hier das Stammwappen der Halden
wappen.tiroler-lande...str=&tr=99
gdz.sub.uni-goetting...3A0.429%7D
gdz.sub.uni-goetting...3A0.429%7D
Vermehrung mit dem Wappen des erloschen Geschlechts der Lötscher.
wappen.tiroler-lande...str=&tr=99
wappen.tiroler-lande...str=&tr=99
Freiherrenstand für Franz Rudolph Halden zu Neidburg 1676 mit Vermehrung des Wappens des erloschen Geschlechts der Stauber als Herzschild.
www.archivinformatio...ID=4346320
www.archivinformatio...ID=2722790
wappen.tiroler-lande...str=&tr=99
Kein Reichsfreieherrenstand, sondern erbländischer Freiherrenstand!
Freiherrenstand für Joseph Anton Eusebius von der Halden 1686, der gesuchte im Themenstart.
www.archivinformatio...ID=4346321
wappen.tiroler-lande...str=&tr=99
Hier steht dabei "Idendisch mit dem R Frhr Dipl 1676."
Das simmt so nicht ganz da ja das Wappen von 1676 als Herzschild das Wappen der Stauber trägt.
Auch hier liegt kein Reichsfreiherrenstand vor, sondern erbländischer Freiherrenstand!
Joseph Anton Eusebius hat hier als Herzschild die 3 Kugeln,1:2 gestellt gewählt, so wie wir es auf den Buchdeckel sehen!
Den einzigsten Reichsadel finden wir hier.
www.archivinformatio...ID=2253670
Und das Wappen wirft Fragen auf!
Über dem Wappen steht in schwarzer Schrift Gapp.
In roter Scfrift sehen wir eine Korrektur? Halden v. Haldenegg. Wo ist das Prädikat v. Haldenegg bei den späteren Standeserhöhungen?
Oben rechts ein Vermerk Dipl. Wien 17 oder 27. 3. 1620. Auf welches Diplom soll sich dieser Vermerk beziehen?
Außerdem mutieren die Rosen hier im Feld 2+3 bei der farblichen Zeichnungzu Kugeln, in dem nebenstehenden Entwurf sind sie noch als Rosen zu erkennen.
Die Gapp Wappen finden wir hier.
gdz.sub.uni-goetting...3A2.016%7D
gdz.sub.uni-goetting...3A0.458%7D
gdz.sub.uni-goetting...3A0.866%7D
www.archivinformatio...ID=2250132
wappen.tiroler-lande...str=&tr=99
gdz.sub.uni-goetting...3A0.429%7D
gdz.sub.uni-goetting...3A0.429%7D
Vermehrung mit dem Wappen des erloschen Geschlechts der Lötscher.
wappen.tiroler-lande...str=&tr=99
wappen.tiroler-lande...str=&tr=99
Freiherrenstand für Franz Rudolph Halden zu Neidburg 1676 mit Vermehrung des Wappens des erloschen Geschlechts der Stauber als Herzschild.
www.archivinformatio...ID=4346320
www.archivinformatio...ID=2722790
wappen.tiroler-lande...str=&tr=99
Kein Reichsfreieherrenstand, sondern erbländischer Freiherrenstand!
Freiherrenstand für Joseph Anton Eusebius von der Halden 1686, der gesuchte im Themenstart.
www.archivinformatio...ID=4346321
wappen.tiroler-lande...str=&tr=99
Hier steht dabei "Idendisch mit dem R Frhr Dipl 1676."
Das simmt so nicht ganz da ja das Wappen von 1676 als Herzschild das Wappen der Stauber trägt.
Auch hier liegt kein Reichsfreiherrenstand vor, sondern erbländischer Freiherrenstand!
Joseph Anton Eusebius hat hier als Herzschild die 3 Kugeln,1:2 gestellt gewählt, so wie wir es auf den Buchdeckel sehen!
Den einzigsten Reichsadel finden wir hier.
www.archivinformatio...ID=2253670
Und das Wappen wirft Fragen auf!
Über dem Wappen steht in schwarzer Schrift Gapp.
In roter Scfrift sehen wir eine Korrektur? Halden v. Haldenegg. Wo ist das Prädikat v. Haldenegg bei den späteren Standeserhöhungen?
Oben rechts ein Vermerk Dipl. Wien 17 oder 27. 3. 1620. Auf welches Diplom soll sich dieser Vermerk beziehen?
Außerdem mutieren die Rosen hier im Feld 2+3 bei der farblichen Zeichnungzu Kugeln, in dem nebenstehenden Entwurf sind sie noch als Rosen zu erkennen.
Die Gapp Wappen finden wir hier.
gdz.sub.uni-goetting...3A2.016%7D
gdz.sub.uni-goetting...3A0.458%7D
gdz.sub.uni-goetting...3A0.866%7D
www.archivinformatio...ID=2250132
Folgende Benutzer bedankten sich: USchu, Giraldus
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
