Großadmiral Anton Haus (1851–1917), Marinekommandant
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Großadmiral Anton Haus (1851–1917), Marinekommandant
1 Woche 3 Tage her - 1 Woche 3 Tage herDas Porträt trägt den zeitgenössischen Schriftzug „Marine-Kommandant Admiral Anton Haus“ und die Signatur „C. Pietzner 1914“. Eine entsprechende Kriegspostkarte befindet sich in der Sammlung des Wien Museums; sie wird dort Karl (Carl) Pietzner sen. als Fotografen zugeschrieben und auf 1914–1915 datiert.
Großadmiral Anton Haus (1851–1917)
Marinekommandant, Tod in Pola und der Freiherrenstand seiner Familie
Anton Johann Haus gehört zu den herausragenden Offizieren der k.u.k. Kriegsmarine des Ersten Weltkrieges. Einige zu seiner Person häufig wiederholte Angaben bedürfen jedoch aus genealogischer und adelsrechtlicher Sicht einer Präzisierung. Insbesondere sind der Zeitpunkt seiner Bestattung in Pola und die vielfach anzutreffende Bezeichnung Antons als „Freiherr“ kritisch zu betrachten.
Vom Marineoffizier zum Großadmiral
Anton Johann Haus wurde am 13. Juni 1851 in Tolmein, dem heutigen Tolmin in Slowenien, geboren. Er trat 1869 in die Kriegsmarine ein und übernahm 1913 als Admiral das Amt des Marinekommandanten. Zugleich war er Chef der Marinesektion des gemeinsamen Kriegsministeriums. Bei der Marinekonferenz des Dreibundes in Wien im Juni 1913 wurde ihm für den Kriegsfall auch das gemeinsame Flottenkommando zugedacht. Am 5. Mai 1916 erfolgte seine Ernennung zum ersten – und letztlich einzigen aktiven – Großadmiral der k.u.k. Kriegsmarine.
Nach einer Reise mit Kaiser Karl zum deutschen Hauptquartier in Pleß erkrankte Haus schwer. Am 8. Februar 1917 starb er an einer Lungenentzündung an Bord seines Flaggschiffes S.M.S. Viribus Unitis im Kriegshafen Pola. Diese Angaben sind durch das Österreichische Staatsarchiv eindeutig belegt.
Am 27. Oktober 1917 verlieh Kaiser Karl dem Verstorbenen anlässlich eines Aufenthaltes in Pola posthum das Kommandeurkreuz des Militär-Maria-Theresien-Ordens. Im Kriegsarchiv hat sich hierzu das Allerhöchste Schreiben an die Ordenskanzlei erhalten.
Die Bestattung in Pola – 10. Februar 1917
Die gelegentlich genannte Datierung der Beisetzung auf den 9. Februar 1917 ist zu korrigieren.
Die fotografische Dokumentation des k.u.k. Kriegspressequartiers, Lichtbildstelle Wien, wird von der Österreichischen Nationalbibliothek ausdrücklich bezeichnet als:
„Kaiser Karl I. beim Begräbnis des an Lungenentzündung verstorbenen Grossadmirals Anton Haus in Pola, 10.2.1917“.
Als Aufnahmedatum ist ebenfalls der 10. Februar 1917 verzeichnet. Kaiser Karl nahm persönlich an den Trauerfeierlichkeiten teil.
„Bestattung des Großadmirals Anton Haus in Pola, 10. Februar 1917. Kaiser Karl I. nahm persönlich an den Trauerfeierlichkeiten teil. Fotografische Dokumentation aus dem Umfeld des k.u.k. Kriegspressequartiers.“
Damit lassen sich auch die beiden hier beigefügten Aufnahmen sachlich besser einordnen: Sie gehören in den Zusammenhang des großen militärischen Trauerzeremoniells in Pola. Eine Aufnahme zeigt die Zeremonie am Begräbnisplatz mit Geistlichkeit und zahlreichen Marine- und Heerangehörigen, die andere den maritimen Teil des Trauerzeremoniells im Kriegshafen. Die in den Dateinamen enthaltene Datierung „9.2.1917“ sollte daher nicht als gesicherte historische Datierung übernommen werden; für die Bestattung ist der 10. Februar 1917 quellenmäßig dokumentiert.
Genealogische Herkunft
Die Familie Haus war ursprünglich nicht adelig. Nach den genealogischen Untersuchungen von Mariano Rugále und Miha Preinfalk stammte sie aus dem Ennstal in der Obersteiermark. Antons Großvater übersiedelte gegen Ende des 18. Jahrhunderts nach Windischgrätz, dem heutigen Slovenj Gradec, wo er sich als Kaufmann etablierte und auch Bürgermeister wurde.
Antons Vater Josef (Jožef) Haus war als Verwalter von Grundherrschaften tätig, zunächst im Lavanttal und später in Tolmein. Er war mit Maria Walter verheiratet. Anton wurde dort 1851 als drittes von vier Kindern geboren. Nach dem frühen Tod des Vaters 1859 zog die Witwe mit den Kindern nach Unterkrain.
Ein bemerkenswertes Detail ergibt sich aus den Matrikelangaben: Das Primorski slovenski biografski leksikon nennt als Geburtstag den allgemein überlieferten 13. Juni 1851, fügt jedoch ausdrücklich hinzu, dass nach dem Taufbuch der Pfarre Tolmein der 14. Juni genannt werde. Für eine endgültige genealogische Festlegung wäre daher der originale Taufeintrag selbst heranzuziehen.
Ehe und Nachkommen
Anton Haus heiratete am 4. August 1887 in Draškovec bei Šentjernej seine Cousine
Anna Karolina Trenz
* 24. Mai 1857 Draškovec
† 5. Juni 1924 Wien,
Tochter des Ferdinand Trenz und der Matilde Walter.
Aus der Ehe gingen vier Söhne hervor; zwei starben bereits im Kindesalter. Für die spätere Adelsgeschichte sind vor allem die beiden überlebenden Söhne von Bedeutung:
- Otto Maximilian Haus, * 16. Mai 1888 in Fiume, † 29. März 1974 in Hainburg; Arzt.
- Leo Haus, später Offizier bzw. Architekt; † 1965 in Innsbruck.
Die beiden Sterne im späteren freiherrlichen Familienwappen wurden nach Preinfalk ausdrücklich auf Otto und Leo bezogen.
War Großadmiral Anton Haus selbst Freiherr?
Hier ist besondere Vorsicht geboten.
In zahlreichen älteren und neueren Darstellungen findet sich die Bezeichnung „Anton Freiherr von Haus“ oder sogar „Haus von Hohenwart“. Der einschlägige Hofadelsakt im Österreichischen Staatsarchiv spricht jedoch eine wesentlich deutlichere Sprache.
Im Adelsarchiv ist der Vorgang geführt als:
„Haus, Anna, Großadmiralswitwe und Söhne: Dr. Otto …; Leo …, Freiherrenstand“
für den Zeitraum 1918–1934.
Miha Preinfalk gibt auf Grundlage dieses Hofadelsaktes den konkreten Vorgang mit 12. Juni 1918 an:
Anna Haus, Witwe des Großadmirals, und ihre Söhne Otto und Leo erhielten den erblichen Freiherrenstand als
Freiherren von Haus.
Preinfalk formuliert daraus ausdrücklich die genealogisch und adelsrechtlich wichtige Konsequenz: Anton Haus selbst war kein Freiherr. Die formelle Standeserhöhung erfolgte erst mehr als ein Jahr nach seinem Tod zugunsten seiner Witwe und seiner Söhne.
Damit sollte in einer genealogisch sauberen Stammtafel unterschieden werden:
- Anton Johann Haus (1851–1917), Großadmiral – persönlich nicht Freiherr;
- Anna Haus und die Söhne Otto und Leo – seit 12. Juni 1918 Freiherren von Haus.
Auch die Bezeichnung „von Hohenwart“ beziehungsweise „von Hohernwart“ ist daher nicht ungeprüft zu übernehmen. Bemerkenswerterweise führt selbst das aktuelle Verzeichnis der ehrenhalber gewidmeten Grabstellen der Friedhöfe Wien Anton Haus als „Freiherr von Hohernwart“. Der maßgebliche österreichische Hofadelsakt bezeichnet dagegen die Witwe und die beiden Söhne schlicht als Haus und dokumentiert deren Freiherrenstand. Für die Beurteilung des historischen Adelsrechts ist dem Adelsakt gegenüber einem späteren Friedhofsverzeichnis eindeutig der Vorrang einzuräumen.
Das Wappen der Freiherren von Haus
Das 1918 verliehene freiherrliche Wappen ist stark durch die Lebensleistung des verstorbenen Großadmirals geprägt.
Der Schild ist blau und enthält eine goldene Spitze mit Meer, einer Zypresse in natürlichen Farben und darüber einer roten Rose. Seitlich erscheinen Teile antiker römischer Schiffe, darüber je ein goldener Stern. Auf dem Schild ruht die siebenperlige Freiherrenkrone; darüber ein gekrönter Turnierhelm mit blau-goldenen Decken. Als Kleinod erscheinen zwei offene, gold-blau geteilte Adlerflügel, zwischen denen ein schwarzer Anker steht.
Meer, Schiffe und Anker nehmen unmittelbar auf die Marinekarriere Antons Bezug. Die beiden Sterne stehen nach der von Preinfalk ausgewerteten Familienüberlieferung für die beiden überlebenden Söhne Otto und Leo. Das Wappen ist somit geradezu ein heraldisches Memorial für den bereits verstorbenen Großadmiral.
Matrikel- und Archivhinweise für die weitere Forschung
Für eine genealogische Weiterbearbeitung sind insbesondere folgende Quellen zu beachten:
- Pfarrmatriken Tolmein/Tolmin – Taufeintrag Anton Haus; ausdrücklich als Quelle im slowenischen biographischen Lexikon genannt. Auffällig ist die dort erwähnte Abweichung zwischen dem allgemein angegebenen 13. Juni und dem Hinweis auf den 14. Juni im Taufbuch.
- Ludwig Schiviz von Schivizhoffen: Der Adel in den Matriken des Herzogtums Krain, Görz 1905, insbesondere S. 259 und 428. Diese Seiten werden in der genealogischen Literatur zu Haus ausdrücklich als Matrikelverweise herangezogen. Das Werk von 1905 ist digitalisiert vorhanden und erschließt insbesondere die krainischen Matrikelbestände. Da es dreizehn Jahre vor der Erhebung der Familie Haus in den Freiherrenstand erschien, kann es naturgemäß nicht als Nachweis des Adels von 1918 dienen, sondern ausschließlich zur genealogischen Erschließung der Familie und ihres verwandtschaftlichen Umfeldes.
- Österreichisches Staatsarchiv, AVA, Adelsarchiv, Hofadelsakt von Haus, Anna, Otto und Leo, 12. VI. 1918 – zentrale Primärquelle für Standeserhebung und Wappen.
Die Umbettung nach Wien-Hütteldorf
Gesichert ist, dass die sterblichen Überreste des Großadmirals später von Pola nach Wien-Hütteldorf überführt wurden und sich seine Grabstätte heute dort befindet. Das aktuelle Verzeichnis der Friedhöfe Wien nennt:
Friedhof Hütteldorf, Gruppe 1, Nr. 471
und führt die Grabstelle als ehrenhalber gewidmet.
Beim Jahr der Überführung besteht allerdings eine bislang nicht ganz aufgelöste Quellenabweichung:
- Preinfalk gibt 1924 an und verbindet die Überführung mit dem Tod und der Bestattung der Witwe Anna Haus in Hütteldorf.
- Der Österreichische Marineverband nennt dagegen 1925 und führt die Überführung auf seine Initiative zurück.
Bis zur Einsicht in einen zeitgenössischen Umbettungsakt, das Friedhofsbuch oder entsprechende Zeitungsmeldungen sollte daher 1925 als häufig genannte, aber nicht widerspruchsfrei belegte Datierung behandelt werden.
Übersicht / Rekapitulation
Der historische Kern der überlieferten Angaben zu Großadmiral Anton Haus ist gut belegt: Marinekommandant seit 1913, Großadmiral seit 5. Mai 1916, Tod am 8. Februar 1917 auf der Viribus Unitis und posthume Verleihung des Kommandeurkreuzes des Militär-Maria-Theresien-Ordens. Zu korrigieren ist jedoch die Bestattung auf den 10. Februar 1917.
Genealogisch noch bedeutsamer ist die Feststellung, dass Anton Haus zu Lebzeiten und auch posthum nicht selbst in den Freiherrenstand erhoben wurde. Die Standeserhebung von 1918 betraf seine Witwe Anna sowie die Söhne Otto und Leo. Der korrekte familiengeschichtliche Ansatz lautet daher nicht „Großadmiral Anton Freiherr von Haus“, sondern:
Großadmiral Anton Johann Haus (1851–1917) – Stammvater jener Linie, deren Witwe und überlebende Söhne 1918 als Freiherren von Haus in den erblichen Freiherrenstand erhoben wurden.
Quellen und Literatur:
- Österreichisches Staatsarchiv: Die Flottenpolitik von Großadmiral Anton Haus.
- Österreichisches Staatsarchiv, AVA, Adelsarchiv: Hofadelsakt von Haus, Anna, Otto und Leo, 12. Juni 1918.
- Österreichisches Staatsarchiv/Kriegsarchiv: Unterlagen zum Militär-Maria-Theresien-Orden und zur posthumen Verleihung an Großadmiral Haus, 1917.
- Österreichische Nationalbibliothek, Bildarchiv: k.u.k. Kriegspressequartier, Lichtbildstelle Wien, Bestattung Anton Haus in Pola, 10. Februar 1917.
- Rugále, Mariano / Preinfalk, Miha: Blagoslovljeni in prekleti. Del 2. Po sledeh mlajših plemiških rodbin na Slovenskem, Abschnitt „baron HAUS“.
- Schiviz von Schivizhoffen, Ludwig: Der Adel in den Matriken des Herzogtums Krain, Görz 1905, S. 259 und 428.
- Primorski slovenski biografski leksikon, Art. Anton Haus.
- Friedhöfe Wien: Ehrenhalber gewidmete Grabstellen am Friedhof Hütteldorf, Gruppe 1, Nr. 471.
- Wien Museum, Online Sammlung: „Marine Kommandant Admiral Anton Haus.“, Kriegspostkarte, Fotografie Karl (Carl) Pietzner sen., 1914–1915.
"IN OMNIBUS ORDO"
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