Edmund Ritter v. Wallerstain und Marnegg (1877-1961), Obst. d. G.
- USchu
-
Autor
- Offline
- Beiträge: 907
Edmund Ritter v. Wallerstain und Marnegg (1877-1961), Obst. d. G.
2 Wochen 2 Tage her - 2 Wochen 2 Tage her
Die Geschichte des Namens dieses k.u.k. Generalstabsoffiziers ist beinahe ebenso bemerkenswert wie seine militärische Laufbahn.
Edmund wurde am 9. Juli 1876 in Wien geboren – die gelegentlich genannte Jahreszahl 1877 ist daher zu korrigieren – und starb am 16. Dezember 1961 in München.
Am 26. Mai 1906 heiratete er in Zruč (Srutsch) in Böhmen Adolfine Edle von Schebek (* 10. Februar 1884; † 27. Mai 1964), eine Tochter des Adolf Franz Wenzel von Schebek. Die Ehe ist auch im Genealogischen Taschenbuch der Adeligen Häuser Österreichs 1911, S. 412, nachgewiesen.
Vom Mayer zum Wallerstain
Die Namensentwicklung lässt sich anhand der Hofadelsakten im Österreichischen Staatsarchiv erstaunlich genau verfolgen.
1903 wird Edmund noch als „Edmund Ritter von Marnegg, Oberleutnant“ bezeichnet. Mit Bewilligung vom 30. Juli 1903 erhielten Edmund und seine Brüder Othmar und Hermann das zusätzliche Prädikat „von Wallerstain“.
Damit lautete der Name zunächst:
Mayer Ritter von Wallerstain und Marnegg.
Am 1. März 1914 folgte der entscheidende Schritt. Edmund, Othmar und Hermann erhielten die ausdrückliche Bewilligung,
„sich unter Hinweglassung des Familiennamens Mayer nach dem Prädikat zu nennen: Ritter von Wallerstain und Marnegg“.
Aus Mayer Ritter von Wallerstain und Marnegg wurde somit offiziell Ritter von Wallerstain und Marnegg.
Die scherzhafte Bemerkung, wer schon gerne „ein Mayer“ sein wolle, hat damit zumindest einen archivalischen Kern – tatsächlich handelte es sich jedoch um eine förmlich bewilligte Änderung der Namensführung.
Der Generalstabsoffizier
Die amtliche Rangliste des Kaiserlichen und Königlichen Heeres 1918 führt
„Wallerstain u. Marnegg Edmund Ritt. v.“
unter den Obersten des Generalstabes. Sein Rangdatum war der 1. November 1917, Rangnummer 144.
Damit ist die Angabe, dass Edmund 1918 k.u.k. Oberst des Generalstabes war, eindeutig bestätigt.
Die in älteren Angaben zusätzlich genannte Funktion als Oberquartiermeister konnte in den bislang eingesehenen frei zugänglichen Quellen dagegen noch nicht eindeutig nachgewiesen werden und sollte daher vorläufig mit Vorbehalt behandelt werden.
Zum beigefügten Porträt
Das Porträt zeigt Edmund in k.u.k. Offiziersuniform. Die drei Rangsterne auf der breiten Stabsoffiziersborte am Kragen entsprechen seinem Rang als Oberst.
Am unteren Bildrand befindet sich eine handschriftliche Signatur bzw. Widmung, die sich wohl als
„Edm. Marnegg 29/1 (1)918“
lesen lässt. Das Datum 29. Jänner 1918 dürfte sich auf die Widmung beziehen und muss nicht mit dem Aufnahmezeitpunkt identisch sein.
Zur Schreibweise
Bemerkenswert ist schließlich die Schreibweise des Namens. Während spätere genealogische Quellen vielfach „Wallerstein“ verwenden, führen die amtlichen österreichischen Hofadelsakten das 1903 bewilligte Prädikat ausdrücklich als „von Wallerstain“. Diese archivalisch belegte Form wurde daher hier bevorzugt.
Quellen:
Österreichisches Staatsarchiv, Allgemeines Verwaltungsarchiv, Adelsarchiv, Hofadelsakten:
– AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 584.20: Bewilligung des zweiten Prädikats „von Wallerstain“, 30.7.1903.
– AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 585.6: Bewilligung zur Weglassung des Familiennamens Mayer und Führung des Namens „Ritter von Wallerstain und Marnegg“, 1.3.1914.
– Ranglisten des Kaiserlichen und Königlichen Heeres 1918, Generalstab.
– Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser Österreichs, Wien 1911, S. 412.
– K. Fr. von Frank: Alt-Österreichisches Adels-Lexikon 1823–1918, Bd. I, Wien 1928, S. 193.
– Personenlexikon des Adels, stammreihen.de.
– Genealogische Zusammenstellung der Familie Schebek .
– Karel Vavřínek: Almanach českých šlechtických a rytířských rodů 2017, angegebene Fundstelle S. 357.
Edmund wurde am 9. Juli 1876 in Wien geboren – die gelegentlich genannte Jahreszahl 1877 ist daher zu korrigieren – und starb am 16. Dezember 1961 in München.
Am 26. Mai 1906 heiratete er in Zruč (Srutsch) in Böhmen Adolfine Edle von Schebek (* 10. Februar 1884; † 27. Mai 1964), eine Tochter des Adolf Franz Wenzel von Schebek. Die Ehe ist auch im Genealogischen Taschenbuch der Adeligen Häuser Österreichs 1911, S. 412, nachgewiesen.
Vom Mayer zum Wallerstain
Die Namensentwicklung lässt sich anhand der Hofadelsakten im Österreichischen Staatsarchiv erstaunlich genau verfolgen.
1903 wird Edmund noch als „Edmund Ritter von Marnegg, Oberleutnant“ bezeichnet. Mit Bewilligung vom 30. Juli 1903 erhielten Edmund und seine Brüder Othmar und Hermann das zusätzliche Prädikat „von Wallerstain“.
Damit lautete der Name zunächst:
Mayer Ritter von Wallerstain und Marnegg.
Am 1. März 1914 folgte der entscheidende Schritt. Edmund, Othmar und Hermann erhielten die ausdrückliche Bewilligung,
„sich unter Hinweglassung des Familiennamens Mayer nach dem Prädikat zu nennen: Ritter von Wallerstain und Marnegg“.
Aus Mayer Ritter von Wallerstain und Marnegg wurde somit offiziell Ritter von Wallerstain und Marnegg.
Die scherzhafte Bemerkung, wer schon gerne „ein Mayer“ sein wolle, hat damit zumindest einen archivalischen Kern – tatsächlich handelte es sich jedoch um eine förmlich bewilligte Änderung der Namensführung.
Der Generalstabsoffizier
Die amtliche Rangliste des Kaiserlichen und Königlichen Heeres 1918 führt
„Wallerstain u. Marnegg Edmund Ritt. v.“
unter den Obersten des Generalstabes. Sein Rangdatum war der 1. November 1917, Rangnummer 144.
Damit ist die Angabe, dass Edmund 1918 k.u.k. Oberst des Generalstabes war, eindeutig bestätigt.
Die in älteren Angaben zusätzlich genannte Funktion als Oberquartiermeister konnte in den bislang eingesehenen frei zugänglichen Quellen dagegen noch nicht eindeutig nachgewiesen werden und sollte daher vorläufig mit Vorbehalt behandelt werden.
Zum beigefügten Porträt
Das Porträt zeigt Edmund in k.u.k. Offiziersuniform. Die drei Rangsterne auf der breiten Stabsoffiziersborte am Kragen entsprechen seinem Rang als Oberst.
Am unteren Bildrand befindet sich eine handschriftliche Signatur bzw. Widmung, die sich wohl als
„Edm. Marnegg 29/1 (1)918“
lesen lässt. Das Datum 29. Jänner 1918 dürfte sich auf die Widmung beziehen und muss nicht mit dem Aufnahmezeitpunkt identisch sein.
Zur Schreibweise
Bemerkenswert ist schließlich die Schreibweise des Namens. Während spätere genealogische Quellen vielfach „Wallerstein“ verwenden, führen die amtlichen österreichischen Hofadelsakten das 1903 bewilligte Prädikat ausdrücklich als „von Wallerstain“. Diese archivalisch belegte Form wurde daher hier bevorzugt.
Quellen:
Österreichisches Staatsarchiv, Allgemeines Verwaltungsarchiv, Adelsarchiv, Hofadelsakten:
– AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 584.20: Bewilligung des zweiten Prädikats „von Wallerstain“, 30.7.1903.
– AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 585.6: Bewilligung zur Weglassung des Familiennamens Mayer und Führung des Namens „Ritter von Wallerstain und Marnegg“, 1.3.1914.
– Ranglisten des Kaiserlichen und Königlichen Heeres 1918, Generalstab.
– Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser Österreichs, Wien 1911, S. 412.
– K. Fr. von Frank: Alt-Österreichisches Adels-Lexikon 1823–1918, Bd. I, Wien 1928, S. 193.
– Personenlexikon des Adels, stammreihen.de.
– Genealogische Zusammenstellung der Familie Schebek .
– Karel Vavřínek: Almanach českých šlechtických a rytířských rodů 2017, angegebene Fundstelle S. 357.
"IN OMNIBUS ORDO"
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
