18. August 1830 | Geburt Kaiser Franz Josephs I.

18. August 1830 | Geburt Kaiser Franz Josephs I.

5 Tage 20 Stunden her
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Kaiser Franz Joseph I. in Feldmarschallsuniform mit dem Abzeichen des Ordens vom Goldenen Vlies und weiteren hohen in- und ausländischen Orden und Ehrenzeichen.


Am 18. August 1830 wurde im Schloss Schönbrunn bei Wien Erzherzog Franz Joseph Karl von Österreich geboren. Niemand konnte damals absehen, dass der erstgeborene Sohn Erzherzog Franz Karls und Erzherzogin Sophies fast sieben Jahrzehnte lang an der Spitze der Habsburgermonarchie stehen sollte.

Am 2. Dezember 1848, mitten in den revolutionären Umwälzungen des Jahres 1848, verzichtete Kaiser Ferdinand I. in Olmütz auf die Regierung. Auch Franz Josephs Vater Franz Karl verzichtete auf seine Ansprüche. Der erst 18-jährige Erzherzog bestieg daraufhin als Kaiser Franz Joseph I. den österreichischen Thron.

Bis zu seinem Tod am 21. November 1916 regierte er nahezu 68 Jahre. Keine andere Herrscherpersönlichkeit wurde mit der späten Habsburgermonarchie so stark identifiziert wie Franz Joseph.

Ritter und Souverän des Ordens vom Goldenen Vlies

Bereits 1844, noch als junger Erzherzog, wurde Franz Joseph in den Orden vom Goldenen Vlies aufgenommen.

Der im Jahr 1430 von Herzog Philipp dem Guten von Burgund gegründete Orden gehörte zu den angesehensten Ritterorden Europas und war seit der habsburgischen Übernahme des burgundischen Erbes eng mit dem Haus Österreich verbunden.

Mit seiner Thronbesteigung am 2. Dezember 1848 wurde Franz Joseph Chef und Souverän des österreichischen Ordens vom Goldenen Vlies.

Das berühmte Goldene Vlies am roten Band beziehungsweise an der Ordenskette begegnet deshalb auf zahlreichen offiziellen Porträts des Kaisers. Es war nicht lediglich eine weitere Auszeichnung unter vielen, sondern ein sichtbares Zeichen seiner dynastischen Stellung als Haupt des Hauses Habsburg-Lothringen.

Der Franz-Joseph-Orden

Ein Jahr nach seiner Thronbesteigung schuf der junge Monarch einen Orden, der seinen eigenen Namen tragen sollte.

Am 2. Dezember 1849, dem ersten Jahrestag seiner Thronbesteigung, stiftete Franz Joseph den Kaiserlich-Österreichischen Franz-Joseph-Orden.

Der Verdienstorden war ursprünglich in drei Klassen gegliedert:
  • Großkreuz
  • Komtur
  • Ritter

Später kamen weitere Abstufungen hinzu.

Im Unterschied zu manchen älteren habsburgischen Orden war der Franz-Joseph-Orden nicht auf den Hochadel oder auf militärische Verdienste beschränkt. Er konnte für Verdienste in sehr unterschiedlichen Bereichen des öffentlichen Lebens verliehen werden.

Unter seinen Trägern begegnen daher Beamte und Offiziere ebenso wie Unternehmer, Wissenschaftler, Ärzte, Künstler und andere Persönlichkeiten, die sich Verdienste um Staat und Gesellschaft erworben hatten.

Seine Devise lautete:
VIRIBUS UNITIS

– „Mit vereinten Kräften“ –, zugleich der persönliche Wahlspruch Kaiser Franz Josephs.

Der 18. August – der Geburtstag des Kaisers

Mit der außergewöhnlich langen Regierungszeit Franz Josephs entwickelte sich auch sein Geburtstag zu einem festen Bestandteil des öffentlichen Kalenders der Monarchie.

Der 18. August wurde in den Ländern Österreich-Ungarns mit Gottesdiensten, militärischen Feiern, Beflaggung, Konzerten und verschiedenen öffentlichen Veranstaltungen begangen.

In zeitgenössischen Zeitungen findet man Jahr für Jahr Berichte über Kaisergeburtstagsfeiern, Festgottesdienste und Huldigungen aus den unterschiedlichsten Kronländern.

Der Geburtstag des Monarchen nahm damit eine Funktion ein, die sich nur eingeschränkt mit einem heutigen Nationalfeiertag vergleichen lässt: Er stellte eine gemeinsame dynastische Feier dar, die den Kaiser als verbindendes Symbol der vielsprachigen und multinationalen Monarchie in den Mittelpunkt rückte.

Besonders eng wurde der Kaisergeburtstag mit Bad Ischl verbunden.

Schon Franz Josephs erster Geburtstag am 18. August 1831 wurde während eines Aufenthaltes seiner Familie in Ischl begangen. Später verbrachte der Kaiser Jahrzehnte hindurch einen großen Teil seiner Sommer in der Kaiservilla.

So wurde der 18. August in der Kaiserstadt zu einem besonderen Datum.

Vom Monarchen zum Symbol einer Epoche

Als Franz Joseph 1916 starb, war die Welt seiner Jugend längst verschwunden.

Bei seiner Thronbesteigung 1848 bestand noch der Deutsche Bund, Italien war politisch zersplittert und das Habsburgerreich wurde von Wien aus als Kaisertum Österreich regiert. Am Ende seines Lebens befand sich die seit 1867 bestehende österreichisch-ungarische Doppelmonarchie im dritten Jahr des Ersten Weltkrieges.

Franz Joseph hatte Revolutionen, Kriege, den Verlust der italienischen Besitzungen, die Niederlage von 1866, den österreichisch-ungarischen Ausgleich von 1867 und tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen erlebt.

Auch persönlich wurde sein Leben von schweren Schicksalsschlägen überschattet: der Tod seines Bruders Maximilian in Mexiko, der Tod seines einzigen Sohnes Kronprinz Rudolf in Mayerling, die Ermordung Kaiserin Elisabeths 1898 und schließlich die Ermordung seines Neffen und Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand 1914 in Sarajevo.

Gerade die außergewöhnliche Länge seiner Herrschaft führte jedoch dazu, dass Franz Joseph für mehrere Generationen von Untertanen zu einer nahezu selbstverständlichen Verkörperung der Monarchie wurde.

Sein Porträt hing in Amtsstuben, Schulen, Kasernen und öffentlichen Gebäuden. Münzen, Briefmarken und Orden trugen sein Bildnis oder seine Initialen.

Der alte Kaiser wurde schließlich selbst zum Symbol jenes Staates, dessen Ende er nur um knapp zwei Jahre nicht mehr erleben sollte.

Nachleben des 18. August

Mit dem Zusammenbruch Österreich-Ungarns 1918 verschwand der Kaisergeburtstag selbstverständlich aus dem offiziellen staatlichen Festkalender.

Ganz verschwunden ist die Erinnerung an den 18. August jedoch nicht.

Vor allem in Bad Ischl, wo Franz Joseph jahrzehntelang seine Sommer verbrachte, wird sein Geburtstag bis heute im Rahmen der Kaisertage mit Traditionsverbänden, Gottesdienst und historischen Veranstaltungen begangen.

Damit verbindet sich das Datum heute nicht mehr mit staatlicher Loyalität gegenüber einem regierenden Monarchen, sondern mit der Erinnerung an eine Persönlichkeit und eine Epoche, die mehr als ein halbes Jahrhundert mitteleuropäischer Geschichte geprägt haben.

Am 18. August 2026 jährt sich die Geburt Kaiser Franz Josephs I. zum 196. Mal.

Fast zweihundert Jahre nach seiner Geburt ist sein Name noch immer untrennbar mit Schönbrunn, der Wiener Hofburg und der Kaiservilla in Bad Ischl verbunden.

Quellen und weiterführende Hinweise:

– Österreich-Lexikon AEIOU, Stichwort „Nationalfeiertag“
– Kaiservilla Bad Ischl, „The Emperor's Birthday“
– Hof- und Staatshandbücher des Kaisertums Österreich
– zeitgenössische Presseberichte in ANNO – Historische österreichische Zeitungen und Zeitschriften
– Literatur und Verzeichnisse zum Kaiserlich-Österreichischen Franz-Joseph-Orden und zum Orden vom Goldenen Vlies

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