17. August 1786 | Der Tod Friedrichs des Großen
- Carlo
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17. August 1786 | Der Tod Friedrichs des Großen
6 Tage 14 Stunden her - 6 Tage 14 Stunden herAm 17. August 1786 starb Friedrich II. von Preußen, der schon seinen Zeitgenossen als „der Große“ galt, in seinem Schloss Sanssouci bei Potsdam. Seine letzten Tage verbrachte der 74-jährige König schwer erkrankt und zunehmend entkräftet, aber bis zuletzt in der ihm eigenen Weise widerständig gegenüber den Ratschlägen seiner Ärzte.
Am 16. August ließ er sich wieder in seinen Sessel bringen und schlief dort ein. Gegen ein Uhr in der Nacht zum 17. August erwachte er noch einmal. Seine Worte waren nur schwer verständlich; überliefert ist der Satz:
„Nun ist mir wohl, nun will ich mich ordentlich niederlegen.“
Danach fiel Friedrich wieder in Schlaf und erwachte nicht mehr. Der sogenannte Sterbesessel befindet sich noch heute im Arbeits- und Schlafzimmer des Königs in Sanssouci.
Der König und seine Orden
Ordensgeschichtlich ist Friedrich II. mit zwei der bedeutendsten preußischen Auszeichnungen verbunden.
Der Hohe Orden vom Schwarzen Adler war bereits am 17. Januar 1701 von Kurfürst Friedrich III., dem späteren König Friedrich I. in Preußen, gestiftet worden. Er bildete als höchster preußischer Hausorden eine der zentralen Auszeichnungen der Monarchie; Friedrich II. trug seinen Ordensstern selbst.
Eine eigene und weit über seine Regierungszeit hinausreichende Stiftung Friedrichs war dagegen der Pour le Mérite von 1740. Ursprünglich wurde er sowohl für militärische als auch für zivile Verdienste und ohne Beschränkung auf preußische Untertanen verliehen. Seit dem Siebenjährigen Krieg entwickelte er sich zunehmend zum exklusiven militärischen Verdienstorden für Offiziere. Erst Friedrich Wilhelm IV. schuf 1842 daneben die bis heute bestehende Friedensklasse für Wissenschaften und Künste.
Schon sein französischer Name verweist auf die geistige Welt Friedrichs. Der König war außerordentlich stark von französischer Sprache und Kultur geprägt; die Deutsche Biographie bemerkt sogar, dass er keine Sprache außer dem Französischen wirklich beherrschte und Deutsch nach eigener Aussage nur sehr unvollkommen sprach.
Zu den später berühmtesten Trägern des militärischen Pour le Mérite gehörten Gebhard Leberecht von Blücher, der ihn 1789 erhielt, und Helmuth von Moltke, dem 1879 sogar das Großkreuz verliehen wurde. Im Ersten Weltkrieg wurde das blaue Ordenskreuz geradezu zu einem Symbol der deutschen Jagdflieger: 132 Flieger wurden ausgezeichnet, unter ihnen Max Immelmann und Manfred Freiherr von Richthofen. Im englischen Sprachraum setzte sich für den Orden schließlich der Beiname „Blue Max“ durch, der insbesondere mit Max Immelmann verbunden wurde.
Ein letzter Wille, der 205 Jahre warten musste
Friedrich hatte sehr genaue Vorstellungen davon, wie er bestattet werden wollte. Bereits in einer Verfügung vom 28. November 1757 schrieb er:
„… in Sanssouci beigesetzt werden, ohne Prunk, ohne Pomp und bei Nacht.“
Doch dieser Wunsch wurde nach seinem Tod nicht erfüllt.
Sein Neffe und Nachfolger König Friedrich Wilhelm II. ließ den Verstorbenen nicht in der von Friedrich vorgesehenen Gruft bei Sanssouci, sondern in der Potsdamer Garnisonkirche neben dessen Vater Friedrich Wilhelm I. beisetzen.
Es begann damit eine bemerkenswerte Odyssee des königlichen Sarges. Während des Zweiten Weltkrieges wurde er zum Schutz vor Luftangriffen ausgelagert; 1952 gelangte er schließlich auf die Burg Hohenzollern in Süddeutschland. Erst nach der deutschen Wiedervereinigung wurde eine Rückkehr nach Potsdam möglich.
Am 17. August 1991 – auf den Tag genau 205 Jahre nach Friedrichs Tod – kehrte der König schließlich nach Sanssouci zurück. Kurz vor Mitternacht bewegte sich der Trauerzug zur Gruft. Neben dem engsten Kreis des Hauses Hohenzollern nahm Bundeskanzler Helmut Kohl als einziges Nicht-Familienmitglied an diesem letzten Abschnitt teil. Zu den Klängen eines Trauermarsches wurde der Sarg in die Gruft auf der Terrasse von Sanssouci abgesenkt.
Damit hatte Friedrich II. nach mehr als zwei Jahrhunderten endlich jenen Begräbnisort erreicht, den er selbst bestimmt hatte.
Ganz erfüllt wurde sein Wunsch nach einer Bestattung „ohne Prunk, ohne Pomp“ freilich auch 1991 nicht: Die Zeremonie wurde von Bundeswehr und Polizeiorchester begleitet und von Rundfunk und Fernsehen live übertragen. Die Umbettung entwickelte sich sogar zu einer politischen Debatte darüber, welchen Platz das preußische Erbe im wiedervereinigten Deutschland einnehmen sollte.
Heute liegt Friedrich der Große unter einer auffallend schlichten Grabplatte auf der oberen Terrasse von Sanssouci – in unmittelbarer Nähe jener Windspiele, mit denen der kinderlose König einen ungewöhnlich engen Teil seines privaten Lebens geteilt hatte.
Vielleicht liegt gerade darin die eigentliche Pointe seiner langen Nachgeschichte: Der Monarch, dessen Name mit Schlachten, Machtpolitik, Orden und dem Aufstieg Preußens verbunden ist, wollte am Ende keine monumentale Königsgruft, sondern ein schlichtes Grab bei seinem Sanssouci – seinem „Ort ohne Sorge“.
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