7. August 1782 | George Washington stiftet das „Badge of Military Merit“
- Carlo
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7. August 1782 | George Washington stiftet das „Badge of Military Merit“
2 Wochen 2 Tage her - 2 Wochen 2 Tage her
Am 7. August 1782, in der Endphase des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges, erließ General George Washington in seinem Hauptquartier in Newburgh am Hudson River einen bemerkenswerten Tagesbefehl. Darin schuf der Oberbefehlshaber der Kontinentalarmee eine Auszeichnung, die später als unmittelbarer Vorläufer des berühmten Purple Heart gelten sollte: das Badge of Military Merit.
Washington bestimmte, dass bei einer „singularly meritorious action“ – einer außergewöhnlich verdienstvollen Handlung – der betreffende Soldat über der linken Brust
tragen durfte: also ein Herz aus purpurfarbenem Tuch oder Seide, eingefasst mit einer schmalen Borte. Gewürdigt werden sollten ausdrücklich nicht nur außergewöhnliche Tapferkeit im Kampf, sondern ebenso besondere Treue und wesentliche Dienste.
Das eigentlich Revolutionäre daran lag weniger in Form oder Farbe als im Kreis der möglichen Empfänger. Die Auszeichnung war für Mannschaften und Unteroffiziere bestimmt. In einer Epoche, in der militärische Ehrenzeichen vielfach Offizieren vorbehalten waren, erklärte Washington programmatisch:
„The road to glory in a patriot army and a free country is thus opened to all.“
Damit sollte auch der einfache Soldat durch persönliche Leistung Zugang zu einer sichtbaren militärischen Ehrung erhalten. Träger des Abzeichens durften Wachen und Posten wie Offiziere passieren; außerdem sollten Name und Regiment in ein besonderes „Book of Merit“ eingetragen werden.
Die drei nachweisbaren Träger
Von der ursprünglichen Auszeichnung sind bislang lediglich drei Verleihungen zweifelsfrei dokumentiert, sämtlich an Sergeanten der Kontinentalarmee:
Ob tatsächlich nur diese drei Männer das Abzeichen erhielten, lässt sich nicht endgültig feststellen. Die erhaltene Überlieferung erlaubt jedoch nur diese drei Verleihungen sicher zu belegen.
Vom „Badge of Military Merit“ zum Purple Heart
Nach dem Ende des Unabhängigkeitskrieges geriet das Abzeichen für nahezu eineinhalb Jahrhunderte außer Gebrauch. Erst am 22. Februar 1932, dem 200. Geburtstag George Washingtons, ließ das US War Department die Tradition unter maßgeblichem Einfluss des damaligen Army Chief of Staff General Douglas MacArthur wiederaufleben. Aus dem Stoffabzeichen wurde nun die Medaille Purple Heart.
Die Auszeichnung war 1932 allerdings noch nicht ausschließlich eine Verwundetenmedaille. Anspruch konnten unter anderem Soldaten erheben, die im Ersten Weltkrieg eine Meritorious Service Citation erhalten hatten oder zum Tragen eines Verwundetenwinkels (wound chevron) berechtigt waren. Erst während des Zweiten Weltkriegs verschob sich die Bedeutung endgültig: 1942/43 wurde die Verleihung für bloße Verdienste aufgegeben und das Purple Heart im Wesentlichen zur Auszeichnung für durch Feindeinwirkung Verwundete beziehungsweise Gefallene.
Ein heraldisches Detail
Für Heraldiker besonders interessant ist die Gestaltung der modernen Medaille. Im purpurfarbenen Herz erscheint das Porträt George Washingtons. Darüber befindet sich der Schild des Washingtonschen Familienwappens: in Silber zwei rote Balken, darüber im Schildhaupt drei rote Sterne. Das U.S. Army Institute of Heraldry beschreibt es ausdrücklich als Washington Coat of Arms. Auf der Rückseite steht bis heute:
FOR MILITARY MERIT
Damit verbindet die 1932 geschaffene Gestaltung nicht nur die Herzform und die Farbe Purpur mit Washingtons Stiftung von 1782, sondern auch dessen persönliche Heraldik mit der Erinnerung an den Ursprung der Auszeichnung.
Vom Verdienst zum Opfer
Gerade hierin liegt die bemerkenswerte Entwicklung des Purple Heart: Washington wollte 1782 demonstrieren, dass militärischer Ruhm nicht vom Rang, sondern von persönlicher Leistung abhängen sollte. Das moderne Purple Heart setzt einen anderen Akzent. Es ehrt heute jene Angehörigen der amerikanischen Streitkräfte, die unter den festgelegten Voraussetzungen durch feindliche oder feindbezogene Einwirkung verwundet oder getötet wurden.
Aus einem kleinen purpurfarbenen Stoffherz für außergewöhnliches militärisches Verdienst wurde damit eines der bekanntesten Symbole für den persönlichen Preis des Kriegsdienstes.
Quellen: U.S. Army Center of Military History, History of the Badge of Military Merit / The Purple Heart; National Archives, A Heart of Purple; U.S. Department of Veterans Affairs, VA and the Purple Heart; Founders Online, Washington Papers; U.S. Army Institute of Heraldry, Purple Heart.
Washington bestimmte, dass bei einer „singularly meritorious action“ – einer außergewöhnlich verdienstvollen Handlung – der betreffende Soldat über der linken Brust
„the figure of a heart in purple cloth or silk edged with narrow lace or binding“
tragen durfte: also ein Herz aus purpurfarbenem Tuch oder Seide, eingefasst mit einer schmalen Borte. Gewürdigt werden sollten ausdrücklich nicht nur außergewöhnliche Tapferkeit im Kampf, sondern ebenso besondere Treue und wesentliche Dienste.
Das eigentlich Revolutionäre daran lag weniger in Form oder Farbe als im Kreis der möglichen Empfänger. Die Auszeichnung war für Mannschaften und Unteroffiziere bestimmt. In einer Epoche, in der militärische Ehrenzeichen vielfach Offizieren vorbehalten waren, erklärte Washington programmatisch:
„The road to glory in a patriot army and a free country is thus opened to all.“
Damit sollte auch der einfache Soldat durch persönliche Leistung Zugang zu einer sichtbaren militärischen Ehrung erhalten. Träger des Abzeichens durften Wachen und Posten wie Offiziere passieren; außerdem sollten Name und Regiment in ein besonderes „Book of Merit“ eingetragen werden.
Die drei nachweisbaren Träger
Von der ursprünglichen Auszeichnung sind bislang lediglich drei Verleihungen zweifelsfrei dokumentiert, sämtlich an Sergeanten der Kontinentalarmee:
- Sergeant Elijah Churchill, 2nd Regiment of Light Dragoons – ausgezeichnet für seine führende Rolle bei den Angriffen auf Fort St. George und Fort Slongo auf Long Island. Die zeitgenössische Verleihungsbegründung hebt seine Tapferkeit, Entschlossenheit und seinen entscheidenden Anteil am Erfolg der Unternehmungen hervor.
- Sergeant William Brown, 5th Connecticut Regiment – ausgezeichnet für sein Verhalten beim Sturm auf die britische Redoute Nr. 10 während der Belagerung von Yorktown 1781, einem jener Angriffe, die zum Zusammenbruch der britischen Stellung beitrugen.
- Sergeant Daniel Bissell, 2nd Connecticut Regiment – ausgezeichnet für einen außergewöhnlichen Nachrichtendienstauftrag: Bissell hielt sich hinter den britischen Linien auf und lieferte Washington wertvolle Informationen über die britischen Streitkräfte in New York.
Ob tatsächlich nur diese drei Männer das Abzeichen erhielten, lässt sich nicht endgültig feststellen. Die erhaltene Überlieferung erlaubt jedoch nur diese drei Verleihungen sicher zu belegen.
Vom „Badge of Military Merit“ zum Purple Heart
Nach dem Ende des Unabhängigkeitskrieges geriet das Abzeichen für nahezu eineinhalb Jahrhunderte außer Gebrauch. Erst am 22. Februar 1932, dem 200. Geburtstag George Washingtons, ließ das US War Department die Tradition unter maßgeblichem Einfluss des damaligen Army Chief of Staff General Douglas MacArthur wiederaufleben. Aus dem Stoffabzeichen wurde nun die Medaille Purple Heart.
Die Auszeichnung war 1932 allerdings noch nicht ausschließlich eine Verwundetenmedaille. Anspruch konnten unter anderem Soldaten erheben, die im Ersten Weltkrieg eine Meritorious Service Citation erhalten hatten oder zum Tragen eines Verwundetenwinkels (wound chevron) berechtigt waren. Erst während des Zweiten Weltkriegs verschob sich die Bedeutung endgültig: 1942/43 wurde die Verleihung für bloße Verdienste aufgegeben und das Purple Heart im Wesentlichen zur Auszeichnung für durch Feindeinwirkung Verwundete beziehungsweise Gefallene.
Ein heraldisches Detail
Für Heraldiker besonders interessant ist die Gestaltung der modernen Medaille. Im purpurfarbenen Herz erscheint das Porträt George Washingtons. Darüber befindet sich der Schild des Washingtonschen Familienwappens: in Silber zwei rote Balken, darüber im Schildhaupt drei rote Sterne. Das U.S. Army Institute of Heraldry beschreibt es ausdrücklich als Washington Coat of Arms. Auf der Rückseite steht bis heute:
FOR MILITARY MERIT
Damit verbindet die 1932 geschaffene Gestaltung nicht nur die Herzform und die Farbe Purpur mit Washingtons Stiftung von 1782, sondern auch dessen persönliche Heraldik mit der Erinnerung an den Ursprung der Auszeichnung.
Vom Verdienst zum Opfer
Gerade hierin liegt die bemerkenswerte Entwicklung des Purple Heart: Washington wollte 1782 demonstrieren, dass militärischer Ruhm nicht vom Rang, sondern von persönlicher Leistung abhängen sollte. Das moderne Purple Heart setzt einen anderen Akzent. Es ehrt heute jene Angehörigen der amerikanischen Streitkräfte, die unter den festgelegten Voraussetzungen durch feindliche oder feindbezogene Einwirkung verwundet oder getötet wurden.
Aus einem kleinen purpurfarbenen Stoffherz für außergewöhnliches militärisches Verdienst wurde damit eines der bekanntesten Symbole für den persönlichen Preis des Kriegsdienstes.
Quellen: U.S. Army Center of Military History, History of the Badge of Military Merit / The Purple Heart; National Archives, A Heart of Purple; U.S. Department of Veterans Affairs, VA and the Purple Heart; Founders Online, Washington Papers; U.S. Army Institute of Heraldry, Purple Heart.
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