Bertha Frfr. v. Suttner, geb. Gräfin Kinsky von Wchinitz u. Tettau (1843–1914)
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Bertha Frfr. v. Suttner, geb. Gräfin Kinsky von Wchinitz u. Tettau (1843–1914)
1 Woche 5 Tage her - 1 Woche 5 Tage her
Schriftstellerin – Friedensaktivistin – Friedensnobelpreisträgerin 1905
Die vorliegende Porträtpostkarte zeigt Bertha Sophia Felicita Freifrau von Suttner, geborene Gräfin Kinsky von Wchinitz und Tettau (* 9. Juni 1843 Prag; † 21. Juni 1914 Wien), eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der internationalen Friedensbewegung vor dem Ersten Weltkrieg.
Bildhinweis: historische tschechische Porträtpostkarte; Beschriftung „Baronka Berta Suttnerová, velká šiřitelka míru světového“, handschriftliche Datierung Ragusa 1910.
Der tschechische Untertitel der Karte lautet:
„Baronka Berta Suttnerová, velká šiřitelka míru světového.“
Sinngemäß: „Baronin Berta Suttner, große Verfechterin des Weltfriedens.“
Auf der Aufnahme befindet sich außerdem die charakteristische Unterschrift „Bertha von Suttner“. Ob diese auf dem vorliegenden Exemplar tatsächlich eigenhändig aufgebracht wurde oder als Faksimile Bestandteil des Druckes ist, kann anhand der Reproduktion allein nicht abschließend entschieden werden.
Seitlich findet sich eine weitere handschriftliche Widmung, wohl:
„Dem Pfr. Ernst mit Segenswünschen zum Geburtstag! Ragusa 1910“.
Damit ist jedenfalls eine Verwendung dieses Kartenexemplars im Jahre 1910 dokumentiert.
Genealogische Notizen
Bertha war die Tochter des bereits vor ihrer Geburt verstorbenen k. k. Feldmarschallleutnants und Wirklichen Kämmerers
Franz Joseph Graf Kinsky von Wchinitz und Tettau (1769–1843)
und der
Sophie Wilhelmine von Körner (1815–1884).
Väterlicherseits gehörte sie damit dem alten böhmischen Grafengeschlecht Kinsky von Wchinitz und Tettau an. Zu ihren Großeltern gehörten Franz Ferdinand Graf Kinsky (1738–1806) und Maria Christine Prinzessin von und zu Liechtenstein (1741–1819).
1876 heiratete Bertha in Wien-Gumpendorf heimlich den sieben Jahre jüngeren
Arthur Gundaccar Freiherrn von Suttner (1850–1902),
Sohn des Karl Gundacker Freiherrn von Suttner und der Karoline Knolz.
Die Trauung ist in den Matriken von Wien-Gumpendorf nachweisbar:
Matricula Online – Wien 6., Gumpendorf, Trauungsbuch 02-45, S. 76
Nach der gegen den Willen der Familie geschlossenen Ehe verließ das Paar Österreich und lebte nahezu neun Jahre im Kaukasus. 1885 kehrten Bertha und Arthur nach Österreich zurück und lebten anschließend auf Schloss Harmannsdorf in Niederösterreich.
Adel
Eine eigene Adelserhebung Bertha von Suttners ist nicht festzustellen und war auch nicht erforderlich.
Sie war bereits von Geburt
Gräfin Kinsky von Wchinitz und Tettau.
Der später geführte Rang
Freifrau von Suttner
leitete sich aus ihrer Ehe mit Arthur Gundaccar Freiherrn von Suttner ab.
Die Adelsqualität der Familie Suttner ist eindeutig dokumentiert. Das Geschlecht hatte bereits 1715 den böhmischen Ritterstand erhalten. Für die jüngere, auf Harmannsdorf ansässige Linie erhielt Arthurs Vater Karl Gundaker Ritter von Suttner den Freiherrenstand.
Dabei ist eine quellenkritisch interessante Datumsfrage festzuhalten:
Das Biographische Lexikon des Kaiserthums Oesterreich berichtet von einem allerhöchsten Handschreiben Kaiser Franz Josephs I. vom 3. Dezember 1866, durch welches Karl Gundaker den Freiherrenstand erhielt.
Der einschlägige Hofadelsakt des Österreichischen Staatsarchivs
AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 971.2
trägt hingegen die Laufzeit 1866–1868 und nennt als „Verleihungsdatum“ den 6. März 1868.
Eine endgültige Erklärung dieser unterschiedlichen Datierung sollte erst nach Einsicht in den vollständigen Adelsakt erfolgen; denkbar sind unterschiedliche Daten für allerhöchste Entschließung und diplommäßige Ausfertigung.
Österreichisches Staatsarchiv – Hofadelsakt Suttner, AR 971.2
BLKÖ – Genealogie der Freiherren von Suttner
Der von Bertha geführte Name und Stand „Bertha Freifrau von Suttner, geborene Gräfin Kinsky von Wchinitz und Tettau“ ist genealogisch und adelsgeschichtlich schlüssig und durch maßgebliche biographische und archivalische Quellen belegt.
Die Friedenskämpferin
Nach einer kurzen Tätigkeit als Privatsekretärin Alfred Nobels entwickelte sich zwischen Nobel und Bertha von Suttner eine jahrzehntelange Freundschaft und Korrespondenz. Ihr Roman „Die Waffen nieder!“ von 1889 machte sie international bekannt und wurde zu einem der wirkungsmächtigsten literarischen Werke der europäischen Friedensbewegung.
1891 initiierte sie die Österreichische Gesellschaft der Friedensfreunde. Sie nahm an internationalen Friedenskongressen teil, trat für Schiedsgerichtsbarkeit und ein internationales Rechtssystem zur friedlichen Beilegung von Konflikten ein und wurde zu einer der bekanntesten Vertreterinnen des organisierten Pazifismus.
1905 wurde ihr der Friedensnobelpreis zuerkannt. Sie war damit die erste Frau in der Geschichte des Friedensnobelpreises.
Bertha von Suttner starb am 21. Juni 1914 in Wien – nur eine Woche vor dem Attentat von Sarajevo und wenige Wochen vor jenem europäischen Krieg, vor dessen Gefahr sie jahrzehntelang gewarnt hatte.
Quellen und weiterführende Nachweise
Österreichisches Biographisches Lexikon – Bertha von Suttner
Neue Deutsche Biographie / Deutsche Biographie – Bertha von Suttner
Nobel Prize – Bertha von Suttner, Facts
Österreichisches Staatsarchiv – Adelsakt Karl Gundaker von Suttner
Matricula Online – Trauung Suttner/Kinsky, Wien-Gumpendorf 1876
Die vorliegende Porträtpostkarte zeigt Bertha Sophia Felicita Freifrau von Suttner, geborene Gräfin Kinsky von Wchinitz und Tettau (* 9. Juni 1843 Prag; † 21. Juni 1914 Wien), eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der internationalen Friedensbewegung vor dem Ersten Weltkrieg.
Bildhinweis: historische tschechische Porträtpostkarte; Beschriftung „Baronka Berta Suttnerová, velká šiřitelka míru světového“, handschriftliche Datierung Ragusa 1910.
Der tschechische Untertitel der Karte lautet:
„Baronka Berta Suttnerová, velká šiřitelka míru světového.“
Sinngemäß: „Baronin Berta Suttner, große Verfechterin des Weltfriedens.“
Auf der Aufnahme befindet sich außerdem die charakteristische Unterschrift „Bertha von Suttner“. Ob diese auf dem vorliegenden Exemplar tatsächlich eigenhändig aufgebracht wurde oder als Faksimile Bestandteil des Druckes ist, kann anhand der Reproduktion allein nicht abschließend entschieden werden.
Seitlich findet sich eine weitere handschriftliche Widmung, wohl:
„Dem Pfr. Ernst mit Segenswünschen zum Geburtstag! Ragusa 1910“.
Damit ist jedenfalls eine Verwendung dieses Kartenexemplars im Jahre 1910 dokumentiert.
Genealogische Notizen
Bertha war die Tochter des bereits vor ihrer Geburt verstorbenen k. k. Feldmarschallleutnants und Wirklichen Kämmerers
Franz Joseph Graf Kinsky von Wchinitz und Tettau (1769–1843)
und der
Sophie Wilhelmine von Körner (1815–1884).
Väterlicherseits gehörte sie damit dem alten böhmischen Grafengeschlecht Kinsky von Wchinitz und Tettau an. Zu ihren Großeltern gehörten Franz Ferdinand Graf Kinsky (1738–1806) und Maria Christine Prinzessin von und zu Liechtenstein (1741–1819).
1876 heiratete Bertha in Wien-Gumpendorf heimlich den sieben Jahre jüngeren
Arthur Gundaccar Freiherrn von Suttner (1850–1902),
Sohn des Karl Gundacker Freiherrn von Suttner und der Karoline Knolz.
Die Trauung ist in den Matriken von Wien-Gumpendorf nachweisbar:
Matricula Online – Wien 6., Gumpendorf, Trauungsbuch 02-45, S. 76
Nach der gegen den Willen der Familie geschlossenen Ehe verließ das Paar Österreich und lebte nahezu neun Jahre im Kaukasus. 1885 kehrten Bertha und Arthur nach Österreich zurück und lebten anschließend auf Schloss Harmannsdorf in Niederösterreich.
Adel
Eine eigene Adelserhebung Bertha von Suttners ist nicht festzustellen und war auch nicht erforderlich.
Sie war bereits von Geburt
Gräfin Kinsky von Wchinitz und Tettau.
Der später geführte Rang
Freifrau von Suttner
leitete sich aus ihrer Ehe mit Arthur Gundaccar Freiherrn von Suttner ab.
Die Adelsqualität der Familie Suttner ist eindeutig dokumentiert. Das Geschlecht hatte bereits 1715 den böhmischen Ritterstand erhalten. Für die jüngere, auf Harmannsdorf ansässige Linie erhielt Arthurs Vater Karl Gundaker Ritter von Suttner den Freiherrenstand.
Dabei ist eine quellenkritisch interessante Datumsfrage festzuhalten:
Das Biographische Lexikon des Kaiserthums Oesterreich berichtet von einem allerhöchsten Handschreiben Kaiser Franz Josephs I. vom 3. Dezember 1866, durch welches Karl Gundaker den Freiherrenstand erhielt.
Der einschlägige Hofadelsakt des Österreichischen Staatsarchivs
AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 971.2
trägt hingegen die Laufzeit 1866–1868 und nennt als „Verleihungsdatum“ den 6. März 1868.
Eine endgültige Erklärung dieser unterschiedlichen Datierung sollte erst nach Einsicht in den vollständigen Adelsakt erfolgen; denkbar sind unterschiedliche Daten für allerhöchste Entschließung und diplommäßige Ausfertigung.
Österreichisches Staatsarchiv – Hofadelsakt Suttner, AR 971.2
BLKÖ – Genealogie der Freiherren von Suttner
Der von Bertha geführte Name und Stand „Bertha Freifrau von Suttner, geborene Gräfin Kinsky von Wchinitz und Tettau“ ist genealogisch und adelsgeschichtlich schlüssig und durch maßgebliche biographische und archivalische Quellen belegt.
Die Friedenskämpferin
Nach einer kurzen Tätigkeit als Privatsekretärin Alfred Nobels entwickelte sich zwischen Nobel und Bertha von Suttner eine jahrzehntelange Freundschaft und Korrespondenz. Ihr Roman „Die Waffen nieder!“ von 1889 machte sie international bekannt und wurde zu einem der wirkungsmächtigsten literarischen Werke der europäischen Friedensbewegung.
1891 initiierte sie die Österreichische Gesellschaft der Friedensfreunde. Sie nahm an internationalen Friedenskongressen teil, trat für Schiedsgerichtsbarkeit und ein internationales Rechtssystem zur friedlichen Beilegung von Konflikten ein und wurde zu einer der bekanntesten Vertreterinnen des organisierten Pazifismus.
1905 wurde ihr der Friedensnobelpreis zuerkannt. Sie war damit die erste Frau in der Geschichte des Friedensnobelpreises.
Bertha von Suttner starb am 21. Juni 1914 in Wien – nur eine Woche vor dem Attentat von Sarajevo und wenige Wochen vor jenem europäischen Krieg, vor dessen Gefahr sie jahrzehntelang gewarnt hatte.
Quellen und weiterführende Nachweise
Österreichisches Biographisches Lexikon – Bertha von Suttner
Neue Deutsche Biographie / Deutsche Biographie – Bertha von Suttner
Nobel Prize – Bertha von Suttner, Facts
Österreichisches Staatsarchiv – Adelsakt Karl Gundaker von Suttner
Matricula Online – Trauung Suttner/Kinsky, Wien-Gumpendorf 1876
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