Übergang von der 5-perligen zur 7-perligen Freiherrenkrone
- USchu
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Übergang von der 5-perligen zur 7-perligen Freiherrenkrone
1 Woche 4 Tage her - 1 Woche 4 Tage her
Übergang von der 5-perligen zur 7-perligen Freiherrenkrone – wie war der Stand um 1819?
Hallo in die Runde!
Mich würde interessieren, wann in etwa der Übergang von der älteren 5-perligen zur später üblichen 7-perligen Freiherren- bzw. Baronskrone stattgefunden hat. Ich vermute, dass es sich nicht um einen plötzlichen Wechsel, sondern um einen längeren, regional unterschiedlich verlaufenden Prozess gehandelt hat.
Für meine konkrete Fragestellung ist besonders das Jahr 1819 relevant: Konnte bzw. wurde damals bereits eine 7-perlige Freiherrenkrone geführt oder dargestellt – oder wäre zu dieser Zeit noch eher mit der älteren 5-perligen Form zu rechnen?
Nach bisheriger Durchsicht scheint sich folgendes Bild abzuzeichnen:
Daraus würde ich vorsichtig schließen: Im allgemeinen deutschsprachigen Gebrauch war die siebenperlige Freiherrenkrone 1819 wohl bereits bekannt und grundsätzlich möglich, zumal ihre Verbreitung schon im 18. Jahrhundert einsetzt. Ob sie aber in einem konkreten österreichischen, bayerischen, württembergischen, preußischen oder sonstigen Diplom von 1819 tatsächlich verwendet wurde, müsste man am Originaldiplom bzw. an zeitnahen Abschriften oder Wappenaufrissen prüfen.
Gerade für Österreich scheint eine gewisse Vorsicht angebracht: In der Literatur wird offenbar zwischen tatsächlichem Gebrauch, heraldischer Gewohnheit und amtlicher Anerkennung/Sanktionierung unterschieden. Es könnte daher sein, dass 1819 schon siebenperlige Darstellungen vorkamen, ohne dass die spätere Normierung bereits vollständig abgeschlossen war.
Frölichsthal-Artikel in ZSA 30, 4, 191-195:
Die Arbeit von Georg Frölichsthal, Ansprache von Angehörigen des untitulierten Adels mit der Anrede „Baron“, in: ADLER. Zeitschrift für Genealogie und Heraldik, 30. Band, Heft 4, Oktober/Dezember 2019, S. 191–195, behandelt zwar nicht unmittelbar die Entwicklung der Freiherrenkrone. Interessant ist aber eine dort zitierte Stelle aus dem Jahr 1905: Kritisiert wird, dass Angehörige des untitulierten Adels durch das Führen siebenperliger Kronen selbst Anlass zur Verwechslung mit freiherrlichem Rang gegeben hätten. Das zeigt zumindest, dass die siebenperlige Krone um 1905 klar als Rangzeichen oberhalb des untitulierten Adels verstanden wurde.
Meine vorläufige Arbeitsthese:
Für 1819 sollte man die siebenperlige Freiherrenkrone nicht ausschließen. Sie war in der Entwicklung bereits angelegt und im deutschsprachigen Raum offenbar im Vordringen. Für einen konkreten Fall wäre aber entscheidend, aus welchem Herrschaftsgebiet das Wappen stammt und ob die Krone im Diplom selbst, in einer späteren Wappenbeschreibung oder erst in einer nachträglichen Darstellung erscheint.
Daher meine Fragen an die Runde:
Bisher herangezogene Quellen:
Ich freue mich über Hinweise, Belege und besonders über datierte Beispiele aus Diplomen oder zeitnahen Wappenaufrissen.
Hallo in die Runde!
Mich würde interessieren, wann in etwa der Übergang von der älteren 5-perligen zur später üblichen 7-perligen Freiherren- bzw. Baronskrone stattgefunden hat. Ich vermute, dass es sich nicht um einen plötzlichen Wechsel, sondern um einen längeren, regional unterschiedlich verlaufenden Prozess gehandelt hat.
Für meine konkrete Fragestellung ist besonders das Jahr 1819 relevant: Konnte bzw. wurde damals bereits eine 7-perlige Freiherrenkrone geführt oder dargestellt – oder wäre zu dieser Zeit noch eher mit der älteren 5-perligen Form zu rechnen?
Nach bisheriger Durchsicht scheint sich folgendes Bild abzuzeichnen:
- Die ältere Freiherren- bzw. Baronskrone wird häufig mit fünf sichtbaren Perlen und teils mit einer Perlenschnur beschrieben.
- Die spätere, im deutschen und österreichischen Raum geläufige Form zeigt sieben sichtbare Perlen, bei insgesamt zwölf Perlen in der Rundung.
- Brockhaus fasst die Entwicklung für Deutschland so zusammen, dass die Freiherrenkrone ursprünglich fünf, seit dem 18. Jahrhundert dann sieben mit Perlen besetzte Zacken hatte.
- Meyers Konversationslexikon von 1905 beschreibt die Freiherrenkrone bereits als Reif mit sieben sichtbaren Perlen bzw. zwölf Perlen in der Rundung.
- Im Kronen-Atlas von Martin Gerlach wird für Deutschland und Österreich ausgeführt, dass bei den Freiherren- bzw. Baronkronen nur mehr die Darstellungen mit sieben Perlen in Gebrauch seien und die alte Baronskrone mit fünf Perlen und Perlenschnur sich „überlebt“ habe.
Daraus würde ich vorsichtig schließen: Im allgemeinen deutschsprachigen Gebrauch war die siebenperlige Freiherrenkrone 1819 wohl bereits bekannt und grundsätzlich möglich, zumal ihre Verbreitung schon im 18. Jahrhundert einsetzt. Ob sie aber in einem konkreten österreichischen, bayerischen, württembergischen, preußischen oder sonstigen Diplom von 1819 tatsächlich verwendet wurde, müsste man am Originaldiplom bzw. an zeitnahen Abschriften oder Wappenaufrissen prüfen.
Gerade für Österreich scheint eine gewisse Vorsicht angebracht: In der Literatur wird offenbar zwischen tatsächlichem Gebrauch, heraldischer Gewohnheit und amtlicher Anerkennung/Sanktionierung unterschieden. Es könnte daher sein, dass 1819 schon siebenperlige Darstellungen vorkamen, ohne dass die spätere Normierung bereits vollständig abgeschlossen war.
Frölichsthal-Artikel in ZSA 30, 4, 191-195:
Die Arbeit von Georg Frölichsthal, Ansprache von Angehörigen des untitulierten Adels mit der Anrede „Baron“, in: ADLER. Zeitschrift für Genealogie und Heraldik, 30. Band, Heft 4, Oktober/Dezember 2019, S. 191–195, behandelt zwar nicht unmittelbar die Entwicklung der Freiherrenkrone. Interessant ist aber eine dort zitierte Stelle aus dem Jahr 1905: Kritisiert wird, dass Angehörige des untitulierten Adels durch das Führen siebenperliger Kronen selbst Anlass zur Verwechslung mit freiherrlichem Rang gegeben hätten. Das zeigt zumindest, dass die siebenperlige Krone um 1905 klar als Rangzeichen oberhalb des untitulierten Adels verstanden wurde.
Meine vorläufige Arbeitsthese:
Für 1819 sollte man die siebenperlige Freiherrenkrone nicht ausschließen. Sie war in der Entwicklung bereits angelegt und im deutschsprachigen Raum offenbar im Vordringen. Für einen konkreten Fall wäre aber entscheidend, aus welchem Herrschaftsgebiet das Wappen stammt und ob die Krone im Diplom selbst, in einer späteren Wappenbeschreibung oder erst in einer nachträglichen Darstellung erscheint.
Daher meine Fragen an die Runde:
- Kennt jemand datierte Beispiele für Freiherrendiplome oder Wappenaufrisse um 1800–1820, in denen bereits eindeutig eine 7-perlige Freiherrenkrone verwendet wird?
- Gibt es speziell für die Habsburgermonarchie eine belastbare Vorschrift oder Verwaltungspraxis zur Freiherrenkrone vor der Mitte des 19. Jahrhunderts?
- Ist jemandem bekannt, ob die ältere 5-perlige Baronskrone in österreichischen Diplomen nach 1806 bzw. um 1819 noch verwendet wurde?
- Sollte man bei einer Darstellung von 1819 eher zwischen „alter Baronskrone“ und der späteren 5-perligen Adelskrone des untitulierten Adels unterscheiden?
- Gibt es Beispiele, bei denen ein und dieselbe Familie in frühen Darstellungen eine 5-perlige, später aber eine 7-perlige Freiherrenkrone führt?
Bisher herangezogene Quellen:
- Georg Frölichsthal: Ansprache von Angehörigen des untitulierten Adels mit der Anrede „Baron“, in: ADLER. Zeitschrift für Genealogie und Heraldik, 30. Band, Heft 4, Oktober/Dezember 2019, S. 191–195. Siehe PDF-Anlage.
- Brockhaus, Artikel Freiherrenkrone (Heraldik):
brockhaus.de/ecs/enz...e-heraldik - Meyers Konversationslexikon 1905, Artikel Freiherrenkrone:
www.zeno.org/Meyers-...errenkrone - Martin Gerlach: Kronen-Atlas. Originalgetreue Abbildungen sämmtlicher Kronen der Erde, Wien 1877:
brittlebooks.library...kroatl.pdf
Ich freue mich über Hinweise, Belege und besonders über datierte Beispiele aus Diplomen oder zeitnahen Wappenaufrissen.
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