Daniel Ritter von Bonn (1836–1911)

Daniel Ritter von Bonn (1836–1911)

2 Wochen 17 Stunden her
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Daniel Ritter von Bonn (1836–1911) – Adelsverleihungsprüfung und genealogische Ergänzungen

Die bereits behandelte Stammreihe des k. u. k. Feldmarschall-Leutnants Daniel Ritter von Bonn lässt sich anhand der Militärschematismen, des österreichischen Adelsarchivs, der Grazer Matriken und mehrerer zeitgenössischer Familienanzeigen in einigen Punkten ergänzen und präzisieren.

Adelsverleihungsprüfung

Die österreichische Nobilitierung ist eindeutig belegt. Das Adelsarchiv des Österreichischen Staatsarchivs verzeichnet:

„Bonn, Daniel, k.k. Generalstabsoberst, Eiserner Kronenorden III. Klasse, Ritterstand (1881.04.04)“.

Daniel Bonn wurde somit am 4. April 1881 in den österreichischen Ritterstand erhoben.

Österreichisches Staatsarchiv – Adelsarchiv, Hofadelsakten 92.41 Bonn

Daraus ergibt sich zugleich eine kleine, aber wichtige Korrektur zur beigefügten Fotografie aus dem Jahre 1877: Zu diesem Zeitpunkt hieß der Dargestellte adelsrechtlich noch Daniel Bonn, nicht „Ritter von Bonn“.

 

Daniel Bonn, k. k. Oberstleutnant im Generalstabskorps und Flügeladjutant des Reichskriegsministers, 1877; seit 4. April 1881 Daniel Ritter von Bonn.

Vom Kriegsministerium zur Militärattachéstelle in Paris

Der Militär-Schematismus für 1878 führt Daniel Bonn als Oberstleutnant des Generalstabskorps und

„Flügel-Adj. des Reichs-Kriegs-Ministers“.

Reichskriegsminister war damals Feldmarschallleutnant Artur Maximilian Graf Bylandt-Rheidt.

Im selben Schematismus wird Othmar Crusiz noch als Militärattaché bei der k. u. k. Botschaft in Paris geführt.

Bereits der Schematismus für 1879 zeigt den Amtswechsel:
Daniel Bonn ist nun

„Mil.-Attaché bei der k. und k. Botschaft in Paris“,

während Othmar Crusiz als Kommandant des Infanterieregiments Freiherr von Hess Nr. 49 erscheint.

Damit ist die Angabe, dass Bonn auf Crusiz als Militärattaché in Paris folgte, quellenmäßig bestätigt. Das Haus-, Hof- und Staatsarchiv verwahrt darüber hinaus im Pariser Gesandtschaftsarchiv einen eigenen Personalakt:

„254-35 Bonn Daniel, Militär-Attache, B 43“.

Militär-Schematismus 1878
Militär-Schematismus 1879
Österreichisches Staatsarchiv – Pariser Gesandtschaftsarchiv

Die überlieferte persönliche Duzfreundschaft zwischen Bonn und Crusiz konnte bislang nicht unabhängig durch eine publizierte Quelle bestätigt werden.

Genealogische Notizen

Johann Daniel Ritter von Bonn
* 5. April 1836
† 28. Januar 1911 Graz

Sohn des Frankfurter Bankiers bzw. Handelsmannes Peter Bonn († 25. April 1864) und der Friederike Louise Lilla geb. Cotta.

Daniel heiratete am 21. Juli 1883 in Hollenburg Gabriele Freiin von Geymüller (* 5. März 1854; † 12. April 1924).

Aus den vorliegenden Matriken und Familienanzeigen sind zwei Töchter sicher nachweisbar:
  • 1. Marie Lilla von Bonn, * 29. November 1884.

    Der beigefügte Taufeintrag aus den Wiener Militärmatriken/Feldsuperiorat nennt als Vater den k. k. Major Daniel Ritter von Bonn.

    Sie heiratete am 29. November 1906 in Graz-St. Leonhard Otto Freiherr bzw. in den Familienanzeigen Reichsfreiherr von Stenglin.

    Matrikel:
    Graz-St. Leonhard, Trauungsbuch XVI 1902–1911, Signatur 528, Seite 119 im Viewer.

    Matricula – Trauung Marie Lilla von Bonn und Otto von Stenglin

    Die Todesanzeige ihrer Mutter nennt aus dieser Ehe die Kinder Gabriele, Nils und Lilla von Stenglin.
  • 2. Margaretha Maria Benedicta Lilla von Bonn, genannt „Goldi“, * 25. Dezember 1894 in Graz.

    Der beigefügte Trauungseintrag nennt sie ausdrücklich als eheliche Tochter des Daniel Ritter von Bonn und der Gabriele geb. Freiin von Geymüller.

    Sie heiratete am 5. April 1921 in Graz-St. Leonhard Theodor Friedrich.

    Matrikel:
    Graz-St. Leonhard, Taufbuch XIX 1885–1894, Signatur 420;
    Graz-St. Leonhard, Trauungsbuch XIX 1920–1922, Signatur 10816.

    Matricula – Taufbuch Graz-St. Leonhard 1885–1894
    Matricula – Trauungsbuch Graz-St. Leonhard 1920–1922

Die derzeitige Darstellung bei stammreihen.de führt bei Daniel Ritter von Bonn lediglich Marie Lilla als Tochter. Margaretha („Goldi“) von Bonn ist daher eine echte genealogische Ergänzung dieser Stammreihe.

 

Personenlexikon des Adels – Familie Bonn

Die Aussage, Daniel habe „keinen Sohn“ gehabt, sollte streng quellenkritisch besser so formuliert werden: In den bisher geprüften Matriken und Familienanzeigen sind zwei Töchter nachgewiesen; ein Sohn ist dort nicht belegt.

War Daniels Mutter eine „Freiin von Cotta“?

Hier ist Vorsicht angebracht.

Das Genealogische Taschenbuch der Adeligen Häuser Österreichs von 1913 soll Daniels Mutter als Freiin von Cotta bezeichnen. Die älteren und zeitnäheren Belege sprechen jedoch eine andere Sprache.

Die Frankfurter Bekanntmachung über den Tod Peter Bonns im Jahre 1864 bezeichnet seine Witwe ausdrücklich als

„Frau Friederike Louise Lilla Bonn, geb. Cotta“

– ohne Adelstitel.

Noch aussagekräftiger ist der beigefügte Gothaische Beleg zur Familie Reischach. Dort wird zunächst ausdrücklich

„Ida Freiin Cotta von Cottendorf“

genannt, während wenige Zeilen später Bertha Bonn als Tochter des Bankiers Peter Bonn und der

„Lilla geb. Cotta“

bezeichnet wird.

Die Redaktion unterschied auf derselben Seite also ausdrücklich zwischen einer Freiin Cotta von Cottendorf und Lilla Cotta.

Der freiherrliche Zweig Cotta von Cottendorf existierte zweifellos: Johann Friedrich Cotta führte seit 1817 das Prädikat „von Cottendorf“ und war seit 1822 Freiherr. Daraus folgt jedoch noch nicht, dass Friederike Louise Lilla Cotta diesem freiherrlichen Zweig in adelsrechtlich berechtigter Weise angehörte.

Zwischenergebnis:
Der Freiin-Titel der Mutter Daniels ist nach dem derzeit vorliegenden Quellenstand nicht hinreichend nachgewiesen. Die älteren Belege von 1864 und aus dem Gotha sprechen eher gegen die spätere Angabe des GTAHÖ 1913. Eine endgültige Entscheidung müsste über die genaue Abstammung Lilla Cottas und die einschlägigen württembergischen bzw. bayerischen Adelsakten erfolgen.

Tod und Grazer Familiengruft

 

Die beigefügte Todesanzeige im Grazer Volksblatt vom 29. Januar 1911 nennt den Verstorbenen mit seinem vollständigen Namen:

Johann Daniel Ritter von Bonn,
k. u. k. Feldmarschall-Leutnant d. R.


Er starb am 28. Januar 1911 im 75. Lebensjahr. Als Sterbehaus wird ausdrücklich

Schubertstraße 75, Graz

angegeben. Die Beisetzung erfolgte auf dem St.-Leonhard-Friedhof in der Familiengruft.

 

Auch die Todesanzeige seiner Witwe Gabriele von Bonn geb. Freiin von Geymüller, die am 12. April 1924 starb, nennt wiederum die Familiengruft. Darin erscheinen beide Töchter:
Marie Reichsfreifrau von Stenglin geb. von Bonn und Margaretha Friedrich geb. von Bonn sowie deren Ehemänner Otto von Stenglin und Theodor Friedrich.

Der historische Bestand einer Bonnschen Familiengruft in St. Leonhard ist damit zweifelsfrei belegt. Ob die Grabstätte heute tatsächlich vollständig aufgelassen ist, konnte anhand öffentlich zugänglicher Onlinequellen bislang nicht verifiziert werden.

Die Villa Bonn – Schubertstraße 75

 

Das aktuelle Foto zeigt das bis heute erhaltene Wohnhaus der Familie. Die denkmalgeschützte zweigeschossige Villa des Späthistorismus wurde 1886 nach Plänen von F. S. Wolf in Neorenaissanceformen errichtet.

Damit verbindet sich die Familiengeschichte der Bonn noch heute sichtbar mit dem Grazer Stadtbild: In diesem Haus starb Daniel Ritter von Bonn am 28. Januar 1911.

Baugeschichte Graz – Schubertstraße 75

Quellen und Belege
  • Österreichisches Staatsarchiv, Adelsarchiv, Hofadelsakten, 92.41 Bonn, Daniel – Ritterstand 4.4.1881.
  • Militär-Schematismus des österreichischen Kaisertums 1878 und 1879.
  • Österreichisches Staatsarchiv, HHStA, Paris, Gesandtschaftsarchiv, 254-35 Bonn Daniel, Militär-Attache.
  • Matricula Online, Graz-St. Leonhard, Trauungsbuch XVI, Sign. 528.
  • Matricula Online, Graz-St. Leonhard, Taufbuch XIX, Sign. 420.
  • Matricula Online, Graz-St. Leonhard, Trauungsbuch XIX, Sign. 10816.
  • Frankfurter Intelligenzblatt 1864 – Bekanntmachung betreffend Peter Bonn und Friederike Louise Lilla Bonn geb. Cotta.
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser – Familie Reischach, beigefügter Auszug.
  • Grazer Volksblatt, 29. Januar 1911 – Todesanzeige Johann Daniel Ritter von Bonn.
  • Todesanzeige Gabriele von Bonn geb. Freiin von Geymüller, Graz, April 1924.
  • Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser Österreichs, Wien 1913, S. 64.

Bildbelege: Porträt Daniel Bonn 1877; Matrikel- und Familienanzeigen; Kinderporträt „Goldi“ von Bonn, Graz 1898; Villa Schubertstraße 75 – Bildarchiv ADLER Graz bzw. beigefügte Belege.
"IN OMNIBUS ORDO"
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