Adam Freiherr von Burg (1797–1882)

Adam Freiherr von Burg (1797–1882)

1 Monat 4 Tage her
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Adam Freiherr von Burg (1797–1882) – Adelsstand und genealogische Notizen zu Burg, Dilg von Dilgskron, Schmid und Ney

 

Bildhinweis:
Das beigefügte historische Porträt ist als Adam Freiherr von Burg und als Aufnahme des Ateliers Carl von Jagemann überliefert. Die sichtbare Vorderseite trägt keinen Ateliervermerk, sodass die konkrete Aufnahme allein daraus nicht datiert werden kann. Ein Zusammenhang zwischen Burg und Jagemann ist jedoch unabhängig belegt: Wurzbach verzeichnet ausdrücklich ein Porträt Burgs „nach einer Photographie von C. v. Jagemann“, Wien 1856. Carl von Jagemann (1819–1883) eröffnete 1856 sein erstes Wiener Photoatelier; den Titel k. k. Hof-Photograph erhielt er erst 1864.

Adam Freiherr von Burg

Adam Burg (* 28. Januar 1797 in Wien; † 1. Februar 1882 ebenda) zählt zu den bedeutenden österreichischen Mathematikern und Technikern des 19. Jahrhunderts. Als Sohn des k. k. Hofmaschinisten Anton Burg lernte er zunächst in dessen Werkstätte das Tischlerhandwerk. Nach Studien an der Akademie der bildenden Künste und am Wiener Polytechnischen Institut wurde er 1820 Assistent für höhere Mathematik.

Am 3. Februar 1823 wurde Burg zum Fellow der Royal Society of Edinburgh gewählt. 1827 erhielt er eine Professur in Salzburg, 1828 kehrte er als Professor der höheren Mathematik an das Wiener Polytechnische Institut zurück und übernahm später auch Mechanik und Maschinenlehre. Von besonderer Bedeutung waren seine populären Sonntagsvorlesungen, mit denen technische und naturwissenschaftliche Kenntnisse einer breiteren Öffentlichkeit vermittelt wurden.

1847 verlieh ihm die Stadt Wien wegen seiner Verdienste um Wasserversorgung, Feuerlöschwesen und Gasbeleuchtung das Ehrenbürgerrecht. Burg war wesentlich an der technischen Modernisierung Österreichs beteiligt und setzte sich insbesondere für das metrische Maß- und Gewichtssystem sowie für die Verbreitung und Sicherheit der Dampfmaschinentechnik ein.

1866 wurde er Freiherr, 1869 Mitglied des Herrenhauses. Von 1869 bis 1881 war er Präsident des Vereins zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse in Wien; 1879–1882 außerdem Vizepräsident der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften.

Seine letzte Ruhestätte befindet sich in einem ehrenhalber gewidmeten Grab auf dem Wiener Zentralfriedhof, Gruppe 13A, Reihe 1, Nr. 15.


Adelsverleihungsprüfung

1850 – Ritterstand

Die gelegentlich wiederholte Angabe, Burg habe den Ritterstand aufgrund des Ordens der Eisernen Krone III. Klasse erhalten, ist zu korrigieren.

Der Adelsakt des Österreichischen Staatsarchivs lautet:

AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 118.12 – Burg, Adam, Regierungsrat und Direktor des polytechnischen Instituts, Leopoldordensritter, Ritterstand, Freiherrenstand ...

Wurzbach bestätigt, dass Burg bereits 1849 das Ritterkreuz des österreichischen Leopold-Ordens erhielt, und nennt das Ritterstandsdiplom ausdrücklich mit 22. November 1850.

Damit ist ein Eiserner-Kronenorden III. Klasse als Grundlage der Erhebung von 1850 nicht belegt. Der zeitliche und archivalische Zusammenhang besteht vielmehr mit dem Leopold-Orden.

Stammreihen.de gibt abweichend den 23. November 1850 als Datum des österreichischen Ritterstandes an; wegen des ÖStA-Aktenbeginns und der ausdrücklichen Angabe Wurzbachs ist für das Diplom der 22. November 1850 vorzuziehen.


1866 – Freiherrenstand

Der österreichische Freiherrenstand des Adam Ritter von Burg ist für 1866 gesichert; Stammreihen.de nennt den 18. März 1866.

Die häufig anzutreffende Ergänzung „aufgrund des Ordens der Eisernen Krone II. Klasse“ lässt sich aus der öffentlich zugänglichen Beschreibung des Burgschen Adelsaktes bislang nicht unmittelbar bestätigen. Bis zur Einsicht in den vollständigen Adelsakt sollte diese Begründung daher mit Vorbehalt verwendet werden.


1875 – Walther-Burg

Nach dem Fehlen männlicher Nachkommen erfolgte 1875 eine außergewöhnliche Weiterführung des Namens und Standes über Burgs Schwiegersohn Anton Walther.

Für die Familie Walther-Burg ist ein österreichischer Freiherrenstand samt Namenvereinigung vom 22. August 1875 belegt.

Anton Freiherr von Walther-Burg (* 25. Oktober 1833; † 20. Oktober 1905) wurde später Generalmajor und erhielt 1889 den Charakter eines Feldmarschallleutnants.

Die genaue rechtstechnische Form der Übertragung des Burgschen Freiherrenstandes auf den Schwiegersohn sollte abschließend anhand des vollständigen Adelsaktes formuliert werden.


Genealogische Notizen zur Familie Burg

Die in älteren genealogischen Zusammenstellungen vermittelte Angabe „drei Töchter aus zwei Ehen“ dürfte unvollständig sein.

Eine ausführlichere Familienrekonstruktion nennt für Adam von Burg drei Ehen und vier Töchter:

1828 heiratete Burg zunächst Ludovika Meissner. Aus dieser Ehe stammten zwei Töchter, Emilie und Aloysia.

1838 heiratete er Karolina Dilg von Dilgskron. Diese Ehe blieb kinderlos; Karolina starb 1844.

1845 folgte die Ehe mit deren Schwester Katharina Dilg von Dilgskron (* 25. März 1818; † 14. August 1888). Aus dieser Ehe gingen die Töchter Katharina und Lina hervor.

Ein Sohn ist nicht nachgewiesen.

Katharina von Burg heiratete Anton Walther, den späteren Freiherrn von Walther-Burg.


Johann Philipp Dilg von Dilgskron

Zu Burgs Schwiegervater lassen sich inzwischen wesentlich mehr Angaben machen.

Johann Philipp Dilg war Offizial bzw. später Hofsekretär im Bereich der kaiserlichen Hof- und Staatskanzlei. Das Österreichische Staatsarchiv bestätigt seine Nobilitierung:

AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 186.17 – Dilg, Johann Philipp, Offizial der geheimen Hof- und Staatskanzlei, Adelsstand „von Dilgskron“, Wappen, 24. Mai 1818.

Eine bemerkenswerte Ergänzung bietet die wissenschaftliche Edition von Beethovens Konversationsheften. Dort wird Johann Philipp Dilg von Dilgskron als 1771 im Rheinland geboren bezeichnet. Seine Frau Caroline wird mit vier Töchtern und einem Sohn Carl genannt. Zugleich wird berichtet, ein Onkel Johann Philipps sei bereits kaiserlicher Hofbeamter und geadelt gewesen; Johann Philipp habe diesen Adel für sich sichern lassen, auch im Hinblick auf die Aufnahme seines Sohnes in das Theresianum.

Dies passt auffallend zu einem weiteren Fund im Österreichischen Staatsarchiv:

Am 14. Februar 1771 erhob Kaiser Joseph II. den Reichshofkanzlisten Carl Dilg in den Reichsadelsstand mit dem Prädikat „von Dilgskron“.

ÖStA – Carl Dilg, Reichsadelsstand „von Dilgskron“, 1771

Ob Carl Dilg tatsächlich jener in den Beethoven-Konversationsheften erwähnte Onkel Johann Philipps ist, muss genealogisch noch geschlossen werden; die Indizien sprechen jedoch deutlich für eine Verbindung.


Heirat Johann Philipp Dilg – Caroline Zitzmann

Laut dem Trauungseintrag heiratete

Johann Philipp Dilg, Reichs-Hofkanzlei-Offizial, katholisch, ledig, 34 Jahre alt, ehelicher Sohn des Joseph Dilg, Hofrat des Malteserordens, und der Elisabeth geb. Straub,

am 11. September 1805 in der Wiener Hofburgpfarre

Caroline Zitzmann, herrschaftliche Kammerjungfer, katholisch, ledig, 28 Jahre alt, eheliche Tochter des Leopold Zitzmann, Solicitator, und der Maria Anna geb. Eder.

Matricula – Wien, Hofburgpfarre, Trauung 11. September 1805

Für Elisabeth Dilg, 64 Jahre alt, ist der Tod am 21. April 1807 in der Wiener Zeitung nachgewiesen:

ANNO – Wiener Zeitung, 29. April 1807


Tod Johann Philipp von Dilgskron

Der Sterbeeintrag der Pfarre Wieden bezeichnet

„Hr. Philipp v. Dilgskron, pens. Hofsekretär, von Hainbach ... geb., verehelicht, 83 Jahre alt“,

gestorben am 30. Mai 1852 an Lungenödem.

Matricula – Wien-Wieden, Sterbeeintrag 30. Mai 1852

Sofern das inzwischen ermittelte Geburtsdatum 6. März 1771 und die Taufe vom 7. März 1771 zutreffen, war Johann Philipp bei seinem Tod tatsächlich 81 Jahre und knapp drei Monate alt, befand sich also im 82. Lebensjahr. Die Altersangabe „83 Jahre“ des Sterbeeintrags wäre damit um rund zwei Jahre zu hoch.


Die Spur Hainbach – Heimbach – Zeiskam

Der vermeintliche Widerspruch zwischen dem im Wiener Sterbeeintrag genannten Geburtsort „Hainbach“ und einer Taufe in Zeiskam dürfte sich möglicherweise auflösen.

Bei Zeiskam in der Südpfalz bestand die alte Johanniter- bzw. später Malteserkomturei Heimbach, auch Haimbach genannt. Sie lag auf Zeiskamer Gemarkung. Zeiskam gehörte im 19. und frühen 20. Jahrhundert zur bayerischen Rheinpfalz und liegt heute in Rheinland-Pfalz.

Noch bemerkenswerter ist ein Taufeintrag von 1769 aus diesem Umfeld. Darin erscheinen

Georg Joseph Dilg/Dild, Verwalter der Komturei Haimbach des Malteserordens,
und seine Ehefrau
Maria Elisabeth Straub.

Als Taufpate wird Carl Bernhard Dilg, Beamter der kaiserlichen Hofkanzlei in Wien, genannt.

Archion – Transkription des Taufeintrags von 1769

Diese Kombination ist genealogisch höchst bemerkenswert, denn der Wiener Trauungseintrag von 1805 nennt als Eltern Johann Philipps ebenfalls Joseph Dilg und Elisabeth geb. Straub und verbindet den Vater ausdrücklich mit dem Malteserorden.

Damit könnten „Hainbach“ als Herkunftsort und Zeiskam als Taufort durchaus miteinander vereinbar sein.

Zusätzlich könnte der 1769 als Wiener Hofkanzleibeamter genannte Carl Bernhard Dilg mit jenem Carl Dilg identisch sein, den Kaiser Joseph II. 1771 als Reichshofkanzlisten in den Reichsadelsstand „von Dilgskron“ erhob.

Diese Verbindung ist derzeit eine sehr starke Forschungshypothese, aber noch kein abgeschlossener Abstammungsbeweis. Entscheidend wäre die direkte Kontrolle des Taufeintrages Johann Philipps vom 7. März 1771.


Karl Dilg von Dilgskron und Aloisia Edle von Schmid

Der Sohn Karl Dilg von Dilgskron heiratete am 28. November 1838 in der Wiener Pfarre Rossau

Aloisia Edle von Schmid,

eheliche Tochter des Buchhändlers, Buchdruckers und Papierfabriksinhabers Anton Edlen von Schmid und der Thekla geb. Stütz.

Matricula – Wien-Rossau, Trauung 28. November 1838

Aloisia wurde am 8. Mai 1813 in Wien geboren:

Matricula – Wien-Rossau, Geburt/Taufe Aloisia Schmid, 1813

Karl Dilg von Dilgskron starb am 1. März 1883 in Wien:

Matricula – Wien-Votivkirche, Sterbeeintrag Karl Dilg von Dilgskron, 1883


Anton Edler von Schmid

Die bislang schwer einzuordnende Familie Schmid lässt sich eindeutig identifizieren.

Anton Schmid (* 23. Januar 1765 Zwettl; † 27. Juni 1855 Wien) war ein bedeutender Wiener Buchdrucker, Typograph und Verleger. Er spezialisierte sich insbesondere auf hebräische und orientalische Drucke und besaß außerdem eine Papierfabrik.

Das Österreichische Staatsarchiv bestätigt:

AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 864.13 – Schmid, Anton, Adelsstand „Edler von“, 30. November 1825, Wien.

Österreichisches Staatsarchiv – Anton Edler von Schmid

Deutsche Biographie – Anton Edler von Schmid

Der Adelsakt enthält ausdrücklich eine Wappenabbildung. Die naheliegende berufsbezogene Deutung einer Druckerpresse im Wappen sollte jedoch anhand dieser Originalabbildung selbst überprüft und nicht nur aus seiner Tätigkeit abgeleitet werden.


Franz Ritter von Ney

Auch bei Franz von Ney lässt sich die Adelsfrage präzisieren.

Das Österreichische Staatsarchiv verzeichnet:

AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 648.18 – Ney, Franz von, k. k. Oberlandesgerichtsrat in Pension, Eiserner Kronenorden III. Klasse, Ritterstand, 11. März 1878.

Damit ist hier – anders als bei Adam von Burg 1850 – der Zusammenhang mit dem Orden der Eisernen Krone III. Klasse archivalisch ausdrücklich belegt.

Bereits zuvor besaß die Familie ungarischen Adel; als Datum wird der 19. November 1802 angegeben. Der bloße Besitz ungarischen Adels beweist allerdings noch keine ursprüngliche Herkunft der Familie aus Ungarn.

Ein biographischer Nachweis nennt für Franz von Ney den 26. Januar 1803 als Geburtstag in Wien. Die bislang angegebene Datierung 16. Januar 1803 sollte daher nochmals unmittelbar am Taufeintrag der Pfarre St. Stephan überprüft werden. Sein Tod im April 1879 in Linz ist ebenfalls belegt.

Vom Ausgangspost genannter Sekundärverweis:
stammreihen.de – Franz von Ney


Quellen und weiterführende Nachweise

Österreichisches Biographisches Lexikon – Adam Freiherr von Burg

Constantin von Wurzbach – Adam Ritter von Burg

Royal Society of Edinburgh – Former Fellows 1783–2002

Österreichisches Staatsarchiv:
AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 118.12 – Adam Burg
AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 186.17 – Johann Philipp Dilg von Dilgskron
AT-OeStA/HHStA UR AUR, 1771 II 14 – Carl Dilg von Dilgskron
AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 864.13 – Anton Edler von Schmid
AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 648.18 – Franz von Ney

Beethoven's Conversation Books, Vol. 1, Heft 7 – Hinweise zur Familie Dilg von Dilgskron

Vom Ausgangspost genannte genealogische Sekundärverweise:
stammreihen.de – Adam Freiherr von Burg
stammreihen.de – Dilg von Dilgskron
"IN OMNIBUS ORDO"
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