Cassis Faraone – eine melkitische Kaufmanns- und Adelsfamilie
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Cassis Faraone – eine melkitische Kaufmanns- und Adelsfamilie
1 Woche 5 Tage her
Cassis Faraone – eine melkitische Kaufmanns- und Adelsfamilie zwischen Syrien, Ägypten, Triest und Friaul
Cassis Faraone – Familiengeschichte
Kurze Vorstellung
Die Familie Cassis Faraone stammte nach dem Inventar des Diplomatischen Archivs der Stadt Triest aus dem syrischen Hauran und gehörte dem melkitischen Christentum an. Über Damaskus und Ägypten gelangten die Brüder Antonio und Giuseppe Cassis Faraone im ausgehenden 18. Jahrhundert nach Italien und schließlich nach Triest.
Dort gehörten sie zu den bedeutenden Kaufleuten ihrer Zeit, erwarben umfangreichen Grundbesitz und wurden in verschiedene Adels- und Ritterstände erhoben. Der erhaltene Familienbestand enthält unter anderem Testamente, Erbschaftsakten, Heirats- und Familienunterlagen, Dokumente zu Häusern und Ländereien sowie Belege über das Begräbnis Giuseppe Cassis Faraones.
Das PDF ist damit eine interessante Quelle für genealogische Forschungen ebenso wie für die Wirtschafts-, Migrations- und Regionalgeschichte Triests und des Friaul.
Herkunft und Wanderungsbewegungen
Giuseppe und Antonio Cassis Faraone gehörten einer alten und adeligen, christlich-melkitischen Familie an, die ursprünglich auf der syrischen Hochebene Hauran beheimatet war.
Im 15. Jahrhundert übersiedelte die Familie nach Damaskus. Dort gewannen ihre Angehörigen zunehmend an Ansehen und Einfluss. Nach der im Inventar wiedergegebenen Überlieferung erhielt die Familie die Bezeichnung „Pharaon“, sinngemäß „derjenige, der Furcht einflößt“.
Giuseppe Cassis Faraone wurde 1721, sein Bruder Antonio 1745 in Damaskus geboren. Im Jahr 1749 verließ die Familie Syrien und ließ sich in Ägypten nieder.
Damit dokumentiert die Familiengeschichte eine bemerkenswerte Wanderungsbewegung:
Aufstieg in Ägypten
In Ägypten knüpften die Brüder Beziehungen zu Ali Bey, einem einflussreichen Politiker und Regierungsvertreter.
Antonio wurde in das Handelsministerium eingeführt und erhielt bedeutende Aufgaben. Im Jahr 1769 übernahm er die Leitung der ägyptischen Zollverwaltung.
Giuseppe wurde Pächter beziehungsweise Verwalter der Zollrechte im Hafen von Damietta. Von 1772 bis 1784 war er außerdem für Ordnung und Verwaltung der Stadt verantwortlich.
Die Familie entwickelte sich zu einem der wichtigsten Ansprechpartner des ägyptischen Außenhandels. Dadurch erwarben die Brüder beträchtlichen Reichtum sowie politischen und wirtschaftlichen Einfluss.
Das Inventar hebt zugleich ihr religiöses und karitatives Engagement hervor. Giuseppe ließ in Damietta eine katholische Kirche und einen Friedhof errichten und unterstützte auch andere christliche Gemeinschaften.
Antonio Cassis Faraone und der Handel mit Triest
Antonio Cassis Faraone verfügte über ausgeprägte diplomatische und kaufmännische Fähigkeiten. Er unterhielt gute Beziehungen zu europäischen Handelshäusern und wurde dadurch auch für die habsburgische Orientpolitik interessant.
Der Mailänder Unternehmer Carlo Rossetti bot ihm eine Beteiligung an der in Triest gegründeten „Compagnia Privilegiata per il Commercio con l’Egitto“ an.
Diese Gesellschaft wollte eine direkte Handelsverbindung mit Ägypten aufbauen und den Indienhandel verstärkt über das Rote Meer und das Mittelmeer führen. Antonio erwarb einen bedeutenden Anteil an der Gesellschaft, die sich zu einem wichtigen Triestiner Handelsunternehmen entwickelte.
Nach politischen Unruhen in Ägypten musste Antonio das Land verlassen. Über verschiedene Zwischenstationen gelangte er nach Triest, wo er sich am 21. Juli 1786 dauerhaft niederließ.
Adel und Standeserhebungen
Das PDF nennt mehrere Auszeichnungen und Standeserhebungen Antonio Cassis Faraones:
Giuseppe Cassis Faraone wurde am 10. November 1798 mit einem Ritterstand des Heiligen Römischen Reiches ausgezeichnet.
Hinweis zur Heraldik
Das PDF dokumentiert die Standeserhebungen und Adelstitel, enthält jedoch weder eine Wappenabbildung noch eine Blasonierung.
Eine verlässliche Beschreibung des Familienwappens kann daher aus dieser Quelle nicht abgeleitet werden. Für eine heraldische Untersuchung müssten insbesondere die erwähnten Adels- und Standeserhebungsurkunden sowie mögliche Wappendiplome herangezogen werden.
Die Familie in Triest
Antonio Cassis Faraone wurde zu einem bedeutenden Vertreter des Triestiner Unternehmertums und des städtischen Patriziats. Er handelte mit Waren aus dem Orient und exportierte Erzeugnisse aus Triest und dem habsburgischen Raum.
Er erwarb umfangreichen Grundbesitz:
In Triest war Antonio der erste Eigentümer des heutigen Teatro Verdi.
Im Jahr 1790 kaufte er die ehemalige Villa des Ambrogio de Strohlendorf, die heute als Villa Necker bekannt ist, und machte sie zu seinem Wohnsitz.
Antonio Cassis Faraone starb laut PDF am 23. November 1805 nach kurzer Krankheit im Alter von 60 Jahren.
Genealogische Angaben zu Antonio Cassis Faraone
Antonio war zweimal verheiratet.
Seine erste Ehefrau war Varde di Giorgio Elmansuri, die 1779 starb. Aus dieser Ehe stammten zwei Söhne:
Seine zweite Ehefrau war Tecla di Moisè Gibarra beziehungsweise Ghebarra. Aus dieser Verbindung gingen weitere zehn Kinder hervor.
Die im Archiv erhaltenen Unterlagen zu Antonio betreffen insbesondere seine Besitzungen im Friaul und bei Aquileia, zwei Abschriften seines Testaments, eine Vermögensbestätigung sowie Dokumente über das Aufenthaltsrecht seines Sohnes Girolamo in Italien.
Giuseppe Cassis Faraone und seine Nachkommen
Giuseppe Cassis Faraone war zunächst mit Maria Dubane verheiratet, die 1756 in Damaskus geboren wurde und 1791 in Livorno starb. Ihr Vater war Francesco Dubane.
Aus dieser Ehe werden zwei Söhne genannt:
Nach dem Tod seiner ersten Ehefrau heiratete Giuseppe Rosa Zulieri. Aus dieser zweiten Ehe gingen vier weitere Kinder hervor.
Einzelne Archivunterlagen nennen außerdem die Kinder beziehungsweise Familienangehörigen Fortunata, Giovanni, Ferdinando und Antonio.
Der von Giuseppe abstammende Familienzweig ließ sich später in Rom nieder.
Giuseppe Cassis Faraone in Livorno und Triest
Nach seiner Flucht aus Ägypten ließ sich Giuseppe zunächst in Livorno nieder und gründete dort ein Handelshaus.
Im Jahr 1793 übersiedelte er mit seiner Familie nach Triest. 1797 verlegte er auch sein Handelsunternehmen von Livorno nach Triest.
Er erwarb ein Haus am damaligen Piazza San Giovanni sowie Grundstücke in den Gebieten von:
Giuseppe Cassis Faraone starb laut PDF am 2. November 1811 im Alter von 90 Jahren in Triest.
Bedeutung für die genealogische Forschung
Der Familienbestand ist vor allem deshalb wertvoll, weil er nicht nur allgemeine Angaben zur Familie, sondern zahlreiche konkrete Lebens- und Rechtsvorgänge dokumentiert.
Dazu gehören:
Besonders bemerkenswert ist, dass das Testament Giuseppe Cassis Faraones sowohl in italienischer als auch in arabischer Sprache erhalten ist.
Der Archivbestand
Der Bestand wird im Diplomatischen Archiv der Stadt Triest unter folgender Signatur geführt:
Er umfasst den Zeitraum von 1790 bis 1953, wobei der Schwerpunkt auf den Jahren 1790 bis 1811 liegt.
Das Material wurde in zwei Serien geordnet:
Der umfangreichere Teil betrifft Giuseppe Cassis Faraone und seine Nachkommen.
Zu den vorhandenen Dokumentengruppen gehören unter anderem:
Die Dokumente sind überwiegend italienisch verfasst. Daneben befinden sich deutsch- und arabischsprachige Stücke im Bestand. Einige arabische Dokumente konnten zum Zeitpunkt der Inventarisierung nicht vollständig entziffert werden.
Das Archiv weist ausdrücklich darauf hin, dass der Bestand nicht vollständig ist.
Regionalgeschichtliche Bedeutung
Die Geschichte der Familie Cassis Faraone verbindet mehrere historische Räume:
Die Familie steht beispielhaft für jene levantinischen Kaufmannsfamilien, die durch Handel, internationale Netzwerke und politische Beziehungen zum wirtschaftlichen Aufstieg Triests beitrugen.
Quelle
Famiglia Cassis Faraone – Inventario, Archivio Diplomatico, Comune di Trieste, bearbeitet von Gabriella Norio
Cassis Faraone – Familiengeschichte
Kurze Vorstellung
Die Familie Cassis Faraone stammte nach dem Inventar des Diplomatischen Archivs der Stadt Triest aus dem syrischen Hauran und gehörte dem melkitischen Christentum an. Über Damaskus und Ägypten gelangten die Brüder Antonio und Giuseppe Cassis Faraone im ausgehenden 18. Jahrhundert nach Italien und schließlich nach Triest.
Dort gehörten sie zu den bedeutenden Kaufleuten ihrer Zeit, erwarben umfangreichen Grundbesitz und wurden in verschiedene Adels- und Ritterstände erhoben. Der erhaltene Familienbestand enthält unter anderem Testamente, Erbschaftsakten, Heirats- und Familienunterlagen, Dokumente zu Häusern und Ländereien sowie Belege über das Begräbnis Giuseppe Cassis Faraones.
Das PDF ist damit eine interessante Quelle für genealogische Forschungen ebenso wie für die Wirtschafts-, Migrations- und Regionalgeschichte Triests und des Friaul.
Herkunft und Wanderungsbewegungen
Giuseppe und Antonio Cassis Faraone gehörten einer alten und adeligen, christlich-melkitischen Familie an, die ursprünglich auf der syrischen Hochebene Hauran beheimatet war.
Im 15. Jahrhundert übersiedelte die Familie nach Damaskus. Dort gewannen ihre Angehörigen zunehmend an Ansehen und Einfluss. Nach der im Inventar wiedergegebenen Überlieferung erhielt die Familie die Bezeichnung „Pharaon“, sinngemäß „derjenige, der Furcht einflößt“.
Giuseppe Cassis Faraone wurde 1721, sein Bruder Antonio 1745 in Damaskus geboren. Im Jahr 1749 verließ die Familie Syrien und ließ sich in Ägypten nieder.
Damit dokumentiert die Familiengeschichte eine bemerkenswerte Wanderungsbewegung:
Hauran – Damaskus – Ägypten – Malta und Livorno – Triest – Rom
Aufstieg in Ägypten
In Ägypten knüpften die Brüder Beziehungen zu Ali Bey, einem einflussreichen Politiker und Regierungsvertreter.
Antonio wurde in das Handelsministerium eingeführt und erhielt bedeutende Aufgaben. Im Jahr 1769 übernahm er die Leitung der ägyptischen Zollverwaltung.
Giuseppe wurde Pächter beziehungsweise Verwalter der Zollrechte im Hafen von Damietta. Von 1772 bis 1784 war er außerdem für Ordnung und Verwaltung der Stadt verantwortlich.
Die Familie entwickelte sich zu einem der wichtigsten Ansprechpartner des ägyptischen Außenhandels. Dadurch erwarben die Brüder beträchtlichen Reichtum sowie politischen und wirtschaftlichen Einfluss.
Das Inventar hebt zugleich ihr religiöses und karitatives Engagement hervor. Giuseppe ließ in Damietta eine katholische Kirche und einen Friedhof errichten und unterstützte auch andere christliche Gemeinschaften.
Antonio Cassis Faraone und der Handel mit Triest
Antonio Cassis Faraone verfügte über ausgeprägte diplomatische und kaufmännische Fähigkeiten. Er unterhielt gute Beziehungen zu europäischen Handelshäusern und wurde dadurch auch für die habsburgische Orientpolitik interessant.
Der Mailänder Unternehmer Carlo Rossetti bot ihm eine Beteiligung an der in Triest gegründeten „Compagnia Privilegiata per il Commercio con l’Egitto“ an.
Diese Gesellschaft wollte eine direkte Handelsverbindung mit Ägypten aufbauen und den Indienhandel verstärkt über das Rote Meer und das Mittelmeer führen. Antonio erwarb einen bedeutenden Anteil an der Gesellschaft, die sich zu einem wichtigen Triestiner Handelsunternehmen entwickelte.
Nach politischen Unruhen in Ägypten musste Antonio das Land verlassen. Über verschiedene Zwischenstationen gelangte er nach Triest, wo er sich am 21. Juli 1786 dauerhaft niederließ.
Adel und Standeserhebungen
Das PDF nennt mehrere Auszeichnungen und Standeserhebungen Antonio Cassis Faraones:
- Am 2. Juli 1781 verlieh ihm Papst Pius VI. den Titel eines Pfalzgrafen.
- Zwei Jahre später erhob ihn Kaiser Joseph II. zum Grafen des Heiligen Römischen Reiches.
- Im selben Jahr verlieh ihm Großherzog Pietro Leopoldo von Toskana das Ritterkreuz des Ordens des heiligen Stephan.
Giuseppe Cassis Faraone wurde am 10. November 1798 mit einem Ritterstand des Heiligen Römischen Reiches ausgezeichnet.
Hinweis zur Heraldik
Das PDF dokumentiert die Standeserhebungen und Adelstitel, enthält jedoch weder eine Wappenabbildung noch eine Blasonierung.
Eine verlässliche Beschreibung des Familienwappens kann daher aus dieser Quelle nicht abgeleitet werden. Für eine heraldische Untersuchung müssten insbesondere die erwähnten Adels- und Standeserhebungsurkunden sowie mögliche Wappendiplome herangezogen werden.
Die Familie in Triest
Antonio Cassis Faraone wurde zu einem bedeutenden Vertreter des Triestiner Unternehmertums und des städtischen Patriziats. Er handelte mit Waren aus dem Orient und exportierte Erzeugnisse aus Triest und dem habsburgischen Raum.
Er erwarb umfangreichen Grundbesitz:
- in Triest,
- in der Bassa Friulana,
- im Gebiet von Aquileia.
In Triest war Antonio der erste Eigentümer des heutigen Teatro Verdi.
Im Jahr 1790 kaufte er die ehemalige Villa des Ambrogio de Strohlendorf, die heute als Villa Necker bekannt ist, und machte sie zu seinem Wohnsitz.
Antonio Cassis Faraone starb laut PDF am 23. November 1805 nach kurzer Krankheit im Alter von 60 Jahren.
Genealogische Angaben zu Antonio Cassis Faraone
Antonio war zweimal verheiratet.
Seine erste Ehefrau war Varde di Giorgio Elmansuri, die 1779 starb. Aus dieser Ehe stammten zwei Söhne:
- Michele
- Giuseppe
Seine zweite Ehefrau war Tecla di Moisè Gibarra beziehungsweise Ghebarra. Aus dieser Verbindung gingen weitere zehn Kinder hervor.
Die im Archiv erhaltenen Unterlagen zu Antonio betreffen insbesondere seine Besitzungen im Friaul und bei Aquileia, zwei Abschriften seines Testaments, eine Vermögensbestätigung sowie Dokumente über das Aufenthaltsrecht seines Sohnes Girolamo in Italien.
Giuseppe Cassis Faraone und seine Nachkommen
Giuseppe Cassis Faraone war zunächst mit Maria Dubane verheiratet, die 1756 in Damaskus geboren wurde und 1791 in Livorno starb. Ihr Vater war Francesco Dubane.
Aus dieser Ehe werden zwei Söhne genannt:
- Michele, geboren im Libanon; verheiratet 1798 in Livorno mit Maria Gantuz Cubbe; gestorben 1820 in Ägypten an der Pest
- Cesare Abramo, geboren 1778 in Damietta; gestorben am 27. August 1841 in Triest
Nach dem Tod seiner ersten Ehefrau heiratete Giuseppe Rosa Zulieri. Aus dieser zweiten Ehe gingen vier weitere Kinder hervor.
Einzelne Archivunterlagen nennen außerdem die Kinder beziehungsweise Familienangehörigen Fortunata, Giovanni, Ferdinando und Antonio.
Der von Giuseppe abstammende Familienzweig ließ sich später in Rom nieder.
Giuseppe Cassis Faraone in Livorno und Triest
Nach seiner Flucht aus Ägypten ließ sich Giuseppe zunächst in Livorno nieder und gründete dort ein Handelshaus.
Im Jahr 1793 übersiedelte er mit seiner Familie nach Triest. 1797 verlegte er auch sein Handelsunternehmen von Livorno nach Triest.
Er erwarb ein Haus am damaligen Piazza San Giovanni sowie Grundstücke in den Gebieten von:
- Cervignano
- San Giorgio di Nogaro
Giuseppe Cassis Faraone starb laut PDF am 2. November 1811 im Alter von 90 Jahren in Triest.
Bedeutung für die genealogische Forschung
Der Familienbestand ist vor allem deshalb wertvoll, weil er nicht nur allgemeine Angaben zur Familie, sondern zahlreiche konkrete Lebens- und Rechtsvorgänge dokumentiert.
Dazu gehören:
- Testamente und Vermögensinventare
- Unterlagen über Erbschaften und Erbteilungen
- Dokumente über Ehefrauen und Kinder
- Belege über Haus- und Grundbesitz
- Unterlagen über Handelsgeschäfte
- Dokumente über Todesfälle und Begräbniskosten
- eine zeitweilige Trennungsvereinbarung zwischen Giuseppe und seiner Ehefrau Rosa aus dem Jahr 1804
- Unterlagen über die Nachkommen und ihre wirtschaftlichen Angelegenheiten
Besonders bemerkenswert ist, dass das Testament Giuseppe Cassis Faraones sowohl in italienischer als auch in arabischer Sprache erhalten ist.
Der Archivbestand
Der Bestand wird im Diplomatischen Archiv der Stadt Triest unter folgender Signatur geführt:
IT AD TS 21B 19 3
Er umfasst den Zeitraum von 1790 bis 1953, wobei der Schwerpunkt auf den Jahren 1790 bis 1811 liegt.
Das Material wurde in zwei Serien geordnet:
- Antonio Cassis Faraone und seine Familie – ein Aktenfaszikel
- Giuseppe Cassis Faraone und seine Familie – elf Aktenfaszikel
Der umfangreichere Teil betrifft Giuseppe Cassis Faraone und seine Nachkommen.
Zu den vorhandenen Dokumentengruppen gehören unter anderem:
- persönliche Unterlagen Giuseppe Cassis Faraones
- der Erwerb des Hauses am Piazza San Giovanni
- Belege über sein Begräbnis
- Testament und Vermögensinventar
- Erbschaftsakten
- Abrechnungen der Vermögensverwalter
- Unterlagen über Liegenschaften im Friaul
- Dokumente zu seinen Kindern
- Unterlagen zu Maria Dubane und Maria Gantuz Cubbe
Die Dokumente sind überwiegend italienisch verfasst. Daneben befinden sich deutsch- und arabischsprachige Stücke im Bestand. Einige arabische Dokumente konnten zum Zeitpunkt der Inventarisierung nicht vollständig entziffert werden.
Das Archiv weist ausdrücklich darauf hin, dass der Bestand nicht vollständig ist.
Regionalgeschichtliche Bedeutung
Die Geschichte der Familie Cassis Faraone verbindet mehrere historische Räume:
- die melkitischen Gemeinden Syriens und Ägyptens,
- den Mittelmeerhandel des 18. Jahrhunderts,
- die wirtschaftliche Entwicklung des habsburgischen Freihafens Triest,
- den Handel zwischen Ägypten und Mitteleuropa,
- die Besitz- und Agrargeschichte des Friaul und von Aquileia,
- die Geschichte bedeutender Triestiner Gebäude wie des Teatro Verdi und der Villa Necker.
Die Familie steht beispielhaft für jene levantinischen Kaufmannsfamilien, die durch Handel, internationale Netzwerke und politische Beziehungen zum wirtschaftlichen Aufstieg Triests beitrugen.
Quelle
Famiglia Cassis Faraone – Inventario, Archivio Diplomatico, Comune di Trieste, bearbeitet von Gabriella Norio
"IN OMNIBUS ORDO"
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