Dr. Ernst Edler von Hartmann-Franzenshuld – Kinder?
- USchu
-
Autor
- Offline
- Beiträge: 652
Dr. Ernst Edler von Hartmann-Franzenshuld – Kinder?
2 Wochen 1 Tag her
Dr. Ernst Edler von Hartmann-Franzenshuld – Kinder aus der Ehe mit Irene Pöhr v. Rosenthal?
Liebe Mitforschende,
bei der Beschäftigung mit dem Heraldiker, Numismatiker und Mitbegründer der k. k. Heraldischen Gesellschaft „Adler“, Dr. phil. Ernst Edler von Hartmann-Franzenshuld, ergibt sich eine kleine, aber interessante genealogische Frage:
Ist bekannt, ob aus seiner Ehe mit Irene Pöhr Edlen von Rosenthal – im „Monatsblatt“ als Irene Edle von Rosenhall wiedergegeben – Kinder hervorgegangen sind? Oder ist die Linie mit Ernst bzw. seiner Witwe erloschen?
1. Gesicherte biographische Eckdaten
Dr. Ernst Edler von Hartmann-Franzenshuld wurde am 4. September 1840 in Wien geboren und starb ebenda am 26. Mai 1884 nach längerem Herzleiden.
Das „Monatsblatt der kais. kön. heraldischen Gesellschaft Adler“, Nr. 43, Wien, Juli 1884, bringt einen ausführlichen Nachruf. Darin wird er bezeichnet als:
Besonders hervorgehoben wird seine Bedeutung für die Wiederbelebung eines historisch fundierten heraldischen Stils sowie sein Anteil an der heraldischen Ausstellung des Jahres 1878.
Der Nachruf nennt auch seine Eltern:
2. Ehe mit Irene Pöhr v. Rosenthal
Nach dem Monatsblatt vermählte sich Ernst Edler von Hartmann-Franzenshuld „genau vor zwei Jahren“, also am 1. Juli 1882, mit Irene Edlen von Rosenhall.
In der genealogischen Zuordnung dürfte es sich um Irene Pöhr Edle von Rosenthal handeln. Hier ergibt sich allerdings ein kleiner Quellenkonflikt bzw. eine Namensfrage:
Wenn das Geburtsjahr 1837 stimmt, war Irene bei der Eheschließung 1882 bereits etwa 45 Jahre alt; selbst nach der jüngeren Angabe 1842 wäre sie rund 40 Jahre alt gewesen. Das schließt Kinder nicht aus, macht aber die Frage nach Nachkommen besonders prüfenswert.
3. Hinweis aus dem Brünner Taschenbuch
Auffällig ist, dass die Familie Hartmann v. Franzenshuld im Brünner Genealogischen Taschenbuch nur bis zum Jahrgang 1883 nachweisbar erscheint. Der Index führt:
Spätere Jahrgänge scheinen die Familie nicht mehr zu bringen.
Das ist noch kein endgültiger Beweis für ein Erlöschen, aber ein starkes Indiz: Hätte es aus der 1882 geschlossenen Ehe noch Kinder gegeben, wäre zu erwarten, dass zumindest in späteren Jahrgängen des Brünner oder Österreichischen Taschenbuchs ein Nachtrag erfolgt wäre.
Umgekehrt erscheint die Familie Pöhr v. Rosenthal weiter in den Jahrgängen 1886, 1890 und 1893. Das spricht dafür, dass Irene genealogisch weiterhin im Kontext ihrer Herkunftsfamilie erfasst wurde, während die Hartmann-Franzenshuld-Linie nach Ernsts Tod nicht weiter fortgeführt wurde.
4. Der Nachruf im Monatsblatt 1884
Der Nachruf im „Monatsblatt“ ist für die Frage besonders interessant, weil er sehr persönlich gehalten ist. Er würdigt Ernst von Hartmann-Franzenshuld nicht nur als Gelehrten, sondern ausdrücklich auch als Freund und Kollegen.
Bemerkenswert ist, dass der Nachruf zwar die Ehe mit Irene nennt, aber keine Kinder erwähnt. Auch am Schluss, wo vom Begräbnis und vom Andenken an den Verstorbenen die Rede ist, erscheinen keine Nachkommen.
Das ist wiederum kein vollgültiger Negativbeweis, aber bei einem derart persönlichen Nekrolog durchaus beachtlich.
5. Hauptwerk: „Geschlechterbuch der Wiener Erbbürger“
Der Nachruf hebt als Lebenswerk das nur unvollendet erschienene:
„Geschlechterbuch der Wiener Erbbürger, Rathsverwandten und Wappengenossen“
hervor. Nach dem Monatsblatt hatte Franzenshuld diesem Werk wohl 15 Jahre oder mehr gewidmet. Er erlebte jedoch nur das Erscheinen von zwei Lieferungen, welche die Buchstaben A und B enthielten.
Das Monatsblatt äußerte damals ausdrücklich den Wunsch, dass das hinterlassene Manuskript von kundiger Hand redigiert und weiter in Druck gegeben werde. Bekanntlich blieb das Werk dennoch im Wesentlichen ein Torso.
6. Gab es einen Artikel im ADLER?
Das Monatsblatt kündigt ausdrücklich einen ausführlicheren Nekrolog im Jahrbuch der Gesellschaft an. Das Österreichische Biographische Lexikon nennt als Literatur auch:
Damit ist ein ADLER-Nachruf sehr wahrscheinlich belegt. Ob dieser Nekrolog auch genealogische Angaben zur Familie Hartmann v. Franzenshuld enthält oder nur Leben und Werk behandelt, müsste noch direkt im Jahrbuch überprüft werden.
Ein eigener genealogischer Artikel zur Familie Hartmann v. Franzenshuld ist mir bisher nicht sicher nachgewiesen. Der Brünner-Taschenbuch-Artikel bleibt daher vorläufig die wichtigste genealogische Druckquelle.
7. Vorläufiger Befund
Nach derzeitigem Stand ergibt sich folgendes Bild:
Daher lautet der vorsichtige Zwischenbefund:
Es spricht derzeit deutlich mehr dafür, dass aus der Ehe Ernst Hartmann v. Franzenshuld – Irene Pöhr v. Rosenthal keine Kinder hervorgegangen sind bzw. dass die Linie mit Ernst oder jedenfalls ohne namensführende Nachkommen erloschen ist. Ein urkundlicher Schlussbeweis steht aber noch aus.
8. Offene Fragen an die Runde
Zur Absicherung wären besonders folgende Nachweise wertvoll:
Quellen und Hinweise
Liebe Mitforschende,
bei der Beschäftigung mit dem Heraldiker, Numismatiker und Mitbegründer der k. k. Heraldischen Gesellschaft „Adler“, Dr. phil. Ernst Edler von Hartmann-Franzenshuld, ergibt sich eine kleine, aber interessante genealogische Frage:
Ist bekannt, ob aus seiner Ehe mit Irene Pöhr Edlen von Rosenthal – im „Monatsblatt“ als Irene Edle von Rosenhall wiedergegeben – Kinder hervorgegangen sind? Oder ist die Linie mit Ernst bzw. seiner Witwe erloschen?
1. Gesicherte biographische Eckdaten
Dr. Ernst Edler von Hartmann-Franzenshuld wurde am 4. September 1840 in Wien geboren und starb ebenda am 26. Mai 1884 nach längerem Herzleiden.
Das „Monatsblatt der kais. kön. heraldischen Gesellschaft Adler“, Nr. 43, Wien, Juli 1884, bringt einen ausführlichen Nachruf. Darin wird er bezeichnet als:
- Vorstandsmitglied und Mitbegründer der Gesellschaft „Adler“,
- Dr. phil.,
- wirklicher Custos am k. k. Münz- und Antikencabinet in Wien,
- Ritter des Franz Joseph-Ordens,
- eine der prägenden Persönlichkeiten der heraldischen Erneuerung im Österreich des 19. Jahrhunderts.
Besonders hervorgehoben wird seine Bedeutung für die Wiederbelebung eines historisch fundierten heraldischen Stils sowie sein Anteil an der heraldischen Ausstellung des Jahres 1878.
Der Nachruf nennt auch seine Eltern:
- Friedrich Heinrich Edler von Hartmann-Franzenshuld, k. k. Hofkriegsratsbeamter,
- Josephine von Dunin aus dem Hause Marcinkiewicz.
2. Ehe mit Irene Pöhr v. Rosenthal
Nach dem Monatsblatt vermählte sich Ernst Edler von Hartmann-Franzenshuld „genau vor zwei Jahren“, also am 1. Juli 1882, mit Irene Edlen von Rosenhall.
In der genealogischen Zuordnung dürfte es sich um Irene Pöhr Edle von Rosenthal handeln. Hier ergibt sich allerdings ein kleiner Quellenkonflikt bzw. eine Namensfrage:
- Im Hartmann-Franzenshuld-Artikel des Brünner Taschenbuchs 1883 wird Irene offenbar mit dem Geburtsdatum 6. Februar 1842 geführt.
- In der Pöhr-v.-Rosenthal-Genealogie des Brünner Taschenbuchs 1886 erscheint sie dagegen mit 6. Januar 1837.
- Im späteren Jahrgang 1890 wurde diese Angabe offenbar korrigiert bzw. bereinigt.
- Naschenweng führt Irene Dorothea Franziska Pöhr von Rosenthal mit Geburt Villach, 6. Januar 1837, und Eheschließung Wien, 1. Juli 1882.
Wenn das Geburtsjahr 1837 stimmt, war Irene bei der Eheschließung 1882 bereits etwa 45 Jahre alt; selbst nach der jüngeren Angabe 1842 wäre sie rund 40 Jahre alt gewesen. Das schließt Kinder nicht aus, macht aber die Frage nach Nachkommen besonders prüfenswert.
3. Hinweis aus dem Brünner Taschenbuch
Auffällig ist, dass die Familie Hartmann v. Franzenshuld im Brünner Genealogischen Taschenbuch nur bis zum Jahrgang 1883 nachweisbar erscheint. Der Index führt:
- Hartmann v. Franzenshuld: 1877, 1878, 1881, 1883.
Spätere Jahrgänge scheinen die Familie nicht mehr zu bringen.
Das ist noch kein endgültiger Beweis für ein Erlöschen, aber ein starkes Indiz: Hätte es aus der 1882 geschlossenen Ehe noch Kinder gegeben, wäre zu erwarten, dass zumindest in späteren Jahrgängen des Brünner oder Österreichischen Taschenbuchs ein Nachtrag erfolgt wäre.
Umgekehrt erscheint die Familie Pöhr v. Rosenthal weiter in den Jahrgängen 1886, 1890 und 1893. Das spricht dafür, dass Irene genealogisch weiterhin im Kontext ihrer Herkunftsfamilie erfasst wurde, während die Hartmann-Franzenshuld-Linie nach Ernsts Tod nicht weiter fortgeführt wurde.
4. Der Nachruf im Monatsblatt 1884
Der Nachruf im „Monatsblatt“ ist für die Frage besonders interessant, weil er sehr persönlich gehalten ist. Er würdigt Ernst von Hartmann-Franzenshuld nicht nur als Gelehrten, sondern ausdrücklich auch als Freund und Kollegen.
Bemerkenswert ist, dass der Nachruf zwar die Ehe mit Irene nennt, aber keine Kinder erwähnt. Auch am Schluss, wo vom Begräbnis und vom Andenken an den Verstorbenen die Rede ist, erscheinen keine Nachkommen.
Das ist wiederum kein vollgültiger Negativbeweis, aber bei einem derart persönlichen Nekrolog durchaus beachtlich.
5. Hauptwerk: „Geschlechterbuch der Wiener Erbbürger“
Der Nachruf hebt als Lebenswerk das nur unvollendet erschienene:
„Geschlechterbuch der Wiener Erbbürger, Rathsverwandten und Wappengenossen“
hervor. Nach dem Monatsblatt hatte Franzenshuld diesem Werk wohl 15 Jahre oder mehr gewidmet. Er erlebte jedoch nur das Erscheinen von zwei Lieferungen, welche die Buchstaben A und B enthielten.
Das Monatsblatt äußerte damals ausdrücklich den Wunsch, dass das hinterlassene Manuskript von kundiger Hand redigiert und weiter in Druck gegeben werde. Bekanntlich blieb das Werk dennoch im Wesentlichen ein Torso.
6. Gab es einen Artikel im ADLER?
Das Monatsblatt kündigt ausdrücklich einen ausführlicheren Nekrolog im Jahrbuch der Gesellschaft an. Das Österreichische Biographische Lexikon nennt als Literatur auch:
- Jb. Adler, 1884,
- Jahrbuch der kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses, 3. Band, 1885, S. 103–107.
Damit ist ein ADLER-Nachruf sehr wahrscheinlich belegt. Ob dieser Nekrolog auch genealogische Angaben zur Familie Hartmann v. Franzenshuld enthält oder nur Leben und Werk behandelt, müsste noch direkt im Jahrbuch überprüft werden.
Ein eigener genealogischer Artikel zur Familie Hartmann v. Franzenshuld ist mir bisher nicht sicher nachgewiesen. Der Brünner-Taschenbuch-Artikel bleibt daher vorläufig die wichtigste genealogische Druckquelle.
7. Vorläufiger Befund
Nach derzeitigem Stand ergibt sich folgendes Bild:
- Ernst Edler von Hartmann-Franzenshuld starb am 26. Mai 1884, also weniger als zwei Jahre nach seiner Eheschließung.
- Seine Ehe mit Irene Pöhr Edlen von Rosenthal wurde am 1. Juli 1882 geschlossen.
- Irene war nach der plausibleren Angabe von 1837 bei der Eheschließung bereits 45 Jahre alt.
- Der Nachruf nennt keine Kinder.
- Die Familie Hartmann v. Franzenshuld erscheint im Brünner Taschenbuch offenbar letztmals 1883.
- Spätere Hinweise auf Kinder oder namensführende Nachkommen sind mir bislang nicht begegnet.
Daher lautet der vorsichtige Zwischenbefund:
Es spricht derzeit deutlich mehr dafür, dass aus der Ehe Ernst Hartmann v. Franzenshuld – Irene Pöhr v. Rosenthal keine Kinder hervorgegangen sind bzw. dass die Linie mit Ernst oder jedenfalls ohne namensführende Nachkommen erloschen ist. Ein urkundlicher Schlussbeweis steht aber noch aus.
8. Offene Fragen an die Runde
Zur Absicherung wären besonders folgende Nachweise wertvoll:
- Findet sich im Wiener Trauungsbuch vom 1. Juli 1882 der Eintrag Hartmann-Franzenshuld / Pöhr v. Rosenthal mit Altersangaben und Trauzeugen?
- Was steht im Sterbeeintrag Ernsts vom 26. Mai 1884 in Wien? Werden dort Witwe oder Kinder genannt?
- Gibt es eine Todesanzeige oder Parte für Ernst Hartmann v. Franzenshuld?
- Wann und wo starb Irene Pöhr v. Rosenthal, verehelichte Hartmann-Franzenshuld? Nennt ihr Sterbeeintrag Kinder oder Erben?
- Ist der im Jahrbuch ADLER 1884 angekündigte Nekrolog vollständig zugänglich, und enthält er genealogische Angaben?
- Gibt es einen Verlassenschaftsakt zu Ernst Hartmann v. Franzenshuld, der Erben oder das Fehlen von Nachkommen nennt?
- Ist „Rosenhall“ im Monatsblatt eine abweichende Namensform, ein Druckfehler oder eine Fehlauflösung für „Rosenthal“?
Quellen und Hinweise
- Monatsblatt der kais. kön. heraldischen Gesellschaft „Adler“, Nr. 43, Wien, Juli 1884: Nachruf „† Dr. Ernst Edler von Hartmann-Franzenshuld“.
- Österreichisches Biographisches Lexikon: Hartmann von Franzenshuld, Ernst (1840–1884).
www.biographien.ac.a...0_1884.xml - Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses, Bd. 3, 1885: Friedrich Kenner, „Dr. Ernst Edler von Hartmann-Franzenshuld“, S. 103–107.
digi.ub.uni-heidelbe...k1885/0208 - Brünner Genealogisches Taschenbuch, Übersicht der enthaltenen Familien: Hartmann v. Franzenshuld nur in den Jahrgängen 1877, 1878, 1881, 1883.
dirkpeters.info/?p=1427 - Brünner Genealogisches Taschenbuch, Übersicht der enthaltenen Familien: Pöhr v. Rosenthal in den Jahrgängen 1877, 1878, 1881, 1886, 1890, 1893.
dirkpeters.info/?p=1433 - Brünner Taschenbuch 1883, Hartmann-Franzenshuld, S. 218:
www.digitalniknihovn...f3fc9ae867 - Brünner Taschenbuch 1886, Pöhr v. Rosenthal, S. 398:
www.digitalniknihovn...5056825209 - Kneschke, Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon: Poehr v. Rosenthal, Reichsadelsstand 1744 für Jacob Anton Pöhr.
archive.org/stream/n...g_djvu.txt - Naschenweng, Der landständische Adel des Herzogtums Steiermark: Pöhr von Rosenthal, mit Hinweis auf Irene Dorothea Franziska, * Villach 6.1.1837, ∞ Wien 1.7.1882, sowie „erloschen ca. 1910“.
www.landesarchiv.ste...202020.pdf
"IN OMNIBUS ORDO"
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
