Adelsakt Haus 1918: Wappen der Nachkommen des Großadmirals Anton Haus
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Adelsakt Haus 1918: Wappen der Nachkommen des Großadmirals Anton Haus
3 Wochen 4 Tage her - 3 Wochen 4 Tage herBeim Durchsehen der online zugänglichen Abbildung des Wappens der Nachkommen des Großadmirals Anton Haus zeigt sich ein sehr interessantes Beispiel einer späten habsburgischen Standeserhebung aus dem letzten Kriegsjahr der Monarchie.
Anton Haus – Person und historischer Rahmen
Anton Johann Haus wurde am 13. Juni 1851 in Tolmein geboren und starb am 8. Februar 1917 in Pola an Bord seines Flaggschiffes S.M.S. Viribus Unitis. Er trat 1869 in die k.u.k. Kriegsmarine ein, war Lehrer an der Marineakademie in Fiume, nahm 1907 an der Zweiten Haager Friedenskonferenz teil und wurde 1913 Marinekommandant beziehungsweise Chef der Marinesektion. 1916 erreichte er den Rang eines Großadmirals.
Militärhistorisch ist Haus besonders wegen seiner defensiv-strategischen Flottenpolitik im Ersten Weltkrieg bekannt. Die k.u.k. Kriegsmarine wurde unter ihm im Wesentlichen als „fleet in being“ beziehungsweise Präsenzflotte verstanden: Sie sollte gegnerische Kräfte binden, die Adriaküste sichern und unnötige Risiken für die schweren Einheiten vermeiden. Nach dem Kriegseintritt Italiens 1915 führte die Flotte gezielte Angriffe gegen die italienische Adriaküste aus.
Der adelsrechtliche Vorgang
Nach seinem Tod wurde Anton Haus noch 1917 mit dem Kommandeurskreuz des Militär-Maria-Theresien-Ordens ausgezeichnet. Dieser Orden war nicht nur die höchste militärische Auszeichnung der Habsburgermonarchie, sondern konnte auch adelsrechtliche Folgen haben. In diesem Zusammenhang steht der spätere Freiherrenstand der Nachkommen.
Die online wiedergegebene Wappenabbildung stammt laut Dateibeschreibung aus:
Österreichisches Staatsarchiv Wien
Allgemeines Verwaltungsarchiv, Adelsarchiv
Adelsakt Haus
Freiherrenstand durch Allerhöchstes Handschreiben Kaiser Karls I. vom 12. Juni 1918
Diplom Wien, 1. August 1918
Damit handelt es sich nicht um eine bloße spätere Erinnerungsdarstellung, sondern um eine Abbildung aus einem konkreten Adelsakt des Jahres 1918.
Das Wappen nach Bildbefund
Die Abbildung zeigt ein reich ausgeführtes Freiherrenwappen. Da nur die Bilddatei, nicht aber die vollständige diplommäßige Blasonierung vorliegt, ist die folgende Beschreibung ausdrücklich als vorläufige Beschreibung nach Sichtbefund zu verstehen:
Der Schild ist überwiegend blau. In der Mitte erhebt sich aus einer wellenförmig dargestellten Wasserfläche ein dunkler, baum- oder zypressenartiger Gegenstand innerhalb eines goldenen, nach oben spitz zulaufenden Feldes. Im oberen Schildbereich erscheinen beidseitig goldene Sterne sowie seitliche goldene Architektur- oder Geländemotive. Über dem Schild liegt die Freiherrenkrone. Darüber befindet sich ein gekrönter Helm mit blau-goldenen Decken. Als Helmzier erscheint ein schwarzer Anker zwischen zwei aufgerichteten Flügeln beziehungsweise Federbüschen.
Besonders auffällig ist die maritime Symbolik der Helmzier: Der Anker verweist unübersehbar auf die Laufbahn Haus’ in der k.u.k. Kriegsmarine. Die übrigen Schildfiguren – Wasser, Baum beziehungsweise Zypresse, Sterne und goldene Formen – sollten jedoch erst nach Einsicht in die originale Blasonierung endgültig gedeutet werden.
Einordnung
Der Fall ist aus mehreren Gründen bemerkenswert:
1. Es handelt sich um eine der späten Standeserhebungen der Regierungszeit Kaiser Karls I.
2. Die Erhebung betrifft nicht den bereits verstorbenen Großadmiral selbst im praktischen Sinn, sondern seine Nachkommen.
3. Der Vorgang steht offenbar im Zusammenhang mit der postumen Auszeichnung durch den Militär-Maria-Theresien-Orden.
4. Das Wappen verbindet klassische heraldische Repräsentation mit einer sehr klaren beruflich-militärischen Symbolik.
5. Der Akt liegt zeitlich nur wenige Monate vor dem Zusammenbruch der Monarchie und knapp ein Jahr vor der österreichischen Adelsaufhebung 1919.
Hinweis zur heutigen Rechtslage
Für Österreich ist der Fall heute selbstverständlich historisch, genealogisch und heraldisch zu betrachten. Durch das Adelsaufhebungsgesetz 1919 wurden Adel und Adelsbezeichnungen österreichischer Staatsbürger aufgehoben beziehungsweise deren Führung untersagt. Für die Forschung bleibt der Adelsakt dennoch eine wichtige Quelle zur Familien-, Militär- und Wappengeschichte.
Quellen und weiterführende Hinweise
Wikimedia/Wikipedia: Datei „Adelsakt - Haus 1918 - Wappen.jpg“
Wikimedia Commons: Adelsakt Haus 1918 – Wappen
Österreichisches Biographisches Lexikon: Haus, Anton Freiherr von
Österreichisches Staatsarchiv: Die Flottenpolitik von Großadmiral Anton Haus
Theresianische Militärakademie: Militär-Maria-Theresien-Orden
RIS: Adelsaufhebungsgesetz, § 1
Literaturhinweise
Paul G. Halpern: Anton Haus. Österreich-Ungarns Groß-Admiral 1913–1917. Styria, Graz u. a. 1998, ISBN 3-222-12567-8.
Arno Kerschbaumer: Nobilitierungen unter der Regentschaft Kaiser Karl I. / IV. Károly király (1916–1921). 2., erweiterte Auflage, Graz 2021.
Offene Fragen an die Runde
- Welche Nachkommen Anton Haus’ wurden im Diplom namentlich erfasst?
- Gibt es bekannte spätere Führungen oder Darstellungen dieses Wappens in Familienüberlieferung, Grabdenkmälern, Exlibris, Siegeln oder militärhistorischen Sammlungen?
"IN OMNIBUS ORDO"
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