Ahnenreihe der Familie Kutzschenbach
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Ahnenreihe der Familie Kutzschenbach
2 Wochen 2 Tage her - 2 Wochen 2 Tage her
Rolf von Kutzschenbach und die Ahnenreihe der Familie Kutzschenbach – wenn selbst dem „Gotha-Meister“ um 1500 die Quellen ausgehen
Bei der Beschäftigung mit einer Ahnenreihe meines Verwandten Rolf v. Kutzschenbach zeigt sich wieder einmal sehr schön, wo selbst erfahrene Genealogen an eine Grenze stoßen: Spätestens um 1500 wird die Quellenlage heikel.
Rolf v. Kutzschenbach war nicht irgendwer, sondern einer der profilierten Genealogen seiner Zeit. Er war an den Gothaischen Genealogischen Taschenbüchern beteiligt und wirkte gemeinsam mit Walther v. Kutzschenbach auch als Familienchronist. Als zentrale familiengeschichtliche Arbeit ist hier zu nennen:
Walther und Rolf von Kutzschenbach: Stammbuch des thüringischen Geschlechts von Kutzschenbach. Im Auftrag der Familie zusammengestellt, C. A. Starke, Görlitz 1915.
Google Books führt das Werk bibliographisch als:
books.google.com/boo...ldngEACAAJ
Die Familienseite des Baron Alexander von Kutzschenbach Nachkommen e. V. verweist ebenfalls auf dieses Stammbuch als Grundlage einer „weit verästelten Darstellung“ der Linien:
kutzschenbach-verein...zschenbach
Kurz zur Familie
Die Kutzschenbach gelten als ein aus Thüringen bzw. dem Raum Weißenfels stammendes Briefadelsgeschlecht. Nach der Familienseite lässt sich die Geschichte der Familie in verschiedenen Schreibweisen bis 1497 zurückverfolgen. Am 10. Dezember 1739 wurde Heinrich Friedrich Kutzschenbach, Herr auf Meilitz, in den rittermäßigen Reichsadel erhoben. 1896 wurde Arthur Alexander von Kutzschenbach unter Anerkennung des Barontitels in den russischen Adel aufgenommen.
Quelle:
kutzschenbach-verein...-seit-1497
Die ältere Stammreihe
Besonders interessant ist die öffentlich zugängliche Stammtafel I des thüringischen Geschlechts von Kutzschenbach. Sie trägt den Untertitel:
„Stammreihe und Ältere Genealogie bis zur Stiftung der Linien“
Darin beginnt die ältere Stammreihe mit:
Quelle Stammtafel:
kutzschenbach-verein...afel_I.pdf
Der entscheidende Punkt: Die Frühzeit ist kritisch zu lesen
Gerade diese Stammtafel ist für uns Genealogen besonders spannend, weil sie zugleich eine Warnung enthält. In der Fußnote heißt es sinngemäß, dass die ersten drei Generationen in ihrer Filiation urkundlich nicht gesichert seien.
Das bedeutet: Die Darstellung reicht zwar traditionsmäßig bis in das 14. Jahrhundert zurück, aber die eigentliche belastbare genealogische Arbeit beginnt offenbar erst später. Der Bereich um 1500 ist daher keine bloße „Lücke“, sondern eine typische Grenze vormoderner Familienforschung: Namensgleichheit, Ortsbezug und Familienüberlieferung sind vorhanden, aber die sichere Vater-Sohn-Filiation ist nicht in allen frühen Generationen bewiesen.
Oder etwas salopp gesagt: Wenn selbst Rolf v. Kutzschenbach, der „Meister“ der genealogischen Taschenbücher, hier vorsichtig bleibt, sollten wir es ebenfalls tun.
Adelsakten und heraldische Bezüge
Auch im Österreichischen Staatsarchiv sind einschlägige Adelsakten nachweisbar. Besonders relevant sind:
Die Stammtafel nennt außerdem die Reichsadelsurkunden von 1739, 1740, 1743, 1745 und 1746 als Quellen. Damit zeigt sich, dass nicht nur die genealogische, sondern auch die heraldisch-adelsrechtliche Überlieferung der Familie gut dokumentiert ist – jedenfalls ab dem 18. Jahrhundert.
Zum Wappen
Nach der Familienseite soll ein älteres Wappenbild der Kuzchenbaeh bzw. Cutzenbach angeblich ein Rabe gewesen sein. Das Stammwappen erscheint urkundlich 1676 als Siegelbild und zeigt im Schild einen gedeckten Wagen. Das Reichsadelswappen von 1739 ist dann ein anderes, reichsadeliges Wappenbild; zugleich wurde offenbar das ältere Rabenmotiv in der Familienüberlieferung weiter bewahrt.
Quelle:
kutzschenbach-verein...wahlspruch
Eine schöne Zusammenfassung der Wappenüberlieferung findet sich auch hier:
deutsche-kolonisten....-kaukasus/
Fazit
Die Ahnenreihe der Kutzschenbach ist ein gutes Beispiel dafür, wie sorgfältig man mit älteren Stammfolgen umgehen muss. Die Familie ist seit der Frühen Neuzeit sehr gut greifbar, im 18. Jahrhundert adelsrechtlich hervorragend belegt und genealogisch durch Gotha, Stammbuch und Archivakten breit dokumentiert.
Für die Zeit vor 1500 bleibt aber Vorsicht geboten. Die Stammtafel selbst macht deutlich, dass die frühesten Generationen nicht als durchgehend urkundlich gesicherte Filiation behandelt werden dürfen. Gerade das macht den Fall so interessant: Hier sehen wir nicht nur eine Ahnenreihe, sondern auch die Arbeitsgrenze der klassischen Genealogie.
Quellen und Verweise
Offene Fragen an die Mitforschenden
Bei der Beschäftigung mit einer Ahnenreihe meines Verwandten Rolf v. Kutzschenbach zeigt sich wieder einmal sehr schön, wo selbst erfahrene Genealogen an eine Grenze stoßen: Spätestens um 1500 wird die Quellenlage heikel.
Rolf v. Kutzschenbach war nicht irgendwer, sondern einer der profilierten Genealogen seiner Zeit. Er war an den Gothaischen Genealogischen Taschenbüchern beteiligt und wirkte gemeinsam mit Walther v. Kutzschenbach auch als Familienchronist. Als zentrale familiengeschichtliche Arbeit ist hier zu nennen:
Walther und Rolf von Kutzschenbach: Stammbuch des thüringischen Geschlechts von Kutzschenbach. Im Auftrag der Familie zusammengestellt, C. A. Starke, Görlitz 1915.
Google Books führt das Werk bibliographisch als:
books.google.com/boo...ldngEACAAJ
Die Familienseite des Baron Alexander von Kutzschenbach Nachkommen e. V. verweist ebenfalls auf dieses Stammbuch als Grundlage einer „weit verästelten Darstellung“ der Linien:
kutzschenbach-verein...zschenbach
Kurz zur Familie
Die Kutzschenbach gelten als ein aus Thüringen bzw. dem Raum Weißenfels stammendes Briefadelsgeschlecht. Nach der Familienseite lässt sich die Geschichte der Familie in verschiedenen Schreibweisen bis 1497 zurückverfolgen. Am 10. Dezember 1739 wurde Heinrich Friedrich Kutzschenbach, Herr auf Meilitz, in den rittermäßigen Reichsadel erhoben. 1896 wurde Arthur Alexander von Kutzschenbach unter Anerkennung des Barontitels in den russischen Adel aufgenommen.
Quelle:
kutzschenbach-verein...-seit-1497
Die ältere Stammreihe
Besonders interessant ist die öffentlich zugängliche Stammtafel I des thüringischen Geschlechts von Kutzschenbach. Sie trägt den Untertitel:
„Stammreihe und Ältere Genealogie bis zur Stiftung der Linien“
Darin beginnt die ältere Stammreihe mit:
- Johannes Kuzchenbach / Cutzenbach, um 1380 in der Grafschaft Camburg an der Saale genannt;
- Gebhard, um 1435;
- Friedrich, um 1422 bzw. um 1500 genannt, belehnt, vermählt mit Marie aus dem Hause Liebschitz / Schütz?;
- Johann, um 1560;
- Michael Kuzschenbach, um 1590, gestorben Weißenfels 8. April 1657;
- Johann Christoph Kutzschenbach, geboren Weißenfels 15. Mai 1647, Regierungssekretär;
- Johann Friedrich Kutzschenbach, geboren Weißenfels 5. Mai 1681, gestorben Gera 26. Februar 1735;
- dessen Sohn Heinrich Friedrich v. Kutzschenbach, geboren Gera 16. März 1718, gestorben Kaimberg 21. November 1797, 1739 in den rittermäßigen Reichsadel erhoben.
Quelle Stammtafel:
kutzschenbach-verein...afel_I.pdf
Der entscheidende Punkt: Die Frühzeit ist kritisch zu lesen
Gerade diese Stammtafel ist für uns Genealogen besonders spannend, weil sie zugleich eine Warnung enthält. In der Fußnote heißt es sinngemäß, dass die ersten drei Generationen in ihrer Filiation urkundlich nicht gesichert seien.
Das bedeutet: Die Darstellung reicht zwar traditionsmäßig bis in das 14. Jahrhundert zurück, aber die eigentliche belastbare genealogische Arbeit beginnt offenbar erst später. Der Bereich um 1500 ist daher keine bloße „Lücke“, sondern eine typische Grenze vormoderner Familienforschung: Namensgleichheit, Ortsbezug und Familienüberlieferung sind vorhanden, aber die sichere Vater-Sohn-Filiation ist nicht in allen frühen Generationen bewiesen.
Oder etwas salopp gesagt: Wenn selbst Rolf v. Kutzschenbach, der „Meister“ der genealogischen Taschenbücher, hier vorsichtig bleibt, sollten wir es ebenfalls tun.
Adelsakten und heraldische Bezüge
Auch im Österreichischen Staatsarchiv sind einschlägige Adelsakten nachweisbar. Besonders relevant sind:
- AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 495.17 – Gesuch um Abschrift des Adelsbriefes von Heinrich Friedrich Kutzschenbach von 1739 sowie Gesuch der sächsischen Gesandtschaft in Wien um Auskunft über das Wappen der Familie Kutzschenbach, 1910–1915.
archivinformationssy...ID=4326553
- AT-OeStA/AVA Adel RAA 237.25 – Johanna Maria Kutzschenbach, Schwester des Heinrich Friedrich, Adelsstand „von“, privilegium denominandi, Wien 6. August 1746.
www.archivinformatio...ID=2532274
Die Stammtafel nennt außerdem die Reichsadelsurkunden von 1739, 1740, 1743, 1745 und 1746 als Quellen. Damit zeigt sich, dass nicht nur die genealogische, sondern auch die heraldisch-adelsrechtliche Überlieferung der Familie gut dokumentiert ist – jedenfalls ab dem 18. Jahrhundert.
Zum Wappen
Nach der Familienseite soll ein älteres Wappenbild der Kuzchenbaeh bzw. Cutzenbach angeblich ein Rabe gewesen sein. Das Stammwappen erscheint urkundlich 1676 als Siegelbild und zeigt im Schild einen gedeckten Wagen. Das Reichsadelswappen von 1739 ist dann ein anderes, reichsadeliges Wappenbild; zugleich wurde offenbar das ältere Rabenmotiv in der Familienüberlieferung weiter bewahrt.
Quelle:
kutzschenbach-verein...wahlspruch
Eine schöne Zusammenfassung der Wappenüberlieferung findet sich auch hier:
deutsche-kolonisten....-kaukasus/
Fazit
Die Ahnenreihe der Kutzschenbach ist ein gutes Beispiel dafür, wie sorgfältig man mit älteren Stammfolgen umgehen muss. Die Familie ist seit der Frühen Neuzeit sehr gut greifbar, im 18. Jahrhundert adelsrechtlich hervorragend belegt und genealogisch durch Gotha, Stammbuch und Archivakten breit dokumentiert.
Für die Zeit vor 1500 bleibt aber Vorsicht geboten. Die Stammtafel selbst macht deutlich, dass die frühesten Generationen nicht als durchgehend urkundlich gesicherte Filiation behandelt werden dürfen. Gerade das macht den Fall so interessant: Hier sehen wir nicht nur eine Ahnenreihe, sondern auch die Arbeitsgrenze der klassischen Genealogie.
Quellen und Verweise
- Walther und Rolf von Kutzschenbach: Stammbuch des thüringischen Geschlechts von Kutzschenbach, C. A. Starke, Görlitz 1915.
books.google.com/boo...ldngEACAAJ
- Baron Alexander von Kutzschenbach Nachkommen e. V.: Geschichte seit 1497.
kutzschenbach-verein...-seit-1497
- Stammtafel I des thüringischen Geschlechts von Kutzschenbach.
kutzschenbach-verein...afel_I.pdf
- Österreichisches Staatsarchiv, AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 495.17.
archivinformationssy...ID=4326553
- Österreichisches Staatsarchiv, AT-OeStA/AVA Adel RAA 237.25.
www.archivinformatio...ID=2532274
- Aus Brandenburg in den Kaukasus – Beitrag zur Familie Kutzschenbach.
deutsche-kolonisten....-kaukasus/
- Übersicht zu Kutzschenbach, mit Literaturhinweisen.
de.wikipedia.org/wik...zschenbach
Offene Fragen an die Mitforschenden
- Hat jemand Zugriff auf das vollständige Stammbuch des thüringischen Geschlechts von Kutzschenbach von 1915 und kann die dortigen Quellenangaben zu den frühen Generationen genauer prüfen?
- Gibt es Abschriften oder Digitalisate der in der Stammtafel genannten Camburger Urkunden?
- Lässt sich die Nennung von 1497 in Dornburg bzw. Camburg in einer Primärquelle eindeutig nachweisen?
- Sind die Stammtafeln II und III ebenfalls öffentlich zugänglich oder nur über den Familienverein einsehbar?
- Welche Quelle nennt das korrekte Sterbedatum von Rolf v. Kutzschenbach? In Sekundärangaben begegnen unterschiedliche Jahreszahlen.
- Gibt es Siegelabbildungen zum Stammwappen von 1676 mit dem gedeckten Wagen?
- Hat jemand die Reichsadelsurkunde von 1739 oder die späteren Adelserhebungen von 1740, 1743, 1745 und 1746 bereits vollständig ausgewertet?
"IN OMNIBUS ORDO"
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