Županič: „Der vergessene Ritter“
- USchu
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Županič: „Der vergessene Ritter“
3 Wochen 6 Tage her
Jan Županič: „Der vergessene Ritter“ – kurze Zusammenfassung
Kurz:
Tomek war kein „fabulierter“ Ritter, sondern tatsächlich nobilitiert. Gerade weil er auf das Diplom verzichtete, wurde seine Erhebung aber archivalisch fast unsichtbar – ein interessantes Beispiel dafür, wie Adel, nationale Politik, Bürokratie und Kostenfragen im späten Habsburgerreich ineinandergreifen konnten.
Vollständiger Artikel im Anhang
Das Ergebnis: Tomek wurde tatsächlich durch allerhöchste Entschließung Kaiser Franz Josephs I. vom 30. November 1898 taxfrei in den Ritterstand erhoben. Die Spur blieb jedoch lange verborgen, weil Tomek offenbar kein Adelsdiplom ausstellen ließ. Damit fehlten später die üblichen archivalischen Nachweise, auch ein Wappen konnte ohne besiegelten Majestätsbrief nicht geführt werden.
Županič erklärt das „Vergessen“ dieser Nobilitierung mit zwei Umständen: Einerseits war die Annahme von Adelstiteln in der tschechischen nationalen Öffentlichkeit des späten 19. Jahrhunderts politisch heikel. Beispiele wie František Ladislav Rieger oder František Palacký zeigen, wie ambivalent tschechische Eliten gegenüber habsburgischen Auszeichnungen und Standeserhebungen standen. Andererseits waren mit Adelsdiplomen erhebliche Gebühren verbunden; Tomek dürfte auf die Ausfertigung verzichtet haben, wodurch seine Standeserhebung kaum dokumentiert wurde.
Kurz:
Tomek war kein „fabulierter“ Ritter, sondern tatsächlich nobilitiert. Gerade weil er auf das Diplom verzichtete, wurde seine Erhebung aber archivalisch fast unsichtbar – ein interessantes Beispiel dafür, wie Adel, nationale Politik, Bürokratie und Kostenfragen im späten Habsburgerreich ineinandergreifen konnten.
Vollständiger Artikel im Anhang
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Der Beitrag von Jan Županič beschäftigt sich mit einer fast vergessenen Nobilitierung des tschechischen Historikers Wáclav/Wenzel Wladiwoj Tomek. Ausgangspunkt ist seine Grabinschrift auf dem Vyšehrader Friedhof in Prag, wo Tomek als „rytíř“ – also „Ritter“ – bezeichnet wird. Županič geht der Frage nach, ob es sich dabei um eine spätere Ausschmückung oder um einen tatsächlich verliehenen Adelstitel handelte.Das Ergebnis: Tomek wurde tatsächlich durch allerhöchste Entschließung Kaiser Franz Josephs I. vom 30. November 1898 taxfrei in den Ritterstand erhoben. Die Spur blieb jedoch lange verborgen, weil Tomek offenbar kein Adelsdiplom ausstellen ließ. Damit fehlten später die üblichen archivalischen Nachweise, auch ein Wappen konnte ohne besiegelten Majestätsbrief nicht geführt werden.
Županič erklärt das „Vergessen“ dieser Nobilitierung mit zwei Umständen: Einerseits war die Annahme von Adelstiteln in der tschechischen nationalen Öffentlichkeit des späten 19. Jahrhunderts politisch heikel. Beispiele wie František Ladislav Rieger oder František Palacký zeigen, wie ambivalent tschechische Eliten gegenüber habsburgischen Auszeichnungen und Standeserhebungen standen. Andererseits waren mit Adelsdiplomen erhebliche Gebühren verbunden; Tomek dürfte auf die Ausfertigung verzichtet haben, wodurch seine Standeserhebung kaum dokumentiert wurde.
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